Schulleiterin und Pflegefachkräfte besuchen Gedenkstätte Schillstraße in Braunschweig
07.02.2024 Schulleiterin und Pflege-Azubis besuchen Gedenkstätte Schillstraße Im Rahmen des Unterrichts hat Katja Watzl, Schulleiterin Bildungszentrum Marienstift, gemeinsam mit angehenden Pflegefachkräften anlässlich des Tags des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus die Gedenkstätte Schillstraße in Braunschweig besucht. Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum hatte dort am 26. Januar bei einer Gedenkfeier am Mahnmal einen Kranz niedergelegt. „Die Auszubildenden haben den Reden an diesem Tag sehr interessiert zugehört. Sie waren beeindruckt, dass es in Braunschweig so ein Außenlager gab“, sagt Katja Watzl. Ein solcher Besuch stehe nicht im Lehrplan, „aber ich finde es gerade in heutigen Zeiten wichtig, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen und Gesicht zu zeigen." Im Anschluss an die Feierlichkeiten übergab Katja Watzl außerdem eine Info-Mappe mit dem Titel „Israel Jacobson Pictural Map“ in englischer Sprache an Gerald Hartwig von der Gedenkstätte. „Diese Mappe lag bislang nur in deutscher Sprache in der Gedenkstätte vor. Ehemalige Schüler:innen unseres Bildungszentrums haben die Broschüre im Rahmen einer Projektarbeit übersetzt. Wir freuen uns, dass die wichtigen Informationen nun auch auf Englisch vorliegen.“ Der 27. Januar ist seit 1996 bundesweit und seit 2005 international der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Um den Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde aufgrund des Schabbats eine Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Gedenkveranstaltung entsprechend der Praxis anderer Städte in diesem Jahr um einen Tag vorgezogen. Es sei wichtig, sich auch heute noch mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen, so die Schulleiterin Watzl, um „das Gedenken an die Opfer lebendig zu halten und gegen das Vergessen anzukämpfen.“ Ausbildung am Bildungszentrum Marienstift Du willst dich in der Gesellschaft engagieren? Du willst für andere da sein? Du willst nicht nur ehrenamtlich aktiv sein, sondern auch einen sozialen Beruf ergreifen und mit Menschen unterschiedlichsten Alters arbeiten? Willst du lernen, wie der Mensch funktioniert, was Krankheit ist und wie du ganzheitlich pflegst? Eine Ausbildung - drei Berufsfelder - ein flexibles Berufsleben Mehr Infos zur Ausbildung Pflegefachmann/-frau
Zu der SeiteBauarbeiten des Demenzgartens am Theresienhof abgeschlossen
05.02.2024 Bauarbeiten des Demenzgartens am Theresienhof abgeschlossen Was jetzt noch fehlt, sind die Bepflanzung und ein Geländer. Dann kann der Demenzgarten in Goslar genutzt werden. Die Veränderungen im Senioren- und Pflegezentrum Theresienhof in Goslar sind schon gut sichtbar: Seit rund einem Jahr wird der Garten umgestaltet. Diese Maßnahme wird die Lebensqualität von demenziell erkrankten Menschen verbessern, aber auch allen anderen Bewohnenden zugutekommen: Hier ist ein Demenzgarten entstanden. Die baulichen Maßnahmen sind schon abgeschlossen. Nun wird nur noch auf den Frühling gewartet, um endlich mit der Bepflanzung starten zu können. Die neuen Wege sind bereits fertig. „Da sie zuvor zu steil für Rollatoren- und Rollstuhlfahrer waren, wurde dieser Teil des Gartens nur wenig genutzt“, berichtet Uschi Ballin, Leitung des Theresienhofs. „Die Steigung wurde angeglichen, sodass er nun allen zugänglich ist.“ Zudem wurden die neuen Wege so angelegt, dass ein Rundweg entstanden ist. So können die Spazierenden solange laufen, wie sie möchten und ist für demenziell veränderte Menschen bestens geeignet. Ballin sagt: „Außerdem befindet sich der Demenzgarten hinter unseren Häusern, von der Straße abgeschirmt, was für zusätzliche Sicherheit sorgt.