Ein Baum, drei Bänke und ein Bach
06.11.2023 Ein Baum, drei Bänke und ein Bach Die Braunschweigische Landessparkasse sorgt mit Spende für mehr Nachhaltigkeit in Neuerkerode. Es ist ein Zeichen der Verbundenheit der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) mit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), das dem Inklusionsdorf lange erhalten bleiben wird: Drei Bänke – gebaut von Mitarbeitenden der BLSK – und eine Roteiche verschönern von nun an einen besonderen Platz an der Wabe. „Der Baum wird ebenso wachsen wie es die Beziehungen der BLSK und der esn bereits in den vergangenen Jahren getan haben“, sagte Dietlind Maßmann, Erb- und Stiftungsmanagerin der BLSK, bei der Pflanzung des Baumes. Wie eng die Kooperation ist, zeigt die Geschichte hinter dieser Spende: Beim diesjährigen Stiftungsforum der BLSK hielt Tobias Henkel, Vorstandsvorsitzender der esn, einen Vortrag. Er verzichtete auf ein Honorar – stattdessen erhielt die Stiftung eine Zuwendung über 2.000 Euro. „Wir wollten mit unserer Spende etwas Nachhaltiges schaffen“, so Ron Große, Leiter der Private Banking Beratungsspezialisten. Man entschied sich dafür, zwei Bänke zu bauen und einen Baum zu pflanzen. Eine Bank wird am Neuerkeröder Fußballplatz aufgestellt, während die andere ebenso wie der Baum direkt an der Wabe ihren Platz gefunden hat. Gerade kürzlich wurde der kleine Bach, der durch Neuerkerode fließt, aufwendig renaturiert. Die Roteiche, die bis zu 400 Jahre alt sowie 30 Meter hoch werden kann und eine gute Klimatoleranz aufweist, wird das Bild des Wabeufers künftig mitprägen. Die dritte Bank wurde bereits Ende August von Mitarbeitenden der BLSK bei ihrem Führungskräftetag in Neuerkerode gebaut. Sie wird ebenfalls an der Wabe aufgestellt und wertet somit den Standort für das Dorf, die Bürger, Mitarbeitenden und Gäste auf. „Die BLSK-Mitarbeitenden sind nach vielen gemeinsamen Begegnungen und Projekten inzwischen zu Freunden der esn geworden. Ihr seid hier immer gerne gesehen“, verdeutlichte der Vorstandsvorsitzende Tobias Henkel. Und auch umgekehrt schauen die BLSKler gerne in Neuerkerode vorbei. Dietlind Maßmann dazu: „Einige von uns sind regelmäßig im Dorf unterwegs – sei es beim Weihnachtsmarkt, beim Sommerfest, bei Rock an der Wabe oder dem Inklusionslauf. Wir freuen uns darauf, den Baum wachsen zu sehen und bald in seinem Schatten Platz nehmen zu können.“
Zu der SeiteAusstellungseröffnung „Villa oder Villa nicht?“ der Kunstwerkstatt Villa Luise
03.11.2023 Was will Kunst und was will sie nicht? Diese Frage haben sich die Künstler der Villa Luise aus Neuerkerode mit Blick auf ihr eigenes Tun und Schaffen gestellt und daraus die Frage und den Titel ihrer Ausstellung abgeleitet: „Villa oder Villa nicht?“ Gleichwohl geben sie die Frage provokant in die Öffentlichkeit und fragen Besucher, Betrachter und Bevölkerung nach ihrer Sicht. Bild: Peter Ziegeler / Villa Luise Mit Unterstützung der Galerie Jaeschke und dem Lions Club Braunschweig Eulenspiegel wurde die neue Ausstellung zusammengestellt, die aus neuen Arbeiten sowie dem Bestand der vergangenen Jahre zusammengestellt ist. Zu sehen sind in Aquarell, Acryl oder Keramik gebannte Eindrücke, Empfindungen und Fantasien − mal bunt und quirlig, mal puristisch und monochrom − zum Teil purer Ausdruck ihres Innersten, ihrer eigenen Lebenswelt und Wahrnehmung sind zu sehen. Veranstaltungsort: Galerie Jaeschke, Schuhstraße 42, 38100 Braunschweig. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos zur Villa Luise sowie Veröffentlichungen
Zu der SeiteQueer Care – Passende Pflege für alle Menschen
24.11.2023 Queer Care – Passende Pflege für alle Menschen – LGBTQIA+ – Neue Fortbildung der esn sensibilisiert für Pflege von älteren queeren Menschen Gerade ältere queere Menschen haben in ihrem Leben oft Ausgrenzung erfahren. So stand beispielsweise noch bis 1994 der Paragraph 175 im Strafgesetzbuch, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte und somit die Verfolgung homosexueller Männer legitimierte. Da selbstverständlich auch queere Menschen Teil der Gesellschaft und somit der esn sind, wird seit diesem Jahr die Fortbildung „Queer Care“ angeboten, um für ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren. Klar ist: Verallgemeinern lässt sich hier nichts, es muss immer auf das