Symbolbild bunte Punkte

Stiftungsempfang 2026: Wenn ein Handzeichen mehr sagt als viele Worte

Rund 250 Gäste aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Diakonie und Verbänden zu Gast beim Stiftungsempfang der esn (Evangelischen Stiftung Neuerkerode) im Braunschweiger Dom. 

Wer möchte möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben? Fast alle Hände im Braunschweiger Dom gehen nach oben. Wenige Augenblicke später folgt die nächste Frage: Wer hat sich bereits mit dem Thema Pflege im Alter beschäftigt? Wieder melden sich zahlreiche Gäste. Als schließlich gefragt wird, wer schon einmal eine Tagespflege besucht hat, werden die Hände weniger. Genau darin liegt die Botschaft dieses Abends.

Rund 250 Gäste aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Diakonie und Verbänden waren zum Stiftungsempfang der esn in den Braunschweiger Dom gekommen. Im Mittelpunkt standen die Zukunft von Gesundheit, Pflege und Teilhabe sowie die Frage, wie gesellschaftliche Veränderungen aktiv gestaltet werden können. 

Nach einer Andacht von Domprädigerin Cornelia Götz eröffnete Vorstandsvorsitzender Tobias Henkel den Abend mit einem Blick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. Angesichts von Reformen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie des demografischen Wandels brauche es gemeinsame Anstrengungen, um die soziale Infrastruktur zukunftsfähig zu gestalten. Er sagte: „Wir alle gemeinsam werden als Gesellschaft in naher Zukunft wesentliche Entscheidungen treffen müssen. Entscheidungen über die Finanzierung des Altwerdens, über die Finanzierung der Arbeit für und mit Menschen mit Beeinträchtigungen, über die Finanzierung unserer ambulanten Kliniken und Krankenhäuser. 

Das werden schmerzhafte, weil teure Entscheidungen. Und es sind Entscheidungen, die unseren Wohlstand sichern und nicht schmälern werden. Jede Investition in diese soziale und gesundheitliche Infrastruktur ist eine Investition in unsere Zukunft."

Impulse der neuen Landesbischöfin

Ein besonderer Höhepunkt des Stiftungsempfangs war der Besuch von Dr. Christina-Maria Bammel, der neuen Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. In ihrer Keynote sprach sie über gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Bedeutung von Nähe und Nachbarschaft sowie die Rolle von Kirche und Diakonie in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Dabei würdigte sie die Arbeit diakonischer Unternehmen als wichtige Stützen einer solidarischen Gesellschaft. „Wir erfinden uns immer wieder neu von der Fülle unserer Aufgaben her. Am besten gemeinsam kirchlich-diakonisch“, sagte die Landesbischöfin. 

Zehn Jahre Diakoniestationen Harz-Heide

Einen weiteren Schwerpunkt des Abends setzte die zum Unternehmensverbund esn gehörende Diakoniestationen Harz-Heide DHH), die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Geschäftsführer Volker Wagner stellte die Entwicklung des Unternehmens vor und verdeutlichte die Bedeutung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“. Mit rund 30 Einrichtungen, etwa 750 Mitarbeitenden sowie mehr als 3.000 Pflegekundinnen und -kunden und rund 4.500 Beratungskontakten leistet die DHH einen wichtigen Beitrag zur Versorgung in der Region. 

Wie bedeutsam moderne Pflegeangebote für viele Menschen sind, zeigte der anschließende interaktive Teil.Bianca Pütsch, Leitung der teilstationären Pflege und Prokuristin der DHH, lenkte den Blick auf die Tagespflege, ein Angebot, das trotz seiner großen Bedeutung noch immer vergleichsweise wenig bekannt ist. Mit Fragen ans Publikum machte sie deutlich, wie eng die Themen Pflege, Angehörigenentlastung und selbstbestimmtes Leben miteinander verbunden sind. 

Besonders bewegend waren die persönlichen Einblicke von Mitarbeitenden, Gästen und pflegenden Angehörigen aus der Tagespflege Goslar. Sie berichteten aus ihrem Alltag und zeigten, wie Tagespflege älteren Menschen soziale Teilhabe ermöglicht und Angehörigen wertvolle Unterstützung bietet. 

Gemeinsam Zukunft gestalten

Die Gespräche im Anschluss machten deutlich, wie eng Gesundheit, Pflege, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt miteinander verbunden sind. Der Stiftungsempfang bot einmal mehr Raum für Begegnung, Diskussion und neue Perspektiven. „Wir in der esn stehen für eine offene, solidarische und menschenfreundliche Gesellschaft. Nächstenliebe und Freiheit bleiben unser Maßstab“, sagte Tobias Henkel. 

Mit diesen Impulsen und vielen persönlichen Begegnungen endete ein Abend, der gezeigt hat: Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Dafür braucht es Orte des Austauschs, starke Netzwerke und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. 

Wir danken dem Braunschweiger Dom, dass wir auch in diesem Jahr wieder Gäste dort sein durften.

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