Rückblick auf unsere Patientenveranstaltung am 19. März 2025.

Bauchwandbrüche – medizinisch Hernien – zählen zu den häufigsten chirurgischen Erkrankungen. In Deutschland werden jährlich rund 300.000 Hernien operiert, darunter etwa 220.000 Leisten- und 50.000 Nabelhernien. Seit seiner Gründung 2016 ist die Zahl der jährlichen Eingriffe an unserem zertifizierten Hernienzentrum von knapp 300 auf rund 900 im Jahr gestiegen. Damit machen sie mehr als ein Drittel aller Operationen in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marienstifts aus.
Um Betroffenen und Interessierten einen verständlichen Überblick über Ursachen, Diagnostik und moderne Therapieverfahren zu geben, hat das Ärzteteam unseres Krankenhaus Marienstift zu einem Informationsabend eingeladen.
Ekkehard Möbius, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, sowie die Oberärzte Feras Salem, Oleksii Bondarenko und Jareer Ahmad haben die unterschiedlichen Formen von Bauchwandbrüchen und die heutigen Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt. Im Anschluss standen sie für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.
Wir haben die wichtigsten Fragen hier zusammengefasst
Was ist ein Bauchwandbruch – und warum entsteht er?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen angeborenen und erworbenen Brüchen. Angeborene Brüche – wie etwa die kindliche Nabelhernie – entstehen, wenn sich natürliche Öffnungen der Bauchwand während der Entwicklung nicht vollständig verschließen. Erworbene Brüche, zum Beispiel der Leistenbruch im höheren Lebensalter, entwickeln sich im Laufe des Lebens. Ursache ist häufig eine zunehmende Bindegewebsschwäche. Auch Erkrankungen mit erhöhtem Druck im Bauchraum – etwa chronische Bronchitis oder Asthma – sowie bestimmte Medikamente wie Kortison können die Entstehung begünstigen.
Muss jede Hernie operiert werden?
Sehr kleine Brüche, die keine Beschwerden verursachen, kann man unter Umständen beobachten („Watch and wait“). Alle anderen Hernien – insbesondere schmerzhafte – sollten operativ versorgt werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer Einklemmung von Darmanteilen. Das ist ein Notfall, der mit deutlich höheren Risiken verbunden ist. Zudem werden Brüche im Verlauf meist größer – und damit auch operativ aufwendiger.
Wie lange dauert die Operation und wie lange bleibe ich im Krankenhaus?
Das hängt von der Art der Hernie ab. Kleine Nabel- oder Leistenbrüche können häufig ambulant operiert werden. Größere oder komplexere Brüche – etwa Narbenhernien nach früheren Operationen – erfordern meist einen stationären Aufenthalt von mindestens 24 Stunden oder länger. Das dient der sicheren Überwachung und einer optimalen Schmerztherapie. Auch Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen profitieren oft von einer stationären Betreuung.
Ist eine geplante Operation besser als eine Notfall-OP?
Ja. Eine geplante Operation bietet deutlich bessere Voraussetzungen. Notfälle entstehen meist durch eine Einklemmung – dann muss schnell gehandelt werden, und bestimmte Vorbereitungen (z. B. das Absetzen von Blutverdünnern) sind nicht mehr möglich. Studien, unter anderem aus dem Herniamed-Register, zeigen außerdem: Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist die sorgfältige Untersuchung und die individuell passende Wahl des Operationsverfahrens.
Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?
Das Schmerzempfinden hängt von Art und Umfang des Eingriffs ab. Eine gute, individuell abgestimmte Schmerztherapie ist sehr wichtig – auch um chronische Beschwerden zu vermeiden. In der Regel sollten Sie sich nach einer Hernienoperation etwa sechs Wochen körperlich schonen. In dieser Zeit heilen die tragenden Schichten der Bauchwand. Wird zusätzlich ein Kunststoffnetz zur Stabilisierung eingesetzt, kann die Belastbarkeit im Einzelfall früher erreicht werden. Die genauen Empfehlungen erhalten Sie im persönlichen Gespräch.
Warum wird meine Hernie nicht immer minimalinvasiv („Schlüssellochtechnik“) operiert?
Die minimalinvasive Technik ist gewebeschonend und ermöglicht oft eine schnellere Erholung. Sie ist jedoch nicht in jedem Fall sinnvoll. Nach großen Voroperationen oder bestimmten Tumoroperationen kann ein offenes Verfahren sicherer sein. Auch bei ausgeprägten Narbenhernien ist ein offenes Vorgehen häufig die bessere Wahl – nicht zuletzt, um ein gutes funktionelles und kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Die Entscheidung erfolgt immer individuell.
Wird diese Operation in Ihrem Krankenhaus durchgeführt?
Ja. Bauchwandbrüche gehören zu den häufigsten chirurgischen Erkrankungen – in Deutschland werden jährlich über 300.000 Patientinnen und Patienten operiert. Das Krankenhaus Marienstift gGmbH ist ein zertifiziertes Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie. Hier werden pro Jahr rund 900 Hernien verschiedenster Art mit hoher fachlicher Spezialisierung und niedrigen Komplikationsraten operiert. Gerne beraten wir Sie persönlich. Einen Termin zur Untersuchung und zum Gespräch vereinbaren Sie bitte über das Sekretariat der Chirurgischen Klinik unter 0531 7011245.

Das Hernienzentrum Marienstift Braunschweig bietet alle Techniken der Hernien Operation in hoher Qualität an und wurde von der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG) mit dem Gütesiegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ ausgezeichnet. Unser Hauptziel bei der operativen Versorgung ist es, nach einer gründlichen Diagnostik das für den Patienten:innen individuell richtige Operationsverfahren zu wählen, unsere Patienten:innen dann umfassend über das Verfahren aufzuklären und die Operation sorgfältig und schonend durchzuführen. Chefarzt DR. Ekkehard Möbius und sein Team berät Sie gern persönlich.
Einen Termin zur Untersuchung und zum Gespräch vereinbaren Sie bitte über das Sekretariat der Chirurgischen Klinik unter 0531 7011245.