„Haus Lebensglück“ lädt zum Tag der offenen Baustelle ein
06.06.2025 „Haus Lebensglück“ lädt zum Tag der offenen Baustelle ein Tagespflege, Senioren-WG und Service-Wohnungen in Eschede nehmen Form an. Die Bauarbeiten für das „Haus Lebensglück“ in Eschede, die im vergangenen Jahr gestartet sind, sind mittlerweile weit fortgeschritten. Die Diakoniestationen Harz-Heide sowie Investor Heiko Mennenga laden alle Interessierten herzlich zu einem Tag der offenen Baustelle ein. Es werden Führungen durch die Räume sowie Beratungen angeboten. Wann: Freitag, 20. Juni 2025, 11 bis 14 Uhr Wo: Am Feldrand 104, 29348 Eschede In dem Haus werden elf Service-Wohnungen, eine Senioren-WG mit zwölf Plätzen und eine Tagespflege mit 20 Plätzen ihren Platz finden – alles vereint unter einem Dach. Außerdem wird der ambulante Dienst der Diakoniestation Eschede-Lachendorf hier eine weitere Anlaufstelle erhalten. Die Tagespflege wird voraussichtlich ab September Gäste in Empfang nehmen. Wer es nicht zum Tag der offenen Baustelle schafft, kann sich trotzdem gerne beraten lassen. Die Mitarbeitenden der Diakoniestation Eschede-Lachendorf stehen Ihnen unter der t 05145.989 30 zur Verfügung. Weitere Informationen Die Angebote und weitere Informationen über die Diakoniestationen Harz-Heide finden Sie hier: Mehr Infos
Zu der SeiteEvagelia Tsaknaki wird Chefärztin der neuen Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie
05.06.2025 Evagelia Tsaknaki wird Chefärztin der neuen Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie Mit der neuen Klinik entwickelt sich das Krankenhaus Marienstift deutlich weiter. Das Braunschweiger Krankenhaus Marienstift stellt sich noch breiter auf: Mit der Gründung der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie erweitert es sein Angebot um neue Leistungen. Chefärztin der neuen Klinik, die ihren Betrieb Anfang Mai aufgenommen hat, ist Evagelia Tsaknaki. Das neue Angebot umfasst unter anderem die Brustchirurgie, die postbariatrische Chirurgie, Narbenkorrekturen sowie körperformende Operationen – auch für Selbstzahler. „Nur, weil eine Krankenkasse beispielsweise die Korrektur einer Fehlbildung nicht bezahlt, heißt das nicht, dass bei den Patienten kein Leidensdruck vorhanden ist“, so Tsaknaki. „Diesen Menschen wollen wir helfen.“ Mit der neuen Klinik entwickle sich das Marienstift deutlich weiter, so Geschäftsführer Dr. Jan Wolff. „Wir erweitern unser Leistungsangebot mit der neuen Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie deutlich und stärken zudem mit der Handchirurgie ein Gebiet, in dem das Marienstift seit Jahrzehnten führend in der Region ist“, sagt Wolff. „Wir freuen uns, dass wir hierfür eine so ausgewiesene Expertin wie Evagelia Tsaknaki gewinnen konnten.“ Tsaknaki ist Fachärztin für Allgemeinchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie. Sie besitzt jahrzehntelange Erfahrung in der Brustchirurgie, hat in einer der ältesten handchirurgischen Kliniken Deutschlands gelernt und nimmt schon seit ihrer Ausbildung regelmäßig an nationalen sowie internationalen Fortbildungen teil. „Als Kind der Region kenne ich das Marienstift schon lange. Es ist ein familiäres Haus, das für seinen empathischen Umgang mit seinen Patienten bekannt ist. Ich freue mich, nun Teil dieses besonderen Teams zu sein“, sagt sie. Die Klinik für Handchirurgie und angeborene Handfehlbildungen wird unter der Leitung von Dr. Silke Juras als Sektion für Handchirurgie und angeborene Hand- und Fußfehlbildungen in der neuen Klinik weitergeführt. „Diese Leistungen sind schon lange ein Aushängeschild und ein Alleinstellungsmerkmal des Marienstifts in unserer Region“, so Wolff. „Wir freuen uns, diese Arbeit weiter vertiefen zu können.“
Zu der SeiteBlüten, Kräuter, Düfte
18.06.2025 Blüten, Kräuter, Düfte Im Rahmen des Projektes Herzenswünsche gibt die Päser Kräuterschmiede Workshops in den Tagespflegen Gamsen und Meinersen. In den vergangenen Wochen und Monaten waren die Tagespflege Meinersen und die Tagespflege Gamsen, beide Teil der Diakoniestation Gifhorn und somit der Diakoniestationen Harz-Heide und der esn (Evangelische Stiftung Neuerkerode), immer wieder von betörenden Düften erfüllt. Mal roch es nach Rosen, dann wieder nach Lavendel und an einem anderen Tag nach Pfefferminze. Grund hierfür war Claudia Meyer von der Päser Kräuterschmiede, die die Tagespflegen insgesamt zehn Mal mit verschiedenen Programmen besuchte. Ermöglicht wurde das Projekt von dem esn-Projekt Herzenswünsche. Jeden Besuch stellt Meyer dabei unter ein anderes Thema. Während in Meinersen das Thema Erkältung im Vordergrund steht, geht es in Gamsen um verschiedene Blüten. „Mir ist es dabei wichtig, die Gäste miteinzubeziehen“, berichtet Meyer. So starte sie ihre Programme jeweils mit einem passenden Rate-Spiel und Wissenswertem. Danach zeigt sie etwas. Beispielsweise, wie man aus verschiedenen Zutaten wie Kokosöl, Aprikosenkernöl, Rosenwasser und Wildrosenöl einen Rosenbalsam für die Hände herstellen kann. Die Senior:innen zeigen sich begeistert: „Wie gut das riecht! Und meine Hände sind auch direkt ganz weich geworden!“ Auch ein Lippenbalsam, ein Pfefferminz- oder Anti-Mücken-Roll-On werden je nach Thema vor den staunenden Augen der Tagespflegegäste hergestellt. Im Anschluss an die Präsentation werden wieder alle gemeinsam tätig. Meyer bereitet die Zutaten vor, die die Tagespflegegäste selbst mischen – und so entweder eine Teemischung, Rosenzucker oder ähnliches herstellen. Den Abschluss des Programms bildet jeweils eine kleine Geschichte oder ein Gedicht. Ihr Wissen hat sich Caudia Meyer über viele Jahre angeeignet. „Natur Garten und Kräuter waren schon immer mein Hobby. Vieles habe ich noch von meiner Urgroßmutter gelernt“, erzählt sie. Außerdem habe sie 35 Jahre lang an einer Berufsfachschule für Biologie, Pharmazie und Kosmetik gearbeitet und unter anderem Laborpersonal und Apothekenfachkräfte ausgebildet. Nach und nach hat sie nebenbei immer mehr Kräuterkurse gegeben – und ihr Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht. Da sie die Tagespflege Meinersen und die Tagespflege Gamsen beide jeweils fünf Tage besuchte, kamen rund 100 Senior:innen in den Genuss des Projektes. Michael Bonsack, Leiter der Herzenswünsche, sagt: „Das Besondere an diesem Herzenswunsch ,Päser Kräuterschmiede‘ ist, dass wir vielen der uns anvertrauten Menschen einen Wunsch erfüllen und für Gemeinschaftserlebnisse sorgen konnten. Gemeinsam lernen, erleben und ausprobieren: Herzenswünsche verbindet!“ Weitere Informationen Die Angebote und weitere Informationen über die Diakoniestationen Harz-Heide finden Sie hier: Mehr Infos
Zu der SeiteKlinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie
Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie Willkommen in unserer Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie im Marienstift Braunschweig. Dank unserer langjährigen Erfahrung, eines eingespielten Teams sowie kontinuierlicher Weiterbildung bieten wir unseren Patient:innen eine professionelle, empathische und sichere Behandlung auf höchstem Niveau. Wir stehen für höchste medizinische Qualität, Seriosität und individuelle Schönheitschirurgie. Jede Behandlung beginnt mit einer ausführlichen, auf die Bedürfnisse unserer Patient:innen abgestimmten Beratung. Gemeinsam entwickeln wir ein persönliches Behandlungskonzept und vertrauensvolle Begleitung– vom ersten Beratungsgespräch bis zum erfolgreichen Abschluss der ästhetischen oder rekonstruktiven Behandlung. Modernste Behandlungsmethoden für Gesundheit und Ästhetik Unsere Klinik bietet moderne plastisch-rekonstruktive Behandlungen: Beispielsweise entfernen wir Hauttumore im Rahmen der dermatoonkologischen Chirurgie und rekonstruieren das Gewebe funktionell und ästhetisch. Die Mammachirurgie umfasst sowohl die Brustrekonstruktion nach Tumorerkrankungen als auch die Korrektur angeborener Fehlbildungen. Nach massivem Gewichtsverlust verbessern wir mit postbariatrischen Straffungsoperationen nachhaltig Körperform und Lebensqualität. In der rekonstruktiven Verbrennungschirurgie behandeln wir Narben und Funktionsstörungen nach thermischen Verletzungen. Modernste Techniken – einschließlich Mikrochirurgie – und individuelle Therapieplanung sichern bestmögliche Ergebnisse. Leistungen der Plastischen Chirurgie Brustchirurgie (rekonstruktive Brustchirurgie nach Mamma-Karzinom, genetischem Risiko für Brustkrebs, angeborenen Fehlbildungen, Bruststraffungen, -vergrößerungen, -verkleinerungen, Gynäkomastie, Transgender/ geschlechtsangleichende Operation, Thoraxwanddeformität) Postbariatrische Chirurgie (Bauchdeckenstraffung, Fettschürzenresektion, Oberarmstraffung, Oberschenkelstraffung, oberes und unteres Bodylift, Gesäßstraffung) Dermatoonkologische Chirurgie (gut- und bösartige Hauttumore) Verbrennungschirurgie sekundärer Verletzungsfolgen Narbenkorrekturen Unsere ästhetisch-chirurgischen Behandlungen zielen darauf ab, das persönliche Körpergefühl zu stärken und individuelle Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wir beraten Sie persönlich und entwickeln ein passgenaues Behandlungskonzept – für ästhetische Ergebnisse auf höchstem Niveau. Leistungen der Ästhetischen Chirurgie Lidplastiken (operative Korrektur mit Entfernung überschüssiger Haut und Fettgewebes) Brustchirurgie (Bruststraffungen, -vergrößerungen, -verkleinerungen) Körperformende Operationen (Bauchdeckenstraffung, Oberarmstraffung, Oberschenkelstraffung) Liposuktion (Absaugung von Fettdepots) Lipofilling (Behandlung mit Eigenfett – einen natürlichen Volumenaufbau, z.B. im Gesicht, an der Brust) Handchirurgie Unser Leistungsangebot konzentriert sich ausschließlich auf die elektive Handchirurgie, d. h. auf planbare, nicht notfallmäßige Operationen an der Hand. Unser signifikant erweitertes handchirurgische Portfolio beinhaltet folgende Schwerpunkte: Leistungen Elektive Handchirurgie Rheumatologische Erkrankungen der Hand Nervenkompressionssyndrome und sekundäre Nervenrekonstruktionen Weichteiltumore Knochentumore Primäre und sekundäre Arthrose der Hand und des Handgelenks Bandrekonstruktionen der Handwurzel Endoprothetik, Swanson-Spacer Morbus Dupuytren Daumensattelgelenksarthrose Revisionsoperationen Sektion für Handchirurgie und angeborene Hand- und Fußfehlbildungen In unserer Klinik versorgen wir große und kleine Patient:innen mit Handfehlbildungen und erworbenen Funktionsausfällen oder -defiziten der Hand. Dank unserer langjährigen Erfahrung, Routine und des eingespielten Teams von Ärzt:innen der Handchirurgie und Anästhesie, Pflegenden auf Station und OP-Personal begleiten wir unsere Patienten:innen professionell durch diese besondere Zeit. Unser besonderer überregionaler Schwerpunkt ist die konservative bzw. operative Behandlung und langjährige Nachsorge von Kindern mit angeborenen Hand- und Fußfehlbildungen. Leistungen Hand- und Fußfehlbildungen Polydaktylie – wörtlich „Vielfingrigkeit“ (Überzahl von Fingern/Zehen) Daumenhypoplasie (Unter- oder Fehlentwicklung) Fixiert schnellender Daumen (angeborene Ringbandstenose) Syndaktylien (fehlende Trennung von Fingern/Zehen) Symbrachydaktylie (Syndaktylie mit Kurzfingrigkeit) Klinodaktylie (seitliche Abknickung eines Fingers) Kamptodaktylie (Beugefehlstellung von Fingern) Makrodaktylie (Vergrößerung von Fingern/Zehen) Schnürringsyndrom Hand- und Fußfehlbildungen Die menschliche Hand ist wunderbar und einzigartig. Das ungestörte Zusammenspiel der vielen anatomischen Strukturen der Hand ist kompliziert und keinesfalls selbstverständlich. Angeborene Fehlbildungen der Hand und/oder der Füße sind insgesamt selten und treten bei 1 auf etwa 2.000 Neugeborenen auf. Eine erste Kontaktaufnahme mit unserem Sekretariat ist schon kurz nach der Geburt sinnvoll , um eine Vorstellung in der Sprechstunde zu vereinbaren. Dabei können Zusammenhänge erklärt, die Unsicherheit der Familie gemildert und ein Ablauf für die erforderlichen operativen Eingriffe empfohlen werden. Die allermeisten Fehlbildungen sollten innerhalb der ersten drei Lebensjahre korrigiert werden, wobei die ersten Operationen bereits ab dem 6. Monat möglich sind. Ziel aller Operationen ist es, möglichst frühzeitig, durch am wenigsten belastende Eingriffe eine Hand zu „schaffen“, die funktionell gut eingesetzt werden kann und ästhetisch ansprechend ist. Wir wollen durch unsere langjährige Erfahrung, Routine und das eingespielte Team von Ärzt:innen der Handchirurgie und Anästhesie, Pflegenden auf Station und OP-Personal den kleinen Patienten helfen, alles gut zu überstehen. Je nach Umfang und Schwere der Fehlbildung und der erforderlichen Operation ist eine stationäre Behandlung von 3 bis 7 Tagen oder auch eine ambulante Operation möglich. Formen von Handfehlbildungen Polydaktylie - Überzählige Finger und Zehen Bei der einfachsten Form besteht ein kleines Anhängsel als rudimentäre Anlage des gedoppelten Fingers (oder Zehe). Besteht nur eine sehr dünne Verbindung zum normal angelegten Finger, kann dies bereits kurz nach der Geburt abgebunden werden. Ansonsten ist die operative Entfernung unkompliziert und kann ab dem 3. Lebensmonat in Narkose ambulant durchgeführt werden. Die häufigste Form der überzähligen Finger ist der „Doppeldaumen“ als radiale Form. Bei der kompletten Doppelung ganzer Finger ist fast immer ein Partner schwächer ausgebildet. Der stärkere ist meistens ebenfalls schwächer ausgebildet als auf der gesunden Gegenseite. Das klinische Bild ist individuell ganz unterschiedlich. Die operative Korrektur kann, je nachdem, ob noch weitere Fehlbildungen vorliegen, bereits kurz vor dem 1. Geburtstag sattfinden. Die Korrektur besteht dabei nicht im einfachen Entfernen der überzähligen Anteile. Bei der Operation müssen knöchern gedoppelte Anteile entfernt, der Bandapparat der betroffenen Gelenke stabilisiert und Muskelansätze evtl. verlagert werden. In manchen Fällen muss auch eine Korrektur der knöchernen Achse erfolgen. Oft ist dies recht anspruchsvoll. Bei der ulnaren Form besteht eine Kleinfingerdoppelanlage. Die Doppelanlage von Zehen (Hexapododactylie) muss vor allem deshalb operiert werden, weil der gedoppelte Anteil den betroffenen Fuß deutlich breiter macht als die Gegenseite und es sonst Probleme bei der Schuhversorgung gibt. Im Idealfall sollte eine operative Korrektur erfolgen, noch bevor das Kind laufen lernt. Vorher-/Nachher-Bilder ansehen Syndaktylie – fehlende Trennung von Fingern Bei der Syndaktylie sind zwei oder mehrere Finger häutig, seltener auch knöchern (komplex) miteinander verwachsen. Die Verwachsung kann in leichteren Fällen partiell sein, wie bei einer Schwimmhaut, nur bis zum Mittelglied reichen oder komplett den ganzen Finger, oft auch inklusive der Fingernägel, betreffen. Am häufigsten betroffen ist die Zwischenfingerfalte zwischen Mittel- und Ringfinger. Sind Finger mit ungleicher Länge betroffen (Daumen und Zeigefinger oder Ring- und Kleinfinger), sollte die Korrekturoperation bereits ab dem 6. Lebensmonat erfolgen, um ein Fehlwachstum der längeren Finger zu verhindern. Bei Fingern gleicher Länge kann kurz vor dem 1. Geburtstag operiert werden. Bei der operativen Trennung der Finger muss eine neue Zwischenfingerfalte geschaffen werden, sodass eine freie Beweglichkeit der betroffenen Finger gegeneinander ermöglicht wird. Dabei „fehlt“ nach der Trennung in der Regel Haut, um die Bereiche zwischen den getrennten Fingern zu verschließen. In solchen Fällen ist eine Transplantation von Vollhaut erforderlich. Wir entnehmen diese aus der Ellenbeuge desselben Armes, welches kosmetisch günstigere Ergebnisse als die Haut aus der Leistenregion ergibt. In selteneren Fällen können Syndaktylien auch mit zusätzlichen Fingern im Sinne einer Polysyndaktylie kombiniert sein. Dann ist eine erbliche Komponente wahrscheinlicher. Am Fuß ist eine Trennung zwischen der Großzehe und der 2. Zehe aus Gründen der Belastung und des Abrollens über den 1. Strahl und wegen der ungleichen Größe sinnvoll. Bei einfachen Syndaktylien zwischen den anderen Zehen ist diese funktionell nicht störend. Vorher-/Nachher-Bilder ansehen Pollex rigidus – fixiert schnellender Daumen - angeborene Ringbandstenose – feststehender Daumen Im Säuglings- oder Kleinkindalter wird meist zufällig eine fehlende Streckung des Daumens mit fixierter Beugestellung im Endgelenk bemerkt. Dabei fällt häufig gleichzeitig ein tastbares Knötchen oder eine „Schwellung“ über dem beugeseitigen Grundgelenk auf. Im Unterschied zur unfallbedingten Fehlstellung bestehen hier aber i. d. R. keine Schmerzen. Ursächlich ist eine harmlose Verdickung der Beugesehne, die nicht mehr unter dem Ringband über dem Grundgelenk hindurchgleiten kann. Eine spontane Rückbildung kann zunächst abgewartet werden, sollte aber bis spätestens zum Schuleintritt behoben sein. Operativ erfolgt dies durch eine Spaltung des Ringbandes, wodurch der Daumen schnell gestreckt werden kann. Der Eingriff erfolgt ambulant. Vorher-/Nachher-Bilder ansehen Klinodaktylie – Seitliche Abknickung eines Fingers Hier ist sehr oft der Kleinfinger betroffen. Meist ist die Achsabweichung in Richtung auf den Daumen gerichtet. Milde Formen müssen nicht operiert werden, erst wenn ein Finger die anderen überlagert, kann eine Operation sinnvoll sein. Die Ursache liegt darin, dass das Mittelglied eine fehlgebildete Wachstumsfuge (Epiphsenfuge) aufweist, die zu einer Deltaphalanx oder Trapezform und zu einem Fehlwachstum in eine Richtung führt. Auch eine Exostose, ein knorpelbedeckter Knochentumor, kann an allen Knochen zu einem achsabweichenden Wachstum mit Deformierungen und Hypoplasie (Minderwusch) einzelner Knochen führen, da sie häufig in der Nähe der Wachstumsfugen auftreten. Ziel einer Operation ist es, durch Durchtrennung oder Entfernung der Wachstumsfuge bzw. der Exostose an der falschen Stelle die Achse zu korrigieren. Zusätzlich kann hier danach ein korrigierendes Wachstum ausgenutzt werden. Vorher-/Nachher-Bilder ansehen Kamptodaktylie – Beugefehlstellung von Fingern Diese Beugekontraktur der Langfinger kann bereits beim kleinen Kind oder im Rahmen eines Wachstumsschubs und somit auch im Teenageralter bemerkbar werden. Selten liegt die Ursache in einer Fehlanlage eines Muskels. In diesem Fall ist eine Operation mit Umlagerung des Muskels erfolgversprechend. Meistens liegen verdickte Bindegewebsstränge, eine Fehlentwicklung des Mittelgelenkes und straffe Hautweichteile zugrunde. Sollten die Schienenbehandlung, Dehnungstherapie und physiotherapeutische Übungsbehandlung erfolglos bleiben, muss mitunter eine operative Korrektur erfolgen. Vorher-/Nachher-Bilder ansehen Sprechstunden Montag bis Freitag 9 – 13 Uhr | nur nach telefonischer Anmeldung oder Online- Terminvereinbarung . Kontakt Termin vereinbaren
Zu der SeiteInklu-Team
Gemeinsam für gelebte Inklusion: Unterstützen Sie unser „Inklu-Team“! Seit April 2024 schlägt unser Herz im Takt der Basketball Löwen Braunschweig: Gemeinsam mit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode ist ein Herzensprojekt entstanden, das jungen Menschen mit Behinderung eine echte Bühne bietet. Im „Inklu-Team“ werden sie selbst zu Spieltagshelden: Sie verkaufen Fanartikel, helfen beim Einlass, sorgen für einen reibungslosen Ablauf und sind einfach mittendrin. Tom Krollig, einer unserer Platzanweiser, erzählt: „Ich bin das erste Mal dabei und es ist ein tolles Gefühl, den Menschen helfen zu können und mit ihnen zu sprechen. Alle sind sehr höflich und bedanken sich für meine Hilfe – das würde ich gern öfter machen.“ Auch unser inklusives Basketballteam trainiert regelmäßig und zeigt: Teamgeist und Leidenschaft kennen keine Barrieren. Damit unsere Teams noch mehr erleben können, wünschen sie sich sehnlichst einen eigenen Sportcourt direkt in Neuerkerode. Die alte Turnhalle musste altersbedingt abgerissen werden – jetzt fehlt der Ort, an dem alle gemeinsam Körbe werfen und einfach Spaß haben können. Ein Sportcourt vor Ort wäre perfekt, um auch nach Feierabend spontan Körbe zu werfen, Freundschaften zu stärken und die Begeisterung für Basketball weiterzugeben. Ihre Spende macht den Unterschied! Helfen Sie uns, jungen Menschen mit Behinderung Teilhabe zu ermöglichen, ihre Begeisterung zu teilen und neue Chancen zu schaffen – jeder Beitrag zählt! Jetzt spenden und gemeinsam Inklusion feiern! Bitte Javascript aktivieren Dauerhaft spenden Unser Spendenkonto IBAN: DE55 5206 0410 0100 6003 34 BIC: GENODEF1EK1 Kreditinstitut: Evangelische Bank Verwendungszweck: (Bitte geben Sie den Namen des Projekts oder Bereichs an. Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, tragen Sie hier bitte auch Ihre Anschrift ein. Neben einer persönlichen Beratung und Information über unsere Spendenprojekte können Sie die Arbeit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode auch schnell und direkt mit einer Geldspende unterstützen. Ob Privatperson oder Unternehmen: Jeder Euro hilft: Mit Ihrer Spende in Form einer einmaligen Zahlung, einer Einzugsermächtigung oder eines Dauerauftrages helfen Sie uns, Menschen zu helfen. Spendenanfragen: spenden@neuerkerode.de Kontakt
Zu der SeiteGemeinsam gärtnern in der Tagespflege Riddagshausen
11.06.2025 Gemeinsam gärtnern in der Tagespflege Riddagshausen Senior:innen und Kinder bepflanzen Hochbeete in der Tagespflege Riddagshausen. Im Garten der Tagespflege Riddagshausen haben sich die Senior:innen der Einrichtung kürzlich mit rund zehn Kindern der nahegelegenen Kita Riddagshausen zu einem besonderen Projekt getroffen: Gemeinsam bepflanzten sie die Hochbeete im Garten der Tagespflege. Mit großer Begeisterung machten sich Jung und Alt gemeinsam ans Werk. In die Erde kamen nicht nur farbenfrohe Blumen, sondern auch unter anderem auch Kräuter wie Schnittlauch und Rosmarin sowie Himbeersträucher. Für die Tagespflege ist die Aktion mehr als nur Gartenarbeit. Sie bietet den Tagespflegegästen eine erfüllende Beschäftigung an der frischen Luft, fördert die Beweglichkeit und schafft soziale Kontakte. Gleichzeitig erleben die Kinder der Kita den Wert von Natur, Pflege und Zusammenarbeit auf ganz unmittelbare Weise. Die Kinder profitierten von der Geduld und Erfahrung der älteren Teilnehmenden, während diese sich über die Fröhlichkeit und Neugier der Kleinen freuten. Die Hochbeete haben außerdem eine Vorgeschichte: Vor rund einem Jahr wurden sie im Rahmen des Projektes Herzenswünsche der esn (Evangelische Stiftung Neuerkerode) von Freiwilligen gebaut. So sind die Hochbeete nun nicht nur ein sichtbares Zeichen für ein gelungenes Miteinander der Generationen, sondern auch für soziales Engagement. Weitere Informationen Die Angebote und weitere Informationen über die Diakoniestationen Harz-Heide finden Sie hier: Mehr Infos
Zu der SeiteEin Geschenk, dass ich sie kennenlernen durfte
05.06.2025 Ein Geschenk, dass ich sie kennenlernen durfte – Nähe zulassen – Am Bildungszentrum Marienstift in Braunschweig hat Schülerin Alexandra während ihres zweiten Ausbildungsjahres zur Pflegefachkraft eine ganz besondere Erfahrung gemacht. Ihr Praxiseinsatz beim ambulanten Pflegedienst der Diakoniestationen Harz-Heide hat sie nicht nur beruflich, sondern auch persönlich sehr berührt. Besonders eindrucksvoll war ihre Begegnung mit einer Krebspatientin. Ein Erfahrungsbericht darüber, wie wichtig Menschlichkeit und Nähe in der Pflege sind. Kennenlernen Vor meinem ersten Besuch bei der Patientin war ich nervös. Ich wusste, dass sie keine große Gesellschaft mochte und nur wenige Menschen an sich heranließ. Trotzdem stimmte sie zu, dass ich sie besuchen durfte, um im Rahmen meiner Ausbildung zu lernen. Als wir ihre Wohnung betraten, schenkte sie mir ein kleines Lächeln. Das hatte ich nicht erwartet und es gab mir ein gutes Gefühl. Sie fragte mich direkt nach meiner Ausbildung und warum ich mich für diesen Beruf entschieden habe. Ich erzählte ihr, dass ich aus Kuba komme, und wir entdeckten erste Gemeinsamkeiten. Bei diesem ersten Besuch beobachtete ich nur, wie meine Fachkraft sie versorgte. Doch schon am zweiten Tag fragte ich, ob ich einen kleinen Teil übernehmen dürfe. Zu meiner Überraschung stimmte sie zu, obwohl ich merkte, dass sie große Ängste hatte. Dieses Vertrauen berührte mich tief. Vertrauen Mit der Zeit entstand zwischen uns eine besondere Verbindung. Eines Tages fragte ich sie vorsichtig, ob ich nach der Versorgung für sie beten dürfe. Sie schaute mich länger an und sagte: „Ich bin nicht gläubig, aber du darfst gern für mich beten.“ Obwohl sie die Worte meines Gebets in einer anderen Sprache nicht verstand, hielt sie meine Hand und ließ es einfach zu. Ihre Mutter war oft dabei und meinte einmal: „Das Beten tut meiner Tochter sehr, sehr gut.“ Bald wurde das Gebet ein fester Bestandteil unserer Begegnungen. Einmal vergaß ich es an einem stressigen Tag anzubieten und da fragte sie mich von sich aus: „Können wir das heute noch machen?“ Es zeigte mir, wie viel Vertrauen sie in mich hatte und wie wichtig diese Momente für sie waren. Begegnungen In unseren Gesprächen erzählte sie mir immer mehr aus ihrem Leben. Ich erfuhr, dass sie seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Schwester hatte. Eines Tages fragte ich sie, ob es nicht an der Zeit wäre, wieder mit ihrer Schwester zu sprechen. Sie wollte darüber nachdenken. Nach dem Wochenende berichtete sie mir, dass sie ihre Mutter gebeten hatte, die Schwester einzuladen. Eine Woche später kam es zu einem Wiedersehen. Die beiden versöhnten sich und sprachen über ihre Konflikte. Auch ich durfte die Schwester kennenlernen. Sie bedankte sich bei mir und sagte: „Du hast es geschafft, dass wir wieder zusammengefunden haben.“ Diese Worte gingen mir sehr nahe. Es war ein Moment, in dem ich das Gefühl hatte, einen kleinen Samen für etwas Gutes gepflanzt zu haben. Gemeinsam auf dem letzten Weg Bis zum letzten Tag begleitete ich die Patientin und ihre Familie. Selbst während meiner freien Tage besuchte ich die Patientin, als ihre Mutter mich darum bat. Beim letzten Gebet hatte ich das Gefühl, dass es ein Abschied sein würde. Kurze Zeit später erhielt ich die Nachricht, dass sie eingeschlafen sei. Ich zündete eine Kerze für sie an und sprach mit ihrer Mutter. Ich versuchte, ihr Trost zu spenden, und sagte, dass ihre Tochter nun keinen Schmerz mehr empfinde. Wir stehen bis heute in Kontakt, was mir viel bedeutet. Ein Geschenk für das Leben Diese Begegnung hat mich in meinem Berufswunsch bestärkt. Ich habe die Ausbildung begonnen, weil ich Menschen – egal, in welcher Situation – gern unterstütze. Zuhören, versorgen, pflegen, Nähe zulassen und einfach da sein, all das ist für mich essenziell. Für mich war diese Erfahrung ein Geschenk. Sie hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, Menschen in ihren schwersten Momenten zu begleiten. Und genau das ist es, was ich als künftige Pflegefachkraft tun möchte. Text: Petra Neu // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht Mehr zum Bildungszentrum
Zu der SeiteEine innere Einstellung, die uns verbindet
05.06.2025 Eine innere Einstellung, die uns verbindet – Zeichen setzen – Die Fachschule Heilerziehungspflege in Neuerkerode setzt sich seit vielen Jahren gegen Rassismus ein. Können Senfeier dazu beitragen, Vielfalt zu fördern? An der Fachschule Heilerziehungspflege in Neuerkerode können Schüler:innen des Ausbildungsjahrgangs HEP 49 das durchaus bejahen. Denn die ursprünglich vermutlich aus Norddeutschland stammenden Senfeier sind eines von mehreren Gerichten, die Auszubildende beim Lernen schon gemeinsam gekocht haben und dabei immer wieder auch ins Gespräch über das Herkunftsland oder die -region der Köche und derzeit angehenden Heilerziehungspfleger:innen kommen. Fünf Nationen finden sich im Jahrgang HEP 49, an der ganzen Fachschule sind es sieben. Doch Vielfalt steht an der Fachschule weit über das ein oder andere gemeinsame Kochen hinaus im Fokus. Denn die Schule ist seit vielen Jahren „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, setzt sich intensiv gegen Diskriminierung ein und vermittelt ihren Schüler:innen eine Haltung der Toleranz und des gesellschaftlichen Engagements. Zudem engagieren sich Menschen, die selbst Unterstützungs- oder Assistenzbedarfe haben, aktiv in dem Projekt und sind ein tragender Teil – mit der Aussicht, Fertigkeiten zu erlernen, die für eine spätere Berufswahl oder weitere berufliche Entwicklungen nützlich sind. „Die Teilnehmenden sind neugierig auf das Projekt und freuen sich, im Rahmen ihrer Berufsorientierung ein neues Arbeitsfeld kennenzulernen“, fasst Helge Kniese die Rückmeldungen zusammen. Dabei werde auch immer wieder nachgehakt und über das Projekt an sich gefragt, etwa ob den Menschen das von ihnen gebaute Bettgestell gefallen habe. Schule als Ort der Begegnungen Schulleiterin Annegret Jäkel betont: „Vielfalt ist uns wirklich wichtig. Wir sehen uns hier als einen Ort, an dem wir uns gemeinsam mit unseren Schüler:innen auf den Weg gemacht haben, achtsam und mutig in unserer Gesellschaft zu agieren.“ Lehrkraft Dominik Meyer ergänzt: „Inklusion betrifft alle Menschen. Wir wollen ein positiv wertschätzendes Menschenbild vermitteln. Das ist unsere Grundhaltung – und zwar allen Menschen gegenüber.“ Das Engagement zeigt sich in zahlreichen Maßnahmen und Projekten. So fand zuletzt etwa ein Thementag zu Extremismus statt, der ein kritisches Bewusstsein gegenüber radikalen Ideologien fördert. Jeder Ausbildungsjahrgang besucht die Gedenkstätte Bernburg, um die Folgen der NS-Zeit insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen noch besser reflektieren zu können. Politische Bildung im Unterricht stärkt das Demokratieverständnis, während die Teilnahme an Demonstrationen gegen rechts ein sichtbares Zeichen gegen Extremismus setzt. Im Februar beteiligten sich Schüler:innen auch an einem politischen Nachmittag im Vorfeld zur Bundestagswahl, der für die Bürger:innen des inklusiven Dorfes organisiert wurde. Auch das ZDF war vor Ort, um über das inklusive Wahlrecht zu berichten. Für Chancengleichheit im Berufsleben Neben solch politisch geprägten Aktionen sind auch Gespräche über verschiedene Kulturen und Religionen Teil des Unterrichts, um den Blick für Diversität und kultursensible Pflege zu schärfen. Zu Beginn des laufenden Schuljahres konnten erstmals auch Sprachkurse für Schüler:innen aus dem Ausland angeboten werden – zusätzliche freiwillige und für die Auszubildenden kostenlose Deutschstunden, die nicht nur eine wertvolle Unterstützung für den schulischen Alltag sind, sondern auch ein wichtiger Schritt hin zu mehr Chancengleichheit im Berufsleben. Maximilian Ahlers: „Ich schätze es sehr, dass wir das Konzept „Schule gegen Rassismus“ wirklich leben. Wir haben einen starken Klassenzusammenhalt, teilen die Begeisterung für unseren Beruf und stehen füreinander ein. Menschen mit Behinderung erfahren im Alltag häufig Diskriminierung. Das ist durchaus auch eine Form von Rassismus und wir sehen es als unsere Aufgabe, in diesem Bereich aufzuklären und für Toleranz und Respekt zu werben.“ Dennis Janke: „Unsere Lehrkräfte leben uns vor, gemeinsam stark für Inklusion und gegen einen Rechtsruck in der Gesellschaft einzustehen. Das finde ich richtig gut. Gerade mit Blick auf das, was derzeit in der Politik passiert, ist unser Engagement wichtig. Ein so hohes politisches Engagement wie an der Fachschule Heilerziehungspflege kannte ich aus meiner vorangegangenen Ausbildung nicht. Es ist eine innere Einstellung, die uns verbindet. Und das macht Neuerkerode so menschlich.“ „Unsere Klasse setzt sich zusammen aus Menschen verschiedenster Länder, wir sind unterschiedlich alt, haben verschiedene Biografien, Personen, die sich selbst als nicht cis-hetero fühlen. Wir nehmen uns einfach als Mensch wahr. Und gemeinsam sind wir der Jahrgang HEP 49. Das ist unsere Identität.“ Taylor Schmidt Antsaniony Ravonjiarisoa: Ich fühle mich hier sehr wohl. Alle haben Verständnis dafür, dass ich nicht so gut Deutsch spreche, und unterstützen mich. Wenn wir uns für Inklusion einsetzen, können wir eine bessere Zukunft für Menschen mit Behinderung und alle anderen ermöglichen.“ Text: Petra Neu // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteHier öffnen sich neue Türen
05.06.2025 Hier öffnen sich neue Türen – Möbel inklusive – Vorsicht Inspiration! Wenn man den Kreativ- und Upcycling-Raum des Berufsbildungsbereichs (BBB) betritt, dann atmet, spürt und sieht man überall Ideen und Möglichkeiten. Sei es, weil einem von der Werkbank die aus Lkw-Plane gefertigte Tragetasche ins Auge springt oder sich der Blick auf einen bunten und gemütlich gepolsterten Sessel richtet, der erst beim genauen Hinsehen erkennen lässt, dass er mal ein Ölfass war. Für die Teilnehmenden aus dem Berufsbildungsbereich ist das ein Segen. Denn für ihre berufliche Orientierung kann die Bandbreite des Ausprobierens gar nicht grenzenloser sein. Seine eigenen Stärken finden, Ideen verwirklichen, Werkzeuge kennenlernen und sich neuen Projekten stellen – das macht den BBB und den Kreativ- und Upcyclingbereich so wichtig. Aktuell sägen, schleifen, hämmern und schrauben die Teilnehmenden im Berufsbildungsbereich (BBB) der Werkstatt für Menschen mit Behinderung besonders gerne. Am Standort Rautheim, der zur Mehrwerk gehört, fertigen sie unter fachlicher Anleitung von Mark Napieralski und Helge Kniese im Upcycling-Bereich Bettgestellbausätze für Menschen an, die ehemals wohnungslos waren und nun in eine eigene dauerhafte Unterkunft ziehen. Das Kooperationsprojekt mit dem Tagestreff „Iglu“ aus Braunschweig ist auf vielen Ebenen ein echter Gewinn: So profitieren Menschen davon, die wieder in ein geregeltes Leben und einen festen Wohnsitz zurückkehren möchten. Zudem engagieren sich Menschen, die selbst Unterstützungs- oder Assistenzbedarfe haben, aktiv in dem Projekt und sind ein tragender Teil – mit der Aussicht, Fertigkeiten zu erlernen, die für eine spätere Berufswahl oder weitere berufliche Entwicklungen nützlich sind. „Die Teilnehmenden sind neugierig auf das Projekt und freuen sich, im Rahmen ihrer Berufsorientierung ein neues Arbeitsfeld kennenzulernen“, fasst Helge Kniese die Rückmeldungen zusammen. Dabei werde auch immer wieder nachgehakt und über das Projekt an sich gefragt, etwa ob den Menschen das von ihnen gebaute Bettgestell gefallen habe. Vielseitiges Projekt Das Projekt reicht über die Grenzen Braunschweigs hinaus bis nach Wolfenbüttel. Am Kuba Bildungscampus, einem weiteren Standort der Mehrwerk, unterstützt das Möbelkontor. In dem sozialen Kaufhaus mit integriertem Qualifizierungsbereich können die ehemals wohnungslosen Menschen weitere Möbel aussuchen, die von den Teilnehmenden zuvor aufgearbeitet und katalogisiert worden sind. Haben sich die gewünschten Möbelstücke gefunden, werden diese anschließend auf einen Lkw geladen und bis zur Haustür geliefert. Dieses Projekt hat bereits viele Türen geöffnet. Viele Menschen arbeiten in dem Projekt „Möbel für ehemals wohnungslose Menschen“, das im vergangenen Jahr beim Giving Circle der Bürgerstiftung Braunschweig und mit Unterstützung der Braunschweigischen Landessparkasse und der Tischlerei Stövesandt 10.500 Euro eingeworben hat. Kooperationspartner der Mehrwerk ist der Tagestreff „Iglu“ für Wohnungslose, der die Kontaktaufnahme und die Möbelanfragen mit der Mehrwerk koordiniert. Weitere Informationen finden Sie im Spendenbereich Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
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05.06.2025 Inselglück auf Spiekeroog – Netzwerkurlaub – Für die eine ist es der Lieblingsarbeitsplatz, für den anderen das Lieblingsreiseziel: Manuela Koch und Johannes Popenheim arbeiten beide in der esn und erleben Spiekeroog auf ganz unterschiedliche Art. Eine leichte Brise weht durch das Gesicht, der weiche Sand rinnt durch die Zehen und das Rauschen des Meeres wirkt ungemein beruhigend: Wir befinden uns am Meer, auf einer Insel, genauer: auf Spiekeroog! Inselfeeling pur – das haben Johannes Popenheim und ein Kollege mit Menschen mit Behinderung aus dem inklusiven Dorf Neuerkerode erfahren und erleben dürfen. Johannes Popenheim und sein Kollege Robert Haas sind Mitarbeitende der Tagesförderung in der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen. Sie haben sich mit ihrer Teilnehmergruppe aus Ost-Niedersachsen in Richtung Nordsee aufgemacht, um eine Woche lang Urlaub zu machen. Popenheim berichtet von den ersten besonderen Eindrücken: „Sobald man auf der Fähre ist, legt sich ein Schalter um und man ist völlig gelöst“. Herzliches Willkommen Damit ging es auf der Insel auch gleich weiter: Denn da warteten schon Manuela Koch, Hausleitung im „Haus Seerose“, und ihr Mann mit einem herzlichen Willkommen in Form eines frisch gebackenen Kuchens. Das Angebot „Haus Seerose“ ist Teil der zur esn neu hinzugekommenen Regenesa GmbH, die neben Mutter-Kind-Kuren und Frauenkuren mit dem „Haus Seerose“ auf Spiekeroog auch ein Urlaubsangebot vor allem für Familien und Gruppen mit Unterstützungsbedarf macht. Ein solches hatten Popenheim, sein Kollege und die Teilnehmenden für eine Urlaubsfahrt genutzt – mit finanzieller Unterstützung der Spendenaktion „Herzenswünsche unterwegs“ und des Neuerkeröder Fördervereins. Unterwegs, weg von Spiekeroog – das waren auch Manuela Koch und ihr Mann eine längere Zeit. Nachdem sie bereits in den 1990ern einige Jahre hier gelebt und gearbeitet hatten, ging es 2020 zurück auf die Insel und auch ins Abenteuer: „Wir sind beide über 55 Jahre alt und haben uns noch einmal getraut, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen“, erzählt Koch. Im Wohlfühlmodus Seit 2021 ist sie Hausleitung auf Spiekeroog und liebt ihren Arbeitsplatz, der ihr so viel gibt, weil er so nah an den Menschen ist. „Das Prinzip des Hauses, etwa finanziell schwächer gestellten Familien einen bezahlbaren Urlaub zu ermöglichen, finde ich sehr wichtig. Meinem Mann und mir ist es eine Herzensangelegenheit, es allen Familien so angenehm wie möglich zu machen“, sagt Koch. Und die wissen das zu schätzen. „Wir haben hier auch viele Menschen mit Behinderung, die zu uns kommen, weil wir behindertenfreundliche, barrierefreie Wohnungen haben“, ergänzt sie. So gebe es eine Familie mit einer behinderten Tochter, die jedes Jahr darauf bestehe, hier im „Haus Seerose“ Urlaub zu machen, weil sie sich so wohlfühle. Den Wohlfühlmodus hat auch die Besuchergruppe mit Johannes Popenheim schnell entdeckt – mit Aktivitäten am Strand, Fahrten mit dem Kutter und der Kutsche oder dem Besuch bei der Eisdiele im Ortskern. Daneben hat auch die Anlage am und im Ferienhaus einiges zu bieten: Der Tobe- und Spieleraum wurde täglich genutzt, es wurde gebastelt, eine Nachtwanderung unternommen oder am Lagerfeuer Stockbrot gebacken. Pfannkuchen zum Abschied Am Ende sei die Zeit viel zu schnell vergangen, aber sie habe so viel glückliche Momente hervorgebracht, berichtet Popenheim. Und weil Glück immer dann am schönsten ist, wenn man es teilen kann, gab es für Martina Koch und ihren Mann zum Abschied zwar keinen Kuchen, dafür sagte die Gruppe mit einem Pfannkuchenfrühstück „Auf Wiedersehen!“. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Die Familienferienstätte „Haus Seerose“ verfügt über 22 verschiedene Ferienwohnungen mit ein bis drei Räumen für zwei bis zehn Personen. Alle Ferienwohnungen verfügen über eine eigene Küche/Küchenzeile, Dusche und WC. Zwei Ferienapartments sind behindertenfreundlich ausgestattet. Rundherum gibt es einen Tobe- und Spieleraum, einen Kreativraum und im Keller einen Kicker- und Tischtennisraum sowie einen großen Garten mit Grillplatz. Mehr zum "Haus Seerose" Zur Inhaltsübersicht Mehr zu Herzenswünsche unterwegs:
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