Individuum und dessen persönliche Erfahrungen geschaut werden. Als queer bezeichnet man Menschen, deren geschlechtliche Identität nicht der zweigeschlechtlichen und/oder deren sexuelle Orientierung nicht der heterosexuellen Norm entspricht. „Das Thema Queer Care ist sehr wichtig, da die Versorgung von queeren Menschen noch sehr unterrepräsentiert ist und jeder Mensch eine für ihn passende Pflege verdient“, betont Josephine Aster von der ev. Hochschule Nürnberg, die gemeinsam mit Marcel Schumann die Queer-Care- Fortbildung in der esn anbietet. „Besonders die ältere Generation hat unter Verfolgung und Diskriminierungen gelitten und sollte in ihrem letzten Lebensabschnitt eine wertschätzende Pflege erfahren.“ Das sieht auch ihr Kollege Schumann so. Für ihn ist Evangelisch ein Handeln und Helfen an Menschen aus einer christlichen Wertehaltung heraus, die sich aus dem Liebesgebot Gottes für die Menschen, aber auch dem Gebot der Nächstenliebe untereinander speist. „Dieser Auftrag wurde in der Vergangenheit gegenüber queeren Menschen oftmals nicht erfüllt. Diskriminierung, Verurteilungen und Ausgrenzung fanden und finden teilweise noch in christlichen Einrichtungen statt“, sagt er. „Hier möchte die esn einen anderen Weg gehen und bejaht diesen christlich- diakonischen Auftrag für alle Menschen.“ Marcel Schumann So. Schön. Nachgezählt. 155 Jahre seit Gründung 3500 Mitarbeitende 16 Gesellschaften 2 Schulen 4500 Menschen, die täglich betreut werden 45 Berufsfelder 75 Standorte 600 Spender:innen 15496 Facebook-Seitenaufrufe im letzten Jahr 5128 Minuten Videos angesehen 4888 Herzen auf Instagram 218627 Website-Besuche im letzten Jahr Text: Lukas Dörfler Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteIn einer Weltklasse lernen wir die Welt kennen
24.11.2023 In einer Weltklasse lernen wir die Welt kennen – Azubi-Stolz – Der erste Einsatz in der Pflege? Gute Noten? Das private Glück? Der Neustart in einem fremden Land? Wir haben esn-Auszubildende gefragt: Worauf bist du stolz? Die Antworten waren ebenso vielfältig, wie es die Auszubildenden unserer Unternehmensgruppe sind. Ob im privaten oder beruflichen Kontext: Sie haben uns Einblicke und sogar kleine Poesien übermittelt von Momenten, in denen sie stolz waren und es bis heute sind. So viele Momente, dass wir sie gar nicht alle abdrucken können. Deshalb finden Sie hier eine Auswahl und weitere Zitate demnächst auf unseren Kanälen in den sozialen Medien. „HABE KEINE ANGST ZU STOLPERN, DAFÜR IST DIE AUSBILDUNG DA.“ Philip | angehender Pflegefachmann am Bildungszentrum Marienstift „Taking a quick glance back at my life, I realize, I’m proud that I set goals and standards for myself and that I somehow find the drive and discipline to keep up and achieve those. I’m proud that I made it to Germany, that I tried to dive into its culture and language and take it all in. I feel blessed for the good friends and relationships that I’ve established here and that I somehow found my way in life. I’m proud that I didn’t gave up, as things got challenging, as I felt like I was kept under water. I’m proud of the work that I do. Some might see it differently, but I am seeing, feeling, and gathering so much of lifetime experience and stories through my patients. As if I’m living through all of them, experiencing pain, regret, fear, lost, death and then hope, happiness, gratefulness, and healing. It used to be very overwhelming for me because I tend to take all in and feel it with. But now I am grateful and proud for every drop of those experiences and where I stand in life.“ Melika | angehende Pflegefachkraft Bildungszentrum Marienstift „Als ich die Ausbildung 2021 begonnen habe, waren wir mitten in der Coronapandemie. Das brachte unterschiedliche Schwierigkeiten mit sich, von z. B. dem Vorstellungsgespräch via Videokonferenz, Tragen des Mundschutzes den ganzen Arbeitstag, Unterstützen bei Testungen bis dahin, dass man manche Kollegen, Lehrkräfte oder Mitschüler ausschließlich mit Mundschutz kannte. Ich bin stolz, dass ich unter diesen Umständen und einem erschwerten Start trotzdem gut die Ausbildung meistern konnte.