Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Neuerkeröder Bürger:innen erinnern zudem an die 180 Frauen, Männer und Kinder, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus Neuerkerode in Tötungseinrichtungen verschleppt worden waren. Nur 38 von ihnen überlebten.

Ein Ort der Erinnerung im inklusven Dorf ist die Skulptur, die das Schicksal von Helene Heinemann und deren 12 und 13-Jahre alten Söhne Günther und Wolfgang aufgreift. Sie wurden im Juni 1943 nach Hadamar gebracht und dort wenige Wochen später getötet.

"Als Wolfgang (geb. 1930) und Günter (geb.1931) Heinemann am 21. Juni 1943 aus Neuerkerode in die nationalsozialistische Tötungsanstalt nach Hadamar verlegt wurden, konnten die Feinde des Lebens erneut einen grausamen Erfolg verbuchen. Am 6. Juli verstarb Günter, am 14. August verstarb Wolfgang. Die letzten Tage der beiden kleinen Jungen müssen schrecklich gewesen sein. Sie wären so gerne bei ihrer Mutter gewesen. Mehr wollten sie nicht", so Rüdiger Becker, Direktor und Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Neuerkerode. Rüdiger Becker erklärt weiter: 

 

„Darum haben wir in der Evangelischen Stiftung Neuerkerode null Toleranz für rechte Ideologien. Hinter ihnen verbirgt sich ein Abgrund an Feigheit vor der Menschlichkeit. Diese Dummheit, einmal an der Macht, führt direkt in die Katastrophe. Das ist in der esn unsere Lehre aus der Vergangenheit und zugleich unser Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat."

Die Skulptur des Bildhauers Magnus Kleine-Tebbe erinnert seit Dezember 2016 an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasieaktionen. Finanziert wurde sie von der Braunschweigischen Landessparkasse und der Braunschweigischen Sparkassenstiftung.

+++ Zur besseren Lesbarkeit wird auf die Verwendung der Sprachformen weiblich und divers (w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. +++

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