50 Jahre Fachschule für Heilerziehungspflege
04.02.2026 Hurra: 50 Jahre Fachschule für Heilerziehungspflege – Jubiläum – Seit 50 Jahren lernen, lehren und wachsen Menschen an der Fachschule für Heilerziehungspflege der esn. Vieles hat sich verändert: Kreide wich smarten Tafeln, der Unterricht wurde um soziale, pädagogische und psychiatrische Themen erweitert. Geblieben sind Freude am Miteinander, das Engagement für Schüler:innen und die Menschen, die sie begleiten. Die Neuerkeröder Fachschule ist klein und herzlich. Drei Klassen, individuelle Förderung, ein Team aus Lehrkräften, Honorarkräften und Praxisanleiter:innen. Das Lehrkonzept verbindet Fachwissen, Praxisnähe und Menschlichkeit. Schulleiterin Annegret Jäkel hat in ihren 22 Jahren die Entwicklung der Schule vorangetrieben. Sie fand zunächst nebenberuflich den Weg an die Fachschule. Schnell entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Lehren, wagte den beruflichen Wechsel und übernahm 2009 die Schulleitung. „Wir haben hier eine sehr persönliche Atmosphäre und gehen auf die individuellen Bedürfnisse ein. Das ist der Grund, warum ich hier jeden Morgen gerne herkomme“, erzählt die Diplom-Pädagogin. Auch das Team, die gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung schaffen eine gute Atmosphäre. Soziale Einflüsse auf die Ausbildung Die Ausbildung hat sich in den letzten 50 Jahren durch soziale Einflüsse stark verändert: „Früher hieß es in der Pflege überspitzt ‚satt und sauber‘. Heute bauen wir Beziehungen auf, assistieren und begleiten Menschen in ihrem Alltag“, erklärt Jäkel. Auch die Rolle der Lehrkraft hat sich gewandelt: „Wir geben nicht mehr alles frontal vor, sondern unterstützen beim eigenständigen Lernen, setzen auf Gruppenarbeiten und diskutieren Themen kritisch. So wird Wissen nachhaltig verankert.“ Mitten im inklusiven Dorf Die Schule liegt mitten im inklusiven Dorf Neuerkerode. „Die Schüler sind so direkt am Ort des Geschehens. Durch die enge Zusammenarbeit mit Praxisstellen können wir im Lehrplan aufnehmen, was die Fachkräfte von morgen wirklich im Arbeitsalltag brauchen“, so die Schulleiterin. Eine weitere positive Entwicklung ist, dass die Schüler:innen heute Menschen mit Behinderungen selbstbewusster begleiten. „Je sicherer sie aus der Ausbildung gehen, desto mehr können sie für benachteiligte Menschen sprechen. Gerade mit Blick auf gesellschaftliche Polarisierung halte ich klare Standpunkte gegen rechts für unverzichtbar“, betont Jäkel. Welche Botschaft gibt sie ihren Schüler:innen mit? „Es lohnt sich, für das zu kämpfen, was einem am Herzen liegt. Solange das die Menschen sind, mit denen Sie arbeiten, sind Sie hier genau richtig.“ Das ganze Interview mit Schulleiterin Annegret Jäkel, viele Fakten zur Fachschule Heilerziehungspflege und eine Bildergalerie zum Jubiläum gibt’s Zum Interview Text: Birthe Schnatz // Fotos: Unternehmenskommunikation esn, Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteHurra: 50 Jahre Kita Peter und Paul
28.01.2026 Hurra: 50 Jahre Kita Peter und Paul – Jubiläum – Die Kindertagesstätte Peter und Paul feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Sei ist mit der umfassenden, integrativ- inklusiven Kinderbetreuung verlässlicher Anker für viele Mitarbeitende der esn. Mit Generationen groß geworden „Riesige Germknödel mit Pflaumenmus“, antwortet Alice Tanger mit einem Lächeln auf die Frage nach einer einprägsamen Erinnerung aus ihrer Kindergartenzeit. „Oh ja, die waren immer so lecker“, schwärmt ihre Kollegin Diana Borks. „Aber ganz so riesig, wie du sie im Gedächtnis hast, waren sie wohl nicht“, scherzt sie. Beide blicken auf viele, auch gemeinsame, Erinnerungen zurück: Alice Tanger besuchte damals als Kind die Kita Peter und Paul − Diana Borks war ihre Erzieherin. Heute sind beide Kolleginnen und lebendiger Teil der 50-jährigen Geschichte. Seit knapp 35 Jahren ist Diana Borks hier tätig. „Ich habe vorher in der Eingliederungshilfe gearbeitet und zunächst gar keine Erfahrung in der Kinderbetreuung gehabt. Aber als 1991 die Stelle ausgeschrieben war, hat mich das gereizt“, erinnert sich Borks. Sie startete in der Vormittagsgruppe des damals noch rein betrieblichen Kindergartens. Es hat sich seitdem viel getan, eine erfüllende Arbeit ist es für sie seitdem geblieben. Eine besondere Erinnerung aus ihrer Arbeitszeit verknüpft sie mit einer Familie aus der Region: „Nacheinander kamen vier Kinder aus der Familie zu uns in die Betreuung. Das waren insgesamt 16 Jahre, die man gemeinsam gegangen ist. Und später kam sogar noch ein bisschen Zeit dazu, weil einige als Praktikanten zurückgekehrt sind.