Leben am Limit
13.05.2024 Leben am Limit – Hilfe finden – „Den Absprung von den Drogen hätte ich ohne Subutex nie geschafft“, sagt Doreen über das Medikament, das sie seit 16 Jahren nimmt. Subutex ist eine ärztlich verschriebene Ersatzdroge. Ein Medikament, das Suchtkranke unter bestimmten Bedingungen verabreicht bekommen, um den Entzug zu erleichtern und das Verlangen nach Heroin, Kokain, Pillen oder anderen Drogen zu verringern. Lebensbrüche „Hausfrau sein, eine Familie gründen, ein kleines Reihenhäuschen mit Garten – als ich jung war, hatte ich mir so ein ganz klassisches Leben vorgestellt“, sagt die 59-Jährige. Aber es kam anders. Ihre Geschichte hat viele Aufs und Abs. „Niemand nimmt völlig ohne Grund Drogen“, sagt sie. Doreen redet schnell. Es ist nicht immer leicht, ihr zu folgen. Ihre Stimme ist heiser und manchmal brüchig, wie so vieles, was sie erlebt hat. Sie erzählt von einer Kindheit und Dingen, die nicht passieren dürfen, es damals doch sind und zu denen geschwiegen wurde. „Was bei uns drinnen passierte, ging draußen niemanden etwas an.“ Manchmal huscht ein unsicheres Lächeln über ihr Gesicht. Eine weiche Seele, lange versteckt, die erst in den vergangenen Jahren langsam wieder ans Tageslicht kommt. Von null auf hundert Mit den Drogen habe sie spät, mit 25 Jahren, angefangen, sagt Doreen. „Dann aber von null auf hundert.“ Ihr damaliger Freund dealte mit Heroin. Erst verpackte sie die Drogen für ihn, dann probierte sie selbst. „Ich war sechs Jahre voll drauf, ohne dass es jemand gemerkt hat.“ Die gelernte Industriekauffrau machte in dieser Zeit sogar eine Umschulung zur Kosmetikerin. Es ist auch die Zeit, in der ihr erstes Kind zur Welt kommt. Als ihr damaliger Freund verhaftet wird, fängt sie selbst an, in der Szene zu verkaufen. „Das war lange Zeit ein Leben am Limit“, beschreibt es Lukasz Pobieda aus dem Café Clara. Doreen kennt den Sozialarbeiter gut und ist ihm heute „unendlich dankbar“. Doch bis zu dieser Erkenntnis vergehen noch viele Jahre. Jahre, in denen sie „mit den ganz Großen mitmischt“, sagt Pobieda. Jahre, in denen sie mit Heroin dealt und selber konsumiert, in denen sie mit Schlägertypen „alles wegprügelt“, per Haftbefehl gesucht wird, nach Gran Canaria abhaut und irgendwann doch im Gefängnis landet. Rückhalt Doch vor der Haft ist nach der Haft. „Ich weiß nicht, wie oft ich immer wieder in die Drogenszene reingerutscht bin.“ Zu oft sei sie zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen – bis erneut eine Gefängnisstrafe im Raum steht. Doreens Glück: Ihre Familie, Kinder und Enkelkinder, die ihr Rückhalt geben und die sie anspornen. „Ich hatte wirklich Angst, dass ich meine Familie nach einer weiteren Haftstrafe nicht wiedersehen werde.“ Therapie statt Gefängnis Doreen kann anstelle einer Gefängnisstrafe eine stationäre Therapie machen. „Vorher dachte ich immer, ich brauche keine Entgiftung. Aber diesmal habe ich es ernst genommen.“ Und Doreen schafft es – auch dank einer Freundin, die sie aus der ersten Haftstrafe kennt, die mit Drogen nichts zu tun hat und die sie zum Lukas-Werk nach Wolfenbüttel bringt. Im Anschluss an die Entgiftung macht sie dort eine ambulante Therapie und nimmt die Substitutionsbehandlung in Anspruch. Täglich muss sie nach Wolfenbüttel kommen, um eine Ersatzdroge zu erhalten – egal, ob Weihnachten ist, die Hochzeit eines ihrer Kinder oder die Einschulung eines Enkelkindes ansteht. „Das hat mich einerseits natürlich eingeschränkt, weil ein Urlaub oder längere Abwesenheiten fast unmöglich waren. Aber es hat mir auch eine feste Struktur gegeben.“ Hilfe annehmen Doreen baut sich ein Leben außerhalb der Drogenszene auf. Seit viereinhalb Jahren bekommt sie nun eine Depotspritze, durch die das Subutex bis zu neun Wochen im Körper wirkt. „Ganz ohne würde ich nicht schaffen“, ist sich Doreen sicher. Nicht jeder Tag sei einfach für sie. „Aber ich weiß, dass ich Hilfe bekomme, durch meine Familie, meine Freunde und hier im Lukas-Werk. Und das Wichtigste: Inzwischen kann ich diese Hilfe auch annehmen.“ Bei einer Substitutionstherapie werden Menschen mit einer Suchterkrankung durch die Einnahme von Ersatzstoffen wie Methadon, Subutex oder Buprenorphin unterstützt. Früher war diese Therapie zeitlich begrenzt, doch nach einer Gesetzesnovellierung kann sie dauerhaft in Anspruch genommen werden. Dies ermöglicht den Betroffenen eine langfristige Stabilisierung und bessere Integration in die Gesellschaft. Die Novellierung soll somit dazu beitragen, dass Suchtkranke eine nachhaltige Unterstützung erhalten und ihre Lebensqualität verbessert wird. Angebote zur Suchthilfe Text: Petra Neu // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteHerausforderungen sind meine tägliche Routine
13.05.2024 Herausforderungen sind meine tägliche Routine – Barrieren abbauen – Um sie herum sind Farben, Formen und Kontraste. Gesichter sieht sie nicht. Keine Mimik, keine Gestik. „Das läuft bei mir nicht visuell, sondern ich erkenne Menschen insbesondere an ihrer Stimme“, sagt Manuela Schuller. Seit ihrem achten Lebensjahr ist sie aufgrund einer Augenerkrankung hochgradig sehbehindert. Ihre Beeinträchtigung sei eines ihrer Merkmale, aber „ich bin so viel mehr als meine Sehbehinderung.“ Manuela Schuller ist es wichtig, das zu betonen. Lieblingsort Schule Seit 2008 arbeitet die 40-jährige Diplom-Psychologin in der Wohnen und Betreuen und ist dort im Team Entwicklungsberichte für die Kostensicherung der geleisteten Unterstützungs- und Fördermaßnahmen zuständig. „Wir beschreiben jeden Menschen in seinen Ressourcen und Bedarfen, arbeiten heraus, was er oder sie kann, aber insbesondere auch die zentralen Unterstützungsbedarfe in der Aktivität und Teilhabe. Das alles auf wenigen Seiten. Das kann durchaus herausfordernd sein.“ Für sie war es ein „großes Glück“, nach ihrem Studium den Job in Neuerkerode bekommen zu haben und sich seitdem ständig weiterentwickeln zu können. Schuller gibt inzwischen auch Fortbildungen im Bereich personenzentrierte Bedarfsermittlung, die über die Personalentwicklung der esn angeboten werden, und seit 2022 ist sie als Lehrkraft in der Fachschule Heilerziehungspflege in Neuerkerode im Einsatz. Einmal die Woche unterrichtet sie dort die angehenden Fachkräfte in ihrem letzten Ausbildungsjahr. „Der Lieblingstag meiner Arbeitswoche“, sagt sie und lächelt. Mit Herzblut im Unterricht „Frau Schuller war ein Glücksfall für uns“, sagt Schulleiterin Annegret Jäkel. Sie sei „Lehrkraft mit Haut und Haaren und schafft es, ein eher trockenes Thema wie das Schreiben von Förderplänen sehr lebendig und kreativ zu vermitteln.