“ Noch ist es Winter und der Demenzgarten wirkt ein wenig trist: Die Bepflanzung und auch ein Geländer fehlen noch. Doch lauscht man den Ausführungen der Theresienhof-Leitung, kann man sich gut vorstellen, wie traumhaft schön es hier bald sein wird – und zwar für alle Sinne. „Hier entsteht ein Sinnesgarten zum Erleben“, sagt Ballin. So werden die Beete zwischen den Wegen und die beiden Hochbeete mit duftenden Pflanzen und Beeren bestückt. Ob Hängeerdbeeren, Johannis oder Himbeeren, Kräuterbeet oder Blumen – Hauptsache, nicht giftig. „Die Pflanzen sollen so ausgewählt werden, dass von Frühling bis in den Spätherbst hinein immer irgendetwas blüht“, erklärt die Thereseinhof-Leitung. Für eine beruhigende Geräuschkulisse sorgt das Rauschen des kleinen Wasserfalls, der sich direkt neben dem Demenzgarten befindet. An mehreren Stellen sollen zudem Sitzmöglichkeiten geschaffen werden, auf denen die Seniorinnen und Senioren im Schatten der Bäume verweilen können. 20.000 Euro der Kosten finanziert der Theresienhof aus eigenen Mitteln, mit 30.000 Euro unterstützt die Deutsche Postcode Lotterie die Maßnahme. „Darüber sind wir sehr dankbar – und freuen uns auf eine baldige Fertigstellung“, sagt Uschi Ballin. Der Theresienhof in Goslar Weitere Informationen über den Theresienhof in Goslar erhalten Sie hier: Mehr Infos
Zu der SeiteSafer Internet Day - Let's talk about Porno
06.02.2024 Safer Internet Day - Let's talk about Porno Präventionsarbeit ist in der Suchthilfe ein großes Thema mit vielen verschiedenen Aspekten. Darum betrachten wir im Blogbereich unserer Homepage in regelmäßigen Abständen verschiedene Bereiche, mit denen unsere Expert:innen aus dem Lukas-Werk im Rahmen der Präventionsarbeit in Berührung kommen. Passend zum Safer Internet Day heute, der in diesem Jahr unter dem Titel „Let’s talk about Porno“ läuft – werfen wir einen Blick auf Pornografie im Netz. Das Präventionsteam „Jugendschutz – Und Du?“, in dem zwei Mitarbeiterinnen unserer Lukas-Werk Fachambulanz Northeim gemeinsam mit dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz im Landkreis Northeim und der Polizeiinspektion Northeim aktiv sind, beschäftigt sich mit dem Thema. Unsere Expert:innen erläutern die Gefahren von pornografischen Inhalten für Kinder und Jugendliche im Netz und wie Präventionsarbeit helfen kann. Dass Kinder und Jugendliche auf pornografische Materialien im Internet stoßen, ist keine Seltenheit: Etwa die Hälfte der Jungen und ein Drittel der Mädchen hatte bis zum Alter von 14 Jahren bereits Kontakt zu Pornografie. Viele Jungs werden bereits vor dem zehnten Lebensjahr mit Pornos konfrontiert. Teilweise geschieht dies durch das bewusste Anklicken von Pornowebsites, aber auch ungewollt, durch Zusendungen von Pornografie in Chatgruppen oder beim Surfen im Netz. „Viele Inhalte können verstörend wirken und zu einer Überforderung führen“, sagt Kimberly Zajonz von der Lukas-Werk Fachambulanz Northeim. „Zudem besteht die Sorge, dass das Gehirn eines sich entwickelnden Kindes die Reize von Pornografie noch nicht angemessen verarbeiten kann.“ Im ungünstigsten Fall kommt es zu einer nachhaltig negativen Beeinflussung des Kindes. Dabei gilt: Je jünger Konsument:innen sind, desto problematischer ist der Konsum. Die möglichen Auswirkungen von frühem Pornokonsum Im Falle eines regelmäßigen Konsums pornografischen Materials, das Gewalt beinhaltet, spielt die Präventionsarbeit eine noch wichtigere Rolle, um möglicherweise sexuell übergriffiges oder aggressives Verhalten vorzubeugen. Dies kann geschehen, indem das Einfühlungsvermögen der Konsument:innen gestärkt wird. Antonia Wloch vom Fachbereich Kinder und Familie des Landkreises Northeim sagt: „Pornografische Inhalte können zudem zu stereotypischen Geschlechtsrollenbildern und sexistischen Einstellungen führen. Insbesondere Mädchen berichten über Verunsicherungen infolge unrealistischer Vergleichsmaßstäbe bezogen auf ihr Äußeres.