“ Zurück in die Kita, das dachte sich auch Alice Tanger – und das gleich zweimal: Vor knapp zehn Jahren kam sie das erste Mal in die Einrichtung, als Leitung in der Ganztagsgruppe. Dieser Stopp war allerdings nur von kurzer Dauer. Seit 2023 – fast zeitgleich zur Eröffnung des Anbaus für die neue Krippe – ist sie wieder Peter-und-Paul-Mitarbeiterin. „Ich mag das Dörfliche und Geborgene hier in Neuerkerode“ Tangers Mutter, bis zuletzt noch in Neuerkerode für die esn-Tochtergesellschaft Wohnen und Betreuen beruflich aktiv, arbeitete damals in der Nähe des Kindergartens. „Ich bin danach immer in die Wohngruppe gegangen, in der sie arbeitete und nahm so bis zum Dienstende am Leben dort teil“, erinnert sich Tanger. Das inklusive Dorf Neuerkerode... spielt in der Kita eine wichtige Rolle und es hat sie auch mit Blick auf die Konzeption nachhaltig geprägt. Sie war eine der ersten inklusiv-integrativen Kitas im Landkreis Wolfenbüttel und öffnete sich seit 1975 für mehr als 1.800 Kinder aus Familien von esn-Mitarbeitenden und der Samtgemeinde Sickte. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Unternehmenskommunikation esn // Video: Sara Uhde Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteZwischen Wandel und Wachstum
05.12.2025 Zwischen Wandel und Wachstum – Tagesförderstätte – Mit Wachstum kennen sie sich von Berufs wegen aus in der Tagesförderstätte (TGF) Natur und Umwelt der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (WuB). Fernab von Beeten und Feldern sprießt aktuell am Standort des früheren Gärtnerei- und Blumenladens ein bisher nicht da gewesenes Gebäude in die Höhe: der Neubau der TGF Natur und Umwelt in Neuerkerode. „Ich kann es kaum erwarten, dass wir in das neue Gebäude ziehen“, freut sich die Beschäftigte Sian Camp. Das moderne, barrierefreie und bald fertige Zuhause der TGF soll demnächst bezugsfertig sein und wird dann den ehemaligen Arbeitsbereich Bogenhalle ablösen. Großzügig geschnittene Gruppenräume mit Küchen, Werkräumen, Umkleiden sowie ein Pflegebad ermöglichen den 37 Teilnehmenden und Mitarbeitenden eine zeitgemäße Gestaltung ihrer Beschäftigungs- und Tagesstrukturen auf knapp 650 Quadratmetern Fläche. Gewachsen ist auch der Bereich Arbeit und Beschäftigung insgesamt. Nach dem Teilbetriebsübergang der esn – Gesellschaft Mehrwerk gGmbH in die WuB sind Expertise, Kompetenz und Angebote in diesem Feld gebündelt und damit die Möglichkeiten der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung gestärkt worden. „Die Wunschvorstellung ist es, dass wir in unserem Bereich arbeitsanbahnende Prozesse fördern und damit Teilnehmende für einen guten Übergang in den Berufsbildungsbereich oder die Werkstatt qualifizieren. In Form eines ausgelagerten WfbM-Platzes wäre das dann sogar weiter hier vor Ort möglich“, sagt Johanna Trillhose, Koordinatorin des Bereich TGF Natur und Umwelt. So könne der Weg für Teilnehmende aus der Tagesförderung in Neuerkerode in den Berufsbildungsbereich oder die Klostergärtnerei Riddagshausen – einem Werkstatt-Standort, der vorher von der Mehrwerk organisiert wurde – leichter gelingen. Weiterhin aber bleibt die TGF ein Standort für alle Beschäftigten und Teilnehmenden ohne die Vorgabe eines Mindestmaßes an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit, wie sie in den Werkstätten durch das Gesetz vorgeben ist. Heißt vereinfacht: Hier stehen das Erlernen tagesähnlicher Beschäftigungsstrukturen im Vordergrund – ohne einen Produktionsdruck. Neubau der TGF Natur und Umwelt in Neuerkerode Auf 664 m² Grundfläche entstehen fünf Gruppenräume mit Pantryküche, ein Werk-, ein Aufenthalts- und ein Ruheraum sowie ein Bereich für Arbeitsvorbereitungen. Für die Fachanleitungen wird es Büros mit WC, Dusche und Umkleiden geben sowie Umkleiden und WCs für mitarbeitende Bürger. Zudem gibt es ein Pflegebad. „Für die Beschäftigten ist es zum Beispiel eine schöne Erfahrung, dass sie den Kreislauf der Umwelt miterleben und mit ihrer Tätigkeit vom Pflanzen des Samens über das Ernten des Gemüses bis hin zur Verköstigung der Frucht einen ganzheitlichen Ablauf verfolgen können“, nennt Trillhose ein Beispiel aus der TGF. Viele dieser Schritte werden bald im neuen Gebäude erfolgen. Darauf freut sich schon die Beschäftigte Sian Camp. Sie ist nach dem Berufsbildungsbereich sowie einer Qualifizierungsmaßnahme in der Klostergärtnerei Riddagshausen nach Neuerkerode gekommen. Sie ist gern im inklusiven Dorf, bindet am liebsten Blumensträuße oder Adventsgestecke und übernimmt auch zum Teil den Verkauf. Mit dem Neubau wächst der Kreislauf wieder zusammen, der mit dem dafür notwendigen Abriss des Blumenladens und seiner Gewächshäuser für einige Zeit unterbrochen war. „Ich kann es kaum erwarten, dass wir in das neue Gebäude ziehen, weil es natürlich moderne, neue Räume sind und weil es dort einen Extra-Arbeitsraum gibt, in dem ich meine Sträuße binden kann“, erzählt Camp. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht Mehr zur Tagesförderung
Zu der SeiteHüter der Halme: Ohne sie läuft bei Eintracht nichts
