Mehr Zeit für den Menschen
15.12.2025 Mehr Zeit für den Menschen Dank eines KI-gestützten Sprachassistenten werden Pflegekräfte in einigen unserer Einrichtungen bei der Dokumentation unterstützt. Das spart Zeit für die wesentlichen Dinge. In den Einrichtungen der esn stehen Menschlichkeit, Qualität und persönlicher Kontakt im Vordergrund. Im Pflegealltag gibt es aber immer wieder Dinge, die Zeit rauben. Eines davon ist die Dokumentation – wichtig, aber zeitintensiv. Um hier Zeit einzusparen arbeiten einige unserer Einrichtungen mit einem KI-gestützten Sprachassistenten, der die Dokumentation einfach und schnell gestaltet. Das spart Zeit, die für die Dinge genutzt werden können, die wirklich zählen – den Menschen. Schon jetzt wird der Sprachassistent im Senioren- und Pflegezentrum Theresienhof in Goslar sowie an einigen Standorten der Diakoniestationen Harz-Heide verwendet. Ab Januar ist er dann auch in den Braunschweiger Senioren- und Pflegezentren Bethanien und Haus St. Vinzenz sowie im Haus der helfenden Hände im Rittergut Beienrode im Einsatz. Das St. Vitus in Seesen wird zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit der Dokumentation mithilfe des Sprachassistenten starten. Wie die Arbeit dadurch erleichtert wird, zeigt das Video.
Zu der SeiteEhrenamtspreis verliehen
11.12.2025 Bürger:innenvertretung zeichnet Klaus Macke und den Fahrradtreff mit Ehrenamtspreisen aus Als Dankeschön für ihren besonderen Einsatz um die Bürger:innen im inklusiven Dorf Neuerkerode und in der Region feierte die Neuerkeröder Bürger:innenvertretung (BV) zusammen mit der Wohnen und Betreuen (WuB) ihren Ehrenamtstag. Alle Unterstützer und Helfer kamen bei einem gemeinsamen Frühstück im Dorfgemeinschaftshaus „Biermanski’s“ zusammen. Gemeinsam blickte man auf das (fast) vergangene Jahr zurück und schaute in die Zukunft. Traditionell überreichte die Bürger:innenvertretung in diesem Jahr ihren Ehrenamtspreis für besonderes und nachhaltiges Engagement – zudem honorierte sie den Einsatz der Fahrradgruppe Neuerkerode mit einem Sonderpreis. In seiner Ansprache betonte Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Wohnen und Betreuen, die wichtige Bedeutung des Ehrenamtes. Zeit, Unterstützung und Hilfe zu spenden, gemeinsame Aktivitäten zu organisieren und damit Teilhabe zu ermöglichen, erfülle nicht nur die Menschen, die davon profitieren. Die dadurch entstehende Freude und das Glück erhalte man in vielfacher Form zurück, erklärte er. Generell verdiene Engagement Anerkennung und Wertschätzung, betonte Holger Denecke, Vorsitzender und Sprecher der Bürger:innenvertretung. Zusammen mit Vertrauensperson Manuela Gieseke übergab er den Ehrenamtspreis an Klaus Macke, der unter anderem als langjähriger Helfer im Fahrradtreff Neuerkerode „mit seiner geduldigen und freundlichen Art für viele Bürgerinnen und Bürger ein wichtiger Unterstützer geworden ist“, so Denecke. Der Radtreff, der bereits seit vielen Jahren von mehreren Ehrenamtlichen begleitet wird, ist eine Institution in Neuerkerode. Mehr als 10.000 Kilometer Strecke wurden in den vielen Jahren bereits zurückgelegt – dafür erhielten die Mitglieder in diesem Jahr einen Sonderpreis. „Es lohnt sich, sich hier in Neuerkerode ehrenamtlich einzubringen. Die Arbeit tut den Bürgern gut und mir selbst auch. Vielen Dank für die Auszeichnung mit dem Ehrenamtspreis“, freute sich Klaus Macke.
Zu der Seite„Alles neu“ - Veränderung beginnt oft im Kleinen
11.12.2025 „Alles neu“ - Veränderung beginnt oft im Kleinen „Alles neu“ zeigt sich nicht im großen Umbruch, sondern in den vielen kleinen Momenten, in denen Menschen einander begegnen, Verantwortung übernehmen und Vertrauen wachsen lassen. Die aktuelle Ausgabe der Neuerkeröder Blätter lädt dazu ein, solche Perspektiven aus unserem Stiftungsverbund mitzunehmen. Als Inspiration, Ermutigung und Anstoß, Veränderung gemeinsam zu gestalten. Neuerkeröder Blätter 122 Die Jahreslosung 2026, „Siehe, ich mache alles neu!“, spricht eine Hoffnung aus, die täglich spürbar ist: Veränderung entsteht oft leise, fast unbemerkt, wächst aus Begegnungen und aus Momenten, in denen Menschen aufmerksam sind. In unserem Stiftungsverbund erleben wir dieses Neuwerden jeden Tag. Es zeigt sich dort, wo Verantwortung übernommen wird, wo Fürsorge und Professionalität zusammenfinden und wo Geduld und Mut Räume für Entwicklung, Teilhabe und Selbstbestimmung öffnen. Die neue Ausgabe unserer Neuerkeröder Blätter nimmt genau diesen Geist auf. Sie erzählt von Orten, an denen Wandel sichtbar wird: Im Krankenhaus Marienstift wird deutlich, wie anspruchsvoll und gleichzeitig zutiefst menschlich OP-Versorgung sein kann. Medizinische Qualität verbindet sich mit Fürsorge, sodass Vertrauen entstehen kann. Eine andere Geschichte berichtet von einer Mitarbeiterin, die nach einem Schicksalsschlag neue berufliche Wege eingeschlagen hat. Seitdem begleitet sie Menschen