Krankenhaus Marienstift, Städtisches Klinikum Braunschweig, Herzogin Elisabeth Hospital und Stadt Braunschweig stellen neue Initiative vor.
Den wachsenden Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen wird in Braunschweig nun gemeinsam begegnet: Am 7. September stellten die Geschäftsführer der drei Braunschweiger Krankenhäuser Städtisches Klinikum Braunschweig (skbs), Krankenhaus Marienstift und der Stiftung Herzogin Elisabeth Hospital (HEH) zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum eine neue Initiative zur engeren Kooperation vor.
„Die Stadt Braunschweig ist ein starker Gesundheitsstandort. Mit dem Städtischen Klinikum Braunschweig, dem Krankenhaus Marienstift und dem Herzogin Elisabeth Hospital verfügen wir über drei leistungsfähige Krankenhäuser, die die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung in Stadt und Region seit vielen Jahrzehnten zuverlässig und auf höchstem Niveau sichern“, sagte Oberbürgermeister Kornblum.
Frühzeitige und vorausschauende Weiterentwicklung
Das Gesundheitswesen befindet sich derzeit jedoch in einem tiefgreifenden Wandel. Die Krankenhausreform, neue Anforderungen an Qualität und Leistungsgruppen, die Reform der Notfallversorgung sowie der zunehmende Fachkräftemangel werden die Krankenhauslandschaft in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Gleichzeitig verschärfen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser durch steigende Personal- und Sachkosten sowie zunehmend begrenzte Finanzierungsspielräume. Diese strukturellen und wirtschaftlichen Veränderungen erfordern eine frühzeitige und vorausschauende Weiterentwicklung der regionalen Versorgungsstrukturen.

Die drei Braunschweiger Krankenhäuser haben sich deshalb bewusst dafür entschieden, diesen Wandel nicht abzuwarten, sondern gemeinsam mit der Stadt Braunschweig aktiv zu gestalten. Ziel ist es, die anstehenden Veränderungen frühzeitig und partnerschaftlich zu entwickeln, anstatt erst auf politische oder regulatorische Entscheidungen reagieren zu müssen. „Es ist ungemein wichtig, dass wir die anstehenden Herausforderungen als Chance dafür begreifen, den Wandel in unserer Stadt und der Region aktiv zu gestalten. Für diese wichtige Zukunftsaufgabe steht die Stadt Braunschweig hinter den drei Krankenhäusern“, bekräftigte der Oberbürgermeister.
Gemeinsam die Transformation des Gesundheitswesens aktiv gestalten
Im Mittelpunkt aller Überlegungen steht dabei die langfristige Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen, bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung für die Menschen in Braunschweig und der gesamten Region. Die Zusammenarbeit verfolgt das Ziel, die jeweiligen Stärken der drei Krankenhäuser weiterzuentwickeln und die Versorgung auch unter den veränderten gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dauerhaft auf hohem Niveau sicherzustellen.
Gleichzeitig verstehen die beteiligten Krankenhäuser die Transformation als Chance, den Gesundheitsstandort Braunschweig nachhaltig zu stärken. Durch eine engere Zusammenarbeit, moderne Versorgungsstrukturen sowie gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildung soll die Gesundheitsregion auch künftig ein attraktiver Arbeits- und Ausbildungsstandort für Fachkräfte aller Berufsgruppen bleiben.
Vor diesem Hintergrund haben das Städtische Klinikum Braunschweig, das Krankenhaus Marienstift und das Herzogin Elisabeth Hospital gemeinsam die Initiative „Gesundheitsregion Braunschweig 2035“ gestartet. Gemeinsam wollen sie die Transformation des Gesundheitswesens aktiv gestalten und die Weichen für eine vernetzte, qualitativ hochwertige und wirtschaftlich tragfähige Gesundheitsversorgung der Zukunft stellen.
Die Gesundheitsregion Braunschweig baut dabei auf den jeweiligen Stärken ihrer Partner auf. Jedes Krankenhaus übernimmt auch künftig eine eigenständige und unverzichtbare Rolle innerhalb der regionalen Gesundheitsversorgung und entwickelt seine bestehenden Kompetenzen konsequent weiter.
Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem
- die Weiterentwicklung regionaler Versorgungsstrukturen,
- die Stärkung sektorenübergreifender Versorgungsangebote,
- gemeinsame digitale und telemedizinische Lösungen,
- abgestimmte Patientenpfade und Versorgungsprozesse,
- gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie
- die gemeinsame Nutzung der Möglichkeiten des Krankenhaustransformationsfonds und weiterer Förderprogramme.
