Symbolbild

„Das Herz der Diakoniestationen Harz-Heide war schon immer nah an den Menschen“

Zum zehnjährigen Bestehen der DHH erinnert sich Geschäftsführer Volker Wagner an die Anfänge – und wagt einen Blick in die Zukunft.

Die Diakoniestationen Harz-Heide (DHH) feiern ihr zehnjähriges Bestehen. Im Gespräch blickt Geschäftsführer Volker Wagner auf die Anfänge zurück, spricht über Herausforderungen und erklärt, warum die Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen bis heute der wichtigste Maßstab der Arbeit ist.

Das Foto zeigt Volker Wagner,Geschäftsführung der Diakoniestationen Harz-Heide.

Herr Wagner, die Diakoniestationen Harz-Heide werden in diesem Jahr zehn Jahre alt. Was bedeutet dieser Geburtstag für Sie persönlich?

Beruflich gesehen sind die Diakoniestationen Harz-Heide mein Lebenswerk. Wenn ich sehe, was sich in diesen zehn Jahren entwickelt hat, erfüllt mich das mit großer Dankbarkeit. Aus einer Idee ist eine Organisation geworden, die heute für viele Menschen in der Region eine wichtige Rolle spielt.

Welche Idee stand bei der Gründung im Mittelpunkt?

Unser Ursprungsgedanke war es, mehr Professionalität in die ambulante Pflege bringen. Diese fehlte damals oft bei den tätigen Diensten. Uns war von Anfang an klar: Professionelle Pflege braucht eine gewisse Größe im Hintergrund. Nur so lassen sich in einem knapp refinanzierten Bereich die notwendigen Strukturen schaffen.

In diesem Zusammenhang möchte ich unbedingt Rüdiger Becker, den ehemaligen Direktor der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), nennen. Gemeinsam haben wir eine Vision entwickelt, aus der schließlich die DHH als Teil der esn entstanden sind. Ohne ihn würde es die DHH in ihrer heutigen Form nicht geben.

Das Bild zeigt eine Grafik mit Konfetti und dem Schriftzug "10 Jahre Pflege mit Herz".

Hatten Sie damals schon die heutige Entwicklung vor Augen?

Nein, in dieser Dimension ganz sicher nicht. Dass wir eine solche Größe und Vielzahl an Angeboten entwickeln würden, war damals nicht abzusehen. Ein wichtiger Meilenstein war allerdings früh die Entscheidung für den heutigen Regionenzuschnitt von Harz bis Heide.

Das Spektrum der DHH umfasst mittlerweile einiges, von der Beratung über ambulante, psychiatrische und palliative Pflege und Versorgung bis hin zu Tagespflegen und der Unterstützung von Senioren-Wohngemeinschaften. Was zeichnet Ihr Angebot aus?

Das Herz der Diakoniestationen war immer nah an den Menschen. Unser Angebot hat sich nicht nach Trends entwickelt, sondern nach den Bedürfnissen derjenigen, für die wir da sind. Interessanterweise war der psychiatrische Pflegedienst der Ausgangspunkt für die spätere Entwicklung über Landeskirchengrenzen hinweg. Das war damals eine Besonderheit und es war der Grundstein für unsere Arbeit in ganz Südostniedersachsen.

Welche Rolle spielen die Diakoniestationen Harz-Heide heute für die Pflegeversorgung in dieser Region?

Wir sind der größte Anbieter vorstationärer Pflegeleistungen in Südostniedersachsen. Besonders ist, dass wir sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum tätig sind. Beide Bereiche bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich – und genau diese Vielfalt prägt unsere Arbeit.

Das Bild zeigt eine Mitarbeiterin und Seniorinnen, die in einer Tagespflege Mensch-ärgere-dich-nicht spielen.

Gab es in den vergangenen zehn Jahren auch schwierige Phasen?

Eigentlich gab es nie eine einfache Phase. Wir mussten ständig mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umgehen. Dann kam die Corona-Pandemie, die eine enorm fordernde Zeit war. 

Auch die Übernahme von Einrichtungen und Standorten in schwierigen oder sogar insolventen Situationen war alles andere als leicht. Diese Schritte haben wir aber bewusst gewählt, weil wir die Versorgung der Menschen vor Ort sicherstellen wollten. Zeit zum Durchatmen gab es da leider selten.

Pflege steht auch aktuell stark unter Druck. Wie erleben Sie die Personalsituation?

Wir haben uns immer für gute Arbeitsbedingungen eingesetzt. Dazu gehören tarifliche Vergütung, professionelle Strukturen, flexible Arbeitszeiten, familienfreundliche Modelle und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Als Arbeitgeber sind wir attraktiv aufgestellt. Gute Pflege gelingt nur mit engagiertem Pflegepersonal– und das können wir durch unsere Attraktivität für uns gewinnen.

Das Bild zeigt Gäste einer Tagespflege beim Kegeln.

Wie sehen Sie die Zukunft der Pflege?

Der Bedarf wird weiter steigen. Die geburtenstarken Jahrgänge kommen erst noch in ein Alter, in dem Pflege häufiger notwendig wird. Gleichzeitig werden stationäre Kapazitäten eher ab- als aufgebaut. Deshalb brauchen wir starke vorstationäre Strukturen. Ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaften werden künftig eine größere Rolle spielen. Auch die Pflegeberatung wird immer wichtiger werden, um die individuell passenden Angebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige zu finden.

Welche Bedeutung hat die diakonische Haltung für die DHH im Alltag?

Eine sehr große. Die Diakoniestationen Harz-Heide haben ihren Ursprung in den Kirchengemeinden. Diese Identität und das diakonische Profil gehören für mich zum Kern unseres Selbstverständnisses. Sie prägen die Art, wie wir Menschen begegnen und wie wir unsere Arbeit verstehen.

Was möchten Sie den Menschen zum Jubiläum mitgeben?

Ob Gäste, Klient:innen oder Patient:innen – ihre Bedarfe stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Danken möchte ich vor allem auch unseren Mitarbeitenden. Sie leisten diese Arbeit jeden Tag mit Herz, Leidenschaft und großem Engagement. Das ist die Grundlage unseres Erfolgs – gestern, heute und in Zukunft.

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