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Verlässliche Teilhabe braucht pragmatische Lösungen

Neuerkeröder Wohnen und Betreuen diskutiert mit dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion auf dem Kuba Bildungscampus Wolfenbüttel über zielführende Reformen in der Eingliederungshilfe.

Steigende Ausgaben in der Betreuung, der Fachkräftemangel sowie die von der Öffentlichen Hand geplanten Reform- und Kürzungsvorhaben sind Herausforderungen, denen die Eingliederungshilfe aktuell begegnet. Vor diesem Hintergrund diskutierten Geschäftsführer Marcus Eckhoff und Vertreter der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (WuB), die Mitarbeitendenvertretung sowie esn-Vorstandsvorsitzender Tobias Henkel mit dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Niedersachsen, Sebastian Lechner, über die Zukunft verlässlicher Teilhabeleistungen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen mit Behinderung auch künftig bedarfsgerecht unterstützt werden können. Die Diskussion knüpfte an die aktuelle Debatte über Einsparungen und Reformen im Sozialwesen an, vor deren möglichen Auswirkungen zahlreiche Träger der Eingliederungshilfe warnen - wir berichteten hierzu bereits auf unseren Kanälen. Insbesondere die Sicherung von Teilhabe, Inklusion und individueller Unterstützung müsse dabei im Fokus bleiben.

Im Gespräch mit dem CDU-Landesvorsitzenden wurde klar, dass Anpassungen und Reformen erforderlich seien. Sie müssten allerdings effizient und pragmatisch sein und dürften nicht dazu führen, am falschen Ende zu sparen. Im Dialog über smarte Lösungen und Modelle identifizierte man Verbesserungsmöglichkeiten. Ein wesentliches Entlastungspotenzial sehe man im Bürokratieabbau. Vereinfachte Vorgaben und praxisnahe Regelungen könnten Einrichtungen helfen, Ressourcen gezielter für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung einzusetzen.

Bürokratie abbauen, Ressourcen gezielter einsetzen

Zudem wurde über die Herausforderungen des Fachkräftemangels gesprochen. „Wir brauchen in den Personalverordnungen mehr Flexibilität und Durchlässigkeit, damit qualifizierte Mitarbeitende aus anderen Pflege- und Betreuungsbereichen unkompliziert in der Eingliederungshilfe eingesetzt werden können“, forderte Marcus Eckhoff. Weitere Themenbereiche waren die Möglichkeiten und Grenzen von Poolinglösungen in der Schulbegleitung sowie die allgemein gestiegenen Anforderungen in der Betreuung. Die Unterstützungsbedarfe vieler Leistungsberechtigter würden komplexer, während dagegen Personalvorgaben und Refinanzierungsmodelle diese Entwicklung nicht immer ausreichend berücksichtigen, betonte Eckhoff. 

Einigkeit bestand darin, dass notwendige Einsparungen nicht zulasten der Teilhabe gehen dürfen. Vielmehr brauche es intelligente Reformen, die Bürokratie abbauen, Einrichtungen entlasten und zugleich die Versorgung von Menschen mit Behinderung langfristig sichern. „Wer nachhaltig sparen will, muss die Rahmenbedingungen verbessern und nicht die Leistungen für die Menschen beschneiden, die auf Unterstützung angewiesen sind“, erklärte Tobias Henkel, esn-Vorstandsvorsitzender.

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