“ So kann Präventionsarbeit funktionieren Kinder und Jugendliche benötigen eine Orientierungshilfe im Umgang mit Pornografie. Das Thema Pornografie sollte zudem ausführlicher in den Schulen behandelt werden. Hier ist es durchaus sinnvoll junge Erwachsene, die bereits Erfahrungen bezüglich der Thematik gemacht haben, miteinzubeziehen. Mit diesen können sich die Jugendlichen einerseits identifizieren und bekommen andererseits kompetente und erfahrene Ansprechpartner zur Seite gestellt. „Wichtig ist zu betone, dass die Aufklärungs- und Erziehungsarbeit trotz allem bei den Erziehungsberechtigten liegt“, so Lisa König von der Lukas-Werk Fachambulanz Northeim. „Da es nicht möglich ist, Kinder von den genannten Inhalten fernzuhalten, ist es umso bedeutender, den Kindern ein positives, ganzheitliches Bild von Sexualität und einen befreiten Umgang mit ihr zu vermitteln.“ Sexuelle Selbstbestimmung, individuelle Grenzen, aber auch die Rücksichtnahme und Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt sollte ihnen nahegebracht werden. Auch sollte über die strafrechtlichen und ethischen Aspekte des Konsums und illegaler Angebote (beispielweise Inhalte, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigen) gesprochen und aufgeklärt werden. „Hier stellt nicht nur die Verbreitung, sondern allein schon der Besitz eine Straftat dar“, betont Thomas Sindram von der Northeimer Polizei. Hintergrundinformationen Sexuelle Handlungen gem. §184h StGB (Begriffsbestimmungen): Jede menschliche Handlung, die objektiv, d.h. nach dem äußeren Erscheinungsbild einen eindeutigen Sexualbezug aufweist, ohne dass es auf eine sexuell motivierte Absicht ankommt, jedoch muss auf der subjektiven Seite der Täter sich des sexuellen Charakters seines Tuns bewusst sein. Sexuell ist die Handlung dann, wenn sie unmittelbar das Geschlechtliche im Menschen betrifft. Kindern (0 – 13 Jahre) gegenüber sind alle sexuellen Handlungen als sexueller Missbrauch strafbar – egal ob diese mit oder ohne Körperkontakt durchgeführt werden. Dies gilt auch dann, wenn das Kind vermeintlich einverstanden ist oder die sexuelle Handlung sogar veranlasst. Der Hintergrund ist, dass Kinder ihre Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung noch nicht entwickelt haben und deswegen nicht in der Lage sind, eigenständig in sexuelle Handlungen einzuwilligen. Bei Jugendlichen (14 – 17 Jahre) geht der Gesetzgeber davon aus, dass diese sich sexuell entwickeln und ausprobieren dürfen und sollen. Um sie dennoch wirksam zu schützen, hängt die Strafbarkeit der Handlungen davon ab, ob zwischen ihnen und der anderen Person ein sogenanntes Obhutsverhältnis besteht, etwa gegenüber Eltern oder Lehrer:innen, oder ob die Jugendlichen wirklich freiwillig und selbstbestimmt gehandelt haben. Um dem unterschiedlichen Entwicklungsstand gerecht zu werden, unterscheidet das Gesetz bei der Festlegung der sogenannten Schutzaltersgrenzen zudem zwischen Jugendlichen unter 16 Jahren und Jugendlichen unter 18 Jahren. Über das Netzwerk Das Netzwerk „Jugendschutz – Und Du!?“ beruht auf einer langjährigen Präventionsarbeit zu verschiedenen Jugendschutzthemen. In regelmäßigen Abständen werden unter anderem kostenfreie online Elternabende organisiert. Für Fragen und Beratung – kostenlos, unverbindlich und unter Einhaltung der Schweigepflicht – stehen Ihnen die Präventionsfachkräfte des Lukas-Werks jederzeit zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch unter 05551.908206 0 und per Mail an fa-northeim@lukas-werk.de möglich. Auch an den Erzieherischen Kinder- und Jugendschutz des Landkreises Northeim können Sie sich unter der Telefonnummer 05551.708295 und per Mail an jugendpflege@landkreis-northeim.de wenden. Die Fachkräfte des polizeilichen Präventionsteams stehen Ihnen unter der 05551.70050 und per Mail praevention@pinom.polizei.niedersachsen.de zur Verfügung. Präventionsarbeit im Lukas-Werk
Zu der SeiteWie wäre es mit einem Dry Mai oder einem Dry November?