“ Die räumliche Orientierung im Klassenraum funktioniert für Schuller gut. Am ersten Unterrichtstag eines neuen Schuljahres stellen sich die Schüler und Schülerinnen ausführlich vor, Schuller prägt sich dann die Sitzordnung ein, merkt sich Stimmen, Gestalten, Umrisse. Oder nimmt einen Hund wahr, den ein Schüler regelmäßig mit in den Unterricht bringt. Bei Wortmeldungen sagen die Auszubildenden zu Beginn jeweils ihren Namen. „Ansonsten gehen alle ganz selbstverständlich mit meiner Sehbeeinträchtigung um, sodass sie gar nicht spürbar ist. Und genau das finde ich so wunderbar“, sagt Schuller. Ein Mensch als Puzzle Sie selbst nimmt genau wahr, was um sie herum passiert, hört hin und zu. Die übrigen Sinne der zierlichen Frau scheinen geschärft, um die fehlende Sehkraft zu kompensieren. Einzelne Puzzleteile wie Geräusche, ein Stocken in der Stimme, ein aufgeregtes Atmen, lange Pausen – sie setzt alles zusammen. Für jede Begegnung nimmt sie sich Zeit, um zu erkennen: In welcher Situation ist dieser Mensch gerade? Sie scheint dann voll und ganz bei diesem einen Menschen – wie schön es wäre, würden auch Sehende immer so miteinander umgehen. „Über die Stimme nehme ich wahr, wie die Schüler drauf sind oder auch wie engagiert sie sich einbringen.“ Auch mündliche Noten seien daher kein Problem für sie. Mit Herausforderungen umzugehen, das kennt Manuela Schuller seit ihrer Kindheit. Sie wollte nie den geschützten Raum einer Sehbehindertenschule oder die Uni danach aussuchen, wie gut man sich im dortigen Umfeld mit einer Sehbehinderung zurechtfindet. „Ich bin in eine ganz normale Schule gegangen und habe mich bewusst für das Studium in meiner Heimatstadt entschieden.“ Sie hat ihren Weg durch nicht barrierefreie Bibliotheken und Hörsäle gefunden und ihren Abschluss gemacht. Bis heute habe sich mit Blick auf das Thema Barrierefreiheit viel getan – vor allem die gesetzlichen Rahmenbedingungen seien besser, technische Hilfsmittel werden stetig weiterentwickelt. Die Barrieren im Kopf sind ihrer Ansicht nach aber noch längst nicht überall abgebaut. „Ich muss mein Können wegen meiner Sehbehinderung nicht besonders beweisen, es ist selbstverständlich. Wo das noch nicht angekommen ist, kann der Alltag sehr herausfordernd sein.“ EINFÜHLSAM. VIELSEITIG. KREATIV. Ausbildung in der Heilerziehungspflege. Hier bewerben Text: Petra Neu // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteErfrischend einfach und inklusiv
08.04.2024 Tauferinnerungen lebendig werden lassen Welche Bedeutung hat die Taufe für einen persönlich und im Kontext der kirchlichen Gemeinschaft? Traditionell zu Quasimodogeniti, dem ersten Sonntag nach Ostern, wird an das Neugeborensein durch Wasser und Geist erinnert – an die Taufe. Der inklusive Gottesdienst in leichter Sprache, der jedes Jahr zu Quasimodogeniti stattfindet, greift das Sakrament auf und widmet sich der „Tauferinnerung“. Unter dem Motto „Einfach.Christlich.“ wurde er gefeiert und gestaltet mit der Braunschweiger Mit uns-Gemeinde und zusammen mit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode und dem Dom St. Blasii Braunschweig. Geleitet wurde der Gottesdienst von Pfarrerin Barbara Eschen, Vikarin Lisa Koch, Pfarrer Henning Böger und Tobias Henkel unter Beteiligung von Neuerkeröder Bürger:innen: „Wieso taufen wir und warum? Und wieso benutzen wir zum Taufen Wasser?“, fragte Pfarrerin Barbara Eschen die Gottesdienstbesucher:innen und bat sie zunächst untereinander nach Ideen und Antworten zu suchen. Auch ihre Ideen und Anregungen gab sie in ihrer Predigt den Zuhörer:innen mit. So habe Wasser eine lebenswichtige Bedeutung für die Organismen dieser Welt. Es helfe beim Wachsen und Beleben, zudem sei es einfach zu erleben: „Auch wenn wir nicht hören oder sehen können, wir alle können Wasser auf der Haut spüren“, sagte Eschen. Bei der Taufe werde man neu geboren und trete in eine besondere Beziehung mit Gott. „Gott belebt und rettet uns“, erklärte Eschen. Was alles mit der Taufe in Verbindung steht, daran erinnerte Tobias Henkel, Direktor der Evangelischen Stiftung Neuerkerode: „Wir erhalten einen besonderen Taufspruch und werden im Beisein von ausgewählten Paten getauft, die uns das ganze Leben begleiten.“ Am Ende luden Vikarin Lisa Koch und Pfarrerin Barbara Eschen die Gottesdienstbesucher:innen dazu ein, ihre Tauferinnerungen aufzufrischen. Jeder durfte nach vorn in den Altarbereich kommen, um sich die Hände mit Wasser bestreichen zu lassen und einen Segen zu empfangen. Musikalischer unterstützten die Neuerkeröder Musikpädagogik sowie Domorganist Witold Dulski.
Zu der SeiteWas uns wichtig ist
13.05.2024 Was uns wichtig ist – Unsere Mitarbeitenden im Gespräch mit dem Sozialministerium – „Jetzt sind Sie dran: Ihre Stimme zählt! Kommen Sie ins Gespräch mit der niedersächsischen Staatssekretärin!“ Diesem Aufruf sind unsere Mitarbeitenden nachgekommen und haben Fragen an Dr. Christine Arbogast gestellt. Denn als Staatssekretärin beschäftigt sich Dr. Arbogast genau mit den Themen, die in unserer Unternehmensgruppe eine wichtige Rolle spielen: Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. Wir haben uns sehr gefreut, dass uns dieses Interview ermöglicht wurde. Unsere Tour nach Hannover Alle Fragen & Antworten Eingliederungshilfe Berufsausbildungen in den Mangelberufen sollen jetzt inhaltlich verändert und teilweise verkürzt werden, damit es schneller... ...zum „Fertigstellen“ notwendiger Fachkräften kommt. Könnten diese Veränderungen zulasten der Qualität dieser Ausbildungen gehen? "Hier ist klar zwischen einer Fachkräfteausbildung, die in der Regel drei Jahre dauert, und der einjährigen Ausbildung zur Pflegeassistenz zu unterscheiden. Letztere existiert bereits in anderen Bundesländern und ist auch für uns eine gute Möglichkeit, schnell in diesem Bereich weiteres Personal zu generieren." Wie kann es gelingen, mehr Menschen für die Ausbildung in der Heilerziehungspflege zu begeistern? "Hier ist das Land Niedersachsen bereits tätig geworden und hat die Schulgeldfreiheit in der Heilerziehungspflegeausbildung eingeführt. Speziell über unser Ministerium nimmt das Thema „Soziale Berufe“ in unserer Fachkräfteinitiative einen besonderen Stellenwert ein. Wenn auch Träger von Einrichtungen und Verbände zusätzlich für den Beruf der Heilkräfteerziehungspflegerinnen und Heilkräfteerziehungspfleger werben, erzielen wir gemeinsam mehr Aufmerksamkeit." Die Einrichtung der Eingliederungshilfe Neuerkerode ist im Spannungsfeld zwischen Pflege teilweise... ...mehrfachbeeinträchtigter Menschen und Inklusion dieser Bewohner auf gut spezialisiertes Fachpersonal angewiesen – wie alle Träger von Pflegeeinrichtungen. Dennoch wurden die Ausbildungsbedingungen der neu ausgerichteten generalisierten Pflegeausbildung (Zusammenschluss Kranken- und Altenpflegeausbildung) zulasten der Eingliederungshilfe geändert. Dies bedeutet, dass nach behördlichen Schulgesetzen zwar Heilerziehungspfleger:innen ausgebildet werden können, jedoch die benötigten Fachpfleger nicht die Träger der Eingliederungshilfe in ihrer Ausbildungsform kennenlernen. Dies ist ein Wettbewerbsnachteil zu allen anderen Einrichtungen, in denen Menschen leben, die Pflege benötigen. Insbesondere, weil Menschen mit geistigen und kombinierten körperlichen Beeinträchtigungen besonderen Unterstützungsbedarf haben, die ihre Antwort nicht ausschließlich in der pädagogisch ausgerichteten Heilerziehungspflegeausbildung findet. Wie wollen Sie diesem Defizit in Zukunft begegnen? "Grundsätzlich