am Lebensende in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung und zeigt, wie individuell und wertvoll diese Form der Unterstützung ist. Wir werfen außerdem einen Blick auf 50 Jahre Fachschule Heilerziehungspflege und Kita in Neuerkerode. Beide Einrichtungen haben sich im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt. Sie stehen beispielhaft dafür, dass Neues immer wieder entsteht, oft in vielen kleinen Schritten. Veränderung ist kein Zustand, sondern ein Weg, der sich mit jedem Tag fortsetzt. Dieser Weg gelingt nur gemeinsam. Menschen, die unsere Arbeit begleiten, unterstützen, kritisch mitdenken oder ermöglichen, geben uns Kraft. Ihre Zuwendung eröffnet Chancen und schafft Lebensqualität. Dafür sind wir dankbar. Die neue Ausgabe möchte Ihnen zeigen, was möglich wird, wenn Menschen offen bleiben für das, was sich entwickeln kann. Sie lädt dazu ein, diesen Blick auf das Neue mitzunehmen und mit uns weiterzugehen. Wir wünschen eine anregende Lektüre. Zu der online Ausgabe der Neuerkeröder Blätter
Zu der SeiteEin Band fürs Leben
09.12.2025 Ein Band fürs Leben Mithilfe der “Perlen des Glaubens” ordnen Frauen in der Kurklinik “Die Insel” auf Juist ihre Gedanken und schaffen Klarheit, die sie auch im Alltag weiter begleitet. Erst eine rote Perle, dann zwei weiße – und dann die große Goldgelbe? Oder doch lieber die schwarze? Die 14 Frauen sitzen konzentriert im Seminarraum der Kurklinik „Die Insel“ auf Juist und fädeln Perlen zu Armbändern zusammen. Jede für sich und doch alle gemeinsam. Was auf den ersten Blick wirkt wie die bloße Herstellung von Schmuck, ist eigentlich viel mehr – es handelt sich um das Angebot „Perlen des Glaubens“, bei dem jede Perle für ein bestimmtes Thema steht und das den Frauen auch in Zukunft Orientierung geben soll – weit über den Kurzeitraum hinaus. „Besonders im Winter ist der Kurs schnell voll“, berichtet Michaela Zach, die seit Anfang 2025 zum psychosozialen Team der Klinik gehört. Das liege einerseits sicher daran, dass in der Kälte weniger Zeit draußen am Meer verbracht werde. Andererseits stoße die dunklere Jahreszeit aber auch viele Fragen an, die mithilfe der Perlen strukturiert werden könnten. Zach bietet in der Klinik verschiedene Kurse an. Dazu zählen neben den „Perlen des Glaubens“ auch Naturcoaching und Bernsteinschleifen. Jedes der Angebote hat seine Besonderheiten: Beim Bernsteinschleifen entsteht ein kreatives Erinnerungsstück an die Kur, das Naturcoaching lädt zur Verbindung mit sich selbst und der Natur ein. „In allen Angeboten geht es darum zu reflektieren“, sagt Zach. „Aber die Perlen des Glaubens sind für mich das tiefgründigste dieser drei Angebote.“ „In allen Angeboten geht es darum zu reflektieren. Aber die Perlen des Glaubens sind für mich das tiefgründigste dieser Angebote.“ Michaela Zach Die „Perlen des Glaubens“, manchmal auch „Perlen des Lebens“ genannt, gehen auf den schwedischen Bischof Martin Lönnebo zurück. Inspiriert wurde er dazu, als er 1995 in Griechenland die Perlenketten der dortigen Fischer, die sogenannten Kombologia, sah. Lönnebo wählte für seine Bänder verschiedenfarbige Perlen aus und gab ihnen unterschiedliche Bedeutungen. Im Kurs auf Juist wird diese Herangehensweise fortgeführt: Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen wird jede Perle und ihre Bedeutung einzeln betrachtet. Es gibt beispielsweise die Geheimnisperle, die Perle der Gelassenheit, die Geheimnisperlen, zwei Perlen der Liebe, die Ich-Perle und die Gottesperle. Auf einem Arbeitsblatt halten die Teilnehmerinnen fest, was sie ganz persönlich mit den jeweiligen Perlen verbinden. Dann werden die Perlen aufgefädelt – in ganz individueller Reihenfolge. „Die Gottesperle ist bei den meisten oben. Eine Teilnehmerin wollte sie aber unten tragen. Sie meinte, direkt am Puls empfindet sie sie als besonders beruhigend“, erzählt Zach. Eine andere Teilnehmerin habe gefragt, ob sie jede Perle auffädeln müsse. „Das hat für ein paar Lacher gesorgt, weil alle wussten, welche Perle sie gerne weglassen wollte: die Perle der Nacht.“ Diese stehe für die Schattenaspekte des Lebens – und habe genauso wie alle anderen ihren Platz verdient. Zach sagt: „Wenn man nicht direkt weiß wohin mit ihr, muss man kurz in sich hineinspüren. Manche setzen sie beispielsweise als Gegengewicht gegenüber der Perle des Glaubens.“ Auch wo die Ich-Perle eingefädelt werde, sei enorm spannend. Denn genau darum gehe es ja: Sich darüber Gedanken zu machen, welche Bedeutung die Themen, für die die Perlen stehen, persönlich haben. Dinge sortieren, Klarheit schaffen. Was hilft mir, im Alltag gelassener zu sein? Wovon sollte ich mich lösen? Was ist mir wichtig? Zach sagt: „Das Angebot findet ganz bewusst erst in der dritten Kurwoche statt. Da haben die Frauen während der Kur Vorarbeit geleistet und sich schon Gedanken über diese Themen gemacht.“ Ihre Perlenkette dürfen die Teilnehmerinnen selbstverständlich mit nachhause nehmen. So haben sie etwas Greifbares, das sie an die Kur erinnert. Ein Stück Klarheit, das sie jeden Tag begleitet, direkt an ihrem Handgelenk. Das Augenblicke der Achtsamkeit und Ruhe in den Alltag bringt. Auch, wenn es wieder stressig wird. Weitere Informationen Die Angebote und weitere Informationen über die Regenesa finden Sie hier: Mehr Infos Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteGesprächsrunde zu Teilhabe in Kulturangeboten