14.01.2026 Hüter der Halme: Ohne sie läuft bei Eintracht nichts – Greenkeeping inklusive – Morgens halb zehn in Braunschweig: Es herrscht Betriebsamkeit auf und um den Trainingsplatz der Eintracht- Profis. Noch sind die Spieler nicht zu sehen, dagegen laufen die Greenkeeper und Helfer bereits warm. Eine kleine E-Pritsche huscht schnell noch am Platz vorbei in Richtung Lager, am Seitenrand werden mit dem Laubbläser noch eilig letzte Blätter weggepustet und auf dem Rasenplatz stehen eine Handvoll Menschen und gabelt den Rasen. „Es macht mich stolz, hier arbeiten zu können. Außerdem ist unser Team sehr nett“, Sean Hagedorn. Unter ihnen sind sechs Beschäftigte der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH. In dem Kooperationsprojekt mit Eintracht Braunschweig sind Außenarbeitsplätze entstanden, in denen vornehmlich an den Rasenplätzen gearbeitet wird und weitere gärtnerische Tätigkeiten auf dem Gelände verrichtet werden. Einer, der jetzt auf dem Platz steht, auf dem gleich die Profis das Training starten, ist Sean Hagedorn. Der junge Mann hält die Rasengabel in der Hand. Der Stab mit den drei kleinen Zacken am Ende dient dazu, den Rasen zu reparieren und zu belüften. Mit seinen Kollegen geht er Meter für Meter ab und bessert zum Beispiel beim Training entstandene Löcher aus: „Reinstechen, anheben und mit dem Fuß bündig treten. So lockere ich den Boden auf und kann ihn anschließend wieder verschließen“, beschreibt er seinen Auftrag. Der Eintracht-Fan freut sich, dabei zu sein. GPS-Markierungsroboter Mittlerweile ist die Elektro-Pritsche zurückgeeilt und steht auf der anderen Platzseite am Torraum. Eintracht-Greenkeeperin Simone Schilling hat Dosen mit weißer Farbe sowie ein kleines Highlight mitgebracht: den GPS-Markierungsroboter. Den soll heute Teilnehmerin Antonja Millhagen bedienen. Am Vortag haben sie schon eine erste Runde mit dem Roboter auf Rollen gedreht und den Nebenplatz gekreidet. „Hier, schau mal“, sagt Schilling, die neben ihr steht. Sie gibt der Teilnehmenden Hinweise zur Bedienung und schiebt nach: „Wähl mal das Feld aus.“ Antonja drückt mit dem Finger darauf, der Roboter setzt sich in Bewegung und sprüht die Farbe haargenau auf den Rasen. Die junge Neuerkeröderin hat vorher im Second-Hand-Kleiderladen in Neuerkerode gearbeitet. „Aber eigentlich arbeite ich viel lieber draußen an der frischen Luft“, gesteht sie. Als sie hörte, dass dieses Projekt neu angeboten wird, habe sie sich sofort gemeldet. „Es ist bisher sehr abwechslungsreich und es macht mir viel Spaß“, sagt die begeisterte Hobbykickerin. "Wir sind in der Kennenlernphase... und noch dabei, mit den Teilnehmenden erste Routinen zu entwickeln. Die Abläufe werden jeden Tag besser – das sieht schon sehr gut aus“, sagt Keven Cremer, einer der Eintracht-Greenkeeper. Um ihn herum stehen Tanja Klaslo und Marco Simon, die sich über das Feedback freuen. Beide begleiten das Projekt vonseiten der WfbM und sind regelmäßig dabei, um sowohl bei den Greenkeepern als auch bei den Teilnehmenden Feedback einzuholen, Fragen zu klären und mögliche Probleme aufzunehmen. Der Roboter hat gerade die letzten Markierungen gezogen, da kommen die Profis auf den Platz: Punktlandung. Sie traben an Mitarbeitenden und Teilnehmenden vorbei, lächeln und grüßen. Sie wissen genau – ohne die Greenkeeper läuft auch bei ihnen nichts. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke// Video: Sara Uhde Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteUnendliche Welten erforschen
14.11.2025 Neues Projekt: Theater Endlich erkundet die unendlichen Weiten des Weltalls Mit einem echten Höhepunkt ist das inklusive Ensemble Theater Endlich in sein neues Theaterprojekt gestartet: Beim Kick-Off im Planetarium Wolfsburg wurde nicht nur das neue Stück inhaltlich angestoßen, sondern auch der zukünftige Aufführungsort erkundet. Denn: Im Juni 2026 wird das neue Theaterstück des Ensembles unter der Kuppel des Planetariums Premiere feiern – eine außergewöhnliche Kooperation zwischen Kunst, Wissenschaft und Sternenhimmel. Alle zehn Ensemblemitglieder waren dabei – viele zum ersten Mal überhaupt in einem Planetarium. Die Aufregung war groß, das Staunen noch größer. Eileen Pollex, Geschäftsführerin des Planetariums, und Dr. Julia Lanz-Kröchert, Planetologin und Wissenschaftlerin, nahmen die Gruppe herzlich in Empfang und gaben eine faszinierende Einführung: Gemeinsam wurde das Potenzial der Sternentechnik erkundet – inklusive einer Reise zu den Planeten und einem Spaziergang auf dem Mond. Es war ein Erlebnis, das inspiriert, beflügelt – und die Fantasie für das kommende Theaterstück regelrecht angefeuert hat. Theaterkünstlerin Mirja Lendt, die das Stück gemeinsam mit dem Ensemble entwickelt, begleitete den Auftakt. Sie wird die Erfahrungen und Ideen der Schauspieler:innen aufnehmen und mit ihnen ein Stück entwickeln, das wie immer biografisch fundiert, gesellschaftlich relevant – und diesmal auch wunderbar galaktisch wird. Das Theater Endlich hebt also ab – künstlerisch, inhaltlich und ganz real unter der Kuppel des Planetariums. Der Countdown läuft. Und wir freuen uns schon jetzt aufs Landen. Das Projekt des Spielraum TPZ findet in Kooperation mit dem Planetarium Wolfsburg statt. Gefördert wird es vom Unternehmensverund der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, der Heidehof Stiftung, der Dr. Kurt und Ruth Gahnz Stiftung und der Richard Borek Stiftung.