absolvieren Pflegekräfte ihre praktische Ausbildung in Krankenhäusern oder zugelassenen Pflegeeinrichtungen, eine Regelung, die auf dem Bundesrecht (Pflegeberufegesetz) basiert und auf Landesebene nicht beeinflusst werden kann. Dass Einrichtungen für Eingliederungshilfen keine praktische Ausbildung durchführen können, ist zunächst einmal aus Sicht der „Pflege“ kein Defizit. Eine andere Frage ist, wie es gelingt, ausgebildete Pflegefachkräfte für eine Arbeit in EGH-Einrichtungen zu gewinnen. Hier ist über die Eigeninitiative der Träger viel möglich. Ich weiß, dass die Berufe in der Pflege sehr fordernd und anspruchsvoll sind, sie sind aber vor allem auch sinnstiftend und das gilt es, weiter zu vermitteln." Warum gab es in der Vergangenheit keine Bestrebungen, einen finanziellen Ausgleich zu schaffen? "Die Bundesländer und insbesondere auch wir in Niedersachsen haben in den vergangenen Jahren mehrfach gefordert, die Regelung des § 43a SGB XI abzuschaffen. Bisher ist der Bund dazu jedoch nicht bereit, da dies eine finanzielle und beitragsrelevante Mehrbelastung der Pflegeversicherung zur Folge hätte. Aus unserer Sicht ist es verfassungsrechtlich bedenklich, dass § 43a nur ausschließlich aus fiskalischen Gründen beibehalten wird." Nach der Gesetzgebung (§ 43 SGB XI) erhalten Menschen mit Beeinträchtigungen, wenn diese in der Eingliederungshilfe oder... ...ähnlichen Wohnformen wie in Neuerkerode leben (und mind. Pflegestufe 2 haben), einen Sockelbetrag von 266 Euro, der die eigentlichen Aufwendungen oftmals nicht deckt. Es besteht hierbei eine Diskrepanz zu anderen Versicherten bspw. Sozialhilfeversicherten, die über häusliche Pflege oder Pflegegeld eine Entschädigung von 300 bis 2.500 Euro erzielen. "Im § 43a SGB XI ist geregelt, dass die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 in einer vollstationären Einrichtung der sozialen Eingliederung einen Pauschalbetrag für die Erbringung von Pflegeleistungen übernimmt. Dies betrifft Menschen mit Behinderungen in besonderen Wohnformen. Der den Pauschalbetrag übersteigende Anteil wird regelmäßig von der Eingliederungshilfe übernommen." Inwieweit sollte aus Ihrer Sicht die Eingliederungshilfe gestärkt und Menschen mit Mehrfachbehinderungen damit politisch... ...in den Fokus genommen werden? "Wenn die Pflegeleistung von Menschen mit Behinderungen übernommen wird, spielt dabei auch eine Rolle, wo sie wohnen und leben. Während im familiären häuslichen Umfeld oder in ambulant betreuten Wohnformen volle Leistungen der häuslichen Pflege durch die Pflegekassen finanziert werden, gibt es in den besonderen (vollstationären) Wohnformen die genannte Pauschalerstattung. Ich bin der Meinung, dass der Bund diese Ungleichbehandlung beenden muss. Anstelle der Pauschalerstattung sollten die in besonderen Wohnformen lebenden pflegeversicherten Menschen mit Behinderungen berechtigt sein, Leistungen in gleicher Höhe beziehen zu können wie im eigenen häuslichen Umfeld. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass es für die beitragszahlenden Menschen mit Behinderungen in besonderen Wohnformen wie eine diskriminierende Ungleichbehandlung wirken kann, wenn für sie nicht die gleichen Regelungen wie im ambulanten Wohnen gelten. Wichtig ist mir dabei aber, noch mal festzuhalten, dass der Pflegebedarf für sie – unabhängig von der geltenden Regelung – abgedeckt wird." Fachkräftemangel: Im Gegensatz zum „Niedersachsen Plan“ 2013 in der Altenpflege ist die Unterstützung in der... ...Eingliederungshilfe nicht erkennbar. Wie planen Sie, die Eingliederungshilfe im Sozialetat effektiver zu verorten, um sicherzustellen, dass die Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung angemessen berücksichtigt werden? "Welcher Stellenwert die Unterstützung der Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung beim Land Niedersachsen einnimmt, zeigt bereits die Tatsache, dass der Etat für Leistungen der EGH mit Abstand der größte Einzelansatz im Haushalt des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung darstellt." Bundesfinanzminister Christian Lindner möchte die Sozialausgaben für drei Jahre einfrieren. Dies ist ein Sparen... ...auf Kosten der Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft. Welche Gedanken, Initiativen, Veränderungen kommen dazu aus Ihrer Politik? "Der Bundeskanzler hat klargemacht, dass im Sozialen nicht gekürzt wird. Das ist eine wichtige Botschaft. Der Sozialstaat ist mit seinen Hilfeangeboten, Institutionen und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in der Lebenswirklichkeit von Millionen von Menschen in den unterschiedlichsten Hilfefeldern in Deutschland täglich präsent ̶ in verschiedenen Lebensbereichen, von Sozialversicherung bis zur Unterstützung von Familien und Senioren. Gerade in Zeiten, in denen sich gesellschaftliche Fliehkräfte verstärken, muss die Solidargemeinschaft funktionieren." Nachdem Kürzungen in der Bundesförderung für Freiwilligendienste im vergangenen Jahr noch einmal... ...abgewendet werden konnten, ist diese vermeintliche Sicherheit für 2025 keineswegs gewährleistet (der Vortragshaushalt sieht weiterhin Kürzungen vor). Von einer Mittelkürzung im Bundeshaushalt wären in Niedersachsen rund 850 Stellen betroffen, die von den Trägern und Einsatzstellen nicht mehr vorgehalten werden könnten. Welche Strategie hat die Landesregierung, unabhängig von Appellen an den Bund, um die drohende Finanzierungslücke vorsorglich zu schließen? "Wir werden auch weiterhin nicht müde, den Bund zu überzeugen, dass solche Kürzungen ein „Sparen an der falschen Stelle“ sind, denn die Bundesfinanzierung der Freiwilligendienste kann nicht anders geschultert werden." Personenzentrierung als Kernelement pädagogischer Betreuungsarbeit wird von Mitarbeitenden, Leitungskräften, ... ...Betreuten, Angehörigen und gesetzlichen Betreuern der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH seit jeher eingefordert und in der Praxis längst gelebt. Die derzeitige Lage lässt jedoch nicht erkennen, wie dieses Konzept in den kommenden Jahren noch aufrechtzuerhalten sein wird. Wie sollen Leistungserbringer den im BTHG formulierten Anforderungen an die Eingliederungshilfe angesichts schrumpfender Haushalte und vor dem Hintergrund eines angespannten Arbeitsmarktes zukünftig gerecht werden? "Zunächst einmal sind bei den Eingliederungshilfemaßnahmen keine Einsparungen vorgesehen. Es ist mit Blick auf den zunehmenden Fachkraftmangel ein wichtiges Ziel, die heute erreichten personellen Standards in der Eingliederungshilfe (EGH) mindestens zu halten. Das erfordert jedoch intensive gemeinsame Anstrengungen. Denn es ist klar, auch wenn nicht eingespart wird, können Bedarfe an bestimmten Stellen steigen. Deshalb werden auch die Leistungsinhalte und -standards auf der Ebene der Spitzenverbände (LAG FW, LAG PPN), der KSpV, des Landes und der Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen diskutiert." Welche Schwerpunkte möchten Sie in diesem Jahr in Ihrer Arbeit im Bereich Inklusion setzen? "Unser Ziel ist es, Inklusion als allumfassende Aufgabe in sämtlichen Lebensbereichen zu verankern – sei es im Alltag, in Schulen, am Arbeitsplatz, in Sportvereinen oder Ferienanlagen. Daher wird der Aktionsplan Inklusion derzeit überarbeitet. Die Landesregierung plant außerdem, das Landeskompetenzzentrum für Barrierefreiheit als zentrale Anlaufstelle im Büro der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen anzusiedeln. Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind bereits geschaffen. Das Kompetenzzentrum wird nicht nur unabhängige Erstberatung für Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige, Verbände und Organisationen bieten, sondern auch Ansprechpartner für öffentliche Stellen, Kommunen und Unternehmen in Niedersachsen sein. Zusätzlich soll es Informationen zu verschiedenen Aspekten der Barrierefreiheit zusammenführen und Schulungsangebote bereitstellen. Auf diese Weise wird das Kompetenzzentrum dazu beitragen, dass Barrierefreiheit in Niedersachsen an Bedeutung gewinnt und das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen gestärkt wird." Was sind Ihrer Meinung nach realistische Maßnahmen, um die Chancen für Menschen mit Behinderung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu erhöhen? "Um die vielfältigen Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, setzen wir in Niedersachsen auf unterschiedliche bewährte Maßnahmen. Ein Erfolgsmodell ist unser „Budget für Arbeit“, eine Leistung der Eingliederungshilfe, das bereits über 600 Werkstattbeschäftigten erfolgreich die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht hat. Mit einem Lohnkostenzuschuss von bis zu 75 % und Übernahme der Kosten für erforderliche Anleitung am Arbeitsplatz ermöglicht dies individuelle Lösungen. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch Unternehmen, die nach geeigneten Lösungen im Arbeitskräftemangel suchen. Zusätzlich wollen wir gemeinsam mit dem Integrationsamt Inklusionsbetriebe weiter ausbauen. Diese richten sich besonders an Menschen mit Behinderungen, deren Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund von Art oder Schwere der Behinderung besonders herausfordernd ist. Durch landeseigene Arbeitsmarktprogramme fördern wir speziell die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte Menschen. Förderprogramme und Unterstützungsmöglichkeiten schaffen hier gute Rahmenbedingungen. Doch genauso wichtig ist eine inklusionsfreundliche Haltung aller Beteiligten, vor allem der Arbeitgebenden. Daher legen wir großen Wert auf Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen." Seniorenhilfe Leiharbeit (oft auch als Zeitarbeit oder auch Arbeitnehmerüberlassung bezeichnet) bringt zwar... ...Fach- und Arbeitskräfte in Einrichtungen und hilft dem unmittelbaren Arbeitskräftebedarf ab, führt jedoch zu einem hohen Qualitätsverlust in der Bewohnerversorgung und wirtschaftlichen Schieflagen der Einrichtungen. Die bisher seitens der Bundesregierung veranlassten Veränderungen führen zu keinen positiven Veränderungen. Welche Neuerungen gibt es, um dem zu begegnen? "Leiharbeit in der Pflege führt dazu, dass erhebliche Gelder, die eigentlich für die Versorgung der Pflegebedürftigen bestimmt sind, als Gewinne in Leiharbeitsfirmen fließen. Das belastet nicht nur die finanzielle Situation, sondern sorgt auch teilweise für unterschiedliche Bedingungen, unter denen Pflegekräfte arbeiten. Und das kann nicht gut für das Arbeitsklima sein. Deshalb unterstützen wir eine Länderinitiative zur Eindämmung von Leiharbeit in der Pflege. Das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) vom Juli 2023 begrenzt bereits die Zahl der Leiharbeitskräfte und die damit verbundenen Kosten. Dies ist ein positiver Schritt, aber weitere Regelungen auf Bundesebene werden erwartet. Die KAP.Ni-Arbeitsgruppe für alternative Arbeitszeitmodelle verbessert zudem die Arbeitsbedingungen für das Stammbelegschaftspersonal, um die Attraktivität von Leiharbeitsfirmen zu verringern. Nur wenn familien- und arbeitnehmerfreundlichere Bedingungen für die Pflegekräfte geschaffen werden, können auch zukünftig ausreichend Fachkräfte gewonnen werden." Neue einjährige Ausbildung: Im Kontext der Entwicklung auf der Bundesebene zu einer bundeseinheitlichen... ...Pflegeassistenzausbildung sind die Aktivitäten auf der Landesebene eingefroren. Dies wirft den Prozess einer Intensivierung der Pflegeassistenzausbildung weiter zurück. Welche Vorschläge gibt es, diesen Bereich der Ausbildung voranzubringen? "Die Anpassung der Pflegeassistenzausbildung ist mit den Bundesreformen zur Einführung eines neuen Personalbemessungsinstruments verbunden. Niedersachsen strebt an, den Bedarf an qualifizierten Pflegeassistenzkräften zu decken, indem der Zugang zur Ausbildung erleichtert, für diese geworben und die Dauer verkürzt wird. Ich habe große Sympathie für eine einjährige Pflegeassistenzausbildung, hier gibt es aber noch Abstimmungsbedarfe." Sehen Sie Möglichkeiten, dass sich Belastungen aus solchen Vorgaben zeitnah reduzieren lassen? "In Bezug auf die Konzertierte Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni) liegt einer der Schwerpunkte auf der Entbürokratisierung. Hier kümmert sich eine Arbeitsgruppe gerade darum, die Leistungsabrechnung zu entbürokratisieren und zu digitalisieren. Das wird auch eine spürbare Entlastung für die Pflegenden bringen. Wir haben in diesem Zuge auch die Vorschläge aus der Länder-AG „Digitalisierung in der Pflege“ zur Beschleunigung des Verfahrens für die vollständig digitale Abrechnung eingebracht. Zudem wird ein Austausch zwischen Pflegekassen, dem Medizinischen Dienst, Kommunen und Heimaufsichtsbehörden moderiert, um Kontrollen in Pflegeheimen besser abzustimmen und so das Personal zu entlasten. Ein Landesarbeitskreis Pflegedokumentation und Qualitätssicherung unterstützt die Umsetzung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung in Niedersachsen. Es sind einzelnen Stellschrauben, die insgesamt aber ihre Wirkung entfalten werden." In der Altenhilfe haben bürokratische Vorgaben in den vergangenen Jahrzehnten einen Umfang angenommen, der von den Beschäftigten... ... nicht nur als Belastung, sondern sogar als Belästigung wahrgenommen wird. In welchem Umfang sind Anforderungen des Landes für diese Bürokratiebelastung verantwortlich? "In Pflegeeinrichtungen gibt es keine spezifischen Vorgaben auf Landesebene für Dokumentation oder Abrechnung; diese werden durch bundesweite Regelungen festgelegt. Das Land engagiert sich jedoch aktiv, um den bürokratischen Aufwand zu minimieren. Dies geschieht durch die Teilnahme an Bundesreformen und die Zusammenarbeit mit Verbänden in Niedersachsen, um bestehende Vorgaben möglichst bürokratiearm umzusetzen und die Digitalisierungsmöglichkeiten zu nutzen." Immer mehr Pflegeeinrichtungen schließen, gleichzeitig wird sich der Pflegebedarf demografisch bedingt in den nächsten Jahren... ...deutlich erhöhen. Wie sehen Sie die Zukunft der Pflegelandschaft in Niedersachsen? "In Niedersachsen, wie im gesamten Bundesgebiet, steht die pflegerische Versorgung