“ Laura | angehende Kauffrau für Büromanagement Kulturelle Vielfalt: Unsere Stärke im Klassenzimmer! Kulturen sind Brücken zu neuem Wissen! In einer Weltklasse lernen wir die Welt kennen! Leonardo-Lee | angehende Pflegefachkraft Bildungszentrum Marienstift 10 Jahre. Sie atmete tief ein. Der Sommer war fast vorbei. Was ist aus ihren Träumen und Wünschen geworden? Sie blickte sich auf ihrem Rad bestimmt hundert Mal um. Niemand da. Und sie ließ den Lenker los. Stolz, den Mut aufgebracht zu haben, neue Träume zu verwirklichen und nicht nur Notlösungen zu finden, die Realität mit ihrem Traum zu vereinbaren. In ihr wirbelt ein Sturm, das Gefühl der Euphancolie. Noch einmal den Wind spüren mit den ausgebreiteten Armen, bevor die Kreuzung kommt. Astrid | angehende Pflegefachkraft Bildungszentrum Marienstift Ich bin stolz darauf, ... „… dass ich die Ausbildung angefangen habe, weil ich bisher sehr viel über das Leben lernen durfte und was den Menschen als solches ausmacht. Neuerkerode hat mir schon viel gegeben.“ Tarik | Auszubildender Fachschule Heilerziehungspflege „… ein Teil des Dorfes zu sein.“ Dennis | Auszubildender Fachschule Heilerziehungspflege „… dass ich niemals aufgebe, egal, wie schwierig und steinig mein Weg ist.“ Anja | Auszubildende Fachschule Heilerziehungspflege „… dass ich mich getraut habe, in eine WG mit mir fremden Menschen zu ziehen. Ich bin froh darüber, dass ich dort sehr gut aufgenommen wurde und mich gut mit meinen neuen Mitbewohnern verstehe.“ Mathis | Auszubildender Fachschule Heilerziehungspflege „… dass ich Familie/Kinder und Arbeit/Ausbildung unter einen Hut bekomme und trotz der stressigen Zeiten mit viel Freude und Spaß den jeweiligen Tag kreativ gestalten kann und immer wieder von unterschiedlichen Menschen dazu inspiriert werde.“ Justin | Auszubildender Fachschule Heilerziehungspflege „… dass ich für die Ausbildung hierhergezogen bin. Ich freue mich darüber, dass ich mich jeden Tag auf die Arbeit freuen kann. Ich freue mich, dass ich einen tollen Freund habe, der mich immer unterstützt. Ich bin stolz auf meinen Papa, weil er einem so viel Wissen mit auf den Weg geben und einem viel beibringen kann.“ Amrei | Auszubildende Fachschule Heilerziehungspflege „… dass ich schon drei Monate regelmäßig zum Sport gehe. Ich bin glücklich, endlich einen Beruf gefunden zu haben, in dem ich angekommen bin.“ Linda | Auszubildende Fachschule Heilerziehungspflege „ICH BIN DANKBAR DAFÜR, DASS ICH TROTZ MEINES STATUS ALS SCHÜLER EINE GUTE HILFE IN DER WOHNGRUPPE SEIN KANN.“ Moritz | Auszubildender Fachschule Heilerziehungspflege „Ich bin stolz auf unsere Schüler, besonders wenn ich sie im Kontakt mit Menschen mit Beeinträchtigungen erlebe, aber auch hier in der Schule – weil sie oft so reflektierte, einfühlsame und warmherzige Menschen sind! Ich freue mich darüber, diese Schule leiten zu können und dazu beizutragen, dass wir ein nettes und vertrauensvolles Klima haben, welches für uns alle Weiterentwicklung und Spaß beim gemeinsamen Lernen ermöglicht.“ Annegret Jäkel | Schulleiterin Fachschule Heilerziehungspflege So. Schön. Nachgezählt. BERUFSFACHSCHULE PFLEGE: 200 Klausuren im Jahr 6402 Unterrichtsstunden – bei 0 % Ausfall (2022) 11 Nationen sind in der Schule vertreten 76 Prozent Übernahmequote (Stand nach Examen) FACHSCHULE HEILERZIEHUNGSPFLEGE: 99 Prozent Übernahmequote Text: Petra Neu Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteNachruf
24.11.2023 Nachruf In Erinnerung an unsere Diakonisse und Schwester Dorothea Wolf, die am 12. Oktober 2023 verstorben ist. Es ist eine unglaubliche lange Zeit: Mehr als 67 Jahre lebte Dorothea Wolf als Diakonisse. Am 12. Oktober ist sie im Alter von 95 Jahren von uns gegangen. Wir nehmen nicht nur von einer Person Abschied, die bis ins hohe Alter vielen Freude bereitete und stets an ihrem Glauben festhielt, sondern auch von der letzten Diakonisse der Ev.-luth. Diakonissenanstalt. Geboren wurde Dorothea Wolf am 30. Juli 1928 in Heinsen an der Weser. Schon von 1942 bis 1945 war sie im Klinikum Marienstift als Haustochter tätig. Dorothea Wolfs Wesen wurde schon damals als vertrauenswürdig, hilfsbereit, freundlich und bescheiden beschrieben, weshalb ihr trotz ihres jugendlichen Alters die Leitung der Brotküche mit circa 80 Personen anvertraut wurde. Nach anderen Stationen trat sie am 11. November 1948 als Probeschwester in die Diakonissenanstalt Marienstift ein, am 6. Mai 1956 erfolgte ihre Einsegnung. Neben dem Marienstift arbeitete sie unter anderem zehn Jahre in Braunlage und neun Jahre in Stöckheim als Gemeindeschwester. Ab 1992 wirkte sie im Senioren- und Pflegezentrum Bethanien, in dem sie auch ihren Lebensabend verbrachte. „Ich war eine glückliche Schwester“, sagte sie auf ihrem Sterbebett. Freunde beschreiben sie als eine Person, die Dinge ganzheitlich betrachtete, neben ihrem Glauben auch irdische Dinge wie gutes Essen, Musik und Reisen genoss. „Schwester Dorothea erkannte das Schöne und konnte unglaublich froh sein“, erinnert sich die ehemalige Oberin Karin Hille. „Sie strahlte eine Freude aus, die ansteckend war.