Symbolbild

Es bleibt in der Familie

In der Filiale Eschede-Lachendorf haben zwei Schwestern ihre Berufung gefunden. Dabei ist ihr Weg eigentlich ganz anders gestartet.

In der Filiale Eschede-Lachendorf der Diakoniestation Gifhorn arbeiten zwei Frauen, die mehr verbindet als ihr Beruf: Susanne Brandt und Christiane Andrä sind Schwestern – und teilen ihre Leidenschaft für die Pflege. Was zunächst wie ein ungewöhnliches Arbeitsmodell klingt, ist für die beiden vor allem eines: ein Gewinn – für sie selbst und für die Menschen, die sie täglich betreuen. Dabei musste Andrä von Brandt erst von dem Schritt in die Pflege überzeugt werden. Denn beide haben sich ursprünglich für andere Beruf entschieden.

Das Bild zeigt die beiden Schwestern Susanne Brandt und Christiane Andrä, die sich umarmen.

Susanne Brandt ist gelernte Hauswirtschafterin. Da sie ihre Ausbildung in einem Senioren- und Pflegezentrum absolvierte, ergab sich eine Chance. „Sie haben jemanden gesucht, der fünf Tage in der Pflege arbeitet. Ich war schon immer unerschrocken und dachte: Das mache ich!“, erinnert sich die 49-Jährige. Da sie die Bewohnenden bereits kannte, fiel ihr der Einstieg leicht – und bald wurde ihr klar, dass sie ihre Berufung gefunden hatte. Sie sagt: „Die Dankbarkeit, die man erfährt, ist großartig. Ich liebe diesen Job und könnte mir nichts anderes mehr vorstellen.“ Über Kontakte aus ihrer vorherigen Tätigkeit fand Brandt schließlich den Weg zur Filiale Eschede-Lachendorf der Diakoniestationen Harz-Heide. Besonders die ambulante Pflege hat es ihr angetan. „Das ist genau mein Ding“, sagt sie überzeugt.

Es gefällt ihr sogar so gut, dass sie ihre Schwester Christiane ins Team holen möchte. Denn Brandt ist überzeugt: Der Job ist auch für Christiane genau das richtige. Dabei macht Andrä einen ganz anderen Job: Die gelernte Kauffrau arbeitet im Einzelhandel. Und das schon seit 19 Jahren. Mittlerweile ist da ein bisschen die Luft raus. Sie erzählt:

„Meine Schwester hat schon lange versucht, mich von einem Wechsel in die Pflege zu überzeugen. Aber ich hatte Angst vor etwas Neuem.“


Christiane Andrä

Das änderte sich, sobald sie ihre Schwester zu Einsätzen begleitete. „Ich war begeistert“, sagt sie rückblickend. Der direkte Kontakt zu Menschen, die sinnstiftende Arbeit – all das überzeugte sie. Heute ist sie als Quereinsteigerin in der ambulanten Pflege tätig und schätzt besonders die Unterstützung durch ihre Schwester. „Da bin ich in einer tollen Lage. Ich kann immer direkt nach einer Einschätzung fragen und von ihrer Erfahrung profitieren“, sagt sie.

Im Arbeitsalltag sind die beiden allerdings meist auf sich allein gestellt. Die Pflegetouren absolvieren sie eigenständig, fahren von Haushalt zu Haushalt und kümmern sich um die Bedürfnisse ihrer Kund:innen. Trotzdem sind sie eng verbunden: Über Sprachnachrichten halten sie sich während des Tages auf dem Laufenden.

Die beiden Schwestern stehen vor dem Logo der Diakoniestation und formen mit ihren Händen ein Herz.

Entlastung durch Austausch

Auch nach Feierabend lässt sie die Arbeit nicht los – allerdings auf eine positive Art. „Wir reden jeden Tag über die Arbeit“, sagt Brandt. „Für uns ist das aber keine Belastung. Im Gegenteil: So stauen sich gar nicht erst Dinge an, die uns belasten könnten.“ Eine Herausforderung gibt es allerdings: „Schwierig ist es nur, wenn eine von uns Urlaub hat“, sagt Andrä. Dann versuchen beide bewusst, das Thema Arbeit auszuklammern. Schließlich soll die freie Zeit auch wirklich der Erholung dienen.

Dass sie Schwestern sind, bleibt auch ihren Kund:innen nicht verborgen. „Die meisten sehen das sofort“, erzählt Brandt. „Und wenn wir es dann bestätigen, freuen sich die meisten sehr.“ Die besondere Verbindung der beiden kommt gut an. „Manchmal sagen sie abends: Heute wurde ich nur von den Schwestern versorgt“, berichtet sie.

Dabei gibt es sogar noch eine dritte Schwester im Bunde – die sich allerdings für einen ganz anderen Weg entschieden hat. Sie arbeitet in einem Reisebüro. Wird auch sie bald überzeugt werden, in die Pflege zu wechseln? „Wir beide lieben unseren Job. Doch für unsere Schwester wäre das nichts“, sagt Brandt. „Für die Pflege muss man gemacht sein – so wie wir.“

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