aufgrund von Kostenanstieg, demografischem Wandel und Fachkräftemangel unter Druck. Deshalb war es gut, dass wir in Niedersachsen frühzeitig in unterschiedlichen Bereichen reagiert haben. Beispielsweise mit dem Projekt Komm.Care, das uns einen genauen Überblick über die Bedarfe aufzeigt, um gezielt reagieren zu können. Und natürlich die Konzertierte Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni), die an den Start gebracht wurde: mit einem 10-Punkte-Plan für Fachkräftegewinnung, Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Entbürokratisierung und Digitalisierung in der Pflege. Die Schnellziele der KAP.Ni, bessere Finanzierung der Kurzzeitpflege, Entbürokratisierung und neue Arbeitszeitmodelle, zeigen bereits konkrete Erfolge, wie die verbesserte Finanzierung der Kurzzeitpflege im Februar. Dies soll das Angebot an Kurzzeitpflege ausbauen und pflegende Angehörige entlasten." Gesundheit & Rehabilitation Was kann getan werden, um mehr Männer für das Studium und den Beruf der Sozialen Arbeit zu begeistern? "Es ist schade, dass sich laut einer Studie der IU Internationalen Hochschule* nur 21,8 % der jungen Männer vorstellen können, einen sozialen Beruf zu ergreifen. Es gibt also noch Luft nach oben, um mehr Männer für Soziale Arbeit zu begeistern. Beispielsweise durch Aufklärungskampagnen, um Missverständnisse über den Beruf der Sozialen Arbeit zu beseitigen. Mentoring-Programme und frühzeitige Berufsorientierungsmaßnahmen können gezielt Vorurteilen entgegenwirken. Auch das Herausstellen von Vorbildern, indem männliche Sozialarbeiter die Vielfalt in diesem Berufsfeld sichtbar machen und ihre Berichte über Erfahrungen und Erfolge, können dazu beitragen, Stereotype zu brechen. Daneben spielen für viele auch die Rahmenbedingungen des Berufs, also wie flexibel kann der Arbeitsplatz gestaltet werden, bei der Auswahl des Jobs eine wichtige Rolle." * https://static.iu.de/studies/Kurzstudie-Maenner-in-sozialen-Berufen.pdf Wie wird das Leben eines Kindes aus einer suchtbelasteten Familie ohne Suchtberatungs- und Präventionsangebote... ...in 15 Jahren aussehen? "Wir sollten keine substanzlosen Horrorszenarien an die Wand malen. So etwas hilft nicht, sondern schürt Ängste. Das Land wird weiterhin im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten die Suchtberatungsstellen unterstützen. Es gibt bereits erfolgreiche Programme wie das „1.000-Schätze-Programm“ für Grundschulkinder und spezielle Angebote wie „Trampolin“ für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Fachstellen bieten zudem individuelle Unterstützung für suchtkranke Familien und deren Kinder an. Die Hoffnung besteht, dass durch gute Sozialpolitik auch weiterhin Kindern mit schwierigen Startbedingungen mehr Chancen geboten werden können." Stellen Sie sich vor, Sie schreiben eine Drehbuchszene. Welches Szenario für das öffentliche Leben können Sie sich vorstellen,... ...wenn die Leistungen im Suchtbereich in den nächsten Jahren weiter reduziert werden? "Ehrlich gesagt, möchte man sich das gar nicht vorstellen, denn die Leistungen, die wir als Land im Suchtbereich unterstützen, sind eine wichtige Säule des Gesundheitswesens. Gute Präventionsangebote sind entscheidend, insbesondere für Jugendliche. Deshalb fördern wir weiterhin freiwillig 75 Fachstellen für Sucht und Suchtprävention. Einsparungen könnten zu riskantem Konsum und fehlender Hilfe für Betroffene führen. Die Dialoge, die dann in einem Drehbuch zu finden wären, sind dann wahrscheinlich nicht mehr jugendfrei. Das Land hat nicht vor, hier zu sparen. Ehrlich gesagt, möchte man sich das gar nicht vorstellen, denn die Leistungen, die wir als Land im Suchtbereich unterstützen, sind eine wichtige Säule des Gesundheitswesens. Gute Präventionsangebote sind entscheidend, insbesondere für Jugendliche. Deshalb fördern wir weiterhin freiwillig 75 Fachstellen für Sucht und Suchtprävention. Einsparungen könnten zu riskantem Konsum und fehlender Hilfe für Betroffene führen. Die Dialoge, die dann in einem Drehbuch zu finden wären, sind dann wahrscheinlich nicht mehr jugendfrei. Das Land hat nicht vor, hier zu sparen." Die Geburtshilfe ist einer der Bereiche in Krankenhäusern, der am deutlichsten unterfinanziert ist. Wir bekommen für ein gesundes... ...Neugeborenes ca. 700 Euro. Allein die zusätzliche Prämie für die Betriebshaftpflicht beträgt schon ca. 400 Euro je Geburt. D. h., wir müssen von den übrigen 300 Euro das gesamte Personal, die Sachkosten und die Infrastrukturkosten finanzieren. Das ist schlicht nicht möglich. Wir rechnen derzeit mit mindestens 1.000 Verlust je Geburt, also 1 Million Euro pro Jahr für das Haus. Wenn man den verlorenen Deckungsbeitrag aus anderen Leistungen einrechnet, die in der frei werdenden Infrastruktur behandelt werden könnten, ist der negative Effekt der Geburtshilfe deutlich über 2 Millionen für das Marienstift. Wann ist mit einer Verbesserung der Finanzierung zu rechnen? "Im Zuge der geplanten Krankenhausreform des Bundes soll die Refinanzierung der Krankenhäuser umgestaltet werden. Zukünftig sollen Kliniken nicht nur für abgerechnete Behandlungen eine Erstattung bekommen, sondern auch eine Vorhaltepauschale erhalten. Diese Reform strebt an, den Kliniken finanzielle Unabhängigkeit zu gewährleisten, was auch den Bereich der Geburtshilfe, besonders in ländlichen Regionen, positiv beeinflussen könnte. Mit der Zustimmung zum Transparenzgesetz sind die Länder jetzt einen Schritt auf den Bund zugegangen und wir erwarten nun ein zügiges Voranschreiten der Reform. Bis dahin haben die Länder erste Liquiditätshilfen für die Krankenhäuser verhandelt." Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat ausgerechnet, dass in 2022 und 2023 zusammen eine Finanzierungslücke von etwa... ...neun Prozent der DRG-Erlöse eines Krankenhauses entstanden ist. Für das Krankenhaus Marienstift sind das ca. 2,2 Millionen Euro. Wann können die Krankenhäuser damit rechnen, dass es eine tatsächliche Anpassung der Finanzierung gibt, also über die schnellere Begleichung von sowieso bestehenden Ansprüchen hinaus? "Diese Defizite zeigen noch mal deutlich, dass eine Krankenhausreform absolut notwendig ist. Die Finanzierungslücken der Krankenhäuser entstehen vor allem durch deutliche Kostensteigerungen, hervorgerufen durch hohe Inflation, steigende Energiepreise und Personalkosten, für die der Bund zuständig ist. Es braucht jetzt dringend die Reform des Bundes weg von einem reinen DGRG-System zu einer Mischform mit Vorhaltepauschalen. In der Zwischenzeit kann, wie oben beschrieben, über die Anpassung des Landesbasisfallwerts nachgesteuert werden." Mit welchen Maßnahmen beabsichtigt das Sozialministerium, dieser negativen Entwicklung entgegenzusteuern? ...sogar als Belästigung wahrgenommen wird. In welchem Umfang sind Anforderungen des Landes für diese Bürokratiebelastung verantwortlich? "Die Finanzierungsdefizite der Krankenhäuser entstehen vor allem durch deutliche Kostensteigerungen, hervorgerufen durch hohe Inflation, steigende Energiepreise und Personalkosten. Diese Kosten werden durch Entgelte finanziert, die die Krankenhäuser für die Behandlung von Patienten von den Krankenkassen erhalten. Mit der Zustimmung zum Transparenzgesetz können hoffentlich Gelder für Krankenhäuser freigemacht werden. Kurzfristig wurden Liquiditätshilfen für das Jahr 2024 beschlossen, die sich aus dem Vorziehen der Pflegebudgets und der Energiehilfen speisen. Zudem soll der Landesbasisfallwert – der bereits in Niedersachsen zum Anfang des Jahres um etwa 5,13 % angehoben wurde, weiter auf eine realistische Basis nach oben hin angepasst werden. Damit erhöht sich maßgeblich die Refinanzierung der Betriebskosten der Krankenhäuser durch die Gesetzliche Krankenversicherung. Mittelfristig ab 2025 soll der Transformationsfonds in Höhe von 50 Milliarden Euro in den kommenden 10 Jahren von Bund und Ländern aufgestellt werden. Und langfristig wird die Umstellung der Krankenhausfinanzierung im Rahmen der Krankenhausreform Wirkung entfalten. Deshalb werden wir uns in Niedersachsen weiter für konstruktive Verhandlungen zur Krankenhausreform einsetzen, die jetzt schnell kommen muss." Das Land spielt eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Aufgaben der Daseinsvorsorge. Nach Eindruck der... ...Mitarbeitervertretungen kommt die öffentliche Hand dem Auftrag zur Daseinsvorsorge, insbesondere im Bereich Krankenhäuser, immer weniger nach. Welche Faktoren scheinen Ihnen hierfür verantwortlich? "In letzter Zeit waren vor allem die stark gestiegenen Betriebskosten maßgeblich für die wirtschaftlichen Herausforderungen der Krankenhäuser verantwortlich. Dafür ist der Bund zuständig, wogegen das Land die Investitionskosten der Krankenhäuser finanziert. Die für diesen Zweck bereitgestellten Mittel sind in den letzten Jahren stetig erhöht worden. Die im letzten Jahr vorgestellte 3-Milliarden-Krankenhaus-Investitonsoffensive zeigt, dass das Land hier seiner Verantwortung nachkommt. Allein für 2025 sind Haushaltsmittel von insgesamt 305 Millionen Euro für investive Maßnahmen bei den Kliniken vorgesehen." Danke! Wir danken Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast und dem niedersächsischem Sozialministerium für dieses besondere Interview. Text und Video: Petra Neu // Fotos: Nina Stiller Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteWenn Generationen sich gegenseitig bereichern
13.05.2024 Wenn Generationen sich gegenseitig bereichern – Jung und alt – Morgen für Morgen schallt Kinderlachen durch die Räumlichkeiten der Tagespflege Gamsen. Moment mal – durch eine Tagespflege? Sind das nicht Orte für ältere Menschen und nicht für Kinder? Ja, eigentlich schon. Doch in Gamsen ist alles ein wenig anders. Hier befindet sich die Kita Büchenkamp, deren Träger die Stadt Gifhorn ist, unter demselben Dach wie die Tagespflege der Diakoniestation Gifhorn. „Wir dachten zunächst, es könnte eine Herausforderung werden, die unterschiedlichen Interessen der Generationen unter einen Hut zu bringen“, berichtet Janna Schoon, Leitung der Tagespflege Gamsen. „Das ist aber überhaupt nicht der Fall – im Gegenteil.“ Das Haus Lebensglück, in dessen Erdgeschoss die beiden Einrichtungen untergebracht sind, befindet sich mitten im Ortskern von Gifhorn-Gamsen, in der Hamburger Straße 5. Außerdem beherbergt das Gebäude eine Senioren-WG, barrierefreie Servicewohnungen sowie die Verwaltung des ambulanten Pflegedienstes der Diakoniestation Gifhorn. Ein solches Projekt sei für die Stadt bisher einzigartig, betonte Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich bei der Eröffnungsfeier im vergangenen Jahr. Schließlich hätten viele Investoren in der Vergangenheit mit Mehrgenerationenprojekten geworben. Im Haus Lebensglück werde dies aber nun wirklich umgesetzt. Gute Voraussetzungen Denn nur, weil sich Jung und Alt unter demselben Dach befinden, heißt das noch lange nicht, dass ein generationsübergreifendes Miteinander stattfindet – geschweige denn funktioniert. „Hier schafft aber schon das Gebäude die besten Voraussetzungen“, sagt Janna Schoon. So sind die Kita Büchenkamp und die Tagespflege Gamsen nur durch eine Tür voneinander getrennt. Man teilt sich nicht nur den Garten, sondern auch einen Aufenthaltsraum. Doch das Konzept lebt vor allem durch die wunderbare Zusammenarbeit des Teams der Tagespflege mit dem Team der Kitaleitung Birte Gessel. Und fast jeden Tag besuchen die Kinder die Senioren für unterschiedliche Aktivitäten. Freude über Kinderlachen Am Anfang stellte sich die Frage, ob das Konzept ohne Probleme aufgehen kann. Sind die Kinder den Senioren zu wild? Oder zu laut? Schließlich scheint die Kinderstimme der natürliche Feind des Hörgeräts zu sein. Doch das Gegenteil ist der Fall: Spielen die Kinder im Garten, beschweren sich die Tagespflegegäste keineswegs über die Lautstärke, sondern öffnen auch gerne mal ein Fenster und erfreuen sich an dem Kinderlachen. Und wenn die Kinder an einem Tag nicht bei ihren betagten Nachbarn vorbeischauen, vermissen sie diese, berichtet eine Erzieherin. Kinder und Senioren haben schnell Vertrauen zueinander aufgebaut. Und so hört man sehr häufig in der Tagespflege schon die freudigen Kinder, wenn sie sich auf den Weg in die Tagespflege machen und hierbei ein Lied anstimmen – was für strahlende Gesichter bei den Senioren sorgt. Die gemeinsame Zeit startet in der Regel mit einer herzlichen Begrüßung und einer gemeinsamen Yogarunde und einem Sonnengruß. Danach stehen die unterschiedlichsten Aktivitäten auf dem Programm. Es wird gemeinsam gebacken, gespielt und gebastelt. Voneinander profitieren So funktioniert das generationsübergreifende Konzept besser, als es viele zu Beginn erwartet hätten. „Die Zeit zusammen ist für beide Seiten toll“, berichtet Schoon. „Die Senioren werden durch die Kinder aktiver, während sie selbst bewirken, dass die Jüngeren ruhiger werden.“ Es kann also gelingen, das Miteinander der Generationen. Und wenn man Glück hat, die Voraussetzungen stimmen und beide Seiten aufgeschlossen sind, sogar ganz ohne Probleme. Kita-Kids und Senioren beim Yoga und Tanz: Text: Lukas Dörfler // Fotos: Bernhard Janitschke // Video: Michael Tietz Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteIlka Schindler übernimmt Regionalleitung der Fachambulanzen Braunschweig-Wolfenbüttel
