Von der Kita zur Krippe
24.11.2023 Von der Kita zur Krippe – Verbindungen – Wie Malte Dirwehlis Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Peter und Paul vereint. Der Kletterbaum, die Fußballwiese oder der riesige Sandkasten: Wenn Malte Dirwehlis durch seinen ehemaligen Kindergarten Peter und Paul in Neuerkerode geht, bringt er jeden Winkel mit vielen positiven Erinnerungen in Verbindung. Und heute noch erscheinen die Erinnerungen so präsent wie vor 30 Jahren. Denn Dirwehlis ist zurückgekehrt, als Architekt, der in direkter Angrenzung zur Kita die neue Krippe errichtet hat. Im Juli wurde der 400 Quadratmeter große Anbau fertiggestellt, der seitdem und in Zukunft 30 Kindern bis drei Jahren viel Platz und umso mehr schöne Erinnerungen und interessante (Blick-) Winkel eröffnen soll. Vom Kita-Kind zum Krippen-Konstrukteur „Ich habe sehr viele Erinnerungen an meine Zeit hier und ich war sehr glücklich, dass ich – als ich zurück nach Neuerkerode kam – gleich mit dem Bau der Krippe beauftragt wurde“, sagt der 35-Jährige, der seit vier Jahren im Bau- und Liegenschaftsmanagement der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn) tätig ist. So habe er noch mit seiner ehemaligen Kindergartenleitung Renate Stier, die Ende 2019 in Ruhestand ging, die ersten Planungen besprechen können. Wichtig sei ihm nachfolgend der regelmäßige Austausch mit der neuen Leitung Julia Lobe und den Kollegen gewesen. „Ich war ein Jahr lang fast täglich hier, um ins Gespräch zu gehen, alle einzubeziehen, zu informieren und Wünsche und Anregungen entgegenzunehmen – das war eine gute Zusammenarbeit“, berichtet er. Moderne Kita mit großem Außenbereich Herausgekommen ist ein Gebäude, das im Inneren über viel Platz sowie eine ansprechende und praktische Innenausstattung verfügt und auch den Mitarbeitenden einen eigenen Pausen- und Ruheraum bereitstellt. „Das eigentliche Pfund ist aber der Außenbereich“, ergänzt Dirwehlis. Denn mit dem Anbau ist ein großzügiger, geschützter Innenhof entstanden und gleichzeitig vor der Krippe ein ausgedehnter Bereich für Kletter- und Schaukelgeräte sowie sonnengeschützte Sandkästen und ein Bolzplatz. Und auch besondere Details sind erkennbar: „So hat der von allen Kindern genutzte Multifunktionsraum eine große Fensterfassade mit Blickrichtung in den Innenhof erhalten und die grünen Farbmarkierungen auf dem Boden kennzeichnen die Bereiche. Grün steht etwa für den Kita-Bereich“, erklärt er. Beide Gebäudeteile wachsen zusammen Am Ende des Rundgangs steht Dirwehlis vor dem neuen Eingangsbereich, der optisch und baulich eine Brücke zwischen altem Kita-Gebäude und neuer Krippe schlägt. „Wir haben unter anderem die Krippenfassade mit Lärchenholz eingekleidet, weil es zum einen nachhaltig ist und es zum anderen eine gelungene Referenz zum Klinker des Altgebäudes darstellt. Beide Gebäudeteile wachsen so zusammen“, sagt Dirwehlis stolz. Der Bau wurde von der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, der Samtgemeinde Sickte und dem Land Niedersachsen gefördert. Gleichzeitig unterstützten Organisationen mit Spenden die Kita. Zum Beispiel spendete die Stiftung Kleiderversorgung Braunschweig Geld für die Anschaffung der Spielgeräte im Außenbereich – für weitere Informationen rund ums Spendenwesen und Fundraising besuchen Sie unsere Webseite unter www.neuerkerode.de/spenden. Mehr Infos Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteEin Chor wie kein anderer
24.11.2023 Ein Chor wie kein anderer – Musik – Der Posaunenchor Neuerkerode ist der älteste der Landeskirche Braunschweig. Und vielleicht auch der einzigartigste. Feierlich, fast schon erhaben, schallt die Musik des Posaunenchors Neuerkerode aus der Kirche hinaus ins Dorf. Das tut sie regelmäßig und nicht erst seit gestern: Die Bläsergruppe gibt es schon seit 146 Jahren – und somit fast so lange wie die Evangelische Stiftung Neuerkerode selbst, deren Ursprung 155 Jahre zurückliegt. Damit ist der Posaunenchor Neuerkerode der älteste der Landeskirche Braunschweig. So alt und dann auch noch Blasmusik – das klingt ganz schön spießig, oder? Keinesfalls! Zumindest nicht in Neuerkerode. „Angestaubt ist bei uns überhaupt nichts. Es gibt bei uns neben der Kirchenmusik auch Spirituals und Pop- oder Filmmusik. Auch swingenden Jazz haben wir schon in der Kirche gespielt“, erklärt Chorleiter Martin Brandes. „Uns sind mittlerweile keine Grenzen mehr gesetzt.“ Brandes hat in der Musikschule in Goslar gelernt, schon mit 18 oder 19 Jahren angefangen zu unterrichten, außerdem Musiklehramt studiert und in mehreren Bands Posaune und Trompete gespielt. Die Leitung des Neuerkeröder Posaunenchors übernahm er 1989. Angefragt hatte ihn der damalige Landesposaunenwart, der die Leitung interimsweise übernommen hatte. „Zuvor hatte ich keine Berührungspunkte mit Choralmusik, bin da aber schnell reingewachsen“, erzählt der Braunschweiger. Mittlerweile möchte er die Arbeit als Chorleiter nicht mehr missen. „Das ist die Tätigkeit in meiner musikalischen Laufbahn, die mir am meisten ans Herz gewachsen ist“, sagt Brandes. „Ich mache die Chorleitung seit 34 Jahren – und sie ist zu meiner Berufung geworden.“ Anteil an der Begeisterung für den Posaunenchor hat nicht zuletzt Neuerkerode selbst. Oder genauer gesagt: die Bürgerinnen und Bürger Neuerkerodes. Ein einzigartiger Ort „Dieses Dorf ist unvergleichlich. Die Gottesdienste sind enorm lebendig“, so der Musiker. Es gebe schon beim Vorspiel immer mal wieder Szenenapplaus. Und auch Unmutsäußerungen fänden manchmal lautstark statt. „Das ist super. So etwas gibt es sonst nirgends“, ist sich Brandes sicher. Der Chor besteht derzeit aus zehn Musikern. Neue Mitglieder sind immer gern gesehen – auch ohne Erfahrung, denn Brandes weiß ja, wie man Musik lehrt. Wöchentlich treffen sie sich in Kirchen im Umkreis, um für ihre Auftritte zu proben. Rund ein Dutzend Gottesdienste und Auftritte haben sie im Jahr allein in Neuerkerode, zusätzlich treten sie im Umland auf. Weitere Bezugsorte des Chors sind das Krankenhaus Marienstift und das Senioren- und Pflegezentrum Bethanien in Braunschweig. Hier wurden beispielsweise Beerdigungen der in den vergangenen Jahren verstorbenen Diakonissen musikalisch begleitet. Brandes sagt: „Solche besonderen Anlässe sind uns ein Anliegen.“ Vom Musiker zum Mitarbeiter Einer der beiden esn-Mitarbeiter in der Gruppe ist Felix Rohlfs. Er ist nicht Teil des Chors, weil er bei der esn arbeitet. In Wahrheit ist es genau umgekehrt. 1988 lernt er in der siebten Klasse der Gaußschule in Braunschweig das Posaunespielen. Auf der Suche nach einem Chor stößt er 1991 auf den Posaunenchor Neuerkerode. „Das war mein erster Kontakt in das Inklusionsdorf“, erinnert er sich. „Ich fand es so schön hier, dass ich auch meinen Zivildienst in Neuerkerode gemacht habe und während des Studiums in den Semesterferien im Dorf gejobbt habe.“ Nach 20 Jahren in Frankfurt kommt er zurück, steigt in das Controlling der esn ein. Er sagt: „Ohne den Chor wäre das wahrscheinlich nicht so gekommen.“ Der Chor und das Dorf gehören für ihn zusammen. "Man gibt beim Spielen viel und bekommt noch mehr zurück." Das kann auch Brandes bestätigen. „Wenn wir musizieren, erreichen wir Menschen, spenden entweder Trost oder Freude“, fasst es der Chorleiter zusammen. „Und die Menschen wissen gar nicht, dass die Emotionen in ihren Gesichtern uns so viel mehr bedeuten, als wir ihnen jemals von der Bühne aus geben könnten.“ Text und Video: Lukas Dörfler // Fotos: Bernhard Janitschke / Archiv esn Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteSeid nicht zu stolz, um Hilfe anzunehmen
24.11.2023 Seid nicht zu stolz, Hilfe anzunehmen – Wendepunkte – Sucht kann jeden treffen. Bei Anton Erhart folgte sie auf einen privaten Schicksalsschlag. Inzwischen ist er seit 27 Jahren trocken. Wie bewältigte er seine Sucht und welche Rolle spielte Stolz dabei? „Darauf bin ich stolz: Ich kann das! Und mittlerweile sogar mit einer gewissen Leichtigkeit, weil ich eine gute Grundhaltung zu mir, zum Leben entwickelt habe.“ Der Anfang Im Jahr 1980 verliert Anton Erhart den Boden unter den Füßen. Sein bester Freund stirbt bei einem Autounfall. Der damals 16-jährige Anton trank damals gelegentlich Bier. Jetzt wird das mehr und mehr und am Ende viel zu viel. „Ich war traurig, wollte das aber nicht sein. Da war eine Leere, mit der ich nichts anzufangen wusste.“ Erst 1996 nach einer stationären Therapie in der Reha-Fachklinik Erlengrund des Lukas-Werkes schafft er den Absprung. › Sie sind jetzt seit 27 Jahren trockener Alkoholiker – stolz? Ja. Denn ich kann zufrieden ohne Alkohol leben. Das können viele Menschen nicht von sich behaupten. Es ist eine Leistung, die mir Energie gibt, anstatt sie mir zu rauben. › Sie kommen seit Ihrer Therapie regelmäßig zu den Ehemaligentreffen für Patienten der Fachklinik und reisen dafür extra aus ihrem Heimatort nach Salzgitter. Warum sind Ihnen diese Treffen wichtig? Weil an diesem Ort mein Leben eine Wende zum Guten genommen hat. Weil ich dort Menschen treffe, die so sind wie ich, die ähnliche Erfahrungen gemacht und ihre Sucht überwunden haben. Etwas Neugierde ist auch dabei: Welche Lebenswege haben ehemalige Mitpatienten Leben mit der Sucht, Illegalität und Obdachlosigkeit 16 Jahre lang kommt Anton Erhart nicht heraus aus der Abhängigkeit. Er merkt, dass es ihm als schüchterner Jugendlicher leichter fällt, Mädchen anzusprechen, wenn ihn der Alkohol enthemmt. Von seiner Familie, seinem Ausbilder in der Werkstatt und später von seinem Meister im ersten richtigen Job darauf angesprochen, fühlt er sich ertappt. „Aber auch unverstanden. Schließlich hatten sie ja nicht ihren besten Freund verloren. Ich dachte damals: Lasst mich doch alle in Ruhe.“ Eines Morgens steuert er die Bahnhofskneipe und nicht seinen Arbeitsplatz an. „Danach bin ich zur Bank, hab all mein Geld genommen und bin nach Italien abgehauen.“ Er finanziert sein Leben durch Einbrüche. Es folgt eine Haftstrafe, ein versuchter Gefängnisausbruch, eine erneute Gefängnisstrafe. Danach lebt er auf der Straße, zieht fast das ganze Jahr 1986 durch Deutschland. › Wie hat Ihre Erfahrung als trockener Alkoholiker und ehemaliger Häftling Ihre Perspektive auf das Leben und Ihre Werte verändert? Für mich sind Ehrlichkeit und Menschlichkeit sehr wichtig geworden. Ehrlichkeit mir selber, aber auch meinen Mitmenschen gegenüber. Und Menschlichkeit, weil mir geholfen wurde, als ich nicht mehr weiterwusste. Heute helfe ich beruflich anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, ihre Not zu wenden. Das ist ein schönes und bereicherndes Gefühl, das meinem Leben die Sinnhaftigkeit gibt, die ich früher nicht hatte. › Hat Stolz auch geholfen, Ihre Suchterkrankung zu überwinden? Stolz wird seinen Anteil beigetragen haben, als ich für mich schon Klarheit hatte. Zu Beginn waren es eher Hilflosigkeit, Angst, Ratlosigkeit. Erst später wurde es eine Art Stolz darauf, dass ich mich überwunden habe und Hilfe annehmen konnte. Zufrieden trocken. Für seine Kinder entschied sich Anton Erhart irgendwann, eine Therapie zu machen. Danach ändert er sein Leben. Im Rahmen eines Arbeits- und Qualifizierungsprojekt für Langzeitarbeitslose im Landkreis Verden hält er Vorträge über seine Alkoholerkrankung, seinen Werdegang und seinen Weg aus der Sucht, ebenso in der Jugendarrestanstalt in Verden. „Und gelegentlich gehe ich auf Einladung von Schulen dorthin, erzähle meine Geschichte, erkläre Entwicklung und Therapiemöglichkeiten.“ Er hat mehrere Bücher über sein Leben geschrieben (im Buchhandel erhältlich). Ehrenamtlich leitet und moderiert er bei einer Fachstelle Sucht seit inzwischen zehn Jahren die Motivationsgruppe. › Welche Rolle spielt Stolz heute in Ihrem Leben als trockener Alkoholiker? Hat sich der Blick darauf im Laufe der Jahre verändert? Für mich ist es weiterhin etwas ganz Besonderes, trocken zu sein – und seit inzwischen 19 Jahren übrigens auch rauchfrei. Darauf bin ich stolz: Ich kann das! Und mittlerweile sogar mit einer gewissen Leichtigkeit, weil ich eine gute Grundhaltung zu mir, zum Leben entwickelt habe. Zu Beginn war das Trockensein das „Überthema“. Inzwischen ist es „nur“ einer von vielen Lebensbereichen. Natürlich immer noch ein Teil meiner Persönlichkeit, der sehr wichtig ist. Das Trockensein gehört zu mir und hat auf gewisse Art und Weise auch nicht an Wichtigkeit verloren. Ich habe aber gelernt, damit zu leben. Ich sehe das inzwischen als meine neue Normalität. › Welche Ratschläge würden Sie anderen Menschen geben, die mit Suchtproblemen kämpfen? Mein Rat: Seid nicht zu stolz, Hilfe anzunehmen. Seht eure aktuelle Lebenssituation als Momentaufnahme, die veränderbar ist. Leben ist veränderbar! Ein Therapeut hat mal bei einem Ehemaligentreffen gesagt: „Das Beständigste im Leben ist der Wandel.“ Leben verändert sich jeden Tag und wir uns auch. Habt keine Angst vor Veränderung, sondern gestaltet diese Veränderung mit. Damit eure Bedürfnisse erfüllt werden können. Habt Mut und traut euch, Hilfe anzunehmen, und seid stolz auf jeden Tag, den ihr erfolgreich meistert. Weil jeder Tag zählt. So. Schön. Nachgezählt. LUKAS-WERK: 9250 Beratungskontakte für die Fachambulanzen 20 Selbsthilfegruppen 1000 Mitglieder in den Selbsthilfegruppen 68 MPU-Beratungen (2022) 224 Klient:innen im ABW 1250 abrechenbare Fälle jährlich im IGN und MZEB Text: Petra Neu // Foto: privat Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteWir können uns aufeinander verlassen
24.11.2023 Wir können uns aufeinander verlassen – Teamgeist – Dr. med. Ekkehard Möbius ist seit knapp neun Jahren Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Krankenhaus Marienstift. 2019 erhielt das Haus erstmalig das Siegel als einziges zertifiziertes Hernienzentrum Braunschweigs, 2023 konnte das Siegel ohne Beanstandungen erfolgreich re-zertifiziert werden. Doch es gibt noch viel mehr, worauf Möbius mit Recht stolz sein kann. „Gestartet bin ich mit zwei Oberärzten und einer zunächst geringen Anzahl an Operationen sowie langen Liegezeiten der Patienten“, blickt Dr. med. Ekkehard Möbius zurück. „Eine hohe Qualität der Operationsergebnisse mit z. T. neuen Techniken haben dazu geführt, dass wir inzwischen jährlich bis zu 1.500 chirurgische OPs durchführen und die Patienten meist nach sehr kurzen Liegezeiten das Haus bestens versorgt wieder verlassen können. Damit wurde es auch notwendig, die Zahl der Mitarbeitenden zu erhöhen.“ Zu seinem Team gehören mittlerweile mit Dr. syr. Feras Salem, Dr. med. Magda Herrmann und Jareer Ahmad drei Oberärzte und -ärztinnen sowie fünf Assistenten, die im Akkord arbeiten. Ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Hernien, also Leisten-, Nabel-, Narben-, Schenkel-, Zwerchfell oder auch komplexe Bauchwandbrüche. „Mit dem Siegel des Hernienzentrums sind wir überregional zu einem qualitativ hochwertigen Schwerpunktversorger für Hernien geworden und operieren unter anderem jeden Tag zwischen zwei und fünf Leistenbrüche“, so Möbius. "Ein guter Teamgeist entsteht nicht von alleine und ist keine Einbahnstraße." Breites Leistungsspektrum Neben den Hernien deckt die Klinik das gesamte Spektrum der Viszeralchirurgie ab, und zwar in Notfällen und bei geplanten Eingriffen. Bei chirurgischen Diagnosen von Darm über Gallenblase, Schilddrüse bis hin zum Magen können sich Patienten mit vielfältigen Krankheitssymptomen an Möbius und sein Team wenden. Einzige Ausnahmen sind die Behandlungen der Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und der Leber. Die Wege in die Klinik sind vielfältig. Rückblickend hat die Einführung der Zentralen Notaufnahme, die vom Chefarzt maßgeblich vorangetrieben wurde, im Jahr 2019 vieles in Bewegung gebracht. Notfallpatienten werden aufgenommen und schnell in die entsprechende Klinik im Haus überwiesen. Laut Möbius ein wirkliches Plus, um die Patientenströme effizient zu steuern. Wer eine geplante Untersuchung oder Operation vor sich hat, wird entweder über den jeweiligen Hausarzt überwiesen oder meldet sich direkt im Sekretariat der Klinik. „Keiner kommt an Ilka Boller vorbei“, so Möbius lachend. „Sie ist unser Organisationstalent, erste Kontaktperson für die Patienten und sie bereitet gemeinsam mit ihrer Kollegin Sonja Berthold alles so vor, dass die Patienten optimal betreut und auf die Operation vorbereitet werden.“ Teamgeist – keine Einbahnstraße Ein großes Team zu führen, ist komfortabel, aber auch mit Herausforderungen verbunden. „Für mich ist enorm wichtig, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen können“, verdeutlicht Möbius. „Bei uns ist das im Ärzteteam und im Zusammenspiel mit dem Sekretariat und der Krankenpflege zu 100 Prozent der Fall. Dafür muss man sich aber auch Zeit nehmen und viel kommunizieren – ein guter Teamgeist entsteht nicht von alleine und ist keine Einbahnstraße, gerade wenn unterschiedliche Charaktere und medizinische Ausbildungen beispielsweise aufgrund der Herkunftsländer aufeinandertreffen. Alle müssen sich beteiligen und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben.“ Unterstützung durch digitale Hilfsmittel Möbius und sein Team beherrschen alle Operationstechniken von der Pike auf und nutzen inzwischen auch sämtliche digitale Hilfsmittel, die sie bei ihrer anspruchsvollen Arbeit unterstützen. Meist wird minimalinvasiv/endoskopisch operiert. Die entsprechenden Schritte werden auf dem Bildschirm gesteuert und per Screenshot auch gleich dokumentiert. Fachchirurgisches Pflegepersonal Möbius ist besonders stolz darauf, dass es dank der Bemühungen der Pflegedirektorin Rosemarie Ölschlager gelungen ist, ein chirurgisches Pflegeteam mit Fachpersonal aufzubauen, das ausschließlich für die Patienten aus diesem Bereich zuständig ist. „Da wir viel im OP stehen, ist es für uns evident wichtig, dass die Versorgung der Patienten im Nachgang abgestimmt erfolgt“, erläutert der 58-Jährige. „Unsere Komplikationsstatistik ist sehr gut und wir müssen sehr selten erneut operieren. Trotzdem muss das Personal ein Auge dafür haben und insgesamt routiniert bei der postoperativen Versorgung agieren. Dieses ist bei uns gegeben – eine wirklich herausragende Situation für uns Ärzte … und natürlich damit auch für die Patienten.“ Vorfreude auf neue Operationssäle Die Vorfreude auf den Umzug in den Neubau ist aktuell groß. Geplant ist, dass zukünftig parallel in zwei der vier medizinisch auf dem neuesten technischen Stand ausgestatteten Operationssälen gearbeitet wird. Auch ein neuer separater Proktologieraum ist geplant. So. Schön. Nachgezählt. MARIENSTIFT (pro Jahr): 15500 ambulante und stationäre Patienten 4000 ambulante und stationäre Operationen 1000 Geburten Häufigste Namen der Neugeborenen: Emil & Marie Text: Miriam Herzberg // Fotos: Bernhard Janitschke // Video: Sara Uhde Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteDie Zeit war einfach reif
24.11.2023 Die Zeit war einfach reif – Klostergärtnerei – Es gibt Tage, an denen läuft alles nach Plan. So auch an diesem August-Tag im Jahr 2021, als Olaf Redlin, Standortleiter des Grünen Zentrums in der Klostergärtnerei, die Nachricht bekam, dass die Klostergärtnerei Riddagshausen ab sofort zertifizierter Bioland-Betrieb ist. „Ulrich Lilie (Präsident der Diakonie Deutschland, Anm. der Redaktion) war im Rahmen seiner Sommertour zu Besuch, wir hatten tolles Wetter und einen fantastischen Rundgang. Und dann erhalte ich auch noch während des Rundgangs die Zusage von Bioland“, erinnert sich Redlin. Im Anschluss habe er mit dem mittlerweile verstorbenen Direktor Rüdiger Becker und Mehrwerk- Geschäftsführer Hans Henning Müller, beide hatten den Termin begleitet, den Mitarbeitenden und Teilnehmenden gefeiert – alle seien stolz auf das Erreichte gewesen. Sieben Jahre Vorbereitung für das Bioland-Siegel Schon mit Start des Grünen Zentrums vor neun Jahren hatten Redlin und sein Mitarbeiterteam die Idee, am Standort einen Betrieb nach ökologischen Kriterien zu entwickeln. „Es lag im wahrsten Sinne des Wortes nahe, mit dem Naturschutzgebiet ringsherum, auf eine nachhaltige Strategie zu setzen. Zudem war es unsere Überzeugung, eine ökologische Produktion voranzubringen“, berichtet Redlin. Etwas optimistisch, wie er im Nachhinein erkennen musste, lud man bereits ein Jahr später Bioland an den Standort zur Beratung ein. „Wir erkannten schnell, dass es mit den damals vorhandenen Ressourcen noch nicht zu schaffen war.“ Idee und Ziel behielten Redlin und sein Team dennoch weiter im Blick. Jedes Jahr sei man die Zahlen durchgegangen, habe über Für und Wider gesprochen und sich auf das kommende Jahr zur Prüfung verständigt – bis zum Jahreswechsel 2020/21. „Wir haben abgestimmt, ob wir es uns noch einmal zutrauen und die Bewerbung gestartet“, so der Standortleiter. Mit entsprechendem Erfolg und völlig neuen Möglichkeiten und Angeboten – etwa in der Produktion. Beim Bio-Anbau Vorreiter in der Region „Beim Anbau von Bio-Zierpflanzen gehören wir zu den Vorreitern in der Region“, freut sich Redlin. Und auch der Bereich der Kräuter- und Gemüseproduktion werde immer besser angenommen. Dafür nähme er auch gern die für das Siegel notwendigen umfassenden Kontrollen in Kauf, etwa, wenn vom Saatgut über den Dünger bis hin zur Jungpflanze alles dokumentiert werden muss, um den Richtlinien der Öko-Normen zu entsprechen. Es steckt viel Arbeit in dem Projekt, aber es soll natürlich noch weitergehen, zumal die wunderschön neben dem Kloster gelegene Gärtnerei spätestens seit Corona einen wahren Boom erlebt. „Wir wollen uns als Bio- Betrieb etablieren und darauf hinarbeiten, irgendwann ausschließlich zertifizierte Bio-Produkte zu verkaufen“, blickt er in die Zukunft. Aber aktuell ist Olaf Redlin einfach nur stolz auf das gemeinsam Erreichte: „Wir haben unsere eigene Produktion, alle unsere Pflanzen entsprechen Bioland-Kriterien und – auch das ist einfach eine schöne Tatsache – Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam an diesem Erfolg.“ So. Schön. Nachgezählt. KLOSTERGÄRTNEREI (pro Saison von April bis Oktober): 1000 Kilo Tomaten 12000 Jungpflanzen 1000 Gurken CAFÉ KREUZGANG (Saison vom 05.05.- 31.08.2023): 648 Tassen Kaffee 1067 Pötte Kaffee 935 Stücke Erdbeerkuchen 243 Stücke vegane Torte 711 Portionen Sahne SCHULKÜCHE: 1730 Schulbrote pro Woche in Zusammenarbeit mit der Staake Stiftung 17000 Kita-Essen im Monat Text: Thomas Pöllmann // Foto: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteSelfmade
24.11.2023 Selfmade – In Process – Wie können wir helfen, die Fähigkeiten von Menschen zu verbessern? Wie dazu beitragen, dass sie sich weiterentwickeln? Teilhabe ermöglichen und sinnstiftende Beschäftigungen anbieten? Um Fragen wie diese geht es unter anderem auf dem Kuba Bildungscampus in Wolfenbüttel sowie in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Rautheim (beides Mehrwerk gGmbH) und in den verschiedenen Angeboten der Tagesförderung in Neuerkerode (Wohnen und Betreuen GmbH). In unserer Fotostrecke möchten wir Ihnen beispielhaft zeigen, wie das gelingt – und dass sich daraus ganz unterschiedliche Produkte und Beschäftigungsformen ergeben. Egal, ob Gartenmöbel aus alten Ölfässern, höhenverstellbare Schreibtische, Kerzenständer, Betonfliesen, Gemüse, Eier, Apfelsaft, Trödel oder einzigartige Kunstwerke – Sie dürfen gern ins Schwärmen geraten. Stilles oder lautes Wasser? Harz-Wasser, gefiltert und teilweise mit Kohlensäure versetzt. Abgefüllt in verschieden große Glasflaschen, die passgenau unter die Abfüllung gestellt, bei denen Deckel angebracht und die in Kisten einsortiert werden müssen. An allen Handgriffen sind Neuerkeröder im Rahmen der Tagesförderung (TGF) „Einfach Wasser“ beteiligt. Sind alle Kisten auf den Handwagen geladen, geht es damit durch das Dorf zur Auslieferung. Welche Route nehmen wir? Wo können wir Leergut wieder mitnehmen? Wer gibt eine neue Bestellung auf? Auch darum kümmern sich die Beschäftigten der TGF Wasser. „Für sie ist es ein gutes Gefühl zu merken: Ich trage etwas dazu bei, dass die Versorgung in Neuerkerode funktioniert und dass wir keine Plastikflaschen mehr extern einkaufen müssen“, erklärt Bettina Meindel, die als Heilerziehungspflegerin die Menschen in der TGF anleitet. „Und darauf dürfen sie durchaus stolz sein.“ Vom Campus in die Kita Dieser detailverliebte Bauernhof ist im Förderzentrum auf dem Kuba-Bildungscampus entstanden. Im Förderzentrum arbeitet Fachanleiter Kai Giraudo mit Menschen, die Leistungen des Jobcenters Wolfenbüttels beziehen. „Wir schauen, wo Stärken sind, in welchen Bereichen wir besonders fördern können und wollen dabei auch eine realistische Arbeitsmarktnähe herstellen.“ Bei dem gelernten Zimmermann Giraudo geht es viel um Arbeiten mit Holz und Farbe. „Dabei merken die Teilnehmenden immer wieder: Ich kann das. Ich habe Kompetenzen. Das gibt ihnen Selbstvertrauen.“ Aus einem aufwendigen Modell eines Fachwerkhauses mit Dachstuhl entstand schließlich der Bauernhof. „Wir haben entschieden, dass der Bauernhof nun als Spende an den Kindergarten in Neuerkerode gehen soll.“ Wunderbares Wirken "Hier geht es immer ein wenig kreativer zu als in einer normalen Werkstatt“, sagt Benedikt Binder, Fachanleiter der Jugendwerkstatt Tischlerei in Wolfenbüttel. Denn junge Menschen seien oft eher für schöne als für harte Arbeiten zu begeistern, sagt er lächelnd. In die Jugendwerkstatt kommen Teenager und junge Erwachsene mit besonderem Unterstützungsbedarf, mit denen Binder und seine Kollegen neue Lebens- und Arbeitsperspektiven erarbeiten. Besonders zu begeistern sind die Jugendlichen derzeit für Spritzbilder aus einer selbst gebauten Farbschleuder. „Da entstehen optisch tolle Werke. Teil einer solchen einzigartigen Sache zu sein – das ist etwas, das viele unserer Beschäftigten so nicht kennen. Es ist schön, ihnen durch unsere Arbeit ein solches Gefühl mitgeben zu können.“ Beton kann so schön sein Was brauche ich, um aus diesem grauen Pulver eine Betonmasse zu machen? Wie viel Wasser ist nötig? In welchem Gefäß mische ich alles an? Und wie wird Beton eigentlich farbig? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich Katrin Kozlowski und ihre Kollegen, wenn sie mit Neuerkerödern in der TGF Ginsterweg in Neuerkerode arbeiten. „Es geht nicht um Serienproduktion, sondern um Konzentration und Ausdauer, darum, viele kleine Arbeitsschritte kennenzulernen und zu verstehen“, sagt Kozlowski. Dass am Ende ganz wundervolle Produkte, überwiegend aus Beton, entstehen: fast Nebensache. Darunter südeuropäisch anmutende Deko- Fliesen, Schälchen, Kerzenständer. „Wenn wir die Produkte zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt in Neuerkerode verkaufen, freuen sich die Bürger, weil sie ihren Angehörigen zeigen können: Schau mal – das mache ich bei meiner Arbeit.“ Langeweile? Fehlanzeige! Als wir zum verabredeten Ort für das Fotoshooting mit Matthias Deichmann eintreffen, hat er das Setting schon komplett aufgebaut: ein liebevoll dekorierter Tisch, voll mit Eigenprodukten aus der TGF Natur und Umwelt, wo Deichmann als Fachkraft arbeitet. „Wir übernehmen zum einen die Geländepflege im Dorf Neuerkerode, kümmern uns aber auch um den Gemüseanbau und die Pflege der Schnittblumen, um die Hühnerbande und sind für die Apfelernte zuständig, damit jedes Jahr der Neuerkeröder Apfelsaft verkauft werden kann.“ Jeder Bürger hat eine Aufgabe. „Der Erste hilft beim Aufkleben der Apfelsaftetiketten, die Nächste kann Gestecke für die Weihnachtsbinderei zusammenstellen. Wir schauen auf die individuellen Fähigkeiten.“ Am Ende haben alle das Gefühl: Gemeinsam haben wir etwas geschafft. Deichmann macht seinen Job schon seit „vielen, vielen Jahren. Und es wird mir nicht langweilig.“ Kreativität ohne Grenzen In der Villa Luise in Neuerkerode ist es egal, ob mit Farbe auf Leinwand oder mit Ton gearbeitet wird: Erlaubt ist vieles – Hauptsache, es ist kreativ. In der Tagesförderung mit Schwerpunkt Kunst drücken Neuerkeröder sich aus oder nehmen an künstlerischen Prozessen teil – je nach ihren persönlichen Fähigkeiten. „Was dem Menschen gefällt und was er als Kunst empfindet, ist erstmal auch Kunst“, erklärt Sidney Köhler, Koordinator der TGF. „Die individuellen Fähigkeiten bauen wir dann gemeinsam aus.“ Er selbst wird in der Villa Luise immer wieder in Staunen versetzt – und hat auch schon ein paar Werke bei sich zu Hause hängen. „Die Menschen schaffen hier tolle Dinge“, sagt er. „Und wird die Kunst dann auch noch ausgestellt oder verkauft, erfüllt das die Künstler mit großem Stolz.“ Auf’s Huhn gekommen Reingelegt – so steht es auf den Eierkartons, die man in Neuerkerode kaufen kann. In diesen finden sich wenig überraschend: Eier. Eier von frei laufenden Hühnern – von Neuerkerödern in die Kartons sortiert und hineingelegt. Gemeinsam mit Fachkraft Johannes Popenheim kümmern sich die Bürger im Rahmen der Tagesförderung um das Neuerkeröder Hühnermobil. Füttern, Versorgung mit Trinkwasser, Eier einsammeln, Umsiedlung und neue Freiflächen schaffen – all das gehört zu ihren Aufgaben. „Die Bürger kümmern sich um lebende Tiere. Das ist eine besondere Verantwortung“, sagt Popenheim. Und: Hühner wirken sehr entspannend, hat er festgestellt. „In meiner Gruppe sind auch Bürger, die sehr aufbrausend sein können. Wenn die aber ein Huhn auf den Arm nehmen, merke ich, wie sie runterkommen und eine innere Ruhe finden.“ Haptisch eine Sensation Wenn er über das Produkt spricht, das er gemeinsam mit Menschen mit Behinderung produziert, kommt Björn Stichnothe, Standortleiter in der Abteilung Bildung und Arbeit, schnell ins Schwärmen. „Das sind sehr edle Schreibtische, fast zu 100 Prozent aus Naturmaterialien. Da steckt nordeuropäisches Holz mit drin, mattiertes Linoleum in vielen unterschiedlichen Farben, das sich ähnlich wie Leder anfühlt und verhält. Haptisch eine Sensation“, sagt er und streift mit seinen Händen einmal über die Tischplatte einer der höhenverstellbaren Schreibtische. Im Laufe des Produktionsprozesses würden die Beschäftigten die einzelnen Schritte und die besonderen Eigenschaften des Produktes kennen und lieben lernen. „Das ist immer auch ein Stück weit persönliche Weiterentwicklung und Bildung, was mich besonders freut.“ Ein Blumenstrauß an Menschen Sofas, Esstische, Stühle, Gläser, Geschirrsets aus längst vergangenen Zeiten, Bücher, CDs, DVDs, Spiele – all das und noch vieles mehr gibt es im Möbelkontor in Wolfenbüttel zu entdecken und zu kaufen. „Genau das macht unsere Beschäftigten stolz“, sagt Cristina Cellupica, die den Bereich Beschäftigungsförderung leitet. Im Möbelkontor geht es um Themen wie Abholung von Möbelspenden, Lagerung, Logistik, Dekoration, Verwaltung. Alles was zum Betrieb eines sozialen Kaufhauses nötig ist. „Es gibt Kundenkontakt und Beratung. Zu jedem verkauften Stück tragen sie einen Teil bei.“ Und ganz ehrlich schiebt Cellupica noch hinter her: „Auch ich bin mehr als stolz. Im Möbelkontor arbeiten Menschen mit Migrationshintergrund, Langzeitarbeitslose, die hier einen Motivationsschub bekommen, wir können Teilnehmenden mit Behinderung Langzeitpraktika anbieten. Durch einen so wundervollen Blumenstrauß an Menschen sind schon tolle Teams entstanden.“ Aus alt mach neu Aus Dingen, die andere Menschen wegwerfen würden, entstehen im Berufsbildungsbereich der Mehrwerk in Rautheim neue Gegenstände. Aus alten Bannern werden trendige Taschen genäht, Metallfässer zu coolen Sitzgelegenheiten aufgearbeitet und altes Holz wird zu modernen Regalen oder Palettenmöbeln. „Wir haben ziemlich freie Hand, können unsere Ideen umsetzen, uns kreativ auslassen und auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmenden eingehen“, erklärt Bildungsbegleiter Mark Napieralski. Viele Artikel wurden komplett von Menschen mit Behinderung, die hier verschiedene Tätigkeiten kennenlernen können, hergestellt. „Können sie an einem Produkt nur weniger als 50 Prozent selbst machen, stellen wir das gar nicht erst her“, so Napieralski. „Es sind einfache Arbeiten mit alten Materialien, durch die am Ende tolle Produkte im Rahmen von Upcycling entstehen und die dann neue Besitzer finden.“ Stöbern lohnt sich Den Trödelladen in Neuerkerode gibt es schon seit vielen Jahren. Neu ist jedoch, dass dieser seit Mitte des Jahres zur Tagesförderung Sonnenschein gehört. „Wir möchten mit dem Implementieren des Trödelladens in die TGF-Konzeption verschiedene sinnstiftende Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten“, sagt Martina Naber, Koordinatorin der TGF Sonnenschein. Dabei soll es etwa um die Spendenannahmen, Sortierung, Lagerarbeiten und vieles mehr gehen. Perspektivisch soll eine inklusive Beschäftigungsmöglichkeit ausgestalten werden. Mit der Bürgerin Lea steht bereits die erste Praktikantin fest. Und Naber, bekennender Vintagefan, lädt schon einmal ein: „Es gibt im Trödelladen viele Dinge, die total schön sind und in Würde altern. Stöbern lohnt sich.“ Text: Lukas Dörfler / Petra Neu // Fotos: Nina Stiller // