Wohnen und Betreuen startet mit dem Jägerhof ein neues Jugendhilfe-Angebot

Ab August werden hier bis zu 19 junge Menschen zwischen 14 und 18 Jahren mit besonderen pädagogischen Bedarfen ein Zuhause finden.

Biegt man von der Ebertallee zum Waldforum ab und geht noch ein paar Meter weiter in den Wald hinein, weichen die Geräusche der Straße und Schienen immer mehr einem beruhigenden Klangteppich aus Vogelgezwitscher und dem in den Bäumen raschelnden Wind. Nach knapp 200 Metern ist auf der rechten Seite der Jägerhof zu sehen, ein denkmalgeschütztes Gebäude im Fachwerkstil aus den 1930er-Jahren. Anfang 2020 pachtete die Evangelische Stiftung Neuerkerode das einst während der Nazi-Zeit als „Reichsjägerhof“ für Herrmann Göring errichtete Anwesen und renovierte sowie sanierte dieses nach langem Leerstand sehr aufwändig und unter Berücksichtigung der Auflagen des Denkmalschutzes.

Hier sollen ab August bis zu 19 junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren mit besonderen pädagogischen Bedarfen ein Zuhause finden. Sie haben bereits mehrere Rückschläge in ihrem Leben erfahren müssen und sollen in dem Angebot wieder Perspektiven entwickeln. So ist geplant, Zukunftspläne in einem strukturierten und intensiv pädagogisch begleiteten Rahmen zu erarbeiten  –  Schritt für Schritt und in aller Ruhe. Das fängt beim Aufbau alltäglicher Strukturen an, geht über die Erarbeitung von festen Zielen und mündet im Optimalfall in einem Schulabschluss oder in einer beruflichen Qualifizierung. Alles mit dem Ziel der Gestaltung eines in naher Zukunft angestrebten eigenständigen Lebens und unterstützt von Sozial- und Heilpädagogen, Erziehern, Heilerziehungspflegern, Ergotherapeuten, Erlebnispädagogen und Psychologen sowie Systemischen Beratern.

Für die Arbeit ist die Lage in der Buchholz ideal. Es ist ein ruhiges Umfeld, die Natur bietet viele Möglichkeiten, etwa in der Erlebnispädagogik. Es gibt trotz der Idylle gute Anbindungen in den städtischen Bereich und zur Klostergärtnerei in Riddagshausen. Letztere wird von der ebenfalls zur esn gehörenden Mehrwerk gGmbH betrieben und soll für die Jugendlichen künftig eine Qualifizierungs- und Arbeitsangebot darstellen.

In zwei Wohngruppen stehen jeweils acht Wohnplätze mit Einzelzimmern zur Verfügung, jede Wohngruppe verfügt zudem über zwei Küchen mit Platz zum gemeinsamen Essen, Verweilen oder auch Lernen. In einer weiteren Etage des Hauses befindet sich eine Wohnung mit drei Zimmern, Bad und Küche. Dieser Bereich kann von einer Wohngruppe genutzt werden und dient der Verselbstständigung. Junge Menschen werden hier gezielt auf ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung vorbereitet.

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Fotos: esn/Bernhard Janitschke
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