Bunt verbindet – das zeigt die neue Ausgabe unseres Stiftungsmagazins. Ein Magazin, das berührt, bewegt und Mut macht. Darin können Sie Geschichten vom Ankommen, Aufbrechen und Zusammenhalten entdecken. Von Menschen, die ihren Weg finden, und von Momenten, die zeigen, wie viel Kraft im Miteinander steckt. Ob im Alltag, in der Pflege oder in besonderen Lebensentscheidungen – diese Ausgabe der Neuerkeröder Blätter macht sichtbar, was entsteht, wenn Vertrauen wächst und Vielfalt verbindet.

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
diese Ausgabe unseres Stiftungsmagazins erzählt von Wegen, die Halt geben – und von Momenten, die bleiben. Von großen Entscheidungen ebenso wie von kleinen Erfahrungen, die oft erst im Rückblick ihre ganze Bedeutung entfalten. Gemeinsam ist all diesen Geschichten, dass sie zeigen, was möglich wird, wenn Menschen aufmerksam begleiten und einander Vertrauen schenken. So lesen Sie von Menschen, die mit Unterstützung ihren Alltag wieder selbst gestalten – in kleinen, aber entscheidenden Schritten. Sie begegnen einer jungen Ärztin, die ihren beruflichen Weg klar vor Augen hat und im Ausbildungsverbund die Struktur findet, die sie sich dafür wünscht. Und von Paaren, die sich füreinander entscheiden und gemeinsam leben wollen, so wie es für sie richtig ist: individuell, wertschätzend und getragen von Fürsorge.
Ein zentrales Thema dieser Ausgabe ist auch die Pflege. Ein Gespräch macht deutlich, wie hoch die Belastungen im Arbeitsalltag sind – und dass Anerkennung mehr braucht als Sichtbarkeit. Gute Pflege erfordert Zeit, verlässliche Rahmenbedingungen und den gesellschaftlichen Willen, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wird spürbar, was Hoffnung macht: engagierte Mitarbeitende, ein starkes Miteinander und junge Menschen, die diesen sinnstiftenden Beruf bewusst wählen. Besonders greifbar wird diese Haltung in den kleinen Episoden aus unserem Unternehmensverbund. In einem handgeschriebenen Brief einer ehemaligen Auszubildenden, der zeigt, dass Begleitung manchmal erst Jahre später sichtbar wirkt. In einer Kleidertausch- Idee, aus der Gemeinschaft und Wertschätzung entstehen. In einem kunsttherapeutischen Moment, der einen Menschen unerwartet berührt und neue Wege eröffnet. Oder in einem selbst gebauten Segel-Memory, mit dem Lernen spielerisch gelingt und Selbstvertrauen wächst. Diese besonderen Momente erinnern daran, dass sinnvolle Arbeit oft im Stillen geschieht – und dennoch lange nachwirkt. Was all das verbindet, ist eine gemeinsame Haltung: Menschen ernst zu nehmen, sie in ihrer Individualität zu sehen und Entwicklung gemeinsam zu ermöglichen. Diese Ausgabe möchte Ihnen davon ein Bild vermitteln – nah am Alltag, nah am Menschen. Wir laden Sie ein, die Geschichten dieser Ausgabe mitzunehmen: als Einblick, als Ermutigung und als Erinnerung daran, wie viel Kraft in den kleinen und großen Momenten des Miteinanders liegt.
Herzlichst
Tobias Henkel | Vorstandsvorsitzender
Neues zum Blättern

Dem brauche ich nichts mehr vorzumachen
Jeden Tag fährt Manuel Manthey los, zu Menschen nach Hause, die Unterstützung brauchen, um ihren Alltag zu strukturieren. Er arbeitet in den Fachambulanzen Sucht des Lukas-Werks in Braunschweig und Wolfenbüttel im Bereich der Qualifizierten Assistenz beim Wohnen.

Boxen voller Poesie
Eine lieb gewonnene Tradition in den Senioren- und Pflegezentren der esn: Einmal im Jahr treten sie gegeneinander an. Mit Kreativität, Teamgeist und viel Engagement widmen sich die Bewohnenden einer Aufgabe. Dabei geht es um den Spaß und die Vernetzung der Häuser untereinander. Und auch um einen Gewinn, den ein Haus am Ende für sich entscheiden kann.

Sichtbarkeit reicht nicht
Es vergeht kaum eine Woche, in der Pflege nicht in den Schlagzeilen auftaucht: Pflegenotstand, Reformen, Kürzungen, Personalmangel. Doch wie ist die aktuelle Situation wirklich – und was müsste sich ändern, damit es zu spürbaren Verbesserungen kommt? Darüber haben wir mit Vertreter:innen unserer Verbundmitarbeitendenvertretung (V MAV) gesprochen.

Ich weiß, wie es weitergeht
Ein klarer Weg in die Allgemeinmedizin: Der neue Ausbildungsverbund in Braunschweig verbindet Klinik und Hausarztpraxis zu einer strukturierten Facharztweiterbildung – mit festen Rotationen und persönlicher Begleitung.

Mehr als 52 Millionen Minuten Leben
100 Jahre leben ist ein Schatz an Erfahrungen und Erkenntnissen. Und was war das Wichtigste in seinem Leben? Franz Rydel überlegt nicht lange: „die Familie.“

Sommerfest für alle
Mit Jonglage, Humor und viel Herz bringt „Gerd der Gaukler“ die Atmosphäre des Neuerkeröder Sommerfests direkt in die Wohngruppen – für Menschen, die nicht selbst teilnehmen können.