02.02.2024 Wie wäre es mit einem Dry Mai oder einem Dry November? Ein Monat Verzicht – in diesen Tagen freuen sich etliche Menschen darüber, dass sie vier Wochen ohne Alkohol im sogenannten Dry January geschafft haben. Aber wie sollte es nach der 31-tägigen Alkohol-Pause bestenfalls weitergehen? Darüber haben wir mit Liesa Venikov, Einrichtungsleiterin der Lukas-Werk Fachambulanz Wolfenbüttel, und Jessica Konik, Suchttherapeutin in der Fachambulanz, gesprochen. Die Idee des Dry January verbreitet sich immer mehr. Wie sinnvoll ist das Konzept eines Monats ohne Alkohol? Jessica Konik: Der Januar ist natürlich prädestiniert als Verzichtsmonat. Hinter uns liegen Weihnachten und Silvester – Feiertage, an denen häufig viel konsumiert wird. Da liegt das Ziel nahe, im neuen Jahr bewusster zu leben und sich bewusster zu ernähren. Und das ist auch sinnvoll. Gleichzeitig bin ich dafür, sich auch im Laufe eines Jahres zu überprüfen und zu fragen: Brauche ich bestimmte Dinge wirklich oder kann ich darauf verzichten? Das muss nicht nur der Januar sein, sondern man könnte auch mal einen Dry Mai oder den Dry November machen. Liesa Venikov: Der Körper braucht etwa 21 Tage, um sich an neue Gewohnheiten und Strukturen zu gewöhnen. Von daher kann der Dry January der Beginn einer längeren Abstinenzphase sein. Wichtig ist, in diesen vier Wochen genau hinzuschauen und sich zu beobachten. Ist mir der Verzicht leichtgefallen? Geht es mir besser? Oder habe ich bemerkt, dass der Verzicht schwierig für mich war? Das ist ja auch ein wertvoller Hinweis. Dann sollte ich mich fragen: Woher kommt das? Wie konsumiere ich? Warum, wann und mit wem konsumiere ich? Und im Zweifel: Brauche ich eventuell Hilfe oder kann ich mich zumindest mit jemandem dazu austauschen? Diese Selbstreflexion ist besonders wichtig, damit ein Dry January nachhaltig wirken kann. Wie gehen Sie als Suchtberater mit dem Thema Alkohol um? Machen Sie auch beim Dry January mit? JK : Ich trinke vielleicht vier Mal im Jahr Alkohol, von daher ist das für mich nicht relevant. LV : Ich komme gerade aus mehr als viereinhalb Jahren, in denen ich aufgrund von Schwangerschaften und Stillzeit gar nichts getrunken habe. Das erste Mal Alkohol nach dieser langen Zeit war interessant, weil der Körper tatsächlich noch sensibler auf eine kleine Menge Alkohol reagiert hat, als ich es erwartet hatte. Generell konsumiere ich Alkohol sehr moderat zu besonderen Anlässen. Positive Effekte Was passiert bei einem vierwöchigen Verzicht auf Alkohol? JK : Rein körperlich normalisieren sich zum Beispiel die Leberwerte. Das gilt nicht für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung; das möchte ich betonen. Aber für Menschen, die im gesellschaftlich anerkannten Rahmen trinken, sind hier nach vier Wochen positive Effekte auf die Leber zu verzeichnen. Es geht der Irrglaube rum, dass Alkohol beim Einschlafen hilft. Aber das Gegenteil ist der Fall. Alkohol hemmt die Schlafphasen; die Leber arbeitet die ganze Zeit. Ohne Alkohol stellt sich nach kurzer Zeit ein besserer Schlaf ein. Davon berichten Patienten schon nach zwei Wochen. LV : Generell ist man nach vier Wochen ohne Alkohol deutlich erholter. Es können sich auch depressive Verstimmungen reduzieren, vorausgesetzt man hat keine zusätzliche psychische Erkrankung, die belastet. Auch Hautveränderungen gehen bei Abstinenz zurück; und wer weniger oder gar nicht trinkt, nimmt leichter ab. Alkohol ist extrem kalorienreich; der Verzicht begünstigt eine Gewichtsabnahme. Man hat den einen Monat geschafft: Wie geht es dann im besten Fall weiter? Sollte man komplett verzichten? Sollte man feste Regeln für den Konsum einführen? LV : In der Therapie arbeiten wir viel mit Handlungsstrategien, die helfen, das Verlangen zu reduzieren. Eine der wichtigsten Strategien ist Innehalten und Überlegen, also die Situation zu verlassen, herauszugehen und einmal tief durchzuatmen. Und überlegen