Grünwerker läuten Advent im Landtag ein
03.12.2025 Weihnachts-Vorboten im Landtag: Grünwerker stellen Adventskranz auf Alle Jahre wieder bringen die Grünwerker mit dem Aufstellen des Adventskranzes vorweihnachtliche Stimmung in den Niedersächsichen Landtag. Seit mehr als 30 Jahren besteht diese Tradition. Angefangen mit einem Weihnachtsbaum stellen die Beschäftigten der Klostergärtnerei Riddagshausen seit fünf Jahren einen Adventskranz auf. Anliefern, aufstellen und schmücken - mittlerweile sitzt bei den Grünwerkern jeder Griff perfekt und die einzelnen Arbeitsschritte gehen fließend ineinander über. Innerhalb von 45 Minuten konnte der Kranz, der in der Mitte des Forums im Niedersächsischen Landtag aufgebaut ist, durch die Landtagspräsidentin Hanna Naber abgenommen werden. „Ihr Besuch läutet den Beginn der Adventszeit ein - und dazu gehört ein Kranz, den sie uns jedes Jahr vorbeibringen. Herzlichen Dank! Damit hinterlassen Sie Spuren und zeichnen ein buntes und vielfältiges Bild im Landtag, der ein Haus für alle Menschen ist", freut sich Naber. „Danke, dass wir hier sein und den Adventskranz in den Landtag bringen dürfen. Sie haben vor anderthalb Jahren auf unserem Stiftungsempfang die Festrede gehalten und gezeigt, wie viel Herzblut Sie für die Eingliederungshilfe haben. Heute braucht es in der Eingliederungshilfe mehr denn je Unterstützung und Begleitung aus der Politik. Und es kommt darauf an, Fürsprecher zu haben. Für diesen Wunsch steht der Adventskranz auch in diesem Jahr”, erklärte Tobias Henkel, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverbundes Evangelische Stiftung Neuerkerode. Der Werkstattrat machte in einer kurzen Ansprache auf verschiedene Themen aufmerksam. So waren unter anderem das Thema faire Bezahlung in Werkstätten für behinderte Menschen ein Thema sowie der Wunsch nach mehr Arbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ebenfalls Tradition ist es, dass die Grünwerker nach getaner Arbeit in das Präsidiumsbüro zum netten Beisammensein und einem kleinen Imbiss eingeladen werden. Bei anregenden Gesprächen wurde über das eine oder andere Highlight im inklusiven Dorf Neuerkerode und die Arbeit in der Klostergärtnerei berichtet. Sehr zu Freude der Grünwerker überreichte Landtagspräsidentin Hanna Naber zum Abschluss eine Spende an den Werkstattrat, die den Beschäftigten in der WfbM zugute kommen soll.
Zu der SeiteGesprächsformat zu Teilhabe in Freizeit und Kultur
27.11.2025 Gesprächsformat zum Thema Teilhabe Künstler:innen der Villa Luise und Mitarbeitende der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen beteiligen sich an Veranstaltung zum Tag der Menschen mit Behinderung. Jedes Jahr am Tag der Menschen mit Behinderung lädt das Theologische Zentrum zu einer Diskussionsrunde ein. Im vergangenen Jahr ging es um das Thema "Dabei sein für alle- wie geht das?". (Archivfoto) „Freizeit und Kultur für Alle“, unter diesem Titel lädt die Evangelische Akademie Abt Jerusalem, unter anderem mit Beteiligung der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH, zu einer Gesprächsrunde am 3. Dezember 2025 (Beginn: 19 Uhr) ein. An diesem Tag, gleichzeitig der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung, soll es um – gute und auch schlechte – Beispiele für Teilhabe, Barrierefreiheit und Selbstverwirklichung in Freizeit und Kultur gehen. Spielen das Alter, eine Behinderung, die Herkunft und das Geschlecht eine Rolle – obwohl sie es nicht dürfen? Wer in Braunschweig engagiert sich für verbesserte Bedingungen in diesen Bereichen? Wo gelingt bereits Teilhabe und was kann man daraus lernen? Diese und weitere Fragen stellen und beantworten Menschen aus der mit Uns Gemeinde, der Neuerkeröder Kunstwerkstatt Villa Luise, dem Atelier Geyso20 der Lebenshilfe Braunschweig sowie Aniko Glogowski-Merten, Ratsfrau der Stadt Braunschweig, sowie Olaf Jaeschke, Inhaber der Galerie Jaeschke in Braunschweig. Die Künstler:innen der Villa Luise bringen zudem Exponate mit und erläutern Entstehungsprozess, Hintergrund sowie Botschaften ihrer Arbeiten. Das Gesprächsformat findet in einfacher Sprache und in Gebärdensprache statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter www.thzbs.de/ev-akademie ist erforderlich. Informationen sind unter Telefon 0531 120 540 oder per E-Mail unter sekretariat.thz@lk-bs.de erhältlich. Veranstaltungsort ist der Franziskussaal im Theologischen Zentrum - Alter Zeughof 2/3 in 38100 Braunschweig.
Zu der SeiteVier Jahre voll erfüllter Wünsche
28.11.2025 Vier Jahre voll erfüllter Wünsche Das Projekt Herzenswünsche feiert Geburtstag – und kann auf vier Jahre voller Erfolge zurückblicken. Strahlende Gesichter, unfassbare Freude und unvergessliche Erinnerungen – seit nun schon vier Jahren sorgt das Projekt Herzenswünsche der esn (Evangelische Stiftung Neuerkerode) für zahlreiche Momente des Glücks. „Unglaubliche 1.134 Herzenswünsche konnten wir in den vergangenen Jahren erfüllen“, freut sich Projektleiter Michael Bonsack. „Das bedeutet unzählige berührende Momente und viele lächelnde Gesichter – und wir sind noch lange nicht fertig.“ Ins Leben gerufen wurde das zeitlich unbefristete Spendenprojekt, um den 4.500 Menschen, die der esn anvertraut sind, Wünsche zu erfüllen. Durch Geld-, Sach- oder Zeitspenden wird die Lebensqualität und Lebensfreude der Bürger:innen, Bewohner:innen, Patient:innen und Klient:innen gesteigert und echte Teilhabe ermöglicht. Ob eine Karaokemaschine oder ein Tischkicker für eine Wohngruppe, eine Reitstunde oder Tickets für eine Show – die Wünsche sind so vielseitig wie die Menschen selbst. Herzenswünsche unterwegs Viele Wünsche drehen sich um die Themen gemeinsame Ausflüge und Reisen. Ob eine Floßfahrt auf der Oker in Braunschweig, eine Drei-Tage-Auszeit am Irenensee in Uetze oder eine Reise nach Spiekeroog – jede dieser Wunscherfüllungen ist eine echte Herausforderung. Alle gewünschten Kurzreisen und Freizeitaktivitäten müssen komplett auf Barrierefreiheit überprüft werden, sind organisatorisch sehr aufwendig und zeitintensiv, kostenintensiv und lassen sich nur mit ausgebildeten Begleitpersonen verwirklichen. Um diesen Wünschen noch besser gerecht werden zu können, wurde das Projekt Herzenswünsche unterwegs implementiert. Einige der Wünsche konnten schon erfüllt werden. Projektleiter Bonsack erzählt: „In den zurückliegenden zwölf Monaten waren viele Menschen mit den Herzenswünschen unterwegs: Unter anderem gingen die Reisen und Ausflüge nach Braunschweig, Hannover, Hamburg, Berlin, Gifhorn, Einbeck, Wolfsburg, Soltau, Bremen, Northeim, Schöningen, Bad Gandersheim und nach Spiekeroog.“ Herzenswünsche gewinnen Engagementpreis des Marketing-Löwen 2025 Mithilfe einer klaren Idee und einer authentischen Erzählweise der emotionalen Geschichten über mehrere Kommunikationskanäle hat das Projekt Herzenswünsche weit über die Stiftung hinaus Aufmerksamkeit gewinnen können. Dieser Einsatz wurde in diesem Jahr im Rahmen der Verleihung der Marketing-Löwen 2025 mit dem Engagementpreis ausgezeichnet. „Das Projekt beeindruckte durch Authentizität, inhaltliche Tiefe und emotionale Wirkung“, so das Urteil der Jury. Großer Dank Das Besondere an dem Projekt sei, dass wahre Glücksmomente geschaffen werden und echte Verbindungen entstehen. „Wir möchten uns bei den Wünschenden bedanken. Eure Wünsche sind unsere Motivation und unser Antrieb. Ebenso gilt unser Dank den Mitarbeitenden. Sie sind unsere Wunschboten und Unterstützer:innen bei allen Wunscherfüllungen“, so Projektleiter Bonsack. „Und nicht zuletzt bei unseren Spender:innen: Ohne euch wäre es nicht möglich, so viele besondere Momente zu schaffen. Wir berühren gemeinsam Herzen. In den vergangenen vier Jahren – und auch in Zukunft!“ Mehr zu unserem Projekt Herzenswünsche
Zu der SeiteDamit hatte ich nicht gerechnet
11.02.2026 Damit hatte ich nicht gerechnet – Neu im Angebot – Alles begann mit einer kleinen Stelle Schorf an der Schulter. Harmlos, nur etwas raue Haut. „Ich weiß gar nicht, was mich dazu bewogen hat, das meinem Hausarzt zu zeigen“, erinnert sich Markus Becker. Eine gute Entscheidung, der Arzt überweist ihn zum Dermatologen. Es folgt eine Biopsie und eine längere Wartezeit auf das Ergebnis. „Der Anruf kam dann genau, als ich im Urlaub auf Fuerteventura war!“ Die Diagnose lautet: Basalzellkarzinom – weißer Hautkrebs. „Damit hatte ich nicht gerechnet! Weißen Hautkrebs kannte ich nur vom Hörensagen.“ „Ich dachte, abends ist das Thema erledigt“ Doch der 56-Jährige bleibt pragmatisch, ein kurzer Check bei Google: eine der häufigsten Formen von Hautkrebs, die wohl nicht metastasiert, aber lokal zerstörerisch wachsen kann. „Ich dachte dann, das ist eine Lappalie. Die Stelle wird oberflächlich entfernt, ein bisschen genäht und gut ist.“ Der Tumor muss also entfernt werden, zunächst ist dies in einer ambulanten Praxis geplant. Doch die Stelle ist so groß und so tief, dass eine plastische Deckung nötig ist. Die ambulante Operation kann nicht durchgeführt werden. „Da war ich echt enttäuscht, ich dachte, abends kann ich das Ganze abhaken.“ Also recherchiert Becker nach plastischen Chirurgen in der Nähe. „Ich wusste nicht, dass es jetzt eine Klinik für plastische Chirurgie im Krankenhaus Marienstift gibt.“ Für den Braunschweiger bedeutet dies eine kurze Anreise und ein bekanntes Haus von früheren Aufenthalten. Wenige Tage später sitzt er mit Chefärztin Evagelia Tsaknaki für ein Vorgespräch zusammen. „Für mich war klar, das muss jetzt erledigt werden. Dass ich dann eine so kompetente und sympathische Ärztin kennenlerne, wusste ich vorher natürlich nicht“, lacht Markus Becker. Operation in zwei Schritten Am ersten OP-Termin wird der Tumor entfernt. Das Gewebe wird eingeschickt und in der Pathologie genau geprüft, ob alle Krebszellen entfernt wurden. „Wenn es auf mikroskopischer Ebene noch Spuren im Gewebe gegeben hätte, die mit dem Auge nicht zu sehen sind, hätten wir am nächsten Tag noch einmal nachgeschnitten und mehr herausgenommen“, erklärt die Chefärztin. „So ist man sicher, dass alle Krebszellen entfernt werden.“ Bis zum nächsten Eingriff erhält Markus Becker eine Vakuum-Therapie. Dabei wird die etwa sechs Zentimeter große Wunde mit einem kleinen Schwamm und einer Folie luftdicht verschlossen. Eine Pumpe sorgt für ein kontinuierliches Vakuum und die Säuberung der Wunde. So stellt man sterile Bedingungen sicher. Am Folgetag liegt das Ergebnis aus der Pathologie vor und die Gewissheit, dass alles entfernt wurde. Die Wunde kann am selben Tag verschlossen werden. „Bei einem solchen Eingriff steht die leitliniengerechte Tumorentfernung an allererster Stelle. An zweiter Stelle die Erhaltung der Funktionalität, da wir uns über einem großen Gelenk befunden haben und an dritter Stelle natürlich, dass wir die Körperform möglichst gut und mit benachbartem Gewebe wiederherstellen, weil dies meistens am unauffälligsten ist. Es hätte auch einfachere Möglichkeiten gegeben, die Stelle zu decken, wie etwa eine Hauttransplantation vom Oberschenkel. Optisch wäre das Ergebnis dann aber nicht so ästhetisch, wie mit der von mir angewandten Technik“, erklärt Evagelia Tsaknaki. Die Chefärztin nutzt eine Rotationslappenplastik. Dabei wird, vereinfacht gesagt, ein Stück gesunde Haut neben der Wunde vorsichtig gelöst und so gedreht, dass die entstandene Lücke bedeckt wird. Dadurch heilt die Wunde sehr gut, die Haut spannt nicht, Narben bleiben unauffällig und das Ergebnis sieht meist sehr natürlich aus. „Die OP war ein Routineeingriff. Natürlich hat jede Operation ihren Anspruch und es wird nie etwas bagatellisiert. Wir sind immer konzentriert und gut vorbereitet. Bei Herrn Becker ist vom ersten Moment an alles sehr gut verlaufen“, so Tsaknaki. „Ich hatte von Anfang an das Vertrauen, dass sie das gut machen wird", bestätigt Becker. Stationärer Aufenthalt Auch seinen dreitägigen stationären Aufenthalt im Marienstift hat er positiv in Erinnerung: „Die Hilfsbereitschaft auf der Station war toll, es war immer jemand ansprechbar. Mir wurde wieder bewusst, dass wir ohne Migration unser Gesundheitswesen gar nicht aufrechterhalten können. Es war wirklich toll und faszinierend, dass verschiedene Nationalitäten hier professionell zusammenarbeiten." "Alle waren absolut zuvorkommend und freundlich, ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt.“ Markus Becker. Eine gute Nachsorge ist jetzt wichtig Die Narbe muss für die nächsten Wochen besonders gepflegt werden und für eineinhalb Jahre ist direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, damit sich die Narbe nicht verändert. Auch regelmäßige Kontrollen beim Dermatologen sind wichtig. Rückblickend ist Markus Becker froh, diesen Schritt gegangen zu sein: „Man braucht keine Angst zu haben. Die Operation ist super verlaufen, ich habe nicht einmal Schmerzmittel gebraucht. Nicht, weil ich so hart im Nehmen bin, es waren einfach keine Schmerzen da. Auch sonst hatte ich keine Einschränkungen, ich musste nur mein Sportprogramm für eine Weile reduzieren, damit alles gut ausheilen kann.“ Seit Mai 2025 gibt es im Krankenhaus Marienstift die Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, unter der Doppelleitung von Chefärztin Evagelia Tsaknaki und Chefarzt Georgios Tamouridis. Die Klinik bietet moderne plastisch-rekonstruktive Eingriffe, ästhetische Operationen sowie elektive Handchirurgie an. Zur Klinik Podcast: Mit Herz im Dienst: Chefärztin Evagelia Tsaknaki und Chefarzt Georgios Tamouridis zum Thema Plastische und Ästhetische Chirurgie. Text: Birthe Schnatz // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteDer Geist ist willig
14.01.2026 Der Geist ist willig – Der Traum vom Schreiben – Wenn Helmut Weidemeier an seinem Schreibtisch sitzt, kommt er zwar nur langsam, aber dafür beständig voran. Tippen kann er nur mit dem Knöchel des kleinen Fingers seiner linken Hand. Doch der Wille zum Schreiben ist ungebrochen. So tippt er Buchstabe um Buchstabe, Wort um Wort, Seite um Seite in die Tastatur seines Computers. Mein Geist ist noch fit Zwei Bücher hat er so in seinem Zimmer im Braunschweiger Pflege- und Seniorenzentrum St. Vinzenz in Braunschweig schon fertiggestellt. An seinem dritten Werk sitzt er gerade. „Diesen Text werde ich wohl nicht mehr zu Ende bringen“, sagt der 95-Jährige. Aber darum gehe es ihm nicht, sondern um den Prozess selbst, um das Ringen um Klarheit und die richtigen Worte – dauere es, so lange es wolle. „Denn auch, wenn mein Körper ein Wrack ist, ist mein Geist noch fit“, so Weidemeier. Und ein Feingeist war er schon immer: Der mittlerweile hochbetagte Senior war früher Lehrer für Mathematik, Physik und Philosophie. Als er Schulleiter am Abendgymnasium wurde, hat er hier Philosophie als Fach eingeführt. Philosophie und Kunst begleiten ihn schon sein ganzes Leben. „Meine Leidenschaft konnte ich als junger Mann aber nicht wirklich ausleben, weil ich finanziell klamm war“, erinnert er sich. Heute, in seinem Zimmer im Haus St. Vinzenz in Braunschweig, ist er hingegen von Kunst umgeben: An den Wänden hängen Drucke von van Gogh, Renoir und Marc. „Das Blaue Pferd ist mir eines der liebsten Bilder“, erzählt er mit einem Strahlen in den Augen und zeigt auf das nächste Bild. „Oder hier, Marc Chagall. Der ist so unfassbar träumerisch.“ Ein Platz an der Wand ist noch frei, hier soll ein Kandinsky hinkommen. Vor allem interessieren ihn in der Kunst die Zeiten der Umbrüche. Das Schreiben war einfach immer da Auch die Literatur fasziniert Weidemeier schon lange. Besonders liebt er die Gedichte von Rilke. „Ich hatte schon immer den Drang, selbst zu schreiben. Nur als Student und im Beruf hatte ich dafür wenig Zeit“, erinnert er sich. Die Zeit, Gedichte zu schreiben, nimmt er sich aber seit jeher. Ohne sie gehe es einfach nicht. Das Schreiben helfe ihm, Dinge zu erkennen – und die Ereignisse seines Lebens festzuhalten. „Das Schreiben war einfach immer da und begleitet mich bis heute“, berichtet Helmut Weidemeier. Er schreibt sein ganzes Leben lang – von der Schulzeit, während seiner Zeit als Lehrer und selbst als er als Senior Pflege benötigt, ringt er seinem Körper die Wörter ab. Das bleibt auch den Mitarbeitenden von St. Vinzenz nicht verborgen. Als er an einem Text über ein junges Theologenpaar sitzt, das eine Kirche besichtigt und das das Verhältnis von Glauben und Wissenschaft erörtert, ermuntert eine Pflegekraft ihn zur Veröffentlichung. Zunächst gefällt ihm der Gedanke gar nicht. In seiner Zeit als Lehrer hat er gemeinsam mit dem Westermann-Verlag ein Physikbuch herausgebracht. Literarisch ausleben konnte er sich hier nicht. „Mir gefiel die Arbeit mit den Lektoren und Lektorinnen überhaupt nicht“, erinnert sich der 95-Jährige. „Da wurde sich viel eingemischt. Das konnte ich Dickkopf nur schwer ertragen.“ Das ewige Sein Für dieses Problem findet sich jedoch eine Lösung: eine Veröffentlichung in einem Selbstverlag – ohne jegliche Einschränkungen der künstlerischen Freiheit. „Das erste Mal das gedruckte Buch in den Händen zu halten war wie ein Erwachen. Dieser Moment war etwas ganz Besonderes“, sagt Weidemeier. Diese Erfahrung regt ihn dazu an, auch einen Gedichtband zu veröffentlichen. Helmut Weidemeier sichtet die Texte, die er über viele Jahre geschrieben hat, wählt aus und stellt sie zu einem Buch zusammen. Es wird ein Überblick über sein Leben werden. Auch über sein Leben im St. Vinzenz, sein neues Zuhause und die Pflegekräfte findet sich hier etwas. Das letzte Gedicht blickt in die Zukunft: Es beschäftigt sich mit dem Sterben. Weidemeier sagt: „Da bin ich ganz realistisch – und glaube, dass es danach irgendwie weitergeht, im ewigen Sein.“ Das Sein – ein Thema, an dem sich viele Philosophen versucht haben. Hier hat Wedemeier bisher zehn Seiten fertiggestellt. Es müsste ein sehr dickes Buch werden, um dem Thema gerecht zu werden, meint er. „Mir ist bewusst, dass ich dieses Werk nie vollenden werde“, sagt Helmut Weidemeier. „Aber damit habe ich meinen Frieden gemacht. Ich schreibe trotzdem weiter, um meine Gedanken zu sortieren. Ganz für mich und für niemanden sonst.“ Zur Inhaltsübersicht Mehr zum Bildungszentrum
Zu der SeiteVom Rettungswagen ins Büro
25.02.2026 Vom Rettungswagen ins Büro – Mut zum Neuanfang – Kawing Phung hat keine Angst vor Herausforderungen. Schon in der Schulzeit engagiert sie sich als Schulsanitäterin, unterstützt auch in der Freizeit den Rettungsdienst der Malteser und absolviert während der Fachhochschulreife das einjährige Pflichtpraktikum in dessen Verwaltung. Es folgt ein Freiwilliges Soziales Jahr mit dreimonatiger Ausbildung zur Rettungssanitäterin. „Danach wurde ich direkt übernommen.“ Neue Wege Nach mehreren Jahren im Rettungsdienst suchte sie eine neue Herausforderung, bei der soziale Arbeit und wirtschaftliche Aspekte verbunden sind. Die Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen bot genau diese Kombination. Die esn kannte Phung bereits aus ihren Einsätzen im Rettungswagen und erinnert sich an positive Begegnungen mit Mitarbeitenden und Patient:innen. „Ich wusste von Anfang an, wie groß und vielfältig die Stiftung ist“, erzählt sie. Im August 2024 beginnt sie ihre Ausbildung und ist eine von über 250 Auszubildenden in sechs Berufszweigen im Unternehmensverbund. „Ich musste lernen, mich zu entspannen“ An das neue Berufsleben muss sie sich erst einmal gewöhnen. Vorher hatte sie wenig Alltagsstruktur, dafür viele abwechslungsreiche und spannende Einsätze. In der Ausbildung geht es ruhiger zu, man weiß morgens, was ansteht und bekommt seine Aufgaben für den Tag. „Ich musste erst einmal lernen, herunterzukommen. Natürlich gibt es auch hier Fristen, aber ich hetze nicht mehr durch den Tag“, erinnert sich die 24-Jährige. Auch im Privatleben merkt sie Veränderungen: „Eine Schicht beim Rettungsdienst beschäftigt einen länger, jetzt komme ich schneller in den Feierabendmodus und kann mich auf meine Freizeit konzentrieren. Das Wegfallen der Nachtschichten ist gut für die körperliche Erholung.“ Jedes Mal ein kleiner Neuanfang „Ich freue mich auf neue Aufgaben. Mir fällt es leicht, mich in neue Bereiche einzufinden. Ich bin neugierig und lerne gerne dazu. Eintönigkeit dagegen fällt mir schwer,“ berichtet sie. Abwechslung bietet die Ausbildung in der esn: Regelmäßige Wechsel in neue Abteilungen bieten einen umfassenden Einblick in spätere Arbeitsmöglichkeiten, Fachwissen wird direkt vor Ort vermittelt und angewandt. „Das ist jedes Mal ein kleiner Neuanfang.“ Jedes Lehrjahr hat sie Einsätze in der Finanzbuchhaltung, im Personalmanagement und der Leistungsabrechnung. So können die Azubis mit neuem Fachwissen jedes Mal andere Aufgaben übernehmen und immer mehr Verantwortung tragen. Klischeehafte Aufgaben wie Kaffeekochen oder Kopieren sind in der esn unerwünscht. „Wir werden voll mit einbezogen und ich werde auch nach meiner Meinung gefragt. Es freut mich, dass ich meine Perspektive mit einbringen kann und die Menschen hier offen für neue Impulse und Wünsche sind“, berichtet Phung. Besondere Erlebnisse und Zukunftspläne Ein besonderer Einsatz waren die vier Monate in der Unternehmenskommunikation. Hier durfte sie auch bei der Organisation von Festen und Veranstaltungen unterstützen. „Mein Highlight war das ALL iN BEAT Festival. Das wurde zum ersten Mal veranstaltet und ich war mit dabei! Das war wirklich ein Highlight für mich und hat total viel Spaß gemacht!“ Außerdem konnte sie hier bei verwaltungstechnischen Aufgaben helfen: „Ich durfte im Bereich Spenden und Fundraising unterstützen, Anträge mit ausfüllen oder Rechnungen schreiben.“ Die Zeit als Rettungssanitäterin hilft ihr aktuell besonders in der Berufsschule, wo medizinische Themen gelernt werden. „In einem Lernfeld werden gerade medizinische Themen, Fachbegriffe und Krankheiten behandelt.“ Sie freut sich als Nächstes auf einen Einsatz in der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH, zum Beispiel im Sekretariat. „Die esn hat ihren Ursprung in der Behindertenhilfe und sie ist ein großer Teil der Stiftung. Es ist schön, hier auch Kontakt zu den Neuerkeröder Bürger:innen zu haben und zu wissen, für wen man die Arbeit macht. Das sind keine anonymen Akten, sondern da stehen Menschen und Einrichtungen hinter.“ „Ich bin in den letzten Jahren viel gewachsen, habe meine Erfahrungen hier mitnehmen können und profitiere davon jeden Tag. Ich würde den Schritt immer wieder machen. Ich fühle mich in der esn sehr wohl!“ Kawing Phung Ausbildung in der esn Die esn bietet spannende und vielfältige Ausbildungsplätze in sechs Berufszweigen und steht für eine hohe Ausbildungsqualität, viel Praxisnähe & faire Bezahlung nach Tarif. › Kaufleute im Gesundheitswesen › Kaufleute für Büromanagement › Fachinformatiker für Systemintegration › Pflegefachkräfte › Heilerziehungspflege › Pflegeassistenten Mehr Infos Text: Birthe Schnatz // Foto: Bernhard Janitschke // Video: Birthe Schnatz Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteSarg-Modell erhält Design-Preis
21.11.2025 Dieser Sarg hat etwas auf dem Kasten Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (WuB) ist für ihr Sarg-Modell „S_RG“ mit dem Universal Design Award in den Preiskategorien „Expert“ und „Consumer“ ausgezeichnet worden. Beide Auszeichnungen legen den Fokus auf Produkte, Dienstleistungen und Architekturen, die eine generationsübergreifende, breite, einfache und intuitive Nutzbarkeit erzielen sowie Selbstbestimmung und Teilhabe schaffen. Foto: Christian Bierwagen „Der S_RG steht für eine neue, inklusive Bestattungskultur, die durch Universal Design, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung allen Menschen eine würdevolle Bestattung ermöglicht. Durch die Verbindung von innovativer Produktgestaltung, Arbeitsmarktintegration und seelsorgerischer Begleitung entsteht ein Projekt, das Würde, Teilhabe und Mitmenschlichkeit in allen Dimensionen des Abschiednehmens stärkt“, so der Jury-Vorsitzende Prof. em. Wolfgang Sattler, Bauhaus-Universität Weimar. Ganzheitliches Projekt Neben dem minimalistisch-ansprechenden Design, dem Einsatz regionaler Naturstoffe sowie einer optimierten Konstruktion, die auch sozial benachteiligten Menschen eine kostengünstige und würdevolle Bestattung ermöglicht, werden Arbeits- und Qualifizierungsangebote für Menschen mit Behinderung und/oder psychischen Beeinträchtigungen gefördert. So sind etwa CAD-Schulungen und handwerkliche Arbeitstechniken Teil des Lehrplans. Im weiteren Verlauf soll das Konzept etwa durch pädagogische Begleitung, Biografiearbeit sowie ein Mentoring-Programm zur Enttabuisierung des Todes unter Bezugnahme von Sozialpädagogen und Psychologen ergänzt werden. Geplant ist zudem, ein enger und transparenter Austausch mit den Kunden bei möglichen Gestaltungswünschen. Dabei können individuelle Designideen eingebracht und Produktionsschritte vor Ort begleitet werden. Fertigungsort ist der Kuba Bildungscampus in Wolfenbüttel. “Wir fühlen uns geehrt und sind dankbar für diese Auszeichnung sowie die damit verbundene Wertschätzung.” Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH Die Freude über die Auszeichnung ist entsprechend groß: „Wir fühlen uns geehrt und sind dankbar für diese Auszeichnung sowie die damit verbundene Wertschätzung. Ganz besonders freut es mich für unser WfbM-Team, das die Idee gemeinsam entwickelt und umgesetzt hat“, sagt WuB-Geschäftsführer Marcus Eckhoff. Dazu ergänzt Claudia Deichmann, Leitung des Bereichs Arbeit und Beschäftigung: „Wir sind von dem Konzept überzeugt und der Universal Design Award motiviert uns nun erst recht, den nächsten Schritt zu gehen und den S_RG für einen interessierten Markt zu produzieren.“ Projektleiter Florian Schuhler hebt zudem die Identifikation der Beschäftigten für dieses Projekt hervor: „Es war uns von Anfang an klar, dass das kein einfaches Thema ist. Umso mehr beeindruckt mich, wie unsere Beschäftigten das Projekt angenommen haben und sich voll und ganz damit identifizieren.”
Zu der SeiteAdventsbasar in der Tagespflege Goslar
20.11.2025 Adventsbasar in der Tagespflege Goslar Am Freitag, 28. November 2025, lädt die Tagespflege Goslar in ihre Räumlichkeiten ein. Die Tagespflege Goslar, Teil der Diakoniestation Nordharz, lädt zu einem stimmungsvollen Adventsbasar ein. Besuchende können sich auf eine gemütliche vorweihnachtliche Atmosphäre und ein vielfältiges Angebot freuen, das zum Stöbern, Genießen und Verweilen einlädt Wann: 28. November | 14 bis 17 Uhr Wo: Tagespflege Goslar, Rammelsberger Straße 42, Goslar Auf dem Basar erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Angebot: Frisch gegrillte Bratwurst, ein Marmeladenverkauf, liebevoll gestaltete Weihnachtsdekoration sowie Kaffee und hausgemachter Kuchen sorgen für Genuss und Adventsstimmung. Die Mitarbeitenden und Gäste der Tagespflege Goslar freuen sich darauf, gemeinsam mit Besuchenden eine schöne Zeit zu verbringen. Kommen Sie vorbei, genießen Sie die festliche Atmosphäre.
Zu der SeiteNeuerkerode im Deutschlandfunk Wochenendjournal
17.11.2025 Neuerkerode im Deutschlandfunk Wochenendjournal Im Oktober war der Deutschlandfunk zu Gast in Neuerkerode, um über die Menschen und das Leben im inklusiven Dorf zu berichten. Der Beitrag ist ab sofort online zum Nachhören verfügbar. Reporter Malte Henning besucht unter anderem den Kiosk, die Kunstwerkstatt Villa Luise sowie die Wohngruppe Mühlenhof und sammelt vielfältige Eindrücke vom Leben in Neuerkerode. Dabei kommt er mit Bürger:innen, Mitarbeitenden sowie mit Marcus Eckhoff (Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen) und Tobias Henkel (Vorstandsvorsitzender der esn) ins Gespräch. Der rund 40-minütige Beitrag wurde am 15. November im Rahmen des Wochenendjournals ausgestrahlt und kann auf Deutschlandfunk nachgehört werden.
Zu der SeiteInklusiver Weihnachtsmarkt lockt mit über 70 Ständen nach Neuerkerode
08.12.2025 Inklusiver Weihnachtsmarkt lockt mit über 70 Ständen nach Neuerkerode Der Weihnachtsmarkt findet am 14. Dezember 2025 von 11 bis 17 Uhr statt. Nun steht das Programm fest. Wunderschönes Kunsthandwerk, besondere Leckereien und eine unvergleichliche Atmosphäre: Der Weihnachtsmarkt in Neuerkerode lockt jedes Jahr mit über 70 Ständen und einem abwechslungsreichen Programm tausende Besucher:innen aus der gesamten Region in das inklusive Dorf bei Braunschweig. Er findet traditionell am 3. Advent (14. Dezember) von 11 bis 17 Uhr statt. Die Stände werden von Menschen aus Neuerkerode sowie von externen Schausteller:innen betrieben. Das Angebot erstreckt sich von Kulinarischem über kunsthandwerkliche Artikel und einem Flohmarkt bis hin zu ökologischen Produkten aus der Region. Abgerundet wird das Ganze durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm: Der Neuerkeröder Posaunenchor sorgt für eine vorweihnachtliche Atmosphäre. Außerdem sorgen Auftritte der inklusiven Band Hand in Hand aus Neuerkerode, der Impro-Band der Wolfenbütteler Musikschule und von Marisa and Friends für unvergessliche Momente. Ein Zauberer bringt Jung und Alt zum Staunen und erstmals kann in der Kirche gemeinsam Karaoke gesungen werden. Dies und viele weitere Musik- und Show-Acts sorgen dafür, dass der Weihnachtsmarkt in Neuerkerode auch in diesem Jahr wieder ein Highlight wird, das Menschen aus der gesamten Region anzieht.
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