Kono. Kita. Kunterbunt.
Golden Retriever Kono ist das neue Teammitglied der Kita Peter und Paul in Neuerkerode. Mit seiner liebevollen Art unterstützt er Kinder und Mitarbeitende im Alltag.

Mehr als perfekt
Heiraten in Neuerkerode .Der Rahmen ist einfacher, aber die Botschaft umso deutlicher: Es geht um zwei Menschen, die zusammen ihr Leben gestalten wollen.

Ein Band fürs Leben
Mithilfe der „Perlen des Glaubens“ ordnen Frauen in der Kurklinik „Die Insel“ auf Juist ihre Gedanken und schaffen Klarheit, die sie auch im Alltag weiter begleitet.

Und … Action!
Was macht die Arbeit in der Eingliederungshilfe besonders und wertvoll? Jonas, Pia, Henrik, Marie, Jasmin und viele weitere berichten darüber – in kurzen Videos. Die Mitarbeitenden aus der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen haben unter dem Titel „Miteinander arbeiten“ authentische Einblicke in ihre Arbeit gegeben.

Gemeinsam mehr erreichen
In der esn arbeiten über 3.700 Mitarbeitende an über 75 Standorten in mehr als 45 Berufsfeldern – und doch gibt es eine Sache, die eher selten vorkommt: dass ein Mitarbeitender in mehreren Gesellschaften gleichzeitig angestellt ist. Einer von ihnen ist Jakob Richter.

Besondere Momente
Besondere Momente prägen unseren Alltag. Mitarbeitende aus dem Unternehmensverbund esn erzählen von bewegenden Begegnungen, überraschenden Erlebnissen und Augenblicken, die zeigen, was die Arbeit in unseren Hilfefeldern so besonders macht.
Spendenprojekt

Kleines Haus für große Schritte: Projekt Tiny House
Kennen Sie das vielleicht noch selbst aus Ihrer Kinderund Jugendzeit? Die Aufregung und das Kribbeln, weil ein Abenteuer, etwas Unbekanntes, wartet. Diesen besonderen Mut, den man sammelt, um losgehen zu können und dieser unbändige Entdeckergeist, der einen anspornt, eigene Erfahrungen zu sammeln? So geht es aktuell auch vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im inklusiven Dorf Neuerkerode beim Thema „Eigenständiges Wohnen“.
Der Wunsch nach mehr Eigenständigkeit wächst. Man will Verantwortung übernehmen, selbst entscheiden, organisieren. Für viele Jugendliche im inklusiven Dorf Neuerkerode ist das in der heute bestehenden Wohnstruktur nur begrenzt möglich. Gleichwohl ist der Schritt in „die weite Welt“ ein großer, der eine Portion Mut und Selbstvertrauen erfordert.
Deshalb haben die Jugendlichen aus der Wohngruppe Wabeweg eine besondere Idee entwickelt, um behutsam, aber selbstständig, in den nächsten Lebensabschnitt hinüberzugehen. Es soll ein Wohnangebot entstehen, ein hausgewordener Zwischenschritt, der die Brücke zur Verselbständigung bildet: die Geburtsstunde des Projekts Tiny House, auf deren Umsetzung die jungen Menschen nun gespannt warten.
Hier können junge Menschen im Kleinen ausprobieren, wie sich eigenständiges Wohnen und mehr Verantwortung im Alltag anfühlen – im weiterhin behüteten Rahmen. Denn das Tiny House wird im nahegelegenen Garten der Wohngruppe gebaut. So kommen wir dem Wunsch der Jugendlichen, sie auf ihrem Weg in den nächsten Lebensabschnitt zu unterstützen, nach – mit einem Wohnangebot auf Zeit, das Wachstum ermöglicht und einen harmonischen Übergang in ein selbstbestimmtes Leben schafft. Entsprechend groß ist bereits die Vorfreude bei den Jugendlichen, und es werden schon Pläne geschmiedet, wie das „Alleinwohnen“ gestaltet werden soll. Begleitet werden sie bei den Planungen von den Mitarbeitenden in ihrer Wohngruppe, die nicht nur beim Umzug mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern auch bei Herausforderungen helfen.
Bei Verselbständigung unterstützen
Ein Architektenentwurf liegt bereits vor und dank der großzügigen Förderung der IKEA Stiftung in Höhe von 50.000 Euro ist der Grundstein für dieses besondere Projekt im inklusiven Dorf Neuerkerode gelegt. Doch zur vollständigen Realisierung fehlen aktuell noch rund 25.000 Euro. Diese Mittel benötigen wir nicht nur für die Fertigstellung des Hauses, sondern auch für eine barrierefreie Ausstattung sowie die notwendigen Versorgungsleitungen – Strom, Wasser, Abwasser und Heizung. Erst mit diesen Anschlüssen wird aus einem Bauprojekt ein bewohnbares Zuhause.
“Ich kann alles in meinem Tempo machen, nach meinem eigenen Rhythmus”
“Ich möchte zeigen, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung selbstständig und selbstbewusst leben können.”
“Ein Leben in einem Tiny House macht mich stark.”
Erfolgsgeschichten Ihrer Unterstützung: Spenden-News
Thomas Pöllmann // Foto: Unternehmenskommunikation esn
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