Sie: was möchte ich gerade. Das hilft bei den meisten unserer Patient:innen und ist natürlich auch anwendbar für Menschen, die keine Abhängigkeitserkrankung bewältigen müssen. Und machen Sie sich einen Plan zum Beispiel, wenn sie auf eine Feier gehen. Gesellschaftlich ist Alkohol leider sehr etabliert. Gehen Sie verwunderte Fragen, warum sie denn heute nichts trinken möchten, schon einmal im Kopf durch und formulieren Sie vielleicht auch eine passende Antwort. Solche Gedankenprozesse im Vorfeld können Sicherheit geben. JK : Besser schlafen, fitter und gesünder sein – Wer diese positiven Auswirkungen bemerkt, kommt bestenfalls selbst zu dem Schluss, dass eigentlich nichts dafürspricht, Alkohol trinken zu wollen. Oder eben nur in besonderen Situationen. Dabei sollte man sich immer die Frage stellen: warum möchte ich jetzt Alkohol trinken? Geht es ausschließlich um Genuss? Oder möchte ich dadurch etwas Anderes bewirken, zum Beispiel vermeintlich besser einschlafen oder bestimmte Gedanken loswerden, oder von einem stressigen Tag runterkommen. All das sind keine guten Gründe. Eine halbe Stunde abzuwarten hilft oft schon. Vielleicht rufen Sie jemanden an oder gehen spazieren. Jeder Tropfen Alkohol kann schädlich sein Wie stehen Sie zu alkoholfreiem Bier, Sekt etc.? LV : Das ist sicherlich für Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit anders zu bewerten als für gesunde Menschen. Auch ein alkoholfreies Bier kann triggern und das Verlangen nach einem normalen Bier fördern. Unser Suchtgedächtnis weiß auch, wie sich eine Flasche anfühlt. Es weiß, wie sich das Öffnen anhört, wie es riecht. Wenn man das alles zusammen nimmt, kann jemand, der längere Zeit trocken gelebt hat, auch durch ein alkoholfreies Bier rückfällig werden. Ab welchen Mengen muss man sich Gedanken über seinen Alkoholkonsum machen? LV : Es gibt Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach 20 Gramm reiner Alkohol – das entspricht einem kleinen Bier – pro Tag für Frauen und 40 Gramm – etwa ein großes Bier – für Männer an fünf von sieben Tagen okay sind. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen setzt die Werte noch etwas niedriger an. Und auch die WHO weist daraufhin, dass jeder Tropfen Alkohol schädlich und krebserregend sein kann, und dass es beim Alkoholkonsum keine gesundheitlich unbedenkliche Menge gibt. Aus meiner Sicht sollte man sich immer wieder die Frage stellen: warum trinke ich? Es gibt bestimmte Zeiträume im Leben, in denen Alkohol nichts zu suchen hat: wenn ich ein Fahrzeug führe, bei der Arbeit, Schwangerschaft, Stillzeit oder wenn ich bestimmte Medikamente einnehme. Und wenn jemand es zu solchen Zeiten nicht schafft auf den Alkohol zu verzichten, ist es tatsächlich ein Hinweis auf missbräuchlichen Konsum. Ich-Botschaften Was raten Sie Menschen, die bei Personen in ihrem Umfeld feststellen, dass er/sie zu viel trinkt? Sollte man das ansprechen und wenn ja: wie? JK : Häufig ist es so, dass Angehörige genauso hilflos sind wie Betroffene selbst. Ich rate den Menschen, bei Ich-Botschaften zu bleiben. Keine Vorwürfe, sondern sagen, was ich wahrnehme und fühle. Das können Sätze sein wie: Ich sorge mich um dich. Ich stelle fest, dass du in letzter Zeit immer mehr trinkst. Ich würde mir wünschen, dass du dir Hilfe holst. Ich würde mir wünschen, dass wir zusammen eine Beratungsstelle aufsuchen. Ich würde mir wünschen, dass wir es schaffen eine Veränderung einzuleiten. LV : Eine Abhängigkeitserkrankung betrifft fast immer das ganze Netzwerk und Umfeld des Betroffenen. Häufig wird von Menschen im Umfeld von Betroffenen aus Scham oder Unsicherheit viel zu lange ein Lügengerüst aufrechterhalten. Deshalb bieten wir auch Beratung und machen Angebote für Angehörige ohne die Betroffenen, die vielleicht selbst noch gar nicht so weit sind, sich Hilfe zu holen. Und wir haben eine wunderbare Selbsthilfegruppe unter Angehörigen, die sich gegenseitig