Es ist ein warmer, sonniger Frühlingstag in der Neuerkeröder Kindertagesstätte Peter und Paul. Der Morgenkreis ist abgeschlossen und die Kinder flitzen in den Garten – Spielzeit! Mittendrin und genauso glücklich, aufgeregt und voller Tatendrang ist Kono, ein Golden-Retriever-Rüde, Begleithund und das neueste Highlight in der Kita. „Kono ist unser jüngstes Teammitglied und eine echte Bereicherung für unsere Kita“, freut sich Leitung Julia Lobe. Zusammen streift er mit den Kindern durch die Büsche, spielt beim Fußball mit oder jagt dem Stöckchen hinterher, das ihm die Kinder zuwerfen. Auch, wenn Kono mit seinen anderthalb Hundejahren eher schon einem Teenager entspricht, ist er noch ein richtiges Spielkind.
Integratives Wesen
Seine liebevolle, verspielte Art steckt an: „Kono hilft damit, bei den Kindern Ängste und Vorbehalte abzubauen und unterstützt mit seiner integrativen Art. Selbst Mitarbeitende, die Hunden gegenüber sehr vorsichtig waren, haben ihre Zurückhaltung abgelegt”, so Lobe. Dabei sei es mittlerweile sogar so, dass sie den Hund beim kurzen Gassi-Gang begleiten, um zur Ruhe zu kommen, berichtet sie. Aber auch Konos Integration sei wichtig gewesen. Julia Lobe absolvierte vorab mit ihm eine Ausbildung, damit er auf mögliche Situationen mit den Kindern vorbereitet ist. Im Anschluss folgte eine längere Eingewöhnungszeit in der Kita.
Zunächst war Kono immer mal wieder im Leitungsbüro zu Gast, sodass sich alle an ihn gewöhnen konnten – und er sich auch an die neue Umgebung. „Anfangs war er in kurzen Abschnitten im Frühdienst im Einsatz. Die Kinder durften ins Büro kommen und ihn streicheln, wenn er geschlafen hat“, berichtet sie. Nach und nach wurden der Radius und die Möglichkeiten ausgedehnt, sodass Kono nun mit seinem Revier vertraut ist. „Er darf jetzt auch mal in Begleitung durch die Gruppenräume streifen, aber es gibt natürlich Regeln im Umgang“, so Lobe. Die Kinder wüssten ebenfalls Bescheid, was etwa beim Spielen mit dem Golden Retriever zu beachten ist.
Regeln aufgestellt
Im Vorfeld sprach Lobe bereits mit den Eltern über die Anwesenheit von Kono und seine Rolle in der Kita. Das sei für alle in Ordnung gewesen. „Weil die Kinder zuhause so viel von Kono berichten, sind die Eltern beim Vorbeibringen oder beim Abholen besonders interessiert und wollen ihn kennenlernen“, sagt Lobe. Selbst im inklusiven Dorf Neuerkerode ist der junge Hund mittlerweile bekannt und beliebt. „Fast jeden Morgen wartet ein Bürger vor der Kita auf Kono, um ihn zu begrüßen“, weiß die Kita-Leitung zu berichten.
Nach der ganzen Toberei zwischen den Kindern ist auch beim Golden Retriever für heute der Akku erst einmal leer. Da kommt die Mittagspause wie gerufen. Während sich die Kinder zum Essen und nachfolgendem Mittagsschlaf in ihre Gruppenräume begeben, ruht sich Kono in seinem Körbchen im Büro aus. Es warten noch viele weitere Abenteuer in der Kindertagesstätte auf ihn.
Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Andreas Rodemann