05.04.2024 Ilka Schindler übernimmt Regionalleitung der Fachambulanzen Braunschweig-Wolfenbüttel Ilka Schindler hat zum 1. April 2024 die Position der Regionalleitung Braunschweig-Wolfenbüttel für die Fachambulanzen der Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH übernommen. Damit ist sie übergeordnet für beide Standorte verantwortlich. „Wir sind überzeugt, dass Ilka Schindler mit ihrer Expertise und Motivation eine wichtige Rolle dabei spielen wird, die Qualität der Versorgung für Klienten in Braunschweig-Wolfenbüttel weiter zu verbessern“, sagt Simone Wieczorek, Geschäftsführerin der Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich der Suchthilfe habe Schindler nun die Aufgabe, die Teams zusammenzuwachsen zu lassen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und standortübergreifende Bereiche zu vereinen. Ilka Schindler ist bereits seit 19 Jahren im Lukas-Werk tätig. Seit 2021 leitet sie die Fachambulanz Braunschweig und hat davor in verschiedenen Positionen und an verschiedenen Standorten in Südostniedersachsen innerhalb der Lukas-Werk Gesundheitsdienste gearbeitet. Ihr Ziel ist es, die Kommunikation und Abstimmung zwischen den Teams zu verbessern und vorhandene Ressourcen optimal zu bündeln. „Ich freue mich auf die gemeinsame Ausrichtung, die jetzt schon konstruktive Zusammenarbeit, das Bündeln vorhandener Ressourcen und auf meine Mitarbeitenden mit ihren vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen", sagt Ilka Schindler. Die Angebote des Lukas-Werks in der Suchthilfe richten sich an alle Menschen, die Fragen zum Konsum von Suchtmitteln haben. Dies kann sich sowohl auf Alkohol, Medikamente, Nikotin, illegale Drogen, aber auch auf Glücksspiel und Medienabhängigkeit beziehen. Mehr Infos
Zu der SeiteStart am 5. April: Café Kreuzgang nimmt Betrieb wieder auf
04.04.2024 Kulinarik trifft auf Kultur Das Café Kreuzgang (St. Ulrici-Brüdern, Schützenstraße 21, 38100 Braunschweig) eine besondere Ruheoase in Braunschweigs Innenstadt öffnet von April bis September seine Türen. Die Besucher dürfen sich auf zahlreiche Schmankerl aus der Küche sowie auf kulturelle Events freuen. Das Gemeinschaftsprojekt der inklusiven Gastronomie der Mehrwerk gGmbH, einem Tochterunternehmen der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, und des Theologischen Zentrums geht bereits in seine 7. Saison. Tatkräftig bei den Vorbereitungen für die Eröffnung des Café Kreuzgangs unterstützt haben 14 Kolleg:innen der FSAG aus der Abteilung „Projects and Programs, Operative Cyber-Security, IT Architecture & Collaboration“. Olaf Podschadli und Onne Rausch konnten Teile ihres Teams auf freiwilliger Basis dazu motivieren, beim Aufbau der Tische und Stühle, bei der Konfektionierung der Speisekarten, bei der Verteilung der Tischnummern, dem Einräumen des Lagers sowie vielen weiteren Handgriffen zu unterstützen. „Herzlichen Dank - so schnell waren wir noch nie startklar, ich bin wirklich beeindruckt“, so das Feedback von Susanne Ihlau, der Leitung des Café Kreuzgang. Öffnungszeiten (5. April 2024 bis 30. September 2024) Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag: 11 bis 18 Uhr Samstag, Sonntag und Feiertage: 14 bis 18 Uhr Mittwoch: Ruhetag Inklusiver Cafébetrieb Der Cafébetrieb erfolgt rundum inklusiv: Von der Gartenpflege durch die Klostergärtnerei Riddagshausen über die Stühle, Tische sowie den Tresen, die von der Jugendwerkstatt am Wolfenbütteler Kuba Bildungscampus gefertigt wurden bis hin zur Bedienung der Gäste, dem Abräumen des Geschirrs oder des Spülens – überall werden Menschen mit Handicap eingesetzt. Veranstaltungen Folgende Veranstaltungen stehen bereits fest – Beginn ist jeweils ab 19 Uhr: 5. April: Les Soleils 3. Mai: Hand in Hand 17. Mai: Michael Strauss Trio 7. Juni: Singing all together 13. Juni: Frauenmahl “Frauen zeigen Flagge” 21. Juni: Friederike Kannenberg 5. Juli: Verena Badura 15. August: Ausstellungseröffnung “Passage” mit Fotografien von Klaus G. Kohn. Tickets für die Veranstaltungen sind im Café Kreuzgang unter Telefon 05305.201 878 oder per E-Mail unter gastronomie@neuerkerode.de erhältlich. Weitere Informationen gibt es auf Social Media ( www.facebook.de/mehrwerkggmbh , www.instagram.com/cafe_kreuzgang ) und der esn-Webseite ( www.netzwerk-esn.de/news) . Der Berufsbildungsbereich der Mehrwerk hat im Upcyclingprojekt aus alten Wertstoffen neue Möbel und Funktionselemente für das Café Kreuzgang entwickelt.
Zu der SeiteMedien im Grundschulalter – Chancen und Herausforderungen
04.04.2024 Medien im Grundschulalter – Chancen und Herausforderungen Im Rahmen eines Online-Elternabends des Netzwerks „Jugendschutz – Und Du?“, in dem zwei Mitarbeiterinnen unserer Lukas-Werk Fachambulanz Northeim gemeinsam mit dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz im Landkreis Northeim und der Polizeiinspektion Northeim aktiv sind, erfahren Eltern und Erziehenden wie sie ihre Kinder sicher durch die digitale Welt begleiten können. Der Online-Elternabend zum Thema „Medien im Grundschulalter“ bietet Interessierten die Möglichkeit, sich über die Herausforderungen und Chancen der Mediennutzung bei Kindern zu informieren. „Mit dem stetigen Wandel der digitalen Welt ist es wichtig, als Erwachsene mit den neuesten Entwicklungen Schritt zu halten und die Kinder auf ihrem Weg durch die digitale Welt zu begleiten“, sagt Kimberly Zajonz von der Lukas-Werk Fachambulanz Northeim. Eltern-Medien-Trainer gibt Tipps Kindern würden heutzutage von klein auf mit medialen Geräten konfrontiert. „Sowohl im alltäglichen Leben als auch im Kinderzimmer gehören digitale Endgeräte heutzutage zum Aufwachsen dazu und sind stets überall allgegenwärtig“, sagt Lisa König von der Fachambulanz Northeim. Mit Lars Brockmann wird ein erfahrener Eltern-Medien-Trainer den Onlineabend begleiten, sein Fachwissen teilen und Tipps geben, wie man als Erziehende mit den Gefahren im Netz umgehen kann. Von Cybergrooming bis hin zu bekannten Internetphänomenen wie Huggy Wuggy, Siren Head oder der Momo-Challenge – es gibt viele Themen, über die Eltern Bescheid wissen sollten. Informationen zur Anmeldung. Der Online-Elternabend findet am 24. April 2023 von 19 Uhr bis 20.30 Uhr statt und richtet sich an interessierte Eltern mit Kindern im Grundschulalter sowie pädagogische Fachkräfte. Die Anmeldung ist bis einen Tag vor der Veranstaltung per E-Mail möglich: https://www.landkreis-northeim.de/Elternabend Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Das netzwerk freut sihc darauf, gemeinsam mit Ihnen über das wichtige Thema „Medien im Grundschulalter“ zu sprechen und Ihnen wertvolle Informationen für den Umgang mit digitalen Medien im Alltag mit auf den Weg zu geben. Über das Netzwerk „Jugendschutz – und Du?“ Das Netzwerk „Jugendschutz – Und Du!?“ beruht auf einer langjährigen Präventionsarbeit zu verschiedenen Jugendschutzthemen. In regelmäßigen Abständen werden unter anderem kostenfreie Online-Elternabende organisiert. Im Anschluss an die bevorstehende Veranstaltung im Januar wird es voraussichtlich am 6. Februar 2024 einen digitalen Elternabend zum Safer Internet Day geben. Für Fragen und Beratung – kostenlos, unverbindlich und unter Einhaltung der Schweigepflicht – stehen Ihnen die Präventionsfachkräfte der Lukas-Werks Gesundheitsdienste GmbH jederzeit zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch unter 05551. 908 206 0 und per E-Mail an fa-northeim@lukas-werk.de möglich. Auch an den Erzieherischen Kinder- und Jugendschutz des Landkreises Northeim können Sie sich unter der Telefonnummer 05551.708295 und per E-Mail an jugendpflege@landkreis-northeim.de wenden. Die Fachkräfte des polizeilichen Präventionsteams stehen Ihnen unter der 05551.70050 und per E-Mail praevention@pinom.polizei.niedersachsen.de zur Verfügung. Präventionsarbeit im Lukas-Werk
