Im Braunschweiger Senioren- und Pflegezentrum St. Vinzenz wurde es vor kurzem besonders nostalgisch: Beim „Tag der alten Dinge“ tauchten die Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam in vergangene Zeiten ein – in Erinnerungen an früher, an vertraute Gegenstände und an Geschichten, die man sonst nur selten erzählt.

Zum Einstieg kamen die Bewohnenden miteinander ins Gespräch. Die einfache Frage „Was vermissen Sie, wenn Sie an früher denken?“ sorgte für vielfältige Antworten aus. „Da war ich viel jünger“, merkte eine Bewohnerin an und brachten die Runde zum Lachen. Andere vermissten vor allem die Ruhe und das Miteinander: „Heute wird nur am Handy gehangen. Wir haben damals zusammen auf der Straße gespielt.“ und „Früher war alles ruhiger. Heute ist viel Hektik.“, war zu hören. Doch manche Dinge kommen auch wieder zurück.
„Wir hatten stapelweise Schallplatten. Die sind ja heute auch wieder in.“
Bewohner des St. Vinzenz
Schon diese ersten Minuten zeigten, wie lebendig die Erinnerungen der Teilnehmenden sind – und wie gerne sie sich an frühere Zeiten erinnern. Anschließend wurden Gegenstände aus früheren Jahrzehnten präsentiert – Dinge, die heute kaum noch jemand im Alltag benutzt, die aber bei den Senior:innen viele Erinnerungen auslösten. Ein eisernes Bügeleisen sorgte für staunende Blicke. Viele wussten sofort, wie es funktioniert hat: Manche füllten heiße Kohlen ein, andere wärmten es auf der Herdplatte. Ein Bewohner erinnerte sich daraufhin: „Wir haben früher heiße Ziegelsteine in Decken gewickelt und unter die Bettdecke gelegt, damit das Bett warm wurde.“ Solche kleinen Anekdoten gaben Einblicke in eine Zeit, die heute weit weg erscheint, die in der Erinnerung jedoch noch lebendig ist.

Begeisterung löste auch ein Telefon mit Wählscheibe aus. Eine Bewohnerin erzählte strahlend, wie sie mit einer Freundin früher Telefonstreiche gemacht hat. Eine andere berichtete, wie sie sich mit ihrem damaligen Freund zum Telefonieren verabredet hat: „Wir hatten zu Hause kein Telefon. Ich bin dann immer zum vereinbarten Zeitpunkt zu meiner Tante gelaufen, um dort zu telefonieren.“

Ein weiches Kuscheltier wurde nicht von allen erkannt, sorgte jedoch bei anderen für große Freude: Pittiplatsch, eine bekannte Figur aus dem DDR-Fernsehen. Sie war berühmt für den Satz „Ach du meine Nase!“ – den die Puppe auch sagen kann. „Die will ich unbedingt mal halten“, sagte eine Bewohnerin und hielt Pittiplatsch strahlend im Arm.

Viele weitere Gegenstände wurden präsentiert und fast jeder von ihnen löste neue Geschichten aus. Manche Erinnerungen waren lustig, andere nachdenklich – aber alle sind wertvoll. Der „Tag der alten Dinge“ zeigte wieder einmal, wie sehr Erinnerungen verbinden können. Und wie wichtig es ist, ihnen Raum zu geben, auch mal zurückzuschauen, statt immer nur der Zukunft entgegenzufieber.