05.12.2025 Gesprächsrunde nimmt den Zustand von Teilhabe in Kultur und Freizeit unter die Lupe Wie ist es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Kultur- und Freizeitangeboten bestellt? Zum Tag der Menschen mit Behinderung veranstalteten die Mit-Uns-Gemeinde, das Theologische Zentrum und die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen eine Gesprächsrunde. Zu Gast waren Künstler:innen der Villa Luise, die Stadträtin Aniko Glogowski-Mertens sowie Galerist Olaf Jaeschke. Menschen mit verschiedenen Unterstützungsbedarfen aus der Mit-Uns-Gemeinde berichten von ihren Erfahrungen bei kulturellen Events: was lief gut und was weniger gut? Sie gaben Einblicke, berichteten von zum Teil noch bestehenden Barrieren auf Webseiten von Kulturträgern oder in einem speziellen Beispiel davon, dass eine Essenausgabe bei einem Festival nicht rollstuhlgerecht aufgebaut war. Einige Dinge haben sich positiv entwickelt, wie etwa die Transport- und Reisemöglichkeiten in den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Fragen wurden zudem an Stadträtin Anikó Glogowski-Merten gestellt. Wie kann die Stadt Braunschweig Teilhabe verbessern? Warum gibt es fast keine Menschen mit Behinderung in der Politik? Wie können Medien noch barrierefreier aufbereitet werden? Glogowski-Merten nahm die Fragen und Wünsche der Runde auf: „Die Politik muss noch mehr erkennen, dass diese Dinge wichtig sind und die Rahmenbedingungen schaffen, dass Kultur inklusiver wird.“ Im zweiten Teil stellte sich die Villa Luise aus Neuerkerode und drei ihrer Künstler vor, die als inklusive Kunstwerkstatt bereits über die Grenzen Braunschweigs bekannt sind. Paul-André Bohnstengel, Peter Ziegler und Holger Denecke hatten jeweils ein Gemälde mitgebracht und erklärten Kontext und Schaffensprozess. Im anschließenden Gespräch mit Anikó Glogowski-Merten und Galerist Olaf Jaeschke wurde diskutiert, ob etwa der Begriff Outsider-Kunst, der zur Benennung der Kunst von Menschen mit Behinderung häufig angeführt wird, noch zeitgemäß ist. Diese Bezeichnung spiele für ihn in der Bewertung von Kunst überhaupt keine Rolle, erklärte Jaeschke. Letztlich sei die Villa Luise durch ihre qualitativ hochwertigen Künstler:innen und ihre Arbeiten bereits zu einer Marke in Braunschweig und der Region geworden.
Zu der SeiteBunte Tüte: Im Kiosk das berufliche Glück gefunden
05.12.2025 Quereinsteiger Henrik und sein Jobwechsel in die Eingliederungshilfe Jahrelang arbeitete Henrik Eiberg-Adam im Marketing, betreute größere Projekte in der Region, hielt Vorträge und veranstaltete Messen. Doch irgendetwas fehlte ihm und er wagte den Jobwechsel: In der Tagesförderstätte „Einfach Kiosk“ in Neuerkerode unterstützt er als Quereinsteiger und Hilfskraft sowohl die Kolleg:innen, Teilnehmenden und Mitarbeitenden, als auch die Bürger:innen des inklusiven Dorfes. „Wir sind eine große Familie geworden“, sagt er und man kauft dem früheren Marketing-Experten ab, dass er seine Bestimmung gefunden hat − sozial engagiert und mit sinnstiftender Arbeit. Lässig, locker, cool − wenn einer auf diese Beschreibung passt, ist es Henrik Eiberg-Adam. Mit grüner Mütze, dunkler Brille, weißem Pullover und blauer Jeans steht er hinter der Theke und beobachtet in aller Ruhe wie die Bürgerin ihm die Centstücke in die ausgestreckte Hand legt. Er blickt auf seine mittlerweile gefüllte Hand. „Einer geht noch”, scherzt er und gibt der Bürgerin zu verstehen, dass sie noch ein letztes Centstück nachlegen muss, um die heißgeliebte Limonade in Empfang zu nehmen. Derweil wischen die Beschäftigten weiter hinten im Sitzbereich des Kiosks die Tische ab, weil die Kuchenkrümel beim vorherigen Gast nicht ganz auf dem Teller geblieben sind. Alles geht seinen Gang, Henrik Eiberg-Adam lächelt zufrieden. Soziales Engagement gesucht „Ich habe mit Werbung und Marketing aufgehört, weil es mir nicht mehr gefiel und, weil ich gemerkt habe, dass mir soziales Engagement besser gefällt und liegt“, erzählt er. Über einen Bekannten − und Mitarbeitenden − aus der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen sei er auf das Tagesförderprojekt „Einfach Kiosk“ aufmerksam geworden. Er hat mir Vieles über Neuerkerode, die Menschen und die Arbeit hier – speziell über die Tagesförderung – erzählt. Daraufhin habe er sich entschlossen, der Werbung und dem Marketing den Rücken zu kehren und sich als Quereinsteiger in der