“ Schwester Dorothea war vielen Menschen sehr verbunden, auch ihre große Familie gab ihr Halt. Selbst im Sterben war es ihr wichtig, den Bibelvers aus dem 1. Korintherbrief 16.14 „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ über Heike Heckmann, Leitung Diakonischer Dienst, weiterzugeben. „Liebevoll, klug und mit feinem Humor hat Schwester Dorothea die Werte der Diakonie verkörpert, sagt Tobias Henkel, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Neuerkerode. „Ihre Lebensleistung muss und wird uns Maßstab und Verpflichtung sein.“ Wir danken Schwester Dorothea für ihren wertvollen Dienst und für die Freude, die sie in das Leben der Menschen brachte, die sie kannten. " Ich blicke zurück auf 67 Jahre Diakonissenleben. Für meinen Lebensweg waren folgende Worte der Heiligen Schrift Richtschnur, Ziel und Wegweiser: Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all sein Tun." Psalm 73.28 // Sr. Dorothea Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteSo! Schön!
24.11.2023 So! Schön! – Laufsteg Neuerkerode – Egal, ob New York, Mailand oder Paris – ab sofort ist Neuerkerode in Sachen Modetrends mindestens in einem Atemzug zu nennen. Also fast 🙂. In Zusammenarbeit mit dem Second-Hand-Kleiderladen Zweite Liebe haben zwölf Neuerkeröder Bürger ihren besonderen Streetstyle vor der Kamera in Szene gesetzt. Begleitet von Ann-Christin Röllmann (Gruppenleitung), Martin Schubert (Standortleitung) und Fotograf Bernhard Janitschke posierten sie mit ihren absoluten Lieblingsstücken aus dem Kleiderladen. Vom dezenteleganten Kleid oder Anzug bis hin zum bunt-legeren Beachoder Freizeitlook rockten die Bürger das Set. Die entstandenen Bilder sind Teil der neuen Werbekampagne der Zweiten Liebe. Das Digitallabor, ebenfalls ein Abteilungsbereich der Mehrwerk gGmbH, dokumentierte mit seinen Teilnehmenden das Geschehen und drehte „Behind the scenes“-Videos oder interviewte die Models. „Das war echt Hammer!“, war Maik Utesch begeistert, der sich für ein Kleid mit Glitzerjacke in schwarzblauer Farbgebung entschieden hatte. „Ich fand es so schön“, befand Etta Fecht, die im lässigen Hawaii-Hemd-Urlaubslook vor die Kamera trat. Bürger präsentieren ihren Style Knapp vier Stunden wechselten sich die Teilnehmenden vor der Kamera ab – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das Team Digitallabor – mit Unterstützung von Gruppenleitung Kathleen Kittel – hat die Videos geschnitten und editiert, diese können auf dem Facebook-Kanal der Mehrwerk angesehen werden. „Verkleiden, ausprobieren, in eine Rolle schlüpfen – das war für alle ein unvergesslicher Tag und hat großen Spaß bereitet“, resümierte Ann-Christin Röllmann. Für diejenigen, die noch in der Lounge warten mussten, hatte Martin Schubert ein Catering aus dem Café Parkblick organisiert: „Der ganze Tag war für alle ein ganz besonderes Erlebnis und ich bin glücklich über die tollen Fotos. Vielen Dank an alle, die mitgemacht und unterstützt haben!“ "Verkleiden, ausprobieren, in eine Rolle schlüpfen – das war für alle ein unvergesslicher Tag und hat großen Spaß bereitet." Ann-Christin Röllmann (Gruppenleitung) Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke // Video: Kathlee Kittel Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteMan kann schlecht meckern
