Der Silvesterdienst ist eigentlich unbeliebt. Doch Cornelia Hoppe übernimmt ihn in Bethanien gerne - und feiert nach Schichtende mit den Bewohnenden ins neue Jahr.
Wenn andere sich auf Silvester vorbereiten, Sekt kaltstellen und mit Familie oder Freund:innen feiern, befindet Cornelia Hoppe sich auf dem Wohnbereich Noah des Braunschweiger Senioren- und Pflegezentrums Bethanien, auf dem sie arbeitet. Das ist an sich keine Besonderheit, schließlich müssen die Dienste auch an Silvester von jemandem übernommen werden. Besonders ist aber, dass Hoppe diesen Dienst ganz bewusst ausgewählt hat und selbst nach ihrer Schicht noch im Haus bleibt. Sie bleibt, um mit den Bewohnenden zu feiern – und sorgt damit für strahlende Gesichter.
Ursprünglich kommt Hoppe aus Wernigerode. Nach dem Schulabschluss zieht sie nach Braunschweig, lernt Krankenpflegehelferin und fängt nach der Ausbildung in Bethanien an. Das war im Dezember 1992, vor mehr als 34 Jahren. „Auch wenn der Beruf sich in den vergangenen drei Jahrzehnten sehr gewandelt hat, gefällt er mir immer noch sehr gut“, erzählt sie. „Ich mag den Umgang mit Menschen. Da bekommt man sehr viel zurück.“
„Auch wenn der Beruf sich in den vergangenen drei Jahrzehnten sehr gewandelt hat, gefällt er mir immer noch sehr gut.“
Cornelia Hoppe
Außerdem erfahre sie in ihrem Alltag viel Persönliches, Geschichten aus der Vergangenheit, Erinnerungen an Familien, Berufe und Lebenswege. Hoppe ist nah dran an den Bewohnenden, auch emotional. Sie ist offen, zugewandt und herzlich, genießt es anderen eine Freude zu machen.
So kommt sie auch auf die Idee für die Silvesterfeier. „Über die Weihnachtsfeiertage kommen viele Familien zu Besuch“, sagt Hoppe. „An Silvester ist hier hingegen eher wenig los. Und ich dachte mir, wenn ich eh Dienst habe, kann ich auch etwas Nettes planen.“ So kommt es 2023 zu der ersten Silvesterfeier, die sie für die Bewohnenden ihres Wohnbereiches organisierte. Noch Tage später erzählen die Bewohnenden begeistert von der Feier. „Das Strahlen in den Gesichtern war wirklich unbezahlbar“, sagt die Pflegekraft. Auch 2025 – nachdem sie 2024 aus privaten Gründen darauf verzichten musste – feiert sie erneut mit den Bewohnenden.
„Das Strahlen in den Gesichtern war wirklich unbezahlbar.“
Cornelia Hoppe
Tatkräftig unterstützt wird sie dabei von Ingo Falkowski, dem Lebensgefährten einer Bewohnerin. 2023 stand Bleigießen auf dem Programm. Außerdem trugen Falkowski und Eva Carsch, Vorsitzende des Heimbeirats, Texte vor. Kurz vor Mitternacht gingen sie gemeinsam mit den Bewohnenden auf den Balkon des Wohnbereichs Hirte. Hoppe sagt: „Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt. Besser kann man das Feuerwerk über Braunschweig kaum bewundern.“
2025 steht Raclette im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Ein Raclette-Gerät bringt sie selbst mit, eins leiht sie von einer Kollegin. Da sie während ihrer Arbeitszeit ab 13.30 Uhr nicht die Zeit gefunden hätte, beginnt Cornelia Hoppe schon am Vormittag damit, den Raum zu dekorieren. „Meine Pause habe ich dann dazu genutzt, den Tisch einzudecken“, erzählt sie. Um 20 Uhr ist alles fertig. „Raclette war mit den ganzen Besorgungen und Vorbereitungen eine echte Herausforderung“, berichtet Hoppe. „Aber als ich die strahlenden Gesichter gesehen habe, hat es sich gelohnt. Als die Bewohnenden den Raum betreten haben, waren sie überwältigt von dem reich gedeckten Tisch.“ Einige kennen Raclette schon, andere essen es zum ersten Mal. Schnell entstehen angeregte Gespräche über frühere Feste.

Nicht nur für die Bewohnenden hat das gemeinsame, von Cornelia Hoppe organisierte Fest eine große Bedeutung. Auch ihre Kolleg:innen wissen zu schätze, dass ihre Kollegin den Silvesterdienst übernimmt. Sie macht es gerne: Weihnachten feiert sie mit ihrer Familie, Silvester in Bethanien.
Die Freude der Bewohnenden spricht für sich. Manche haben schon im Januar gefragt, ob sie auch 2026 wieder gemeinsam feiern. Auch wenn Silvester noch in weiter Ferne ist, steht ihre Antwort schon jetzt fest. „Ich überlege schon jetzt, was wir in diesem Jahr besonderes machen können“, sagt Hoppe. „Einen schöneren Start ins neue Jahr als für strahlende Gesichter zu sorgen, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.“ Das sehen die Bewohnenden ganz genauso – und freuen sich schon jetzt auf Silvester 2026.
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