Zu der SeiteEin Sahnehäubchen für das Café Kreuzgang
10.04.2024 Kaffeeautomat bringt Arbeitserleichterungen und schafft erweiterte Schulungsmöglichkeiten für das inklusive Servicepersonal Die Förderung der Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung ist zentraler Baustein des Projekts. Mit der Spende aus den Reinerträgen des VR-Gewinnsparens der Volksbank BRAWO konnte die Kaffeemaschine im Wert von rund 10.000 Euro angeschafft werden. Damit können dem Team weitere Servicekenntnisse vermittelt und den Gästen qualitativ hochwertige Heißgetränke angeboten werden. Freuen sich über die Spende und die daraus entstehenden Möglichkeiten: Susanne Ihlau (Eventmanagement Mehrwerk), Carsten Ueberschär (Leiter Direktion Braunschweig bei der Volksbank BraWo), Yvonne Försterling (Eventmanagement Mehrwerk) sowie Das Café Kreuzgang, ein inklusives Projekt des Theologischen Zentrums in Braunschweig und der Mehrwerk gGmbH der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, gilt mittlerweile als erfolgreiches Beispiel für Genuss, Kultur und Inklusion in Braunschweigs Innenstadt. In den Früh- und Sommermonaten geöffnet, erleben die Gäste das ganz besondere Ambiente des Klostergartens, der – von den Mauern der St. Ulrici-Brüdern Kirche umsäumt – einen perfekten Rückzugsort vom Stadttrubel bietet. Der gesamte Cafébetrieb erfolgt rundum inklusiv: Von der Gartenpflege und den Holzarbeiten im Gast- und Zubereitungsbereich über die malerische Fenstergestaltung zum Innenhof bis hin zur Bedienung der Gäste sowie dem Zubereiten der Speisen und Getränke – überall sind Menschen mit Hilfebedarf tätig. Hier unterstützt sie die Mehrwerk gGmbH als vielseitiger Anbieter von Qualifizierung und Beschäftigung bei ihrer beruflichen Orientierung, ihrer Teilhabe am Arbeitsleben und ihrer Selbstverwirklichung. Seit 2017 besteht das Café Kreuzgang und entwickelt sich Jahr für Jahr weiter: das inklusive Gastro-Team profitiert von der Arbeit in Küche und Service und nutzt die hinzugewonnenen Erfahrungen für das eigene Berufsprofil als auch zur stetigen Verbesserung des Café-Angebots. Die Förderung der Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung ist zentraler Baustein des Projekts, auch deshalb bieten technische Neuanschaffungen die Möglichkeit, neues Wissen zu entwickeln, Kompetenzen zu schulen und das persönliche Anforderungsprofil zu erweitern. Stimmen zur Spende: Carsten Ueberschär, Leiter Direktion Braunschweig bei der Volksbank BraWo: „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, die der esn anvertrauten Menschen in ihrer Teilhabe zu unterstützen. Mit dem gespendeten Profi-Kaffeeautomaten für den inklusiven Gastronomiebetrieb im Café Kreuzgang schaffen wir genau das: Neben einer größeren Auswahl an hochwertigen Heißgetränken erweitern sich auch die Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für die Teilnehmenden vor Ort. Das freut uns sehr.“ Daniel Schwerdtfeger, Abteilungsleiter Gastronomie der esn-Tochter Mehrwerk gGmbH: „Wir sind der Volksbank-Brawo sehr dankbar für die Spende. Zum einen wird unser gastronomisches Angebot damit noch einmal attraktiver. Viel wichtiger sind aber die Arbeitserleichterungen durch die neue Maschine sowie die erweiterten Schulungsmöglichkeiten für das inklusive Servicepersonal. Letzteres ist ein wesentlicher Baustein unseres Gastro-Konzeptes und Aushängeschild des Cafés.“
Zu der Seiteesn offizieller Top Partner der Basketball Löwen Braunschweig
03.04.2024 esn offizieller Top Partner der Basketball Löwen Braunschweig Inklusion und neue Wege im Recruiting stehen im Fokus Die Evangelische Stiftung Neuerkerode (esn) steigt ab April 2024 und zunächst bis zum Ende der Saison 2024/2025 als offizieller Top Partner bei den Basketball Löwen Braunschweig ein. Kick-off für die Partnerschaft ist das Heimspiel am 13. April 2024 um 18.30 Uhr gegen die HAKRO Merlins Crailsheim, bei dem die esn als „Sponsor of the Day“ in Erscheinung tritt. Erstmalig werden an diesem Tag die Aufwärmshirts der Erstliga-Basketballer mit dem Logo der esn präsentiert. Team Inklusion Im Fokus der Kooperation stehen inklusive Aspekte: So produzierte die Werkstatt für Menschen mit Behinderung der esn-Tochter Mehrwerk gGmbH beispielsweise die Pokale für den Charity-Cup der Löwen Ende März 2024 und nimmt daran 2025 auch teil. Darüber hinaus wird ein „Inklu-Team“ für die Heimspiele der Basketball Löwen zusammengestellt. Menschen mit Behinderung, die in Braunschweig oder Neuerkerode leben und von der esn betreut werden, unterstützen bei unterschiedlichen Tätigkeiten im Rahmen der Heimspiele in der Volkswagen Halle. Geplant ist außerdem ein regelmäßiges Basketballtraining für Menschen mit Handicap. Schwerpunkt Recruiting Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem Thema Recruiting. Zu den Maßnahmen, die als Ergänzung zu den umfangreichen bestehenden Aktivitäten der esn initiiert werden, um dem hohen Fachkräftemangel entgegen zu wirken, zählen unter anderem Job-Postings auf den Social Media-Kanälen der Basketballer, Promotionstände bei den Heimspielen der Löwen sowie Ticket-Verlosungen für esn-Mitarbeitende zu ausgewählten Partien. Aktivitäten wie die Präsenz einiger Profis sowie der Einsatz von Basketball-Event-Modulen beim Sommerfest in Neuerkerode am 26. Mai 2024 und ein Vortrag des Sportdirektors oder Headcoaches bei einer Führungskräftetagung der esn runden die Maßnahmen der Kooperation ab. Stimmen zur Partnerschaft „Wir freuen uns sehr, dass wir nach vertrauensvollen Gesprächen in die Kooperation mit den Braunschweiger Basketball-Löwen starten und die Zusammenarbeit mit Leben füllen können“, so Tobias Henkel, Vorstandsvorsitzender der esn. „Das Paket, das wir gemeinsam erarbeitet haben, ist sehr attraktiv für unsere aktuellen Mitarbeitenden, aber auch für potenzielle neue Kolleginnen und Kollegen. “ „Die Partnerschaft mit der esn bietet uns Möglichkeiten, weitere gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und von einem starken Partner in diesem Bereich zu lernen. So wird der Einsatz von Menschen mit Behinderung bei unseren Heimspielen zum Beispiel eine ganz neue Erfahrung für uns, auf die wir mit viel Vorfreude blicken. Insgesamt bietet diese Kooperation für beide Seiten sehr interessante Inhalte und dementsprechend glücklich sind wir auch, die esn als neuen Top Partner an unserer Seite zu wissen“, sagt Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann. „Sport ist immer eine wunderbare Gelegenheit, um Menschen zusammenzubringen“, ergänzt Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH. „Basketball ist dazu noch eine sehr sympathische Sportart, die für Inklusion und Vielfalt steht und sich in verschiedenen Varianten an die Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen anpassen lässt, wie z.B. Rollstuhlbasketball. Daher bin ich sehr gespannt auf das erste Basketball-Team der esn, das wir natürlich inklusiv aufstellen werden und freue mich auf unsere Präsenz an den Heimspieltagen, um für Inklusion zu werben.“
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