Eingliederungshilfe zu bewerben. „Der Kiosk ist ein riesiges Sozialprojekt”, erklärt Eiberg-Adam. Man treffe auf Menschen mit verschiedenen Handicaps und unterstütze sie in ihrem Alltag, sei es – wie anfangs beschrieben – beim Abzählen der Geldstücke, beim Einkauf oder dem Bestellen von Kaffee und Kuchen. Und natürlich komme man ins Gespräch, höre sich die eine oder andere Sorge an oder rede über ganz Alltägliches, berichtet er. Wenn man so will, ist das die Welt vor dem Tresen. Dahinter geht es weiter, stehen Mitarbeitende und Beschäftigte - ein Team, das sich um Gastronomie, Wareneinkauf, Service und vieles mehr kümmert. „Dabei sind wir als Mitarbeitende gefragt: Wir leiten an, fördern sie in ihren Stärken und ermutigen sie, neue Arbeitsbereiche auszoprobieren”, erklärt Eiberg-Adam. Henrik Eiberg-Adam (links) mit Team (Foto: Archiv/Bernhard Janitschke). Beschäftigte des "Einfach Kiosk" an der Kasse. (Foto: Archiv/Bernhard Janitschke) Foto: Andreas Rodemann Ein Ziel der Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahmen ist es, die Teilnehmenden dahingehend zu befähigen, auf dem ersten Arbeistmarkt Fuß zu fassen. Zumindest aber gemäß ihrer Fähigkeiten einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Ein weiter Weg. Umso wichtiger ist es, dass die ersten Schritte behutsam und nacheinander erfolgen. „Es war so, dass einige anfangs verunsichert und gehemmt waren, aus verschiedenen Gründen − etwa, weil sie Angst davor hatten, dass sie sich beim Kassieren verzählen oder sie bei einem plötzlichen Kunden-Ansturm nicht alle rechtzeitig bedienen können", erklärt er. Es freue ihn daher besonders, dass die Teilnehmenden mittlerweile selbstsicher und selbstbewusst sind, Spaß an der Arbeit haben und viel dazugelernt hätten. „Sie sind gelassen geworden und machen ihre Arbeit sehr selbständig – das macht uns im Team und mich persönlich sehr stolz." “Ich bin stolz darauf, was wir zusammen erreicht haben und sich ein so schönes, berufliches und freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat. Wir sind zu einer großen Familie zusammengewachsen.” Henrik Eiberg-Adam, Hilfskraft im Tagesförderangebot "Einfach Kiosk" im inklusiven Dorf Neuerkerode Interesse? Steig bei uns ein! Weitere Informationen zu Jobangeboten in der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen erhältst du hier . Möchtest du etwas über das spannende Themenfeld Eingliederungshilfe erfahren? Dann klick hier . Noch Fragen? Hier sind unsere FAQs zum Bewerbungsprozess hinterlegt. Jetzt bewerben!
Zu der SeiteWelcome back! Teil 4
23.12.2025 Welcome back | Warum Mitarbeitende den Weg zurück zu uns finden Manche Geschichten beginnen nicht nur einmal. In unserer Reihe „Welcome back“ stellen wir Kolleg:innen vor, die unseren Unternehmensverbund verlassen haben – und sich bewusst für eine Rückkehr entschieden haben. Was hat sie dazu bewegt, wieder Teil der esn zu werden? Was hat sich verändert – und was fühlt sich an wie nach Hause kommen? Mit ihren persönlichen Erfahrungen geben sie spannende Einblicke in unsere Unternehmenskultur, zeigen, was unseren Unternehmensverbund ausmacht, und warum es manchmal einen Umweg braucht, um zu wissen, wo man wirklich hingehört. Folge 4 | Zurück ins Glück Als Jennifer Heinrichs im Juni 2023 aus Celle nach Braunschweig zog, wurde sie auf das inklusive Dorf Neuerkerode und die Wohnen und Betreuen (WuB) aufmerksam. Die gelernte Kauffrau im Einzelhandel bewarb sich beim Anbieter für Eingliederungshilfe im esn-Unternehmensverbund und wenig später hospitierte sie im Gartenweg 10 – einem Wohnbereich für Menschen mit hohem Hilfebedarf. „Ich habe mich schnell in die Arbeit eingefunden und wusste sofort, dass das meine Berufung ist“, erzählt sie. Doch nach einem Jahr ging wieder alles sehr schnell: „Mein Partner hat ein Job-Angebot in Nordrhein-Westfalen erhalten und ich bin der Liebe wegen mitgegangen“, erklärt sie. Das verheißungsvolle Angebot war letztlich nicht das, was sie sich erhofft hatten, und sie kehrten nach drei Monaten in die Region und Jennifer Heinrichs in die WuB zurück. Im Interview | Jennifer Heinrichs Aktuelle Position/Funktion: Hilfskraft Wohngruppe Gesellschaft: Neuerkeröder Wohnen und Betreuen / Ohe 1 Was hat Sie damals dazu bewogen, den Unternehmensverbund zu verlassen? Mein Lebensgefährte erhielt ein verheißungsvolles Jobangebot in Nordrhein-Westfalen. Ich wollte ihm die Chance geben, diese Gelegenheit wahrzunehmen und bin mit ihm gegangen. Erfahrungen außerhalb Was haben Sie in der Zeit bei Ihrem neuen Arbeitgeber besonders geschätzt? Letztlich waren die drei Monate zu kurz, um auch mit den Rahmenbedingungen des neuen Arbeitgebers warm zu werden. Ich wollte unbedingt zu einem ähnlichen Träger wie der WuB und habe dann aus Mangel an Alternativen in einer Pflegestation für Menschen mit Demenz gearbeitet. Gab es Herausforderungen oder Dinge, die Sie dort vermisst