Zu der SeiteDer OP-Alltag ist wie ein großer Bahnhof
05.12.2025 Der OP-Alltag ist wie ein großer Bahnhof – Alles auf Grün – Eine kurze Kugelschreibernotiz auf blauem Kasack – der schnellste und einfachste Weg, um die Information festzuhalten, die gerade am Telefon durchgegeben wurde. Zettel gibt es im OP-Trakt selten und ehe er einen Block aus dem Raum nebenan besorgt, klingelt schon wieder eines seiner beiden Telefone. Für Matthias Lotze sind Notizen auf der OP-Kleidung Routine – kleine Merker in seinem Berufsalltag, der manchmal kaum Pausen kennt. Seit 15 Jahren ist Matthias Lotze OP-Manager am Krankenhaus Marienstift in Braunschweig. Unter seine Verantwortung fällt die Gesamtleitung OP und Anästhesie, die zentrale Sterilgutversorgung und das OP-Management. „Man muss sich den Alltag hier wie einen großen Bahnhof vorstellen“, sagt Lotze. „Es gibt einen Fahrplan, aber dann fällt ein Zug aus, ein anderer verspätet sich, Personal muss für einen Ersatzzug bereitgestellt werden.“ Alles muss weiterlaufen Lotze sorgt dafür, dass Teams vollständig sind, Pausen eingehalten werden und OP-Kapazitäten effizient ausgelastet sind. Er terminiert die einzelnen Eingriffe und Nachmeldungen, hat im Blick, dass die sogenannten Instrumentensiebe, die benötigten Implantate und das medizinische Zubehör für die jeweilige Operation bereitstehen. Klemmt eine OP-Tür oder besteht anderweitig Bedarf an Reparatur oder Wartung, geht Lotze in den Austausch mit dem Technischen Dienst oder der Medizintechnik am Marienstift. Auch das fällt in seinen Aufgabenbereich. Gemeinsam mit dem Teamleiter des Operationsbereichs und dem Chefarzt der Anästhesie bildet er ein eingespieltes Trio: Sie behalten Abläufe und Ressourcen im Blick und stehen in engem Kontakt mit den Kolleg:innen in den Sälen. Welche Eingriffe stehen an, gibt es Besonderheiten oder Engpässe? Danach wird das Personal auf die Säle verteilt – Chirurgie, Gynäkologie, plastisch, ästhetische und Handchirurgie, Orthopädie und HNO. „Unser Ziel ist, den Tag so effizient wie möglich zu gestalten“, sagt Lotze. Und dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Jede Operation ist anders Die Zeit für eine Blindarm-OP hängt auch davon ab, wer sie durchführt. Das Marienstift ist ein Ausbildungskrankenhaus. „Erfahrene Operateure sind schneller, junge Ässistenzärzt:innen brauchen mehr Zeit, die wir geben möchten, damit sie unter Anleitung lernen.“ Doch jeder noch so gute Plan ist hinfällig, wenn plötzlich ein Notfall gemeldet wird – heute ein Darmverschluss, der keine halbe Stunde warten konnte, oder eine akute Blinddarmoperation, die zeitnah operiert werden musste. Für Lotze bedeutet das: umplanen, Personal verschieben, schauen, ob die benötigten Instrumente zur Verfügung stehen, Abläufe anpassen. „Manchmal ist das wie ein Dominoeffekt“, sagt er. Ein Eingriff wird zeitlich nach hinten gelegt, ein anderer muss auf den nächsten Tag weichen. „Das versuchen wir nach Möglichkeit zu vermeiden, schon weil sich Patient:innen mental auf ihre OP vorbereiten. Diesen Stress wollen wir ihnen nicht doppelt zumuten. Wir führen auch viele Operationen bei Kindern durch. Hier ist es besonders wichtig, diese sicher in festen Zeitfenstern zu planen.“ Wenn eine Operation dann einmal läuft, gibt es kein Zurück. „Das ist wie in einer Bobbahn – man kann nicht mehr bremsen“, erklärt er. Lotze ist gelernter OP-Fachpfleger. Bis heute ist er auch regelmäßig im operativen Einsatz im OP-Saal tätig. Wenn Personalausfall besteht oder Pausenablösungen gebraucht werden, springe er auch ein. „Ich bin OP-Pfleger, das bleibt man.“ Die Arbeit am Patienten ist für ihn zudem eine willkommene Ergänzung zu seinen Managementaufgaben – da hat man seinen Bereich, seine Routine und bleibt im direkten Austausch mit den Kolleg:innen. Außerdem brauche er die OP-Erfahrung. „In der Medizin ändert sich so viel – neue Technik, neue Instrumente, neue Implantate. Wenn man da nicht am Ball bleibt, kann man irgendwann die Abläufe weniger gut steuern.“ Teamarbeit Rund 60 Mitarbeitende aus zwölf Nationen arbeiten täglich im OP-Bereich am Marienstift – Operateur:innen, Pflegekräfte, Anästhesist:innen, Reinigunspersonal und medizischische Fachangestellte. „Das ist sehr bereichernd. Und es hilft, wenn Patient:innen kein Deutsch sprechen. Kolleg:innen, die Arabisch, Spanisch, Polnisch, Türkisch, Kroatisch oder Russisch können, nehmen Ängste und schaffen Vertrauen.“ Auch fachliche Fragen von Patient:innen können besser erklärt werden. 38 Jahre ist es inzwischen her, dass Lotze am Marienstift seine Ausbildung begann. Zwischenzeitlich lernte er andere Häuser kennen und kehrte mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck zurück. „Das Marienstift ist ein kleines, aber feines Haus.“ Kurze Wege, direkter Kontakt in die Leitungsebenen, schnelle Entscheidungen mit Geschäftsführung und Pflegedirektion – das schätzt er besonders. Als er am Marienstift anfing, gab es noch 35 Diakonissen. „Das war eine prägende Zeit. Menschen, die ihren Beruf als Berufung verstanden. Diese Haltung spürt man hier bis heute.“ Pendeln zwischen Schreibtisch und Operationssaal Am späten Nachmittag ist Lotze etliche Male zwischen Büroschreibtisch und Operationstrakt hin und her gependelt. Nun schaut er auf die große digitale OP-Tafel für alle vier Säle. Rot steht für laufende Eingriffe, Gelb für Nachmeldungen, Blau für anstehende Operationen. Zum Ende des Tages färben sich alle Einträge langsam grün. „Das schaffen wir jeden Tag. Manchmal ist eben nur die Frage, wann.“ Für heute aber haben Lotze und sein Team einen fordernden Tag hinter sich. Der Darmverschluss und die akute Blinddarmentzündung konnten erfolgreich operiert werden. Alle weiteren Eingriffe sind gelaufen, die Patient:innen versorgt. „Never change a running system“, sagt Matthias Lotze und lächelt. Text: Petra Neu // Fotos: Bernhard Janitschke, Unternehmenskommunikation esn // Video: Sara Uhde Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteInhaltsübersicht_NEB_122