unterstützen und austauschen. Mehr Akzeptanz, weniger Werbung und 0,0 Promille am Steuer Wenn Sie morgen neue gesellschaftliche Regeln und Gesetze für den Umgang mit Alkohol einführen könnten: Wie würden die aussehen? JK : Ich wünsche mir mehr Akzeptanz und weniger Stigma. Alkoholabhängigkeit geht durch alle sozialen Schichten und kann jeden von uns treffen. Das kann aufgrund einer genetischen Disposition passieren oder weil jemand den richtigen Zeitpunkt verpasst hat, um sich Hilfe zu holen. Und auch ein großer Wunsch meinerseits wäre eine gesetzliche Regelung beim Verkauf von Alkohol an Supermarktkassen. Vielleicht kennen Sie dieses Quengel-Phänomen von Kindern, die an der Kasse stehen und unbedingt noch diese eine Süßigkeit haben wollen, die man kurz vor dem Bezahlen kaufen kann. Eltern wissen, was da abgehen kann. Und da stehen oft an der Kasse auch die Flachmänner. Die finde ich dort ebenfalls total unplatziert. In anderen europäischen Ländern gibt es so etwas nicht. Holland ist das beste Beispiel. Im Unterschied zum Kind schmeißt sich der alkoholabhängige Mensch nur nicht auf den Fußboden, sondern nimmt sich im letzten Moment vor dem Bezahlen die Flasche und geht dann halt einfach raus. LV : Ich wünschte mir auch, dass das Thema Werbung anders geregelt wäre. Auch wenn Erwachsene in der Werbung auftauchen, richtet sich diese doch viel mehr an ein jüngeres Publikum. Erwachsene sind schon längst auf diesem Zug drauf. Aus meiner Sicht darf Alkohol nicht beworben werden. Und erst recht nicht, wenn man Menschen damit suggeriert, man würde den Regenwald oder irgendwas retten. Beim Thema Alkohol am Steuer ist mir unverständlich, warum wir noch immer keine 0,0-Promille-Regelung haben. Was hat Alkohol am Steuer zu suchen? Wenn ich doch weiß, dass ich Auto fahre, warum ist es mir so wichtig, dann dieses eine Bier trinken zu können? Was bringt mir diese eine Flasche Bier? Zu guter Letzt würde ich mir auch wünschen, dass ein bewusster Verzicht selbstverständlicher wird: Du isst kein Fleisch? Wunderbar. Du trägst kein rot? Toll. Du trinkst nicht? Deine Entscheidung. Eine solche Akzeptanz würde helfen. Stattdessen gehört Alkohol gesellschaftlich immer noch völlig ohne Frage dazu oft zu oft dazu. Beratungsangebote Lukas-Werk
Zu der SeiteNoch freie Plätze für Letzte-Hilfe-Kurs
01.02.2024 Noch freie Plätze für Letzte-Hilfe-Kurs Themen des Kurses sind unter anderem das Begleiten und Umsorgen am Lebensende. Noch bis Mittwoch, 14. Februar 2024, haben Interessierte Zeit sich für einen Letzte-Hilfe-Kurs des Zentrum Würde am Marienstift anzumelden. Der Kurs richtet sich an alle Menschen, die lernen möchten, was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können, die sich mit den Themen „Begleiten und Umsorgen am Lebensende“ sowie mit Tod und Sterben auseinandersetzen möchten. Der Kurs findet am Samstag, 17. Februar, von 9.30 bis 13.30 Uhr im Raum der Diakonischen Gemeinschaft im Marienstift in Braunschweig statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro. Interessierte können sich telefonisch anmelden unter 0531.7011 409 oder per Mail unter zentrum-wuerde@marienstift-braunschweig.de. Weitere Angebote des Zentrum Würde Weitere Informationen sowie Angebote des Zentrum Würde finden Sie hier: Zentrum Würde
Zu der SeiteHolger Denecke zeigt biografische Performance
