Bei einem Besuch im Café Clara informierte sich Martin Albinus (Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie sowie stellvertretender Sozialdezernent in Braunschweig und Landratskandidat im Landkreis Wolfenbüttel), über die vielfältige Arbeit der Suchthilfe und tauschte sich mit Mitarbeitenden über aktuelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel, fehlenden Wohnraum, steigende Bürokratie und die Auswirkungen von Kürzungen im Sozialbereich aus.
Der Tagestreffpunkt Café Clara in Wolfenbüttel ist ein niedrigschwelliges, ergänzendes Hilfe- und Kontaktangebot der Lukas-Werk Gesundheitsdienste für substituierte opiatabhängige Menschen und bietet einen Schutz- und Aufenthaltsraum. Im Rahmen eines Besuchs informierte sich Martin Albinus über die Arbeit sowie die Rahmenbedingungen in der Suchthilfe.
Vorgestellt wurden dabei die vielfältigen Angebote, darunter das Café, die psychosoziale Beratung, Streetwork, Substitutionsbegleitung sowie die Vermittlung in weiterführende Hilfen. Aus seiner beruflichen Tätigkeit bringt Martin Albinus bereits Berührungspunkte mit dem Themenfeld Suchthilfe mit: Im Gespräch ging es unter anderem um die Problematik von Konsum im Jugendalter, Präventionsangebote, Angehörigenberatung und Substitution.
Im weiteren Verlauf wurden auch systematische Hürden, wie Fachkräftemangel, personelle Belastungen, fehlender Wohnraum, steigende bürokratische Anforderungen, zunehmend komplexe Fallkonstellationen sowie die Auswirkungen der Kürzungen im Sozialbereich beleuchtet. Deutlich wurde dabei, wie wichtig verlässliche Strukturen und eine langfristig gesicherte Finanzierung für eine bedarfsgerechte Unterstützung sind. Ilka Schindler, Regionalleitung Braunschweig-Wolfenbüttel des Lukas-Werks, betonte zudem die gute Vernetzung mit Kooperationspartnern, Krankenhäusern, der Stadt und weiteren Akteuren. Der Ausbau und die Pflege dieser Strukturen seien aus ihrer Sicht von großer Bedeutung.
„Der Besuch bot Gelegenheit, Einblicke in die Arbeit der Suchthilfe zu geben und die Herausforderungen unserer Einrichtungen sowie die Bedarfe unserer Zielgruppen im direkten Gespräch zu erläutern. Wir bedanken uns für das Interesse an unserer Arbeit und den fachlichen, konstruktiven Austausch."
Ilka Schindler

Präventive und Reha-Angebote sichern
Die Finanzierung der Suchtberatung bleibt in vielen Kommunen unsicher. Da kommunal finanzierte Suchtberatung überwiegend als freiwillige Leistung organisiert ist, hängt ihr Umfang häufig von der jeweiligen Haushaltslage ab. Fachverbände und Träger verweisen seit Jahren auf eine angespannte Finanzierungssituation vieler Beratungsstellen und Einrichtungen der Suchtrehabilitation.
Auch im Bereich der stationären Suchtrehabilitation stehen zahlreiche Einrichtungen unter wirtschaftlichem Druck. Sollten Finanzierung und Vergütung nicht langfristig abgesichert werden, führt dies zu Einschränkungen des Angebots und möglichen Standortschließungen.
Stimmen aus dem esn-Verbund zu den Auswirkungen der geplanten Reformpläne im Sozial- und Gesundheitswesen: