Die Demokratie braucht uns
"Die Demokratie braucht uns" Die Evangelische Stiftung Neuerkerode begrüßte wieder über 300 Gäste zu ihrem jährlichen Stiftungsemfpang. Im Braunschweiger Dom St. Blasii ging es am Dienstagabend um das Thema Demokratie und darum, wie wir diese verteidigen können. Es war das Thema des Stiftungsempfangs der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), an dem auch in diesem Jahr wieder über 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Diakonie und Verbänden teilgenommen haben. „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ Diese Frage stellte Tobias Henkel, esn-Vorstandsvorsitzender, in seiner Begrüßungsrede. „Und was ist uns diese Gesellschaft wert?“ Denn auch wenn die Finanzierung, beispielsweise von guter Pflege, zunächst einiges kosten würde – unseren Wohlstand wird sie nicht schmälern, sondern mehren, war er sich sicher. Anschließend hielt die niedersächsische Landtagspräsidentin Hanna Naber einen Vortrag unter dem Titel ihres Jahresthemas „Echt jetzt, Demokratie – hörst du mir eigentlich zu?“. Nachdem sie die gelebte Solidarität und Menschlichkeit in der esn lobte, ging sie auf die Kriege, Krisen und Herausforderungen ein. Viele fühlten sich abgehängt, nicht mehr von „denen da oben“ gehört. „Es macht mir Sorgen, dass manche dieser Menschen Zuflucht bei autoritären Parteien suchen“, so Naber. Die größte Stärke der Demokratie ist es, Freiheit und Vielfalt zu ermöglichen. Hanna Naber Die Demokratie stehe auf wackeligen Beinen, doch gemeinsam könnten wir sie stützen. Sie lebe schließlich nur dann, wenn alle für sie einstünden. „Die größte Stärke der Demokratie ist es, Freiheit und Vielfalt zu ermöglichen“, sagte Naber. „Die Demokratie braucht uns und wir brauchen die Demokratie.“ Zum Abschluss der Veranstaltung wurde das esn-Projekt „Herzenswünsche“ vorgestellt, bei dem der Stiftung anvertraute Menschen kleine wie auch größere Wünsche wahrgemacht werden– Wünscheerfüllerinnen und –erfüller berichteten etwa über ein neues Fahrrad, über eine Fahrt mit der Brockenbahn oder ein Treffen mit Ex-Eintracht-Profi Benjamin Kessel. Nach dem offiziellen Teil wurde der Abend mit Essen, Getränken und guten Gesprächen im Restaurant Al Duomo ausklingen gelassen. Fotos: Andreas Rudolph
Zu der SeiteFreude und Glück weitergeben
22.10.2024 Bewohner:innen im Quartier St. Leonhard eine Freude bereiten Runde Geburtstage von Familienmitgliedern, der eigene Geburtstag und die 20-jährige Firmenzugehörigkeit – für Sven Schmidtmann, Gesellschafter der i-unit-group aus Braunschweig, gab es rund um seinen 45. Geburtstag viel zu feiern. Wichtig war ihm dabei, diese Freude an andere Menschen weiterzugeben. So entschied er sich, in diesem Jahr zum Geburtstag und zur Feier der Firmenzugehörigkeit auf Geschenke zu verzichten und in Form einer Anlassspende Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Von dieser Idee waren auch schnell die Kolleg:innen und Mitarbeitenden in der i-unit-group angetan und beteiligten sich zusätzlich an der Aktion. Insgesamt 2.700 Euro sind zusammengekommen, die nun an die Wohnangebote der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH im Quartier St. Leonhard übergeben wurden. Sven Schmidtmann hat einen besonderen Bezug zu der Einrichtung der Eingliederungshilfe: Seine Schwester lebt in einer der drei Wohnbereiche im Quartier St. Leonhard. „Ich bin regelmäßig vor Ort, um sie zu besuchen. Es ist einfach schön zu sehen, wie sehr sie in der Gemeinschaft aufblüht und sich selbstbestimmt entwickeln kann. Und da ich natürlich mittlerweile viele ihrer Mitbewohner:innen kennengelernt habe, wollte ich sie, aber auch alle weiteren Wohnbereiche mit der Spende gezielt unterstützen“, erklärt Schmidtmann. In Rücksprache mit allen Spendern sollen hilfreiche Anschaffungen für den Wohnbereich, Ausflüge oder Freizeitangebote sowie größere Projekte im Quartier gefördert werden. Für Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH, der den symbolischen Scheck zusammen mit Melven Falk, Wohnbereichsleitung, stellvertretend für die Wohnbereiche entgegennahm, ist diese Spende etwas ganz Besonderes: „Anlassspenden sind bei uns noch relativ selten. Dabei ist es eine schöne Idee, im Rahmen eines Geburtstages oder Firmenjubiläums, andere Menschen zu unterstützen und sie damit am Glück teilhaben zu lassen. Vielen Dank an Herrn Schmidtmann und seine Kolleginnen und Kollegen für das Engagement und die finanzielle Unterstützung, die den Menschen hier in Form vieler Projekte eine große Freude bereiten wird.“
Zu der SeiteGeplantes Ehemaligentreffen entfällt
19.10.2024 Veranstaltung mit ehemaligen Mitarbeitenden findet nicht statt Aufgrund geringer Anmeldezahlen sagt die Wohnen und Betreuen den Termin ab. Ein neuer Anlauf ist geplant, alle bisher angemeldeten Personen werden kontaktiert. Der geplante Ehemaligentreff, der am kommenden Mittwoch, 23. Oktober, im Biermanski’s in Neuerkerode stattfinden sollte, muss aufgrund geringer Anmeldezahlen abgesagt werden. An einem neuen Termin wird aktuell gearbeitet und dieser in der kommenden Zeit bekanntgegeben.
Zu der SeiteRehabilitationszentrum St. Leonhard als Top-Reha-Klinik ausgezeichnet
17.10.2024 Rehabilitationszentrum St. Leonhard als Top-Reha-Klinik ausgezeichnet Das Rehabilitationszentrum St. Leonhard bekommt das Goldene Siegel von Focus-Gesundheit. Das Braunschweiger Rehabilitationszentrum St. Leonhard der Lukas-Werk Gesundheitsdienste wurde von FOCUS-Gesundheit als eine der Top-Rehakliniken 2025 mit dem goldenen Siegel ausgezeichnet. „Diese Auszeichnung verdanken wir dem unermüdlichen Einsatz unseres gesamten Teams und der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Patientinnen und Patienten“, sagt Klinikleiter Tuna Ucgun. Für die Erhebung der Liste führt FOCUS-Gesundheit nach eigenen Angeben eine aufwendige journalistische Recherche durch, die um wissenschaftliche Ansätze aus unterschiedlichen Disziplinen ergänzt wird. „Außerdem fragen wir Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachbereiche, in welche Rehaeinrichungen sie Patienten übermitteln würden. Vertreter von Rehakliniken nennen Einrichtungen, an die sie Patienten verweisen würden, stünde die eigene Klinik nicht zur Verfügung. In der Wissenschaft gilt die wechselseitige Beurteilung unter Fachkollegen als zuverlässiges und gängiges Kriterium“, beschreibt FOCUS-Gesundheit das Vorgehen. Auch, wenn es dem Lukas-Werk nicht darum geht, Preise zu bekommen, freut man sich hier über die Auszeichnung. Tuna Ucgun sagt: „Es ist uns ein besonderes Anliegen, jedem Einzelnen die bestmögliche Betreuung und Versorgung zu bieten – diese Anerkennung bestärkt uns darin, auch in Zukunft mit vollem Engagement weiterzumachen.“ Weitere Informationen Die Angebote der Lukas-Werk Gesundheitsdienste finden Sie hier: Lukas-Werk Gesundheitsdienste
Zu der SeiteDurch den Schichtwechsel die Sicht wechseln
Durch den Schichtwechsel die Sicht wechseln Neue Perspektiven kennenlernen, den Horizont erweitern und gleichzeitig Vorurteile abbauen – darum geht es bei dem bundesweiten Aktionstag Schichtwechsel, an dem in diesem Jahr erstmals auch der Berufsbildungsbereich der Mehrwerk, Teil der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, teilgenommen hat. „Dass wir dabei sein wollen, war für uns gar keine Frage“, berichtet Saskia Schwarze, Leitung des Berufsbildungsbereichs. „Der Schichtwechsel ist eine tolle Möglichkeit für unsere Beschäftigten, den ersten Arbeitsmarkt kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln.“ Einer, der an dem Aktionstag teilgenommen hat, war Jeremias Dautermann. Eigentlich ist der 25-Jährige auf dem Kuba-Bildungscampus in Wolfenbüttel im Bereich Bürokommunikation und Mediengestaltung tätig. „Hier habe ich viele Freiheiten und kann meine Aufgaben selbstständig und in Ruhe abarbeiten“, erzählt der Braunschweiger. Doch im Rahmen des Aktionstages konnte Dautermann für einen Tag bei der Braunschweiger Tischlerei Stövesandt reinschnuppern. „Wir kooperieren bei Projekten mit dem Berufsbildungsbereich der Mehrwerk und hatten auch schon Praktikanten hier bei uns“, sagt Stövesandt-Geschäftsführer Michael Franke. „Deshalb mussten wir nicht lange überlegen, als die Anfrage kam.“ Das Unternehmen stellte Dautermann einen erfahrenen Mitarbeitenden an die Seite – und gab ihm die Aufgabe, ein Schachbrett zu bauen. „Hier konnte ich die vielen kleinen Arbeitsschritte kennenlernen, die es braucht, bis etwas fertig gestellt ist. Es ist wirklich eine Millimeterarbeit, weil die Teile sonst nicht zusammenpassen. Das war ganz schön aufwendig“, so Dautermann. Getauscht hat er seine Schicht mit Leon Nordiek, Geselle bei Stövesandt. Für ihn ist es nicht der erste Wechsel in einen anderen Bereich. „Ich habe angefangen, Biotechnologie zu studieren. Da habe ich aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist“, erzählt er. „Ich muss mit meinen Händen arbeiten und sehen können, was ich geschafft habe. Da war Tischler genau das richtige für mich.“ Auf dem Kuba-Bildungscampus hat er im Rahmen des Aktionstages in Dautermanns Bereich reingeschnuppert. Ihm wurde ein Bildbearbeitungsprogramm nähergebracht, er wurde in die Handhabung einer Kamera eingewiesen und hat kleinere Aufgaben übernommen. Außerdem wurde er durch die Werkstatt geführt. Der 27-Jährige sagt: „Es war definitiv ein sehr abwechslungsreicher Tag für mich.“ Neben Stövesandt ließen sich noch weitere Unternehmen auf den Schichtwechsel mit dem Berufsbildungsbereich ein. Auch bei den Bauunternehmen Kümper+Schwarze und Kroker konnten Beschäftige ebenso wie in Einrichtungen der Diakoniestationen Harz-Heide reinschnuppern. Saskia Schwarze war den ganzen Tag unterwegs, hat bei allen einmal vorbeigeschaut. Sie sagt: „Alle waren wirklich begeistert und richtig stolz. Es sind tolle Begegnungen entstanden.“ „Es war toll, etwas Neues zu entdecken. Der soziale Aspekt am Kuba-Bildungscampus hat mich wirklich fasziniert.“ Leon Nordiek Für sie ist schon jetzt klar, dass der Berufsbildungsbereich 2025 wieder am Schichtwechsel teilnehmen wird. Doch wie fällt das Fazit von Jeremias Dautermann und Leon Nordiek aus? „Es war ein spannender Tag. Ich habe vor Handwerkern wirklich enormen Respekt“, sagt Dautermann. Nordiek pflichtet ihm bei: „Es war toll, etwas Neues zu entdecken. Der soziale Aspekt am Kuba-Bildungscampus hat mich wirklich fasziniert.“ Bevor beide Feierabend machen konnten, verliehen sie dem Schachbrett noch gemeinsam den letzten Schliff. Jeremias Dautermann, begeisterter Schachspieler, durfte sein Werk anschließend sogar mit nach Hause nehmen. Es ist etwas, das von dem Tag lange bleiben wird – genauso wie die ganzen Erlebnisse und Erfahrungen, die von allen Teilnehmenden gemacht wurden. Weitere Informationen Die Angebote sowie weitere Informationen zu der Mehrwerk finden Sie hier: Mehr Infos
Zu der SeiteSpendenaktion: Tätowiererin unterstützt Jugendwerkstatt
16.10.2024 Kunst- und Kreativangebote in der Jugendwerkstatt fördern Egal, ob Tattoo- oder Malerarbeiten – beide Berufsfelder verbindet, dass sie oftmals kreativ, bunt und zum Teil auch künstlerisch anspruchsvoll sind. Kein Wunder also, dass sich die Wege der Wolfenbütteler Tätowiererin Jacqueline Peukert von JP Tattoolounge und Marion Taschenberger, Fachanleitung mit pädagogischer Zusatzausbildung im Malerbereich der Mehrwerk gGmbH, schnell gekreuzt haben. Aus dem Interesse für die Arbeit des jeweils anderen ist schließlich ein Spendenprojekt entstanden, bei dem Peukert mit einem Tattoo-Event insgesamt 504 Euro als Spenden für das Projekt Jugendwerkstatt der Mehrwerk gGmbH gesammelt hat. Einen ganzen Tag lang stand sie auf dem Gelände der Firma Polo Motorrad, die ihr einen Bereich zur Verfügung gestellt hatte, und stach Interessierten ein kleines Tattoo. „Da wir in der Arbeit viele Gemeinsamkeiten haben und mir Marion Taschenberger zudem ganz viel über die pädagogische Arbeit der Jugendwerkstatt erzählt hat, war es mir ein besonderes Anliegen das Projekt zu unterstützen. Und so haben wir alle Erlöse aus dem Event für das Projekt gesammelt“, erzählt Peukert. Für das Projekt ist das ein willkommener Geldsegen, um etwa die Farbschleuder im Malerbereich der Jugendwerkstatt zu erneuern. „Auf beruflicher und menschlicher Ebene war von Anfang ein großes Verständnis und Interesse füreinander da. Dass daraus so ein großes Engagement und schließlich diese Spendenaktion entstanden ist, ist einfach großartig – herzlichen Dank“, sagten Marion Taschenberger und Cristina Cellupica, vom Leitungsteam des Kuba Bildungscampus in Wolfenbüttel. Über die Jugendwerkstatt Die Jugendwerkstatt auf dem Kuba Bildungscampus der Mehrwerk gGmbH fördert Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren mit besonderem Unterstützungsbedarf. Mit den Mitarbeitenden werden an beruflichen Orientierungen und Perspektiven sowie an Sozialkompetenzen gearbeitet, zudem persönlichkeitsstabilisierende Maßnahmen entwickelt. Der Schwerpunkt liegt in der Förderung handwerklicher Einstiegsqualifikationen, deren Ziel die Integration in Arbeit, Ausbildung oder eine weiterführende Maßnahme ist. Mehr Infos
Zu der SeiteErntedank-Wagen der Tagespflege Isenbüttel gewinnt dritten Platz
15.10.2024 Erntedank-Wagen der Tagespflege Isenbüttel gewinnt dritten Platz Erstmals hat die Tagespflege am Umzug der Landjugend Isenbüttel teilgenommen. Das Motto: Am Abend langer Lebenswege – Ernte in der Tagespflege. Jahr für Jahr richtet die Landjugend Isenbüttel das örtliche Erntedankfest aus. Und seit mehr als 60 Jahren gehört zum Erntedankfest in Isenbüttel ein Umzug mit geschmückten Wagen. Erstmals mit einem Wagen war in diesem Jahr die Tagespflege Isenbüttel vertreten – und das mit Erfolg! Der Wagen der Tagespflege der Diakoniestation Gifhorn machte belegte den dritten Platz. „Wir haben nur zum Spaß mitgemacht“, erklärt Andrea Grigoleit, Leitung der Tagespflege. „Dass wir unter die ersten drei kommen, hätten wir nie gedacht.“ Die Idee hierzu hatte Lena Hooge, Pflege- und Betreuungskraft in der Tagespflege. Schon Wochen vorher hat sie sich um die gesamte Vorbereitung und die Planung des Tages selbst gekümmert. Dazu gehörte die Organisation des Treckers mit Anhänger, das Schmücken des Wagens, die Verkleidungen der Gäste und Mitarbeitenden und vieles mehr. Das Motto des Wagens war: Am Abend langer Lebenswege – Ernte in der Tagespflege. Auf dem Wagen saßen auf Sesseln und Sofa sechs Gäste der Tagespflege und zwei befreundete Kinder. Die Mitarbeitenden liefen nebenher oder bildeten eine Rollatorenkette. Es lief laute Musik, es wurde getanzt und gejubelt und der Wagen von den vielen Zuschauenden bewundert. „Wir haben so viel Wertschätzung bekommen – einmal für unsere Teilnahme, aber auch für unsere eigentliche Arbeit in der Tagespflege“, freut sich Andrea Grigoleit. Es war ein toller Tag für die Gäste der Tagespflege, für die jetzt schon klar ist: Nächstes Jahr wollen wir wieder dabei sein! Weitere Informationen Die Angebote und weitere Informationen über die Diakoniestationen Harz-Heide finden Sie hier: Mehr Infos
Zu der SeiteSucht und seelische Gesundheit
10.10.2024 Sucht und seelische Gesundheit Vom 10. bis 20. Oktober findet die Aktionswoche für seelische Gesundheit statt. Fabienne Lohmann und Steffen Schreiber vom Lukas-Werk erklären, wie seelische Gesundheit und Sucht zusammenhängen können. Die Fachambulanz Sucht in Wolfenbüttel beteiligt sich an der diesjährigen "Woche der seelischen Gesundheit" und lädt im Tagestreff Café Clara herzlich zu einer offenen Gesprächsrunde ein. Das Angebot richtet sich an Interessierte, die sich mit dem Thema Sucht auseinandersetzen wollen. Vor Ort werden Fabienne Lohmann, Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin aus der Fachambulanz Sucht Wolfenbüttel, und ihr Kollege Steffen Schreiber, Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge, als Expert:innen für Fragen zur Verfügung stehen. Im Interview erläutern die beiden unter anderem, welche Rolle die seelische Gesundheit bei der Entstehung von Suchtverhalten spielt. Ein offenes Gesprächsangebot für Interessierte im Café Clara? Warum haben Sie eine solche Runde im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit initiiert? Seelische Erkrankungen und Suchtverhalten sind häufig eng miteinander verknüpft. Zwei Themen, bei denen wir immer wieder bemerken, dass sie sehr schambehaftet sind. Mit der Veranstaltung möchten wir einen sicheren Raum bieten, um Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen, Informationen zu erhalten und ein Kennenlernen der Suchthilfe zu ermöglichen. Das Café Clara ist ein niederschwelliges Angebot der Suchthilfe. Das offene Gesprächsangebot ist bewusst auf diese Örtlichkeit gelegt, da die niederschwellige Arbeit zum Teil noch negativ belastet ist. Das Angebot soll die Chance bieten auch diese Form der Suchthilfe kennenzulernen und mögliche bestehende Berührungsängste zu minimieren. Des Weiteren bietet das Café Clara einen gemütlichen und geschützten Rahmen für die Veranstaltung. "Seelische Erkrankungen und Suchtverhalten sind häufig eng miteinander verknüpft." Wie beeinflusst Sucht das seelische Wohlbefinden der Betroffenen und ihrer Angehörigen? Das seelische Wohlbefinden sowohl der Betroffenen als auch ihrer Angehörigen kann stark leiden. Dennoch ist es sehr unterschiedlich und individuell. Betroffene arrangieren sich zum Teil mit ihrer Situation und sind zufrieden, andere hingegen belastet es stark. Häufig wird das Suchtmittel genutzt um etwas Negatives zu betäuben. Manchen Personen gelingt dies, indem sie das Suchtmittel in ihren Alltag integrieren und ihre negativen Gedanken oder Gefühle verdrängen. Andere wiederum sind mit ihrer Situation unzufrieden und es wirkt sich auf ihr seelisches Wohlbefinden aus. Auch die aktuelle Situation der Betroffenen trägt häufig dazu bei inwieweit sie belastet sind. Darunter zählt beispielsweise ein geregelter Tagesablauf, die Zufriedenheit am Arbeitsplatz, soziale Kontakte, Hobbys oder auch Einsamkeit und soziale Isolation. Auch bei Angehörigen sind die Reaktionen sehr individuell. Hier gibt es Personen die Wut und Abneigung empfinden oder aber auch Mitleid und Fürsorge. Es besteht die Gefahr für Angehörige in eine Co-Abhängigkeit zu geraten, wodurch das seelische Wohlbefinden gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Themen wie Scham, Sorgen, Ängste und Unsicherheiten können hier eine große Rolle spielen. “Es besteht die Gefahr für Angehörige in eine Co-Abhängigkeit zu geraten, wodurch das seelische Wohlbefinden gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen werden kann.” Welche psychischen Erkrankungen treten häufig in Verbindung mit Suchtverhalten auf, und wie können diese zusammen behandelt werden? Nicht jeder Mensch mit einer Suchterkrankung entwickelt eine psychische Erkrankung und auch nicht jeder Mensch mit einer psychischen Erkrankung entwickelt eine Suchterkrankung. Dennoch ist es recht häufig, dass zeitgleich zu einer Suchterkrankung eine andere psychische Belastung oder Erkrankung besteht. Dabei gibt es viele psychische Erkrankungen die in Verbindung mit dem Suchtverhalten stehen können unter anderem wären das beispielsweise Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen, Psychosen, Angststörungen oder auch unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen. Bei der Kombination aus psychischer Erkrankung und Suchterkrankung wird auch von Doppeldiagnose gesprochen. Beide Erkrankungen können sich gegenseitig beeinflussen. Daher ist es für die Betroffenen wichtig, dass die Behandlung speziell darauf ausgerichtet ist. Wird nur die Abhängigkeitserkrankung behandelt, ohne die psychische Erkrankung zu behandeln, sind die Erfolgsaussichten verschlechtert und das Rückfallrisiko erhöht. "Beide Erkrankungen können sich gegenseitig beeinflussen." Inwiefern spielt die seelische Gesundheit eine Rolle bei der Entstehung von Suchtverhalten? Gibt es bestimmte Risikofaktoren? Manche Betroffene konsumieren Suchtmittel, um seelische Beschwerden und Belastungen abzumildern. Diese Verhaltensweise kann als eine Art Selbstmedikation bezeichnet werden. Insbesondere durch dämpfende Mittel fühlen sich Betroffene teilweise vorübergehend besser, Ängste, Gefühle oder auch negative Erlebnisse werden jedoch nur verdrängt. Auf lange Sicht verschlimmert sich das seelische Wohlbefinden. Es kommt schnell zu einer Gewöhnung an das Suchtmittel, wodurch die gewünschte Wirkung nur noch durch erhöhten Suchtmittelkonsum erreicht werden kann. Risikofaktoren können unter anderem soziale Isolation, allgemeine Unzufriedenheit, Verdrängung von Problemen, Überlastung und Unterforderung, Traumata sowie familiäre, persönliche oder arbeitsbezogene Problematiken sein. "Manche Betroffene konsumieren Suchtmittel, um seelische Beschwerden und Belastungen abzumildern." Was sind Anzeichen dafür, dass jemand möglicherweise sowohl an einer Sucht als auch an Problemen mit der seelischen Gesundheit leidet? Sowohl eine Sucht als auch Probleme mit der seelischen Gesundheit sind für Außenstehende oftmals schwer zu erkennen. Betroffene neigen oft dazu Schwierigkeiten zu verschweigen und Anzeichen zu verstecken. Indizien könnten dennoch generelle Veränderungen in der Persönlichkeit, Stimmungsschwankungen, abweisendes und ausweichendes Verhalten, zunehmendes Desinteresse, Vereinsamung, Abgrenzung von Personen und Interessen sowie die Verharmlosung von Situationen sein. "Sowohl eine Sucht als auch Probleme mit der seelischen Gesundheit sind für Außenstehende oftmals schwer zu erkennen." Warum können Menschen durch den Austausch über ihre Erfahrungen mit Sucht und seelischer Gesundheit profitieren können? Das Thema Sucht betrifft viele Menschen, sei es als Betroffene/r oder als Angehörige/r. Trotz dessen, das es als Erkrankung anerkannt ist, besteht bis heute teilweise noch eine Stigmatisierung. Ein Austausch mit anderen und das Teilen von Erfahrungen kann Stigmata brechen, und die Sicht darauf verändern. Es kann dazu führen, dass Betroffene und Angehörige sich nicht mehr alleine und weniger isoliert fühlen. Insbesondere durch das Teilen von Gefühlen und Gedanken, Ängsten und Sorgen kann eine Form der Entlastung entstehen, was befreiend sein kann und helfen kann Gefühle von Scham und Selbstvorwürfe abzubauen oder loszulassen. Andere können ebenfalls von dem Einbringen eigener Erfahrungen und Kompetenzen profitieren, in dem sie eventuell neue Perspektiven oder eine neue Orientierung für sich entwickeln. So kann voneinander gelernt und sich gegenseitig unterstützt werden. Weitere Informationen Die Angebote der Lukas-Werk Gesundheitsdienste finden Sie hier: Lukas-Werk Gesundheitsdienste
Zu der SeiteEin Nachmittag des Dankes
08.10.2024 Ein Nachmittag des Dankes – Die Kegelbahn Neuerkerode erstrahlt in neuem Glanz Am 27. September 2024 lud die Evangelische Stiftung Neuerkerode (esn) zu einem besonderen Nachmittag ein, um den großzügigen Spender:innen zu danken, die die Renovierung der geliebten Kegelbahn ermöglicht haben. Ein Ort, der über Jahrzehnte hinweg vielen Menschen Freude bereitet hat, wurde mit viel Hingabe und kreativen Ideen wieder zum Leben erweckt – und das Ergebnis wurde an diesem Nachmittag gebührend gefeiert. Eine Gemeinschaft, die zusammenhält Michael Bonsack, Projektleiter „Herzenswünsche“, eröffnete die Veranstaltung mit herzlichen Worten des Dankes. „40 Jahre lang wurde an der Kegelbahn wenig verändert“, erzählte er, „und viele Bürger:innen fragten sich bereits, ob sie noch genutzt oder gar abgerissen wird.“ Dank des Spendenprojektes „Kegelbahn“ konnten diese Befürchtungen glücklicherweise ausgeräumt werden. Stolze 15.900 € wurden bis heute von 67 Spender:innen gesammelt – ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität und des Gemeinschaftsgeistes. Bonsack betonte, dass bei der Renovierung besonders darauf geachtet wurde, die Seele dieses Ortes zu bewahren. „Das Charmante ist, dass sich wirklich etwas überlegt wurde und es eine Geschichte hinter der Gestaltung gibt.“ Die Kegelbahn sei ein fester Bestandteil des Lebens im inklusiven Dorf Neuerkerode und für viele Menschen ein geliebter Treffpunkt. Kunst trifft Tradition Für das Gestaltungskonzept war der Künstler Christian Hellwig verantwortlich, der zu diesem Anlass ebenfalls anwesend war und über seine Ideen sprach. Mit einem Augenzwinkern berichtete er, wie er zu Beginn des Projekts das Bild der Bürger:innen als „Passagiere auf dem großen Schiff Neuerkerode“ entwickelte. „Sie sind das Räderwerk unserer Welt“, erklärte Hellwig und zog dabei eine charmante Parallele zu Charlie Chaplin. Inspiriert von diesem Vergleich, entschied sich Hellwig, eine Tapete mit Chaplins ikonischer Figur und Zahnrädern als Motiv zu verwenden – ein Symbol für die Mechanismen des Zusammenlebens, das die Gemeinschaft in Neuerkerode antreibt. Mit viel Kreativität wurden auch vorhandene Holzverschalungen im Innenraum der Kegelbahn neu platziert, um den Charakter des Ortes zu bewahren. Ein Ort für alle Die neu gestaltete Kegelbahn wird von der Gemeinschaft bereits begeistert angenommen. Besonders die Bürger:innen aus den verschiedenen Wohngruppen zeigen großes Interesse. Auch externe Gäste haben nun die Möglichkeit, die Bahn zu mieten – eine Idee, die viele Spender:innen besonders schätzen. An diesem Nachmittag ließen es sich einige von ihnen nicht nehmen, gemeinsam mit Nils von der Bürgervertretung die Kugeln rollen zu lassen. Das Lachen und die Begeisterung zeigten, wie sehr dieser Ort bereits wieder ins Herz der Gemeinschaft gerückt ist. Blick in die Zukunft Die Renovierung der Kegelbahn ist jedoch erst der Anfang. Es gibt weitere Ideen, wie der Ort noch weiter verschönert werden könnte, z.B. durch eine kleine Sitzecke im Außenbereich, die zum Verweilen einlädt, sowie eine künstlerisch gestaltete Graffiti-Außenfassade. Auch hier hoffen die Verantwortlichen, dass durch weitere Spenden diese Visionen bald Wirklichkeit werden. Bei Kürbissuppe und herzhaften Schnittchen, liebevoll zubereitet vom Mehrwerk-Team, ließen die Gäste den Nachmittag ausklingen. Der Künstler Christian Hellwig segnete zum Abschluss noch einmal symbolisch die Kegelbahn und drückte seine Hoffnung aus, dass der neu gestaltete Ort allen genauso gut gefallen möge wie ihm. „Es war eine Freude, an diesem Projekt zu arbeiten“, sagte er sichtlich bewegt. Die Kegelbahn Neuerkerode ist nun wieder ein Ort der Begegnung, der nicht nur durch seine neue Optik besticht, sondern vor allem durch die Geschichten und Menschen, die ihn lebendig halten. Dank der Unterstützung vieler, wird hier das Gemeinschaftsgefühl weiter gestärkt – und das ist unbezahlbar. Herzlichen Dank an alle Spender:innen, die dieses Herzensprojekt im Dorf Neuerkerode möglich gemacht haben! Infos zum Spendenprojekt Kegelbahn Auf der folgenden Seite erhalten Sie weitere Informationen zum Spendenprojekt “Kegelbahn in Neuerkerode”. Mehr Infos
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