Die Neuerkeröder Bürgervertretung diskutierte mit den Landratskandidaten über Teilhabe, Mobilität, Wohnen und Klimaschutz im Landkreis Wolfenbüttel.
Wie sieht die Zukunft des Landkreises Wolfenbüttel aus?

Welche Themen bewegen die Menschen im Landkreis Wolfenbüttel? Und wie wollen die Kandidaten für das Amt des Landrats die Zukunft der Region gestalten? Darüber diskutierte die Neuerkeröder Bürgervertretung mit den vier Landratskandidaten im Dorfgemeinschaftshaus „Biermanski’s“. Mehr als 50 Bürger:innen und Mitarbeitende nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an die Kandidaten zu richten.
Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Holger Denecke, Sprecher der Bürgervertretung. Nach der Begrüßung durch Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Wohnen und Betreuen, stellten sich Martin Albinus (SPD), Björn Försterling (FDP), Leo Pröttel (Bündnis 90/Die Grünen) und Tobias Thurau (parteilos, nominiert von der CDU) vor und berichteten über ihre beruflichen und politischen Erfahrungen und Ideen.
Teilhabe und Unterstützung sichern
Ein zentrales Thema des Abends war die Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Schnell wurde deutlich, dass die Kandidaten in vielen Fragen ähnliche Positionen vertreten. Bei der Eingliederungshilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe sprachen sie sich gegen Einschnitte aus. Stattdessen müsse die Finanzierung durch Bund und Länder verbessert werden. Auch die Entlohnung von Menschen in Werkstätten und Tagesförderstätten wurde diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass Veränderungen notwendig sind. Martin Albinus betonte zudem, dass Leistungen gerechter gestaltet und bürokratische Hürden in der Eingliederungshilfe abgebaut werden müssten.
Mehr Chancen auf Arbeit und bezahlbares Wohnen
Bei der Frage nach Arbeit und Beschäftigung stand die Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Leo Pröttel machte deutlich, dass Unternehmen stärker in die Verantwortung genommen werden sollten, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Gleichzeitig könne auch der Landkreis als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen.

Björn Försterling hob hervor, dass Teilhabe nur gelingen könne, wenn konkrete Möglichkeiten geschaffen werden. Dazu gehörten aus seiner Sicht auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung innerhalb der Kreisverwaltung. Darüber hinaus verwies er auf die Bedeutung von bezahlbarem Wohnraum und die Verantwortung des Landkreises in diesem Bereich.
Mobilität als Voraussetzung für Teilhabe
Ein weiterer Schwerpunkt war die Mobilität im Landkreis Wolfenbüttel. Tobias Thurau sprach sich dafür aus, die Region insbesondere für junge Menschen und Studierende attraktiver zu machen. Dazu gehörten eine bessere Anbindung durch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und ausreichend bezahlbarer Wohnraum. Auch beim weiteren Ausbau des ÖPNV gab es keine grundsätzlichen Unterschiede. Die Kandidaten waren sich einig, dass gute Mobilitätsangebote eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität sind.
Klimaschutz und Hitzeschutz mitdenken
Neben Mobilität und Wohnen standen auch Klimaschutz und Hitzeschutz auf der Agenda. Diskutiert wurden unter anderem zusätzliche Busverbindungen, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie mehr Beschattung und Grünflächen. Besonders im Fokus stand die Frage, wie Menschen geschützt werden können, die sich bei großer Hitze nicht selbst ausreichend helfen können. Als möglicher Ansatz wurden gemeinsam mit Einrichtungen entwickelte Hitzeschutzkonzepte genannt.
Austausch auf Augenhöhe
Zum Abschluss warben alle Kandidaten dafür, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Dabei betonten sie die Bedeutung von demokratischer Beteiligung, Teilhabe und einem respektvollen Miteinander. Für die Bürgervertretung war der Abend vor allem eine Gelegenheit, eigene Themen und Anliegen direkt in die politische Diskussion einzubringen. Der Austausch zeigte, dass trotz unterschiedlicher politischer Schwerpunkte bei vielen Fragen rund um Teilhabe, Unterstützung und ein gutes Zusammenleben im Landkreis Wolfenbüttel gemeinsame Ziele bestehen.
Teilhabe
Mitbestimmung, Mitwirkung und Teilhabe an der Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes kennzeichnen das Leben der Neuerkeröder Bürger:innen und die Arbeit der Wohnen und Betreuen GmbH seit vielen Jahren.