01.02.2024 Von der Entdeckung der Unterschiede bis zur Zukunftsvision Das Theater Endlich erarbeitet regelmäßig eigene Stückentwicklungen, ausgehend von einem Ausgangsthema und mithilfe unterschiedlicher künstlerischer Methoden. In "anders" präsentiert Endlichs-Mitglied Holger Denecke eine biografische Performance. Foto: Faktotum Medienproduktion Die biografische Performance „anders“ verhandelt und verknüpft unter anderem mit Motiven aus Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und anderen literarischen Vorlagen, das vermeintliche Anderssein des Darstellers Holger Denecke. Von der Entdeckung der Unterschiede über den gesellschaftlichen (Leistungs-)druck auf ihn als behinderte Person, das Ankommen und Leben in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die Entfaltung der eigenen künstlerischen Persönlichkeit und der eigenen Zukunftsvision. "Anders" ist eine Produktion des Theater Endlich der evangelischen Stiftung Neuerkerode. Darsteller*innen: Holger Denecke und das Theater Endlich Ensemble | Konzept und Regie: Martin von Hoyningen Huene und Oliver Schirmer | Assistenz: Silke Stephan Die Aufführungen auf der Bühne im Quartier (St. Leonhard 2a, 38102 Braunschweig) finden statt am: Freitag, 9. Februar, um 19.30 Uhr (Premiere) Samstag, 10. Februar, um 19:30 Uhr Montag, 12. Februar, um 10 Uhr Dienstag, 13. Februar, um 10 und 19 Uhr Freitag und Samstag, 1. und 2. März, jeweils um 20 Uhr Eintritt: 18 Euro / ermäßigt 6 Euro Weitere Informationen zur Aufführung, Tickets und dem Theater Endlich finden Sie hier: Theater Endlich (neuerkerode.de) https://www.lot-theater.de/neu/programm/anders/ Über das Theater Endlich Das Theater Endlich ist eine Theatergruppe der Evangelischen Stiftung Neuerkerode und besteht aus 13 körperlich und geistig behinderten Schauspieler*innen. Ihre Inszenierungen führen sie in der Braunschweiger Region, aber auch überregional bei Festivals und anderen Anlässen auf. Das Theater Endlich „erspielt“ sich seine Inszenierungen selbst: Rund um ein Grundthema wird Szene für Szene über Improvisationen sowie genreübergreifende Methoden (Malerei, Recherche in Umwelt, Film und Literatur) ein Stück gebaut. Dabei spielt Sprache eine eher untergeordnete Rolle, die konzentrierte und berührende Spielweise erfolgt hauptsächlich über intensive körperliche und choreographische Ausdrucksformen. Mehr Infos
Zu der SeiteBeim Mitmach-Song unterstützen alle Gäste
30.01.2024 Neuerkeröder Gesangsgruppe tritt beim Neujahrsempfang der Samtgemeinde Sickte auf Die Gesangsgruppe der Musikpädagogik (Wohnen und Betreuen) sorgte beim diesjährigen Neujahrsempfang der Samtgemeinde Sickte im Herrenhaus für das musikalische Highlight. Die Gruppe, die an diesem Abend mit Verena Badura und Nicole Ragus (Musikpädagogik, Wohnen und Betreuen) sowie Charla Blumenschein und Tamara Kisilowa (Bürgerinnen) vertreten war, machte ordentlich Stimmung. Ebenfalls beim Empfang anwesend waren Christian Könnemann (Vorsitzender Neuerkeröder Bürgervertretung) und Tobias Henkel (esn-Vorsitzender). „Es war ein schöner Abend und die Resonanz des Publikums hat uns sehr gefreut, insbesondere die Unterstützung beim Mitmach-Song war großartig“, so Badura, die als Leitung der Musikpädagogik darauf hofft, dass der Auftritt der Gruppe im Sickter Herrenhaus künftig zur Tradition wird.
Zu der SeiteWertvolle Erfahrungen und Einblicke für HEP-Azubis
29.01.2024 Wertvolle Erfahrungen und Einblicke für HEP-Azubis Die Fachschule Heilerziehungspflege (HEP) in Neuerkerode und die Wohnen und Betreuen haben kürzlich 13 HEP-Auszubildende aus Hildesheim im inklusiven Dorf Neuerkerode sowie im Quartier St. Leonhard in Braunschweig begrüßt. „Wir freuen uns, dass wir uns aktiv in die Gestaltung des Projekttages einbringen konnten“, sagt Annegret Jäkel, Leitung der Fachschule HEP. Ihre Schüler:innen hatten im Rahmen dessen aktuelle Praxisstellen im inklusiven Dorf vorgestellt. Deutlich wurde – etwa durch die Vorstellung von Einsatzorten mit pädagogisch-pflegerischen Schwerpunkten, Einsätzen in der Erwachsenenbildung, der Tagesförderung, dem Freizeitbereich oder auch in Werkstätten – wie vielfältig die Arbeit in der Heilerziehungspflege ist. „Das war richtig gut! Wir überlegen schon, ob wir im Sommer einen weiteren, gemeinsamen Projekttag in Neuerkerode planen“, so Jäkel. Christian Vaterodt, Mitarbeitender der Wohnen und Betreuen (WUB) im Bereich Bildung und Qualifizierung, führte die HEP-Auszubildenden aus Hildesheim durch das Dorf Neuerkerode. „Besonders schön war auch, dass unsere Gäste aufgeteilt in drei Kleingruppen, selbst kreative Angebote für Bürger:innen und Beschäftigte unserer Tagesförderung machten.