Symbolbild

Mit Herz und Zeit

Ehrenamtliche schenken den Bewohnenden des Senioren- und Pflegezentrums St. Vitus in Seesen ihre Zeit.

Wenn Christiane Metze, Edith Rohde und Hans-Peter Vesper das Senioren- und Pflegezentrum St. Vitus in Seesen betreten, bringen sie nicht nur Unterstützung mit, sondern auch Zeit, Aufmerksamkeit und Freude. Alle drei haben ganz unterschiedliche Biografien, sind auf unterschiedlichen Wegen ins St. Vitus gekommen. Und doch verbindet sie etwas: Ihr Wunsch, anderen etwas zurückzugeben. Denn sie alle sind hier ehrenamtlich tätig.

Die drei Ehrenamtlichen stehen in der Kapelle des Senioren- und Pflegezentrums St. Viuts in Seesen.

Christiane Metze arbeitete ihr Leben lang viel. Als gelernte Bürokauffrau und Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen, später als Geschäftsführerin in einer sozialen Einrichtung, war sie immer in Bewegung. „Mit dem Ruhestand stand auf einmal alles still“, sagt sie rückblickend. „Das war schwierig. Ich bin in ein Loch gefallen.“

Also sucht sie nach einer sinnvollen Aufgabe. Das St. Vitus kannte sie schon, weil ihre Mutter bis vor zwei Jahren hier lebte. Sie fragt an, ob Hilfe benötigt wird – und ist seither hier ehrenamtlich tätig. Metze begleitet Bewohnende zu Arztterminen oder geht mit ihnen spazieren, wenn das Wetter es zulässt. Sie sagt: „Die Kommunikation mit den Bewohnenden ist einfach schön. Wenn man sieht, wie sie aufblühen, wenn man sich Zeit nimmt – das ist wirklich erfüllend.“

Ähnlich ging es Hans-Peter Vesper. Auch er war beruflich sehr eingespannt, immer viel unterwegs – doch mit der Rente kam plötzlich der Stillstand. „Mein Kalender war immer voll – und dann, von einem Tag auf den anderen, komplett leer“, erinnert er sich. Und jetzt? Seine Frau gab den entscheidenden Anstoß:

„Mach doch was aus deinem Hobby!“

Sein Hobby – das sind Musik und Filme. Über die Jahre hat er viel Equipment zusammengetragen, früher regelmäßig in Köln als DJ aufgelegt. Er fragt bei einem Seniorenheim an. Dann bei noch einem. Und noch einem. Mittlerweile ist er regelmäßig in fünf Einrichtungen mit Musik-, Film- und Quiznachmittagen zu Gast. „Mein Kalender ist wieder voll, und ich fühle mich wohl“, sagt Vesper heute. „Wenn ich nach Hause komme, sagt meine Frau immer, ich sehe so glücklich aus. Und sie hat recht!“

Auch Edith Rohde gibt ihre ehrenamtliche Tätigkeit im St. Vitus viel. Sie war über 45 Jahre bei der Kirche angestellt, engagiert sich bis heute in Gemeinden. Ihr Weg ins St. Vitus begann, als ihr Mann dort lebte. Zunächst gestaltete sie den Gottesdienst in dem Haus mit. Als Annette Wilczewski, Leitung des Begleitenden Dienstes, sie fragt, ob sie Lust hätte, sich darüber hinaus zu engagieren, muss sie nicht lange überlegen. „Das St. Vitus ist wirklich ein tolles Haus, mit Mitarbeitenden, die sich liebevoll um die Bewohnenden kümmern. Hier unterstütze ich gerne“, berichtet sie.

Rohde begleitet Bewohnende zu Ärzt:innen, geht mit ihnen einkaufen, führt Gespräche oder gestaltet Andachten mit. Oft bringt sie ihnen auch Dinge vorbei. Schon Kleinigkeiten machten einen großen Unterschied, berichtet sie:

„Die Bewohnenden strahlen mich dann vor Freude richtig an. Das ist ein tolles Gefühl.“

Neben Metze, Rohde und Vesper gibt es zwei weitere Ehrenamtliche, die im St. Vitus tätig sind. Sylvia Scholz, die Basteln Malen und Spiele anbietet, sowie Helga Bortolotti, die mit den Bewohnenden spazieren geht und sie bei Arztbesuchen begleitet. Dabei wissen nicht nur die Senior:innen den Einsatz der Ehrenamtlichen zu schätzen. „Die Ehrenamtlichen sind eine große Bereicherung für das gesamte Haus“, berichtet Annette Wilczewski. „Sie sind eine große Unterstützung. Für die Bewohnenden – und auch für uns.“

Natürlich gibt es auch weniger leichte Situationen, die ein Ehrenamt in einer Pflegeeinrichtung mit sich bringen – Abschiede, Krankheiten, demenzielle Veränderungen. „Aber das ist Teil des Lebens“, sagt Christiane Metze. „Und hier im St. Vitus wird mit Tod und Trauer sehr würdevoll umgegangen. Das beeindruckt mich.“

Hans-Peter Vesper sieht in der ehrenamtlichen Arbeit Vorteile für alle Seiten. Er sagt:

„Die Bewohnenden freuen sich, wenn sie uns sehen. Und auch wir bekommen wahnsinnig viel von ihnen zurück – und bleiben dabei aktiv und haben eine sinnstiftende Tätigkeit.“

Die drei sind sich einig: Viel mehr Menschen sollten ehrenamtlich tätig sein. Edith Rohde sagt: „Ich empfehle jedem, es einmal zu probieren. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache – aber viele wären überrascht, wie wertvoll diese Arbeit ist.“

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