24.11.2023 Man kann schlecht meckern – Gemeinschaft – Die Senioren-WG in Gamsen bietet Platz für zwölf Senioren. Hier genießen sie die optimale Mischung zwischen Selbstbestimmung, Pflege und Gemeinschaft. Altwerden ist ein Prozess, der wohl nur den wenigsten leichtfällt. Dinge, die zuvor problemlos möglich waren, werden plötzlich zur Hürde: Treppensteigen wird zur Kraftanstrengung, man sieht und hört schlechter und ist auf Hilfe angewiesen. Alleine in einer Wohnung oder einem Haus zu leben, wird mitunter unmöglich. Oft fällt der Abschied von den eigenen vier Wänden schwer, in denen man über Jahre gelebt, gelacht, geweint und geliebt hat. Auch das Ankommen in einem neuen Zuhause ist manchmal hart. Adelheid Friedrich und Heinrich Schweingruber ist ihr Umzug allerdings erstaunlich leichtgefallen. Der Grund? Sie fühlen sich pudelwohl dort, wo sie jetzt wohnen: in der Senioren-WG im Haus Lebensglück in Gamsen. In der neu gegründeten WG leben die Senioren selbstbestimmt und werden von den Mitarbeitenden der Filiale Gamsen der Diakoniestationen Harz-Heide betreut. Betritt man die WG, die in diesem Jahr eröffnet wurde und Platz für zwölf Senioren bietet, versteht man schnell, warum die beiden gerne hier leben. Die Räume sind modern und hell. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad. Hinzu kommen großzügige Gemeinschaftsräume. Eine Bibliothek und ein riesiger Balkon laden zum Verweilen ein. „Wir sind sehr stolz darauf, wie schön die Senioren- WG geworden ist“, sagt DHH-Geschäftsführer Volker Wagner. „Sie ist eine tolle Ergänzung zu unserem weiteren Angebot.“ Das Herz der Wohnung ist ein offener Bereich, der Küche, Ess- und Wohnzimmer miteinander verbindet. Das Klavier neben dem großen Sofa wurde schon von Enkeln zum Vorspielen benutzt. Neben ihm sitzen gerade drei Mitbewohnerinnen am Tisch und sind noch mitten in einer Runde Mensch-ärgere-dich-nicht, während sich die ersten Senioren schon am Esstisch einfinden: Gleich gibt es Mittagessen. Umzug in die Wohngemeinschaft Eine der Frauen, die am Tisch Platz genommen haben, ist Adelheid Friedrich. Die 87-Jährige war die Erste, die in die WG eingezogen ist. Zuvor lebte sie in einer Haushälfte mit einem kleinen Garten vor und einem kleinen Garten hinter dem Haus. Alle zwei Wochen kam jemand vorbei, um sich um die Wohnung zu kümmern, bei Schreibangelegenheiten half die Tochter. „Als sie mir von der Senioren-WG erzählte, dachte ich: Warum? Ich komme doch gut alleine klar“, erinnert sich Friedrich. „Doch nach einigen Gesprächen habe ich mich dazu entschieden, hierher zu ziehen – und es nicht bereut.“ Im Gegensatz zu Friedrich leben Heinrich Schweingruber und seine Frau erst seit wenigen Wochen in der Wohngemeinschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnten sie in einem Einfamilienhaus direkt am Waldrand. Als Frau Schweingruber einen Schlaganfall erlitt, war ein Leben ohne Hilfe nicht mehr möglich. „Ich bin noch relativ selbstständig, aber meine Frau bedarf der Pflege“, berichtet der 90-Jährige. „Da sie diese hier bekommt, war die Sache für mich klar: Wir ziehen in die Senioren-WG.“ Gemeinsam mit seiner Frau teilt er sich zwei Zimmer, von denen eins als Wohnzimmer genutzt wird und mit einer großen Schrankwand voller Erinnerungen ein Abbild ihres vorherigen Wohnzimmers ist. "Auch wenn ich nicht viel Hilfe brauche, nehme ich sie doch gerne mal an." Heinrich Schweingruber Selbstbestimmung und Hilfe Friedrich und Schweingruber schätzen die Mischung aus Selbstständigkeit und Unterstützung, die die WG bietet – und selbstverständlich die Gemeinschaft. Friedrich sagt: „Es ist alles sehr harmonisch hier. Wir spielen gemeinsam, verbringen Zeit miteinander. Das macht wirklich Spaß. Und braucht man mal seine Ruhe, findet man diese in den eigenen vier Wänden.“ Auch die Angebote von der Tagespflege, die sich im Erdgeschoss des Gebäudes befindet, nutzt sie hin und wieder. Über diese wird auch manchmal Essen mitbestellt – wenn nicht gemeinsam gekocht wird. Auch, wenn beide Senioren noch selbstständig sind – hier müssen sie auch dann nicht wegziehen, wenn sie mehr Pflege benötigen. Alles ist barrierefrei, Pflegekräfte stehen zur Verfügung. Ihnen ist klar: Hier wollen sie bleiben. „Auch wenn ich nicht viel Hilfe brauche, nehme ich sie doch gerne mal an. Die Menschen hier sind freundlich und enorm zuvorkommend. Das Haus ist glänzend eingerichtet“, fasst es Schweingruber zusammen. „Ein solcher Ort ist das Beste, was einem alten Menschen passieren kann. Oder wie der Ostfriese sagen würde: Man kann schlecht meckern.“ So. Schön. Nachgezählt. STATIONÄRE ALTENHILFE: 97 Betten im St. Vinzenz 119 Betten im Theresienhof 95 Betten im Haus der helfenden Hände 101 Betten im St. Vitus 210 Betten in Bethanien 622 Betten insgesamt So. Schön. Nachgezählt. DIAKONIESTATIONEN HARZ-HEIDE: 2100000 Kilometer pro Jahr im ambulanten Dienst 150000 Kilometer für die Tagespflegen 222 Fahrzeuge (davon 31 E-Autos) Text: Lukas Dörfler // Fotos: Sara Uhde Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteWillkommen im Mittendrin
