Wie Maren Spanger-Langer ihr Talent fürs Dekorieren in der Eingliederungshilfe lebt.
Wenn Maren Spanger-Langer in ein Zimmer der Wohngruppe Gänsewiese 2 in Neuerkerode tritt, hat sie oft schon eine Idee im Kopf. Heute steht sie in einem der frisch gestalteten Bewohnerzimmer. Auf dem Bett liegt eine flauschige, moosgrüne Strickdecke, dazu passende Kissen in warmem Gelbgrün. Ein kleiner Teddybär lehnt an der aufgeschlagenen Kissenlehne – sorgfältig arrangiert.
„Das habe ich hier gemeinsam mit einem Bewohner eingerichtet“, sagt Spanger-Langer und lächelt.
Für sie ist es mehr als Dekoration. Es ist ein Stück Lebensqualität. „Besonders schön ist, wie die Menschen hier aufblühen, wenn wir gemeinsam ihr Wohnumfeld verändern. Seit 38 Jahren arbeitet Maren in der Eingliederungshilfe, seit zweieinhalb Jahren in der Wohngruppe Gänsewiese 2 der Wohnen und Betreuen im inklusiven Dorf Neuerkerode. Die Menschen mit Behinderungen, die Maren Spanger-Langer in der Gänsewiese betreut, leben hier weitgehend selbstständig. Marens Job ist es, sie zu unterstützen bei alltäglichen Dingen wie der Planung von Ausflügen, beim Einkaufen oder bei Arzt- und Behördengängen. Und: sie hilft, dass Menschen ihr Zuhause so gestalten, wie sie es brauchen und wünschen.
Dekorieren ist eigentlich ihr privates Hobby. Doch in der Wohngruppe kann Spanger-Langer diese Leidenschaft einbringen – und damit etwas bewirken. „Ich werkel und dekoriere auch privat total gern. Dass ich das hier mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen machen kann, freut mich besonders.“
Gemeinsam gestalten – von Zimmern bis zum Garten
Die Liste der Projekte ist lang: Neue Bewohnerzimmer, neu eingerichtete Küche, frisch dekorierte Flure, eine völlig umgestaltete Terrasse. Gemeinsam fahren sie in Baumärkte, stöbern nach Möbeln, Farben und Stoffen. Maren begleitet – aber die Entscheidungen treffen die Menschen selbst. „Was ich besonders schön fand, war die Zimmergestaltung mit den Bürgern. Alles nach ihren Wünschen gestaltet.“ Manchmal bewirkt so eine Veränderung mehr, als man zunächst sieht. Ein Zimmer wurde komplett neu gemacht. Danach, erzählt die 57-Jährige, „hatte der Bewohner ein ganz anderes Auftreten. Er war selbstbewusster, ordentlicher, viel fröhlicher.“
Ein Garten, der verbindet
Auch draußen hat sich viel getan.Auf der Terrasse der Wohngruppe steht heute ein großer, massiver Holztisch – dekoriert mit kleinen Blumen- und Muschelarrangements, die Maren gemeinsam mit den Bürger:innen liebevoll zusammengestellt hat. Daneben ein gemütlicher Strandkorb, überall Gartenkräuter, Pflanzen und eine Gießkannenpyramide, aus der leise Wasser plätschert.

„Hier sah es vor wenigen Wochen noch ganz anders aus“, sagt sie und schaut über den Garten. „Jetzt ist es ein Ort, an dem alle gerne zusammenkommen.“ Für Maren Spanger-Langer ist das Schönste an ihrer Arbeit, wie sehr sich die Menschen einbringen. „Alle haben mitgemacht. Und jetzt haben wir eine wundervolle Wohngruppe.“

Die Veränderungen sind spürbar: mehr Ordnung, mehr Eigeninitiative, mehr Freude am eigenen Zuhause und mehr Teilhabe. Und die Ideen gehen nicht aus. „Bald kaufen wir noch ein Fahrrad für einen Bewohner, damit er mobiler ist. Das macht die Menschen hier glücklich – und uns als Team auch.“