Das Krankenhaus Marienstift
Das Krankenhaus Marienstift steht bereits heute für eine breit aufgestellte, wohnortnahe medizinische Versorgung auf hohem fachlichem Niveau. Moderne Diagnostik und Behandlung nach aktuellen medizinischen Standards verbinden sich dabei mit einer persönlichen und patientenorientierten Versorgung. Im Rahmen der Gesundheitsregion Braunschweig soll dieses Profil gezielt weiterentwickelt werden. Dabei sollen insbesondere die Akut- und Notfallversorgung ausgebaut und die versorgungsrelevanten Leistungsgruppen weiter gestärkt werden. Damit leistet das Marienstift auch künftig einen wesentlichen Beitrag zur stationären Versorgung der Menschen in Braunschweig und der Region.
„Das Marienstift steht auch künftig für eine breit aufgestellte und wohnortnahe medizinische Versorgung, bei der die Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt stehen. Wir bieten bereits heute moderne Medizin auf hohem fachlichem Niveau und wollen diese Stärke konsequent weiterentwickeln. Die gemeinsame Initiative gibt uns die Möglichkeit, unsere Akut- und Notfallversorgung auszubauen, unsere Leistungen in großen und versorgungsrelevanten Leistungsgruppen zu erweitern und unser medizinisches Profil zukunftsfähig auszurichten", sagt Dr. Jan Wolff, Geschäftsführer Krankenhaus Marienstift.
Das Herzogin Elisabeth Hospital
Das Herzogin Elisabeth Hospital entwickelt sich als hochspezialisierte Klinik mit einer ausgeprägten Stärke in der planbaren (elektiven) Versorgung konsequent weiter. Im Zuge der strategischen Konkretisierung des Versorgungsauftrags prüft das Krankenhaus derzeit intensiv die Chancen und Risiken einer künftigen Positionierung als reines Fachkrankenhaus.
Als maßgeblicher Anbieter in der Stadt und Region Braunschweig setzt das HEH dabei auf ein klares Profil mit folgenden Kernschwerpunkten:
- Exzellenz in Schlüsseldisziplinen: Konsequenter Fokus auf die Spitzenmedizin in der Endoprothetik, der Wirbelsäulenchirurgie, der Endokrinen Chirurgie und Adipositasmedizin sowie der spezialisierten Geriatrie.
- Fokussierte elektive Spezialversorgung: Optimierte, maßgeschneiderte Behandlungsabläufe für planbare Eingriffe auf höchstem medizinischem Niveau.
- Zukunftsorientierte Behandlungsformen: Konsequenter Ausbau des ambulanten und hybriden Operierens, um Patienten maximale Sicherheit bei minimaler Belastung zu bieten.
Trotz aller strategischen Weiterentwicklung bleibt das Fundament des Hauses unverändert: „Unser Anspruch ist weiterhin, medizinische Höchstleistung mit menschlicher Nähe zu verbinden“, bekräftigt Bianca Wessels, Geschäftsführende Vorständin des HEH.
Das Städtische Klinikum Braunschweig
Das Städtische Klinikum Braunschweig entwickelt sich als regionaler Maximalversorger mit besonderer Expertise in der Versorgung hochkomplexer medizinischer Krankheitsbilder konsequent weiter. Darüber hinaus nimmt das Klinikum auch eine koordinierende Funktion in der Klinikversorgung für die gesamte Region wahr. „Für das Städtische Klinikum ist klar, dass wir unsere Rolle als Maximalversorger der Region und damit als grundlegendem Anker der öffentlichen Daseinsfürsorge auch in Zukunft erfüllen wollen und uns mit dieser Initiative gemeinsam mit unseren Partnern konsequent aufstellen.
Neben verschiedenen Weichenstellungen, die wir in den letzten Monaten vorgenommen haben – wie beispielsweise dem Schritt hin zur Entwicklung eines Zentralklinikums am Standort Fichtengrund – ist diese Kooperationsinitiative für uns ein starkes Zeichen für eine gemeinsame Gesundheitsversorgung der Zukunft in Braunschweig“, sagte Jan-Olaf Klok, kaufmännischer Geschäftsführer des skbs. Medizinische Geschäftsführerin Priv. Doz. Dr. Alina Dahmen ergänzt: „Der Fokus liegt in der Zukunft noch stärker auf der Behandlung und Versorgung schwerer und schwerster Fälle mit einem breiten Spektrum an hochentwickelten Behandlungsmöglichkeiten auf universitärem Niveau, mit einer Strahlkraft in die gesamte Region. Dabei geht es für uns immer um hervorragende Zusammenarbeit und interdisziplinäre Patientenversorgung. Das treiben wir mit unserem Konzept der medizinischen Zentrenbildung in unserem Haus voran, gleichzeitig werden wir aber ebenso vernetzt mit unseren Partnerhäusern zusammenarbeiten.“
Die konkrete Ausgestaltung einzelner Maßnahmen wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung sowie den zuständigen Gremien weiterentwickelt. Mit der Gesundheitsregion Braunschweig schaffen die drei Krankenhäuser hierfür eine gemeinsame strategische Grundlage und bekennen sich zu einer partnerschaftlichen Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im Interesse der Menschen in Braunschweig und der Region.