24.11.2023 Willkommen im Mittendrin – Quartier komplett – Mit dem Quartier St. Leonhard ist ein einzigartiger Sozialraum in Braunschweigs Innenstadt entstanden, ein Leuchtturm-Projekt für Inklusion, Bildung und Teilhabe. Demenstsprechend ist St. Leonhard auch ein wichtiger Ort für Menschen mit Behinderung, die im Quartier in Wohnangeboten der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH (WuB) nicht nur eine neue wohnliche Heimat, sondern auch einen neuen Beschäftigungsbereich gefunden haben. Letzteres hat die Fertigstellung der Tagesförderstätte ermöglicht, als finale gebäudebauliche Maßnahme im Quartier bieten sich seit Kurzem für Jung und Alt neue Möglichkeiten. Die Stadthalle liegt direkt gegenüber, der Brawo-Park ist in Sichtweite, ebenso der Hauptbahnhof − willkommen im Mittendrin der Großstadt Braunschweig. Seit Ende Mai arbeiten Menschen mit Behinderung in der Tagesförderung Quartier St. Leonhard, die von allen nur kurz „TGF Leo“ genannt wird. Im Herbst sind die ersten Praktikanten im jungen Erwachsenenalter in der TGF Leo gestartet und nehmen bereits an Kreativangeboten teil, wie zum Beispiel Arbeiten mit Ton und Modelliermasse, Touren durch die Stadt oder dem Bau einer Büchertauschbox. Die jungen Teilnehmenden fügen sich gut in die TGF ein, in der auch ältere Menschen einen Anlaufpunkt und Tagesstruktur finden. Dazu gehört unter anderem Roswitha Berft. Die Seniorin hat ihr ganzes Leben gearbeitet und möchte auch darüber hinaus weiterhin aktiv bleiben. In der Tagesförderung Leo hat sie eine Aufgabe gefunden, die nicht nur sinnstiftend ist, sondern auch Spaß macht. Dafür kommt sie jeden Morgen fußläufig aus dem Wohnbereich im Quartier. Im kleinen Gruppenraum stempelt sie die Tüten für die Hundekeks-Produktion. Wenn sie eine Pause braucht, setzt sie sich zu den Koordinatorinnen Beate Oertel und Vanessa Pechau und den anderen Teilnehmenden in den großen Gruppenraum und puzzelt, hört Musik oder kocht. Soziale Teilhabe kann in der Tagesforderung in vielen Bereichen ermöglicht werden und ist nicht nur im Alter wichtig: Auch für jüngere Menschen, die eine Förderschule besucht haben, aber noch nicht in der Lage sind, in einer Werkstatt zu arbeiten, bietet sie einen guten Startpunkt für den weiteren Werdegang. „Das kann auch eine Brücke ins Berufsleben sein“, erklärt Claudia Deichmann, die Leitung der Tagesförderung. EIN QUARTIER FÜR ALLE Das Quartier St. Leonhard entstand auf Initiative dreier gemeinnütziger Braunschweiger Träger - die Richard Borek Stiftung, die Evangelische Stiftung Neuerkerode und das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland. Dort treffen junge Menschen mit Behinderung auf Seniorinnen und Senioren, aber auch auf Patienten mit psychischen Einschränkungen oder mit Suchterkrankungen. Die esn hält dort folgende Angebote vor: Die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen bietet insgesamt 50 Wohnplätze für Menschen mit Behinderung an – Einzelzimmer, WGs, Einzelapartments. Eine Tagesförderstätte mit bis zu 30 Plätzen bietet Förderangebote für Menschen mit Behinderung jeden Alters an, die noch nicht oder nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen können. Das Lukas-Werk betreibt die Reha-Tageskliniken für Psychosomatik und Abhängigkeitserkrankungen. Darüber hinaus befindet sich auch die Braunschweiger Fachambulanz als erste Anlaufstelle für Fragen zum Konsum von Suchtmitteln im Quartier. In der Tagespflege der Diakoniestation Braunschweig mit 20 Plätzen gibt es von montags bis freitags Angebote für pflegebedürftige Menschen, durch die gleichzeitig deren Angehörige entlastet werden. Gesellschaftsspiele, Bewegungstherapie, therapeutisches Kochen, aber auch Unterstützung bei der Körperpflege und vieles mehr prägen den Alltag. Die SAPV Harz-Heide koordiniert an der palliativen Versorgung beteiligte Einrichtungen und Dienste. Die Mitarbeitenden ermöglichen unheilbar kranken Menschen ein Leben und Sterben in ihrer vertrauten Umgebung trotz möglicher schwer