7 Wochen ohne Blockaden - Woche 2: „Von der Rolle“

In der zweiten Woche der Fastenaktion „7 Wochen ohne“ der Evangelischen Kirche dreht sich alles um das Motto „Von der Rolle“.
Dazu haben wir mit Kollegin Daniela Albrecht gesprochen, die in Neuerkerode in der TGF Natur und Umwelt und im Blumenladen arbeitet. Die 42-Jährige lässt sich keiner festgeschrieben Rolle zuordnen. Sie engagiert sich in unserem inklusiven Dorf in vielen unterschiedlichen Feldern, etwa als Lektorin für die Kirchengemeinde, als Organisatorin des Inklusionslaufs „Neuerkerode bewegt“ oder in der inklusiven Laufgruppe.

„7 Wochen ohne Blockaden“ – was bedeutet das Hauptthema der Fastenzeit für Sie beruflich und persönlich?
7 Wochen ohne Blockaden und dennoch mit Regeln. Regeln im Tagewerk und trotzdem Möglichkeiten für den nötigen Spielraum zum Träumen und Denken haben.
Reflexionen meiner eigenen Verhaltensweisen die auch ab und an sich in grenzenlosen Wüsten von selbstdisziplinierten Regeln verlieren. Großzügig mit mir selbst sein, mir Zeit nehmen zum Denken vielleicht auch ein wenig zufriedener mit mir selbst werden.

Großzügig meinen Mitmenschen gegenüber sein, Ihnen mit Liebe begegnen - und genau aus diesen Begegnungen entstehen Geschichten.
Diese möchte ich in den kommenden Wochen ganz bewusst erleben und beschreiben. Sie reflektieren und mein eigenes Verhalten und mich selbst im Umgang mit meinen Mitmenschen.


Das Wochenmotto lautet „Von der Rolle“ – welchen Gedanken verbinden Sie spontan damit?
Eine Möglichkeit die Perspektiven eines jeden Menschen zu betrachten ohne sie als seine annehmen zu müssen, wenn man es nicht mag. Ich nehme mich aus manchen engen Denkweisen nicht aus - versuche jedoch immer wieder reflektiert an mein eigenes Credo zu gehen und mich zu erden.
Alle Kreativität wird erstickt, wenn man sich selbst zu enge Grenzen im Denken auferlegt. Man weiß nicht, welcher Schritt der letzte vor dem
Abgrund ist. Man agiert unsicher, unselbstständig und fühlt sich dauernd an der kurzen Leine.

Wenn ein Projekt zu groß scheint, teile ich es in viele kleine, und fokussiere eines nach dem anderen, ich lerne und denke, ich bilde mich um an ein Ziel zu gelangen welches ganz oft dann gar nicht mehr groß erscheint. Wichtig ist, das Machen und das Sehen. Es erfüllt mich nicht eine vorgegebene Rolle auszufüllen. Ich möchte vielseitig interessiert bleiben an diesem Leben. Perspektiven ändern können und immer Mensch sein dürfen.
 

Welche Tipps können Sie unseren Leser:innen zum Thema „Von der Rolle“ geben?

Nimm Dir Zeit zum Lernen und zum Denken!
Wissen ist das Fundament für alle Tätigkeiten und das Fundament für Lebensfreude. Bilde dich weiter und nimm dir täglich Zeit dafür. Aus Wissen entstehen Ideen.

Geh laufen!
Stress und Alltagsdruck blockieren oft das Denken. Ein Lauf in der Natur entspannt und schafft Freiraum um neuen Gedanken Platz zu machen.

Ändere die Perspektive!
Alles ganz anders. Wenn dir einzelne Schritte noch nicht ganz klar sind,schau dir ganz bewusst das Ziel deines Projektes an. Gehe jeden Teilschritte rückwärts, quasi was muss ich tun um den vorherigen überhaupt erreichen zu können. Alles aber auch alles visualisiere , oftmals ergeben sich ganz aussergewöhnliche Lösungsschritte.

    „Ich möchte vielseitig interessiert bleiben an diesem Leben. Perspektiven ändern können und immer Mensch sein dürfen.“


    Daniela Albrecht

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