“ Kooperation mit der Akademie für Rehaberufe Hildesheim Der Projekttag war in Kooperation mit der Akademie für Rehaberufe Hildesheim entstanden. Die Auszubildenden sind derzeit im zweiten Lehrjahr. Die positive Resonanz der HEP-Schüler:innen aus Hildesheim war deutlich spürbar, als ein Azubi am Ende des Tages verkündete, dass viele Bewerbungen aus Hildesheim zu erwarten seien. „Das zeigt, dass das inklusive Dorf Neuerkerode nicht nur als Lebens- und Arbeitsort attraktiv ist, sondern auch bei angehenden Fachkräften großes Interesse weckt“, so Vaterodt. Die Fachschule Heilerziehungspflege in Neuerkerode und die WUB freuen sich über das positive Feedback und sind offen für weitere Kooperationen und Austauschprojekte mit anderen Ausbildungsstätten. Die Möglichkeit, das inklusive Dorf Neuerkerode kennenzulernen und sich aktiv einzubringen, bietet wertvolle Erfahrungen und Einblicke in die vielfältige Arbeit im Bereich Heilerziehungspflege. Ausbildung an der Fachschule HEP in Neuerkerode Wir bieten eine praxisorientierte dreijährige Ausbildung, in der unsere Schüler:innen befähigt werden, mit unterschiedlichem Klientel in vielfältigen Arbeitsbereichen zu arbeiten. Mehr Infos
Zu der SeiteHingucker für die Arbeitsräume: Buchhandlung Graff spendet Wandkalender
25.01.2024 Neuerkeröder Tagesförderstätten freuen sich über großformatige Wandkalender Ob in der Villa Luise, dem Kiosk, im Ginsterweg, in der Bogenhalle oder im Bereich Natur und Umwelt – die gespendeten großformatigen Kalender wurden mit großer Begeisterung in Empfang genommen. Zudem hatte Maria Meibohm die Motive mit Bedacht gewählt und auch so den Nerv der Beschäftigten getroffen: Etwa mit James-Rizzi-Motiven für die Villa Luise, Hühnermotiven für den Bereich Natur und Umwelt und Küstenaufnahmen für das Projekt Einfach Wasser. „Das sind echte Hingucker, an denen sich die Beschäftigten in der Tagesförderung täglich erfreuen können – vielen Dank!“, lautete das einstimmige Feedback der Mitarbeitenden, die die Kalender entegennahmen. Und auch die Kita Peter und Paul in Neuerkerode gehörte zu den Beschenkten: Hier sorgte der Wimmelbuch-Kalender für große Begeisterung bei den Kindern und Kita-Leitung Julia Lobe. Mehr über die Tagesförderstätten der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen und ihre vielfältigen Angebote erhalten Sie hier: Tagesförderung Wohnen und Betreuen GmbH Beschäftigungsangebot Einfach Wasser + Kiosk
Zu der Seite„Let’s Sing“ startet in Braunschweig
24.01.2024 „Let’s Sing“ startet in Braunschweig Alle zwei Wochen mittwochs wird in der Theodor-Fliedner-Kirche am Marienstift und ab Sommer im Klostergarten oder der Kapelle der Klosterkirche Riddagshausen gemeinsam gesungen. Ab dem 7. Februar kann alle zwei Wochen mittwochs ab 19 Uhr gemeinsam gesungen werden. Die Verantwortlichen des Projektes „Let’s Sing – mit viel Rhythmus und Fun“ laden alle Mitarbeiter:innen des Marienstifts sowie alle weiteren Interessierten herzlich dazu in die Theodor-Fliedner-Kirche am Marienstift und im Sommer auch in den Klostergarten sowie in die Kapelle der Klosterkirche Riddagshausen ein. Das Projekt wird in Kooperation des Zentrum Würde am Marienstift sowie der Klosterkirche Riddagshausen veranstaltet. Ins Leben gerufen wurde es von Heike Heckmann (Zentrum Würde) und Klosterkirchenpfarrer Ulf Weber. Der Popularmusiker Karsten Ruß begleitet das gemeinsame Singen auf dem Stagepiano, Drums zum Mitspielen bringen die Veranstalter mit. Die ersten Termine sind der 7. und 21. Februar, der 6. und 20. März sowie der 17. April. Weitere Termine folgen. Weitere Angebote des Zentrum Würde Weitere Informationen sowie Angebote des Zentrum Würde finden Sie hier: Zentrum Würde
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