therapierbarer Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst- und Panikzuständen. Das Senioren- und Pflegezentrum Bethanien ist im Quartier für die Vermietung von 20 barrierefreien Servicewohnungen für ältere Menschen zuständig. Eine Tagespflege im Haus sowie ambulante Pflege- und Hauswirtschaftsleistungen durch die Diakoniestation Braunschweig können in Anspruch genommen werden. So. Schön. Nachgezählt. WOHNEN UND BETREUEN: 6 6 Standorte in der Region Braunschweig 1000 Mitarbeitende 43 Jahre Bürgervertretung 1075 Sitzungen der Bürgervertretung THEATER ENDLICH: 160 Aufführungen 20 Produktionen 1300 Proben 26 Ensemblemitglieder 7 Regisseur:innen Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteMit der Vergangenheit reinen Tisch gemacht
24.11.2023 Mit der Vergangenheit reinen Tisch gemacht – Neuanfang – Mitten in der weiten Halle des Kuba Bildungscampus in Wolfenbüttel, dem multiinklusiven Bildungs- und Beschäftigungsstandort der Mehrwerk gGmbH, steht Mirco Meyer. Der Produktionshelfer aus der Tisch- und Holzproduktion geht die am Gruppenleiter-Container angepinnten Aufträge und Skizzen durch. Beim sorgfältigen Lesen nickt er jede Passage ab – die Aufträge, die Standortleiter Björn Stichnothe hinterlegt hat, sind nun erfasst und verstanden. Sowohl Stichnothe als auch Meyer sprechen dieselbe Sprache, was hilft, wenn neue Ideen eine Form benötigen. „Jeder versteht den anderen. Das ist ein wichtiger Faktor, um eine Zeichnung auf Machbarkeit zu überprüfen oder in einen technischen Prozess umzuwandeln“, sagt Meyer, der hier seit einem Jahr tätig ist. Er geht derweil ein paar Schritte hinüber zur Werkbank, an der zwei weitere Produktionshelfer auf ihn warten. Eine kurze Besprechung folgt, Aufgaben werden erläutert und es gehen alle an die Umsetzung. "Man hat hier Zeit zu schauen, sich auszuprobieren, auf eine Sache einzulassen und im Austausch mit den Sozialpädagogen wieder zu sich selbst zu finden." Bildungscampus als Anlaufpunkt Bevor Meyer nach Wolfenbüttel kam, hatte er bereits eine Ausbildung zum Verpackungstechniker angefangen. Doch die beanspruchte ihn so sehr, dass er einfach nicht mehr weitermachen konnte. „Am Ende fühlte ich mich wie in einem Brunnen. Ich kam da einfach nicht mehr heraus“, erinnert er sich. Als ihm über das Jobcenter der Kuba Bildungscampus vorgestellt wurde, habe sich das offene Konzept für ihn gut angehört: „Man hat hier Zeit zu schauen, sich auszuprobieren, auf eine Sache einzulassen und im Austausch mit den Sozialpädagogen wieder zu sich selbst zu finden. So habe ich neue Motivation erhalten und wieder Ziele im Blick.“ Angefangen im Bereich Lager- und Logistik im Möbelkontor ging es schließlich weiter in den Holzbereich und die Tischproduktion. „Die Menschen, die zu uns kommen sind motiviert, aber der Fachanleiter muss das richtige Gespür dafür entwickeln, wie das Potenzial des Teilnehmenden aktiviert werden kann“, sagt Stichnothe. Bei Mirco sei es so gewesen, dass er ihn in das damals gestartete Teardrop-Trailer-Projekt geholt habe. Zusammen mit weiteren Teilnehmenden und Werkstudierenden baute er am Modell eines Miniwohnwagens. „Das war eine gute Zeit und ein guter Einstieg, weil wir uns gegenseitig viel zeigen konnten und ich viel Input erhalten habe“, blickt Meyer zurück. Arbeitsprozesse bereichern Mittlerweile stehen zwar keine Wohnwagen mehr auf dem Arbeitsplan, dafür produziert Mirco Meyer im Austausch mit Stichnothe und den Tischlern Schreibtische und Möbel. „Ich habe in dem einen Jahr so viel erlebt, gelernt und gezeigt bekommen. Ich bin einfach stolz, dass ich das alles nicht nur bauen, sondern auch gemeinsam planen kann.“ Dabei spielt auch der wertschätzende, dennoch fordernde Umgang untereinander eine wichtige Rolle. „Es ist einfach gut, dass wir uns die Korrekturen und Vorschläge gegenseitig anhören und die jeweilige Perspektive des anderen einnehmen können, das bereichert unseren Arbeitsprozess“, finden beide. Für Mirco setzt sich das im Umgang mit den Teilnehmenden fort, die er zwar nicht anweisen, sie dafür aber in ihren Arbeiten unterstützen darf. Er übertrage das erforderliche Produktionsschema so gut, dass es auch schwächere Teilnehmende mit ihren Möglichkeiten umsetzen können, findet Stichnothe und ergänzt: „Er nimmt sich für jeden Zeit, hat ein gutes Standing in der Firma. Beruflich möchten wir ihn weiter fördern, etwa mit einer Fortbildung an der CNC-Fräse, damit er eine gute Grundlage für den ersten Arbeitsmarkt erhält.“ Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteGemeinsam mehr erreichen
