Unter dem Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“ rückt der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht in diesem Jahr die Rolle von Glücksspielwerbung in den Fokus. Das Lukas-Werk unterstützt die Forderung der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS) nach einer stärkeren Regulierung von Glücksspielwerbung.
Glücksspiel begegnet uns heute an vielen Stellen im Alltag, besonders in sozialen Medien oder bei Sportereignissen. Problematisches Glücksspiel kann jedoch zu finanziellen Schwierigkeiten, psychischen Belastungen und Konflikten im sozialen Umfeld führen.
Die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) fordert daher stärkere Einschränkungen von Glücksspielwerbung und mehr Schutz für besonders gefährdete Zielgruppen. In Niedersachsen haben Hochrechnungen zufolge mittlerweile mehr als 400.000 Menschen eine glücksspielbezogene Störung oder weisen ein riskantes Spielverhalten auf.
Auch das Lukas-Werk spricht sich für eine deutliche Einschränkung von Glücksspielwerbung sowie einen stärkeren Spieler-, Jugend- und Gesundheitsschutz aus. Aus Sicht der Suchthilfe steht die intensive Bewerbung von Glücksspielangeboten im Widerspruch zu Prävention und Gesundheitsschutz. Glücksspielwerbung vermittelt häufig Unterhaltung, Spannung und Gewinnchancen, während die Risiken und möglichen Folgen für Betroffene und Angehörige oft kaum sichtbar sind.
Christian Horn, Suchtexperte der Fachambulanz Sucht Braunschweig des Lukas-Werks, warnt vor einer zunehmenden Normalisierung von Glücksspiel im Alltag: „Bei Alkohol und Tabak wurden in den vergangenen Jahren Werbebeschränkungen eingeführt, um die Bevölkerung besser zu schützen. Umso unverständlicher ist es, dass wir beim Glücksspiel heute ähnliche Entwicklungen beobachten und dennoch deutlich weniger regulierend eingegriffen wird.“
Frühzeitig Hilfe suchen
Je früher Betroffene Unterstützung in Anspruch nehmen, desto besser sind die Möglichkeiten, problematische Entwicklungen zu durchbrechen und neue Perspektiven zu entwickeln.