haben? Das war überhaupt nicht mein Ding und mir hat einfach das intensive Arbeiten und die Zeit mit den Menschen gefehlt. Aufgrund der beruflichen Situation meines Freundes war es nur ein kurzes „Wegsein“. Dennoch war selbst die kurze Zeit hilfreich, weil die gesammelten Eindrücke mich in der Wahl meines weiteren beruflichen Weges gestärkt haben – nämlich mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten, sie zu fördern und sie zu unterstützen. Gründe für die Rückkehr Was hat Sie motiviert, in die Wohnen und Betreuen zurückzukehren? Ich habe meinen Vertrag in Neuerkerode nur schweren Herzens gekündigt, da ich eigentlich nicht gehen wollte. Ich tat dies nur meinem Partner zu liebe, weil ich mich in meiner beruflichen Laufbahn noch nie so wohl gefühlt habe wie hier. Und dann war die (Vor-)Freude einfach riesengroß nach Neuerkerode zurückzukommen und wieder bei den mir ans Herz gewachsenen Menschen zu sein. Haben sich bestimmte Dinge im Unternehmensverbund verändert, die Ihre Entscheidung beeinflusst haben? Aufgrund der kurzen Zeitspanne kann ich das nicht sagen. Der Neustart Wie wurden Sie nach Ihrer Rückkehr aufgenommen? Als sich abzeichnete, dass wir in die Region zurückkehren, habe ich eine Bewerbung geschrieben und ich bin dann sehr schnell von meiner damaligen Führungskraft Angelique Heuer angerufen worden. Das Team war einfach super nett und hat mich mit großer Freude wieder aufgenommen. Mit Angelique Heuer stand ich bis zum Arbeitsbeginn weiterhin im Austausch, sie hat mich bei meiner Rückkehr sehr unterstützt. Gibt es Maßnahmen oder Angebote, die Ihnen den Wiedereinstieg erleichtert haben? Zumindest, was mein berufliches Ziel anging: Ich wollte mich immer mehr engagieren und bin froh, dass mich meine Führungskraft darin bestärkt und mein Arbeitgeber mich dahingehend gefördert hat, eine berufsbegleitende HEP-Ausbildung zu machen. Dass meine Arbeitszeit so problemlos angepasst wurde, war in diesem Fall super. Zudem bietet der esn-Verbund so viele Fortbildungen an, um mein Wissen zu erweitern, was ich immer gerne in Anspruch genommen habe und es auch noch in Zukunft machen werde. Persönliche Entwicklung & Unternehmenskultur Wie fühlt sich die Wohnen und Betreuen im Vergleich zu früher an? Wie erleben Sie die Unternehmenskultur heute? In der kurzen Zeit hat sich natürlich nicht viel geändert. Dennoch war ich positiv überrascht, wie schnell, unkompliziert und mit wie viel Empathie ich wieder an alter Stelle, aber in einer neuen Wohngruppe, aufgenommen wurde. Was schätzen Sie heute besonders an der Wohnen und Betreuen? Die Zeit in Neuerkerode und in der Wohnen und Betreuen hat mich menschlich weiterentwickelt. Ich nehme hier so viel mit und lerne täglich von den Bürger:innen und meinen Kolleg:innen dazu. Welche Angebote, Entwicklungsmöglichkeiten oder Benefits sind für Sie besonders attraktiv? Es war ohnehin schon so, dass ich den Tarifvertrag mit Weihnachtsgeld, den großzügigen Urlaubstagen oder das Jobticket als großen Vorteil empfand. Zusätzlich hat mich beeindruckt, dass mich mein Arbeitgeber fördert und ich durch meine Führungskraft bestärkt wurde, eine berufsbegleitende HEP-Ausbildung zu machen. Blick nach vorn Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft in der Wohnen und Betreuen gesetzt? Ich möchte gerne weitere Aufgaben in der WuB übernehmen und könnte mir vorstellen – mit abgeschlossener Ausbildung – vielleicht als Fachkraft mit organisatorischer Verantwortung (FOV) oder vielleicht eines Tages in der Tagesförderung zu arbeiten. Was würden Sie potenziellen Bewerber:innen über die WuB mitgeben? Da ich vorher noch nie in einer Einrichtung mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen gearbeitet hatte, muss ich gestehen, dass ich zuerst etwas skeptisch und befangen war. Was ich nach kürzester Zeit gemerkt habe ist, dass die Befangenheit völlig unbegründet und es der schönste Beruf ist, den ich jemals ausgeübt habe. Hier erfahrt ihr eine besondere Wertschätzung der Menschen, das ist unbezahlbar. Und es gibt keinen Tag, an dem nicht zusammen gelacht wird. Und, das schätze ich ebenfalls sehr, man kann seiner Kreativität, etwa bei der Gestaltung der Angebote oder im Wohngruppen-Setting, freien Lauf lassen. Gibt es eine persönliche Anekdote oder einen besonderen Moment, der Ihre Rückkehr in die Wohnen und Betreuen für Sie besonders gemacht hat und der Ihnen in Erinnerung bleiben wird? Es gibt viel zu viele besondere Momente, als das ich mich für einen speziellen entscheiden könnte. Besonders war für mich, wie schnell ich nach meiner Bewerbung die Rückmeldung und damit wieder einem Platz als Teil der Wohnen und Betreuen hatte, dass meine Vorgesetzten sich wirklich über meine Rückkehr gefreut haben, ich in meinem neuen Team super aufgenommen wurde und mich Bürger (Bewohner) wiedererkannt haben. Ich habe hier super liebe Kolleginnen und Kollegen und möchte nicht mehr weg. Teil des Teams werden Karriere im Unternehmensverbund esn