24.11.2023 Gemeinsam mehr erreichen – Fundraising – Die Spender der Evangelischen Stiftung Neuerkerode bleiben auch in Krisenzeiten treu. Ihre Zuwendungen ermöglichen den der esn anvertrauten Menschen noch mehr gesellschaftliche Teilhabe. Vor drei Jahren steht Anja Kruse vor einem hohen Baugerüst in der ehemaligen Friedenskapelle auf dem Gelände des Marienstifts in Braunschweig und beobachtet interessiert, was dort oben passiert: Mit feinem Werkzeug trägt eine Restauratorin vorsichtig die oberste Farbschicht ab, hinter der prächtige Wandmalereien zum Vorschein kommen. Dass das Gebäude mithilfe von Spenden aufwendig saniert wird und dort künftig das Zentrum Würde, in dem Begegnungen ebenso ihren Platz haben wie der Austausch über Themen wie Tod, Trauer und Nächstenliebe, hier seinen festen Ort finden wird, ist auch Kruses Verdienst: Sie ist die Fundraising-Managerin der esn. „Durch die Zuwendungen unserer Spender wird vieles erst möglich“, betont Kruse. Geld, das die esn beispielsweise dazu nutzen kann, um den ihr anvertrauten Menschen mehr Teilhabe und eine höhere Lebensqualität als allein durch die klassischen Kostenträgersätze der öffentlichen Hand und Kassen zu ermöglichen. Oder aber, um kleine und große Projekte wie die Sanierung der Friedenskapelle zu realisieren. Auf ihre Spender kann sich die esn glücklicherweise verlassen. Auch, wenn die Welt in den vergangenen Jahren von Krisen geschüttelt wurde, ist die Spendenbereitschaft nicht eingebrochen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. „In schwierigen Zeiten wird vermehrt an die Katastrophenhilfe oder für den Umweltschutz gespendet“, weiß Kruse. "Dass uns unsere Spender die Treue halten, ist großartig. Wir können wirklich stolz auf sie sein." Spendenprojekte zum Anfassen Kruse glaubt, die Gründe zu kennen, warum sie der esn gegenüber so loyal sind. „Ich denke, es liegt auch daran, dass die Menschen in der Region etwas mit uns verbinden und direkt sehen, was mit ihren Zuwendungen passiert“, sagt sie. „Mit unseren Veranstaltungen wie dem Sommerfest oder dem Festival Rock an der Wabe, aber auch durch die Herzenswünsche bekommen sie einen direkten Eindruck davon, wohin ihr Geld fließt. Spendenprojekte zum Anfassen sozusagen.“ Wichtig ist es daher, den Kontakt mit den Spendern zu halten und mit ihnen zu kommunizieren. Das geschieht beispielsweise durch Spendenmailings, gezielte Aktionen mit den Spendern und die schnelle Zustellung der Zuwendungsbescheinigungen und der vom Vorstandsvorsitzenden Tobias Henkel persönlich unterschriebenen Dankesbriefe. „Wir geben uns große Mühe, sehr nah an unseren Spendern zu sein. Sie geben uns so viel – da ist es nur selbstverständlich, ihnen etwas zurückzugeben.“ Dazu gehört auch die intensive Kontaktpflege und der rege Austausch mit dem Netzwerk der Braunschweiger Stiftungen, die die esn mit viel Engagement und mitunter auch finanziellen Mitteln unterstützen. Unterstützung für das Fundraising All das macht Kruse mittlerweile nicht mehr allein: Sie kümmert sich mit einem dreiköpfigen Team um Projekte, Vernetzung und den Spendenservice. Außerdem wurden die Herzenswünsche ins Leben gerufen, ein dauerhaft angelegtes Spendenprojekt, das Wünsche der innerhalb der esn betreuten Menschen mithilfe von Geld-, Sach- und Zeitspenden erfüllt. Es ist ein Projekt, das Kruse neben dem Zentrum Würde besonders am Herzen liegt. Und sie hat schon das nächste große Fundraising-Thema ins Auge gefasst: Das Herz des inklusiven Dorfes Neuerkerode soll aufwertet werden. Die Bühne auf dem Dorfplatz soll eine Rampe, ein Dach und einen neuen Boden bekommen. „Es spielt für mich keine Rolle, ob ein Projekt groß oder klein ist“, erzählt sie. „Sobald ich sehe, dass die Menschen bei uns davon profitieren, brenne ich dafür.“ Zu den Herzenswünschen So. Schön. Nachgezählt. HERZENSWÜNSCHE: 381 Spender 500 Wünsche erfüllt 220 Wünsche pro Jahr (mindestens) 15 Wünsche pro Monat (circa) Text: Lukas Dörfler // Fotos: Janko Woltersmann / Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
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