05.12.2025 Siehe, ich mache alles neu! „Alles neu“ zeigt sich nicht im großen Umbruch, sondern in den vielen kleinen Momenten, in denen Menschen einander begegnen, Verantwortung übernehmen und Vertrauen wachsen lassen. Diese Ausgabe lädt dazu ein, solche Perspektiven aus unserem Verbund mitzunehmen – als Inspiration, Ermutigung und Anstoß, Veränderung gemeinsam zu gestalten. Editorial Liebe Leserinnen und Leser, „Siehe, ich mache alles neu!“ – die Jahreslosung 2026 trägt eine Hoffnung in sich, die gerade in unserer täglichen Arbeit spürbar ist: Veränderung beginnt oft im Kleinen, wächst langsam und zeigt sich dort, wo Menschen einander begegnen, unterstützen und neugierig bleiben. In unserer Stiftung erleben wir dieses „Neuwerden“ jeden Tag – dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, wo Fürsorge und Professionalität zusammenfinden und wo Geduld und Mut Räume öffnen: für Entwicklung, Teilhabe, Würde und Selbstbestimmung. Neues zeigt sich in Gesprächen, in gemeinsam gelösten Herausforderungen, in Momenten des Vertrauens und der Zusammenarbeit. Es entsteht im Miteinander, nicht im Alleingang. In dieser Ausgabe erfahren Sie unter anderem, wie komplex und gleichzeitig menschlich die OP-Versorgung in unserem Krankenhaus Marienstift ist – und wie medizinische Qualität mit Fürsorge verbunden wird, sodass aus Professionalität Vertrauen wächst. Sie erfahren auch, wie und warum eine Mitarbeiterin einen neuen beruflichen Weg eingeschlagen hat und seitdem Menschen am Lebensende in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung begleitet. Wir laden Sie ein, diese Perspektiven mitzunehmen: als Inspiration, als Ermutigung und vielleicht auch als Anstoß, gemeinsam mit uns weiter Neues zu gestalten. Denn Veränderung braucht uns alle. Weiterlesen Darüber hinaus lesen Sie von 50 Jahren Fachschule Heilerziehungspflege und Kita in Neuerkerode – und wie sich diese Einrichtungen im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt haben. Mit Einblicken wie diesen in unseren Unternehmensverbund möchten wir deutlich machen: „Alles neu“ ist kein fertiger Zustand. Es ist ein Weg – ein Prozess, der in kleinen Schritten beginnt. Dieser Geist verbindet auch uns mit Ihnen – mit den Menschen, die unsere Arbeit begleiten, unterstützen, kritisch mitdenken, ermöglichen und stärken. Spender:innen, Kooperationspartner:innen, Freund:innen unseres Verbundes: Ihre Zuwendung macht Mut. Sie schafft Handlungsspielräume, eröffnet Chancen und prägt Lebensqualität. Dass Sie diesen Weg mit uns gehen, ist nicht selbstverständlich – und wir sind dankbar dafür. "Alles neu“ meint keinen großen Umbruch. Es beschreibt vielmehr eine Haltung, die jeden Tag beginnt: in einem offenen Blick, in einer helfenden Hand, in der Bereitschaft, Menschen in ihrer Individualität zu sehen und zu begleiten. Dieses Magazin möchte Ihnen einen Einblick geben in diese Haltung, die unseren Alltag trägt – und in das, was durch gemeinsames Handeln möglich wird. Herzlichst Tobias Henkel | Vorstandsvorsitzender Neues zum Blättern Ein glitzernder Auftakt! Fotostrecke zu unserem neuen inklusiven Festival ALL iN BEAT in Neuerkerode Zum Text Der OP-Alltag ist wie ein großer Bahnhof Im Marienstift Braunschweig steuert OP-Manager Matthias Lotze seit 15 Jahren einen hochkomplexen Klinikbetrieb. Sein Alltag gleicht einem großen Bahnhof, geprägt von spontanen Änderungen, hoher Taktung und Routine im Ausnahmezustand. Zum Text Der Geist ist willig Der 95-jährige Helmut Weidemeier schreibt im Pflegezentrum St. Vinzenz mit beeindruckender Ausdauer an seinem dritten Buch: Buchstabe für Buchstabe, trotz großer körperlicher Einschränkungen. Eine inspirierende Geschichte über Willenskraft und Leidenschaft. Zum Text Von Abschied und Aufbruch Als Melanie Leamy ihren Mann Paul im St.