Zu der SeiteCannabisprävention im Klassenzimmer – der „Grüne Koffer“ im Einsatz
05.12.2025 Cannabisprävention im Klassenzimmer – der „Grüne Koffer“ im Einsatz – informiert & gewappnet – „Wer von euch liest gerne Bücher?“ In der achten Klasse der OBS Sickte stehen einige wenige Schüler:innen auf. „Wer von euch isst gerne Pommes?“ Diesmal stehen viele Jugendliche aus dem Stuhlkreis selbstbewusst auf. „Wer von euch weiß, was THC bedeutet?“ Es folgt ein kurzes Zögern, vereinzelt erheben sich einige. Mit dieser Fragerunde schafft Fabienne Lohmann, Präventionsfachkraft des Lukas-Werks in Wolfenbüttel, den Einstieg in ihre Doppelstunde. Niedrigschwellig mit Jugendlichen ins Gespräch kommen Im Gepäck hat sie heute den „Grünen Koffer“ – ein Projekt zur Cannabisprävention. Ziel ist es, niedrigschwellig mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. „Das Thema ist spätestens mit der Teillegalisierung sehr aktuell geworden. Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder gut informiert sind. Die Schulen fragen das Projekt so häufig an, dass wir genau schauen müssen, wie wir den Bedarf decken können“, erklärt Lohmann. Glassplitter im Joint, Safer Use und Edibles Nach dem Einstieg werden vier interaktive Stationen im Klassenraum aufgebaut, an denen die Jugendlichen in Kleingruppen arbeiten. Sie diskutieren zum Beispiel darüber, ob Cannabis die Kreativität fördert – und ordnen diese Aussage als richtig oder falsch ein. Sie überlegen, wie kleinste Glassplitter in einen Joint gelangen können, lernen Grundlagen des Safer Use kennen und erfahren, was sogenannte Edibles – essbare Produkte wie Kekse oder Brownies, die Cannabis enthalten – sind. „Mein Ziel ist es, über Risiken aufzuklären und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche negativen Folgen Cannabiskonsum haben kann“, betont Lohmann. „Viele Jugendliche kommen früher oder später mit Cannabis in Kontakt – verfügen aber oft nur über Halbwissen. Und das ist natürlich gefährlich.“ Eure Mauer gegen die Sucht Nach 80 Minuten kommen die Achtklässler:innen erneut im Stuhlkreis zusammen. Was hat sie überrascht? Welche Station fanden sie besonders spannend? Wo fiel ihnen die Einordnung schwer – Missbrauch, Gewohnheitskonsum, Abhängigkeit? Und was nehmen sie für sich mit? „Wichtig ist auch die Frage, wie ihr mit Stress oder Momenten umgeht, in denen es euch nicht gut geht oder ihr traurig seid!“. sensibilisiert Lohmann in der Abschlussrunde. Zum Ende der Doppelstunde erstellt sie gemeinsam mit den Schüler:innen häufig sogenannte Glücksmomente-Plakate. „Macht euch klar, wann ihr Glückshormone ausschüttet – und nutzt das für euch. Denn das ist eure Mauer gegen Sucht.“ Lohmann steht den Schüler:innen der achten Klasse der OBS Sickte auch über die Doppelstunde hinaus zur Verfügung: „Egal, ob zu Cannabis, Medien, Zigaretten oder Alkohol – als Präventionsfachkraft bin ich für alle unter 21 im Landkreis ansprechbar. Die Beratungen sind vertraulich, kostenfrei und anonym. “ Weitere Präventionsprojekte für Schulklassen Seit rund 1,5 Jahren ist der von der ginko Stiftung für Prävention entwickelte „Grüne Koffer“ in der Fachambulanz Sucht des Lukas-Werks in Wolfenbüttel im Einsatz. Er wurde im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom IfT-Nord (Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung) evaluiert und bundesweit verbreitet. Darüber hinaus bietet das Lukas-Werk an seinen sechs Standorten in Südostniedersachsen viele weitere Präventionsprojekte für Schulklassen an. Denn zielgerichtete Suchtprävention leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Steigerung der Lebensqualität. Mehr Infos Text: Petra Neu // Fotos: Unternehmenskommunikation esn // Video: Petra Neu Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteIm Wandel wachsen
18.02.2026 Im Wandel wachsen – Im Gespräch – Ein Berg mit Gipfelkreuz. Mal steil, mal flach, manchmal auch mit Nebel – aber immer mit dem Ziel, oben anzukommen und unterwegs nicht vergessen, innezuhalten, sich für den Aufstieg zu stärken. Dieses Bild kommt Jeannette Siering in den Kopf, wenn sie an die vergangenen anderthalb Jahre denkt, in denen sie die Aufnahme der Regenesa in den Unternehmensverbund der esn koordinierte. Regenesa widmet sich seit fast 80 Jahren der Gesundheitsfürsorge von Frauen, Müttern und Kindern und bietet hierfür Vorsorgemaßnahmen an der Nordsee an. Allein aufgrund der Entfernung ist die Integration somit schon eine Herausforderung. Im Interview blickt Jeannette Siering zurück auf eine Zeit voller Herausforderungen, Chancen – und persönlicher Entwicklung. Auf eine Zeit bei der, ganz wie beim Bergsteigen, jeder Schritt zählt, auch wenn man zwischendurch mal durchschnaufen muss. Frau Siering, Sie waren rund zehn Jahre im Lukas-Werk als Referentin tätig, bevor Sie vor anderthalb Jahren die Leitung der Regenesa – zunächst kommissarisch und seit Juni 2025 mit Prokura – übernommen haben. Wie war es, plötzlich selbst in der Rolle der Leitung zu sein? Ich erinnere mich noch genau an den Tag vor anderthalb Jahren, als ich aus dem Urlaub kam und eine Einladung vom Personalvorstand im E-Mail-Postfach hatte. Diese Nachricht hat mich wirklich tief berührt, weil ich gespürt habe: Man traut mir da wirklich etwas zu. Das hat mich stolz gemacht und gleichzeitig motiviert, es richtig gut zu machen. Früher habe ich als Referentin oft Ideen und Impulse an Leitungskräfte gegeben. Jetzt bin ich selbst in dieser Rolle und merke, wie viel es bedeutet, Menschen für Ideen zu gewinnen und sie mitzunehmen. Es ist ein Unterschied, ob man Vorschläge macht oder sie selbst mit umsetzen und tragen muss. Diese Erfahrung hat meinen Blick sehr erweitert. Gab es da auch Entscheidungen, die Ihnen schwergefallen sind? Die schwerste Entscheidung war, dass wir die Familienferienstätte auf Spiekeroog in 2026 schließen müssen. Der Entschluss entspringt der wirtschaftlichen Vernunft, da die Ferienstätte dauerhaft rote Zahlen schreibt. Trotzdem sind das keine leichten Momente, weil da Menschen und Engagement dahinterstehen. Die Familie Koch ist wunderbar und hat über viele Jahre mit viel Herzblut diese Familienfreizeitstätte geprägt. Ich weiß, was diese Einrichtung für viele Familien bedeutet. Aber Verantwortung Verantwortung zu übernehmen heißt auch, gemeinsam neue Wege zu gestalten. Wichtig ist mir aber: Für die Mitarbeitenden wird es Lösungen geben. Wir möchten ihre Kompetenzen, ihre Erfahrung und ihre Stärken unbedingt weiter nutzen. Sie gehören zur Regenesa, jetzt und in Zukunft. Gibt es Dinge, die Sie heute anders machen würden als vor anderthalb Jahren? Ich würde manches ruhiger und mit etwas mehr Geduld angehen. Am Anfang war ich sehr darauf fokussiert, Dinge schnell zu verändern und nach vorne zu bringen. Ich habe gelernt, dass Führung auch heißt, Prozesse wachsen zu lassen und Raum für Entwicklung zu geben. Sie bedeutet nicht nur, Entscheidungen zu treffen, sondern es geht ebenso darum, zuzuhören, Vertrauen zu geben und selbst lernfähig zu bleiben. Trotz aller wirtschaftlichen Verantwortung möchte ich meine Empathie bewahren – denn beides gehört für mich zusammen: Herz und Haltung. Was hat Sie in dieser Zeit besonders getragen? Ich hatte unglaublichen Rückhalt im gesamten Verbund der esn. Ich konnte mich jederzeit an alle wenden, alle standen mit Rat und Tat zur Seite. Das hat mich beeindruckt und zeigt, wie stark wir gemeinsam im Verbund sind. Ich bin dankbar dafür, dass mir Simone Wieczorek als Geschäftsführerin den Freiraum gegeben hat, eigene Entscheidungen zu treffen und aus diesen zu lernen. Sie unterstützt mich jederzeit und gibt mir wertvolle Impulse. Und allen voran danke ich natürlich den Menschen an den Standorten selbst: Ich bin in eine Struktur gekommen, die sehr vielfältig und räumlich weit auseinandergezogen ist – Juist, Norddeich, Spiekeroog und die Geschäftsstelle in Hannover. Diese Entfernungen machen vieles komplexer, aber sie zeigen auch, wie stark der Zusammenhalt über Distanz hinweg sein kann, wenn man ihn pflegt. Stellvertretend möchte ich mich hier bei Susanne Gantenberg, Leitung der Vorsorgeklinik „Die Insel“ auf Juist, und bei Henning Olesen und Bärbel Sperl, der aktuellen und ehemaligen Leitung unserer Kurklinik „Haus am Deich“ in Norddeich, bedanken. Und natürlich bei dem Team aus der Geschäftsstelle in Hannover, das vieles mitgetragen hat. Solche Menschen sind für mich echte Diamanten: Sie tragen Geschichte, Erfahrung und Werte in sich, von denen ich selbst viel lernen kann. Gemeinsam konnten wir schon viel bewegen. Ich wünsche mir, dass wir mutig bleiben und Veränderungen nicht als Bedrohung sehen, sondern als Chance, gemeinsam stärker zu werden. Wie blicken Sie in die Zukunft? Unsere Arbeit ist Vorsorgearbeit für die Zukunft – für die Gesundheit, die Stärke und das Wohl der Familien, die uns anvertraut sind. Die Frauen, die zu uns kommen, leisten Tag für Tag Sorgearbeit – für ihre Familien, für das gesellschaftliche Miteinander, für die nächste Generation. Sie tragen große Verantwortung, oft still und selbstverständlich. Dass wir sie 21 Tage lang begleiten dürfen, sie unterstützen, stärken und entlasten, ist ein Privileg. Denn in ihrer Stabilität liegt auch ein Stück unserer gemeinsamen Zukunft. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir weiter mutig bleiben – gemeinsam im Verbund. Dass wir Veränderungen nicht als Bedrohung sehen, sondern als Chance, gemeinsam stärker zu werden. Und ich wünsche mir, dass wir weiterhin so viele tolle Menschen haben, die mit uns diesen Weg gehen. Denn das macht unsere Arbeit aus: Herz, Haltung und Zusammenhalt. Zur Inhaltsübersicht Kuren für Frauen, Mütter & Kinder. Hier finden Sie alle Infos zu den Angeboten von Regenesa.
Zu der SeiteVon Abschied und Aufbruch
18.03.2026 Von Abschied und Aufbruch – Unterstützung am Lebensende – Vor rund sieben Jahren verbringt Melanie Leamy viel Zeit im St.-Luke’s-Hospital in Dublin. Paul, ihre große Liebe, leidet unter Prostatakrebs. Aufopferungsvoll begleitet Leamy ihren Mann zu den Terminen, umsorgt ihn, kämpft für ihn. Doch der Krebs ist zu stark. Am 15. Mai 2018 verstirbt Paul – im Beisein seiner Frau, die jeden Atemzug verfolgt. Ihm gut zuredet. Ihm sagt, dass es okay ist, loszulassen – auch wenn ihr dies schwerfällt. Viele Jahre wollten sie doch noch miteinander teilen. Aber sie weiß, dass es das Richtige ist, ihn gehen zu lassen. Nachdem sein letzter Atemzug verklungen ist, spürt Leamy eine große Ruhe in dem Krankenhauszimmer. Pauls letzter Weg war voller Leiden, nun hat er Frieden gefunden. Sie fasst eine Entscheidung: Auch künftig will sie Sterbenden zur Seite stehen. Es ist ein Entschluss, den sie bis heute nicht bereut hat und der sie über einige Umwege bis in die spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) der Diakoniestationen Harz-Heide in Braunschweig führt. "Wir waren Seelenverwandte, Partner, beste Freunde“ Ursprünglich kommt Leamy aus der Region um Braunschweig. Als sie 2009 an einem Seminar in ihrer damaligen Wahlheimat Marburg Paul kennenlernt, ist es schnell um die beiden geschehen. „Wir haben uns Hals über Kopf ineinander verliebt. Wir waren Seelenverwandte, Partner, beste Freunde“, erinnert sich Melanie Leamy. Es dauert nicht lange und sie zieht mit ihm nach Irland. Hier macht Leamy verschiedene Ausbildungen und eröffnet eine gut laufende Praxis für Körper- und Entspannungstherapie. Wenn Liebe loslassen bedeutet Schon als beide sich kennenlernen, leidet Paul an Prostatakrebs. „Wir hatten schöne, unbeschwerte Jahre, in denen die Krankheit kaum eine Rolle gespielt hat“, erzählt Leamy. Doch nach einiger Zeit werden die Symptome stärker. Melanie Leamy pflegt ihren Paul, begleitet ihn ins Krankenhaus, erweitert die Therapie zu Hause um ihre ganzheitlichen Methoden. Doch irgendwann kann auch die Chemotherapie nicht mehr helfen und Paul verstirbt. Über ihre Erfahrungen hat Melanie Leamy das Buch „Wenn Liebe loslassen bedeutet“ geschrieben. Diese Zeit beeinflusst ihr Leben nachhaltig: Nach Pauls Tod lässt sie sich in England zur Doula für Sterbe- und Trauerbegleitung ausbilden. „Bei unseren Besuchen im Krankenhaus wurde mir bald klar, dass ich den Menschen hier helfen möchte – nicht nur meinem Mann, sondern allen“, sagt sie. Neue Wege Beim Peiner Hospiztag 2022 – mittlerweile lebt Leamy wieder in Deutschland – hört sie einen Vortrag über assistierten Suizid von Dr. Rainer Prönneke, Palliativmediziner und damals Chefarzt im Braunschweiger Krankenhaus Marienstift, das ebenso wie die Diakoniestationen Harz- Heide zur esn gehört. „Ich war von dem Vortrag begeistert und wusste direkt – unter diesem Mann möchte ich arbeiten“, erzählt Leamy. „Als wir uns dann unterhalten haben und ich von meinen Ausbildungen erzählt habe, meinte er: Genau so jemanden brauchen wir auf unserer Station!“ Einige Jahre arbeitet sie auf der Palliativstation des Marienstiftes. Nachdem Dr. Prönneke in den Ruhestand gegangen ist, arbeitet er weiterhin als Arzt für die SAPV. 2025 folgt sie ihm – nicht als Honorarkraft, sondern fest angestellt. Eine Stelle, die extra für sie und ihre Fähigkeiten geschaffen worden ist. Melanie Leamy erzählt: „Die SAPV ist ein unglaublich tolles Team. Ich habe mich noch nie an einem Arbeitsplatz so willkommen und mit meiner Arbeit wertgeschätzt gefühlt.“ Sie erweitert das Angebot der SAPV, wendet bei den Patient:innen Körper-, Entspannungs- und Aromatherapien an, betreut sie und ihre Angehörigen psychosozial. „Ich weiß aus eigener Erfahrung wie es ist, einen Angehörigen zu pflegen“, sagt sie. Die Therapieformen helfen den Patient:innen, zur Ruhe zu kommen, Ängste und Stress loszulassen. Durch ihre Sehbehinderung werden ihre Fähigkeiten verstärkt, ist sie sich sicher. „Lange wollte ich das nicht zugeben“, erzählt sie. „Aber meine feinstoffliche Wahrnehmung ist ausgeprägter. Und ich bin durch visuelle Reize nicht abgelenkt.“ Manche Patienten seien sicher auch erleichtert, dass Leamy sie nicht sehen könne. „Viele sind von ihren Krankheiten gezeichnet und fühlen sich nicht mehr wohl mit ihrem Äußeren. Bei mir müssen sie sich keine Gedanken machen“, so Leamy. Zu ihren Terminen fährt sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, navigiert dabei mithilfe des DB Navigators sowie Google Maps. „Bei der SAPV, ob bei den Patienten oder im Team, spielt meine Sehbehinderung aber überhaupt keine Rolle mehr. Das ist ziemlich einzigartig.“ Zur Inhaltsübersicht Mehr zum Bildungszentrum
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