Rückblick auf vergangene Jahre und Wahl des neuen Beirats

Große Freude und entsprechender Andrang herrschte beim ersten Angehörigen- und Betreuertreffen nach knapp zwei Jahren. Die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH hatte in die Werkstätten nach Rautheim eingeladen – unter Einhaltung der 2G-Regelung.

Durch die lange Pause habe man einen großen Stau an zu präsentierenden Themen. „Wenn auch nur komprimiert freuen wir uns Ihnen diese vorzustellen“, erklärte WUB-Geschäftsführer Marcus Eckhoff. Viele kreative Projekte und Veranstaltungen, die durch besonderes Engagement der Mitarbeitenden und Bürger:innen umgesetzt werden konnten, wurden erwähnt. Veränderungen gab es auch in der Besetzung des Angehörigen- und Betreuerrates.

Marcus Eckhoff widmete den Einstieg zunächst dem Gedenken an den im September so plötzlich verstorbenen Direktor Rüdiger Becker. Im Anschluss stieg die Hygiene- und Medizinproduktbeauftrage Kathrin Tanger mit einer sehr positiven Corona-Bilanz in den regulären Programmablauf ein. Es habe nur wenig Ansteckungen im Dorf gegeben, lediglich zwei Todesfälle seien direkt oder in Verbindung mit Corona zu verzeichnen gewesen. „Wir sind im Vergleich zu anderen Einrichtungen bisher gut durch die Corona-Zeit gekommen“, stellte sie fest. Zu diesem guten Ergebnis hätten sowohl die Angehörigen und Betreuer als auch Mitarbeitende und Bürger durch die Befolgung der Abstands- und Hygieneregelungen sowie durch die hohe Test- und Impfbereitschaft beigetragen. Auch die weiteren Maßnahmen, etwa die Einrichtung der Teststation im Ort, hätten gewirkt. Die Impfquote unter den Mitarbeitenden liege bei über 90 Prozent und bei den Bürger:innen über 70 Jahren seien bereits die Auffrisch-Impfungen abgeschlossen worden. Das wurde von den Zuhörern mit anerkennendem Applaus bedacht.

Trotz der Pandemie habe sich viel in Neuerkerode getan und geändert, berichtete Eckhoff. Strukturelle Veränderungen habe es unter anderem in der medizinischen und psychologischen Versorgung gegeben: Der vorher bei der Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH beheimatete psychologische Dienst gehört nun wieder in die Wohnen und Betreuen, die klinische Station in Neuerkerode musste dagegen geschlossen werden. Dies begründete Eckhoff mit der schwierigen Refinanzierbarkeit, konnte aber gleichwohl auf die neu geschaffene Klinik für Inklusive Medizin (KIM) im Krankenhaus Marienstift aufmerksam machen, das auch zur Unternehmensgruppe der esn gehört. „Damit wird die entstandene Versorgungslücke bestens geschlossen“, so Eckhoff. Weitere Veränderungen entstünden künftig in der Aufteilung der Zuständigkeiten der Wohnbereiche – hier werden Leitungskräfte neuen Bereichen zugeteilt.

Die Tagesförderung weitet ihre Produkt- und Beschäftigungsangebote aus, etwa im Rahmen der Wasseraufbereitung „Einfach Wasser“, des Bildungshauses Ginsterweg, des Hühnermobils oder durch das Projekt „Späti“, einer neuen, moderneren Option, die an Stelle des bald schließenden Lebensmittelladens treten soll. In der Begegnungsstätte startete das ESF-Projekt „Soziale Teilhabe im Alter“ für Menschen mit und ohne Behinderung ab 55 Jahren. Mit dem Jägerhof (neues Jugendhilfeangebot nach SGB VIII) und dem Quartier St. Leonhard sind in den vergangenen beiden Jahren zwei neue Standorte entstanden, die unter anderem die Betreuungsmöglichkeiten erweitern. Dazu soll auch die Schaffung einer neuen Personalstelle beitragen. „Wir planen eine Art Pflegemanager, um die steigenden Pflegebedürfnisse der Bürger zu erfassen und die Versorgung noch weiter zu optimieren“, so Eckhoff. Es sei in den vergangenen Jahren deutlich geworden, dass aufgrund des demografischen Wandels und der zunehmenden Komplexität der Behinderungen der pädagogische Bereich durch den Pflegerischen ergänzt werden muss.

Mit besonderem Stolz blickte Eckhoff auf die Aktionstage des vergangenen Jahres zurück. So gab es, zum Teil unterstützt von der Bürgervertretung oder dem Förderverein, etwa eine mobile Disko, ein großes Burgerbraten, zahlreiche Konzerte der Musikpädagogik, einen Weihnachtsumzug sowie viele einzelne Veranstaltungen und Aufmerksamkeiten für die Bürger:innen und Mitarbeitenden.

Wir sind im Vergleich zu anderen Einrichtungen bisher gut durch die Corona-Zeit gekommen


Kathrin Tanger, Hygiene- und Medizinproduktbeauftrage der Wohnen und Betreuen GmbH

Den Abschluss des Angehörigen- und Betreuertreffens bildete die Verabschiedung des alten Angehörigenbeirats sowie die Verkündung der Ergebnisse der Briefwahl des neuen Angehörigenbeirats. Der ehemalige Vorsitzende Jürgen Schmitz lobte die Akzente, die durch die Mitglieder im Gremium gesetzt worden seien, etwa im Gesprächskreis oder bei der Entwicklung des neuen Wohn- und Betreuungsvertrages. Er wird sich nicht erneut für den Beirat oder den Gesprächskreis zur Verfügung stellen. Eckhoff dankte Schmitz für die offenen Worte. Er sei froh, dass Schmitz den Angehörigenrat geleitet und – wenn auch manchmal mit unterschiedlichen Meinungen – beide aus seiner Sicht immer gut zusammengearbeitet haben.

Wahl des Angehörigenbeirats

Insgesamt wurden 254 Wahlzettel eingereicht - es konnten mehrere Stimmen auf die Kandidaten verteilt werden. Die Mitglieder des Angehörigenbeirats sind für drei Jahre gewählt, die Stimmen verteilen sich wie folgt:

Petra Haumann – 172 Stimmen
Melanie Kreie – 163

Petra Kammann – 154
Michael Schöndube – 153
Kurt Schrader – 129
Ramona Loeper 128
Klaus Macke – 127
Udo Hasenfuß – 125
Andrea Onkes – 119
Veronika Schöndube – 114
Stephanie Arndt – 108
Maria-Elisabeth Schmidt – 105
Monika Kortegast – 99
Brigitte Becker-Schmidtmann – 96

Die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen gratuliert den neuen Beiratsmitgliedern!

WUB-Geschäftsführer Marcus Eckhoff bedankte sich bei den Mitgliedern des Angehörigenbeirats.
WUB-Geschäftsführer Marcus Eckhoff gratulierte den gewählten Mitgliedern des Angehörigenbeirats.
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