-Luke’s-Hospital in Dublin bis zu seinem letzten Atemzug begleitet, verändert sich ihr Leben grundlegend. Aus der schweren Zeit entsteht ein klarer Entschluss: Sie möchte künftig für Sterbende da sein. Heute arbeitet sie in der SAPV der Diakoniestationen Harz-Heide in Braunschweig und bereut diesen Weg keinen Moment. Zum Text Im Wandel wachsen Die Regenesa bietet seit vielen Jahrzehnten Gesundheitsfürsorge für Frauen, Mütter und Kinder an der Nordsee. Jeannette Siering begleitete die Integration der Einrichtung in die esn und vergleicht diesen Prozess mit einem anspruchsvollen Aufstieg auf einen Berg. Das Interview gibt Einblicke in Herausforderungen, Erfolge und ihre persönliche Entwicklung während dieser intensiven Phase. Zum Text Hüter der Halme: Ohne sie läuft bei Eintracht nichts Auf dem Trainingsgelände von Eintracht Braunschweig herrscht schon früh am Morgen reges Treiben. Noch bevor die Profis den Platz betreten, sind Greenkeeper und Helfer im Einsatz, bereiten den Rasen vor und sorgen dafür, dass jedes Detail stimmt. Zwischen Laubbläsern, Werkzeugen und einer vorbeifahrenden E-Pritsche beginnt ein neuer Tag im Hintergrund des Profifußballs. Zum Text Hurra: 50 Jahre Kita Peter und Paul in Neuerkerode Die Kindertagesstätte Peter und Paul in Neuerkerode feiert 50 Jahre integrative und inklusive Kinderbetreuung. Seit einem halben Jahrhundert bietet sie Familien verlässliche Betreuung und ist ein wichtiger Bestandteil der esn-Unternehmensgruppe. Zum Text 50 Jahre Fachschule für Heilerziehungspflege in Neuerkerode Die Fachschule für Heilerziehungspflege in Neuerkerode feiert 50 Jahre Ausbildung in der Eingliederungshilfe. Mit ihrer praxisnahen Ausbildung leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in sozialen Berufen. Zum Text Cannabisprävention im Klassenzimmer – der „Grüne Koffer“ im Einsatz In der achten Klasse der OBS Sickte vermittelt Fabienne Lohmann vom Lukas-Werk spielerisch Wissen über Cannabis. Mit dem Präventionsprogramm „Grüner Koffer“ erfahren die Jugendlichen anschaulich, welche Risiken der Konsum von THC birgt und wie sie selbstbewusste Entscheidungen treffen können. Zum Text Damit hatte ich nicht gerechnet! Alles begann mit einer harmlosen Stelle auf der Schulter. Für Markus Becker endete der Urlaub auf Fuerteventura mit einer unerwarteten Diagnose: Basalzellkarzinom, weißer Hautkrebs. Ein persönlicher Erfahrungsbericht über das Erkennen, den Umgang und die Bedeutung frühzeitiger Vorsorge. Zum Text Vom Rettungswagen ins Büro Kawing Phung startet ihre Karriere als engagierte Schulsanitäterin und Rettungssanitäterin bei den Maltesern. Nach Jahren im Rettungsdienst sucht sie neue Herausforderungen und findet sie in der Ausbildung in der esn zur Kauffrau im Gesundheitswesen, die soziale Arbeit und wirtschaftliche Aspekte vereint. Zum Text Zwischen Wandel und Wachstum Mit Wachstum kennen sie sich von Berufs wegen aus in der Tagesförderstätte (TGF) Natur und Umwelt der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (WuB). Fernab von Beeten und Feldern sprießt ein bisher nicht da gewesenes Gebäude in die Höhe: der Neubau der TGF Natur und Umwelt in Neuerkerode. Zum Text Spendenprojekt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft „Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.“ – Genau so ergeht es leider unserem Herzensprojekt, dem Zentrum Würde. Nach einem vielversprechenden Start mussten die Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Friedenskapelle vorerst pausieren: Unerwartete Schäden am Dach machen zusätzliche Arbeiten notwendig. Doch wir lassen uns nicht entmutigen. Dieses Projekt liegt uns sehr am Herzen, denn es steht für Dinge, die uns alle verbinden: Würde, Mitmenschlichkeit und Begegnung. Ein Ort mit Geschichte Vor über 150 Jahren begann die Geschichte des Marienstifts im Zentrum Braunschweigs. Direkt vor dem heutigen Haupteingang des Krankenhauses steht die 1903 eröffnete Friedenskapelle – ein Ort, der schon damals aus Spendengeldern erbaut wurde. Hier pflegten Diakonissen einst mit Hingabe und Nächstenliebe Menschen in schweren Zeiten. Bis heute steht dieser Ort für helfende Nähe und einen würdevollen Umgang – bis in den Tod. Nach vielen Jahren des Leerstands möchten wir diese besondere Kapelle wieder mit Leben füllen. Mit dem „Zentrum Würde“ entsteht ein Raum, in dem Menschen in allen Phasen ihres Lebens zusammenkommen, sich austauschen, innehalten und Trost finden können – unabhängig von Herkunft, Alter oder Glauben. Ein Blick in die Gegenwart Schon heute finden Seminare und Workshops zu Themen wie Tod, Trauer und Nächstenliebe statt – allerdings noch in Ausweichräumen. Das Amt für Denkmalschutz hat unseren Sanierungsplänen bereits zugestimmt, doch bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen konnten, zeigte sich das ganze Ausmaß der Schäden: marode Dachbalken und eindringende Feuchtigkeit. Damit die historischen Vertäfelungen und einzigartigen Wandmalereien erhalten bleiben, wird im ersten Bauabschnitt das Dach über dem ehemaligen Sezierraum erneuert. Dieser Raum soll künftig als erster Teil des neuen Zentrums Würde genutzt werden – als Ort des Austauschs, des Erinnerns und der Begegnung. Unsere Vision – Ihre Unterstützung Damit in Zukunft auch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in der Friedenskapelle stattfinden können, wird im nächsten Bauabschnitt das restliche Dach saniert. Die dafür notwendige denkmalrechtliche Genehmigung liegt bereits vor, sodass noch im Jahr 2025 mit dem ersten Teil begonnen werden kann. Erst danach können die Arbeiten im Innenraum weitergehen und das Zentrum Würde kann Schritt für Schritt Gestalt annehmen. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Jede Spende – ob groß oder klein – trägt dazu bei, diesen Ort der Menschlichkeit und Hoffnung zu bewahren und neu entstehen zu lassen. Gemeinsam schaffen wir einen Raum, in dem Leben, Trauer, Kultur und Glaube ein Zuhause finden. Jetzt spenden Erfolgsgeschichten Ihrer Unterstützung: Spenden-News Text: Michael Tietz // Fotos: Bernhard Janitschke Events Zu den Veranstaltungen Sie möchten die Neuerkeröder Blätter und weitere Informationen aus der Unternehmensgruppe regelmäßig digital erhalten? Dann schreiben Sie uns gern eine E-Mail an: oeffentlichkeitsarbeit@neuerkerode.de
Zu der SeiteWelcome back! Teil 3
14.11.2025 Welcome back | Warum Mitarbeitende den Weg zurück zu uns finden Manche Geschichten beginnen nicht nur einmal. In unserer Reihe „Welcome back“ stellen wir Kolleg:innen vor, die unseren Unternehmensverbund verlassen haben – und sich bewusst für eine Rückkehr entschieden haben. Was hat sie dazu bewegt, wieder Teil der esn zu werden? Was hat sich verändert – und was fühlt sich an wie nach Hause kommen? Mit ihren persönlichen Erfahrungen geben sie spannende Einblicke in unsere Unternehmenskultur, zeigen, was unseren Unternehmensverbund ausmacht, und warum es manchmal einen Umweg braucht, um zu wissen, wo man wirklich hingehört. Folge 3 | Zurück in ein positives Miteinander Im Sommer 2022 hat Nancy Neumann erstmals für die SAPV, die spezialisierte ambulante palliative Versorgung der Diakoniestationen Harz-Heide, gearbeitet. Nach 28 Monaten verlässt sie die SAPV, um bei einem neuen Arbeitgeber neue Wege zu gehen. Hier war sie unter anderem als Koordinatorin eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehörten die Koordination von ehrenamtlichen Mitarbeitern zur Unterstützung von schwerstkranken Menschen in deren Häuslichkeit und sie sollte das Themengebiet der Trauerarbeit übernehmen. Doch schon bald merkte sie, dass sie bei ihrem neuen Arbeitgeber unzufrieden ist. Nach nur drei Monaten kehrt sie zurück zur SAPV – und wurde im Team wiederaufgenommen, als wäre sie nie weggewesen. Im Interview | Nancy Neumann Aktuelle Position/Funktion: Pflegefachkraft Plus/Koordinatorin Gesellschaft: SAPV/Diakoniestationen Harz-Heide Was hat Sie damals dazu bewogen, den Unternehmensverbund zu verlassen? Aufgrund hoher Arbeitsbelastung kam es zu Schwierigkeiten in der Kommunikation mit der Leitungsebene. Dadurch kam es zu einem Gefühl des „nicht-gesehen-werdens“. So ist in mir der Wunsch entstanden, mich beruflich zu verändern. Erfahrungen außerhalb Was haben Sie in der Zeit bei Ihrem neuen Arbeitgeber besonders geschätzt? Leider gab es bei meinem neuen Arbeitgeber nur sehr wenige Dinge, die schätzenswert waren. So gab es dort weder ein positives Miteinander im Team, so wie Konflikte, die schon lange bekannt und nicht gelöst waren. Gab es Herausforderungen oder Dinge, die Sie dort vermisst haben? Es fehlte an einer adäquaten Einarbeitung, sowie einen festen Ansprechpartner bei Problemen. Das war eine große Herausforderung. Gründe für die Rückkehr Was hat Sie motiviert, in die DHH zurückzukehren? In der DHH, beziehungsweise in der SAPV, gibt es ein gutes Team-Gefüge und immer einen festen Ansprechpartner. Außerdem bietet das Unternehmen viele Benefits für Mitarbeitende. Haben sich bestimmte Dinge im Unternehmensverbund verändert, die Ihre Entscheidung beeinflusst haben? Nach einem langen persönlichen Gespräch mit der Leitungsebene konnten alte Missverständnisse ausgeräumt werden. Zudem hat sich mein Aufgabenfeld erweitert, indem ich Tätigkeiten in der Koordination übernommen habe. Somit kann ich meine Arbeitszeiten flexibler gestalten. Der Neustart Wie wurden Sie nach Ihrer Rückkehr aufgenommen? Das Team und auch die Führungsebene waren sehr erfreut über meine Rückkehr. Ich wurde sofort wieder ins Team integriert, als wäre ich nicht weg gewesen. Persönliche Entwicklung & Unternehmenskultur Was schätzen Sie heute besonders an den Diakoniestationen Harz-Heide und der SAPV? Ich schätze jetzt mehr, dass bei Belastungen zeitnah Gespräche führt werden und meine Anliegen ernst genommen werden. Welche Angebote, Entwicklungsmöglichkeiten oder Benefits sind für Sie besonders attraktiv? An Benefits schätze ich besonders „Hansefit“ und die Dienstwagenregelung. Blick nach vorn Was würden Sie potenziellen Bewerber:innen über die DHH mitgeben? Potenziellen Bewerber:innen würde ich bezüglich der DHH mitgeben, dass sie einen krisenfesten, und sehr sozial geprägten Arbeitgeber an ihrer Seite haben, der versucht auf die vielen verschiedenen Lebenssituationen der einzelnen Mitarbeiter einzugehen. Sehen Sie Vorteile darin, dass die DHH Teil des großen Unternehmensverbundes der esn ist? Wenn ja, welche? Ja, darin sehe ich deutliche Vorteile. Hierzu zählen beispielsweise höhere Gehälter nach Tarif, schnellere Tarifanpassungen sowie bessere Aufstiegschancen für Mitarbeitende. Teil des Teams werden Karriere im Unternehmensverbund esn
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10.11.2025 Für Herausforderungen der kommenden Jahre gut gerüstet Es ist eine der zentralen Veranstaltungen der Wohnen und Betreuen (WuB): das Angehörigen- und Betreuertreffen. In den Räumen der Werkstatt für behinderte Menschen in Rautheim gaben WuB-Geschäftsführer Marcus Eckhoff und weitere Mitarbeitende Einblicke in ihre Arbeit und künftige Projekte. Angesichts der welt- und wirtschaftspolitischen Lage gebe es viele Herausforderungen, die unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Menschen mit Behinderung haben. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz sei Einiges in Bewegung gebracht worden, mehrere Ziele seien allerdings noch nicht erreicht worden und in der aktuellen Lage sei von der Politik eher Stillstand zu erwarten. „Wir müssen uns gemeinsam noch mehr als bisher für Menschen mit Behinderung einsetzen“, richtete Eckhoff einen Appell an alle Zuhörer:innen. Dennoch hätten sich - trotz aller Herausforderungen - viele neue Chancen und Wege aufgetan. Diese geht die WuB unter anderem beim Recruiting an – und zwar mehrspurig. Kathrin Achnitz und Christian Vaterodt präsentierten umfassende Maßnahmen und Werbe-Kampagnen zur Gewinnung und Ausbildung weiterer Arbeits- und Fachkräfte. Sie stellten einen Videoclip über eine Pflegefachkraft aus dem Gartenweg 10 vor, der aktuell auf den Kanälen des esn-Verbunds läuft. Neue Chancen haben sich ergeben Weitere Möglichkeiten in ihrem Zuständigkeitsbereich Arbeit und Beschäftigung zeigte Gesamtleitung Claudia Deichmann auf. Neben zahlreichen Projekten in Werkstätten und Tagesförderungen hätten sich Insbesondere im Bereich der ausgelagerten Arbeitsplätze neue Angebote ergeben. So zum Beispiel im Bereich Greenkeeping in Kooperation mit Eintracht Braunschweig, im Bereich Service in den Cafés Parkblick und Kreuzgang oder im Bereich Hausmeistertätigkeiten in den 3 Landesmuseen. „Wir wollen noch flexibler werden und weitere starke Kooperationspartner suchen“, kündigte sie an. Neue Strukturen im Integrierten Gesundheitsdienst Neuerkerode (IGN) erklärte Jakob Richter (Gesamtleitung Gesundheit und Pflege). Mit den Gesundheitsnavigatoren, die gemeinsam mit dem Hausärztlichen Dienst arbeiten, können Wohnbereiche nun häufiger durchlaufen und ein engerer Kontakt zu den Bürger:innen hergestellt werden. „Diese zusätzlichen Wege erhöhen die Prävention und Effizienz, fördern die Flexibilität und verbessern die Qualität im Sinne einer optimalen Versorgung“, so Richter. Angebote optimiert Mehr Wegbegleiter möchte zukünftig auch der Bereich Bildung, Freizeit und Kultur (BFK) sein: „Mit den aufsuchenden Angeboten widmen wir uns Bürger:innen mit höherem Unterstützungsbedarf. Im persönlichen Setting oder der Gruppe werden unter anderem Motorikförderung, basale Stimulationen, ein Vorlesen oder auch Ausflüge angeboten“, teilte BFK-Leitung Saskia Brauns mit. Zur Optimierung dieser und weiterer Angebote hat der BFK-Bereich ein Controlling-Syste eingeführt, um entstehende Bedarfe in passgenaue Angebote umzuwandeln. Die letzte Etappe gehört traditionell den Bürger- und Angehörigenvertretungen. Petra-Lucia Haumann und Michael Schöndube (Angehörigenbeirat), Thorsten Lawrenz (stellvertretender Vorsitzender der Bürgervertretung) und Vertrauensperson Manuela Gieseke sowie Gunda Horsmans (Förderverein) blickten positiv zurück. So erstellten IGN und Angehörigenbeirat eine Ärzteliste, die barrierefreie Praxen auflistet und allen Interessierten zur Verfügung gestellt wird. Die Bürgervertretung verkündete unter anderem ihre Teilnahme am Förderprojekt „Blaue Wabe“, das sich Klimaschutzmaßnahmen widmen wird, und der Förderverein wies auf viele erfolgreiche Förderungen hin – unter anderem begleitete Rundgänge mit Pferden und Hunden im Dorf.
Zu der SeiteWeihnachtsmarkt rund um den Max-Beckmann-Platz
10.11.2025 Weihnachtsmarkt rund um den Max-Beckmann-Platz Am 28. November wird rund um den Max-Beckmann-Platz in Braunschweig wieder einiges geboten. Auch in diesem Jahr laden die Akteure rund um den Max-Beckmann-Platz in Braunschweig zu einem „Weihnachtsmarkt im Quartier“ ein. Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre wird wieder ein buntes und besinnliches Programm geboten, das Jung und Alt begeistern wird. Wann: 28. November I 15 bis 18 Uhr Wo: Rund um den Max-Beckmann-Platz in Braunschweig Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich durchs Quartier treiben. Das Programm startet um 15 Uhr mit einem Besuch des Weihnachtsmanns und eines Weihnachtsengels, organisiert von der Tagespflege St. Vinzenz auf dem Hof des gleichnamigen Senioren- und Pflegezentrums direkt gegenüber des Max-Beckmann-Platzes. Direkt im Anschluss geht es gegen 15.15 Uhr mit einem Theaterstück der Bewohnenden und Mitarbeitenden des Hauses St. Vinzenz weiter. Die AWO bietet in der Parkstraße 3ab 15.45 Uhr Musikbingo an und ab 16.30 Uhr gibt es in den Räumen des DRK Weihnachtspost und Zeitgutscheine. In der medi terra Pflegeschule, die sich am Max-Beckmann-Platz befindet, tritt um 17 Uhr ein Kinderchor auf. Ab 17.30 Uhr findet am Kreisel ein gemeinsames Singen mit Chor statt. Den Abschluss findet der Weihnachtsmarkt mit dem Auftritt einer Band, die ab 17.50 Uhr direkt am Platz vor dem Café Krokus auftreten wird. Unabhängig von dem Programm wird es während des gesamten Zeitraums an den verschiedenen Standorten Angebote wie beispielsweise Bratwurst, Kekse, Kuchen, Glühwein, Brezeln, Honig, Waffeln und Suppe geben. Auch Kreatives, Adventsgestecke und vieles mehr werden zum Kauf angeboten. Kommen Sie vorbei und stimmen Sie sich mit uns auf die Weihnachtszeit ein. Wir freuen uns auf Sie! Das Haus St. Vinzenz Weitere Informationen über das Haus St. Vinzenz finden Sie hier: Mehr Infos
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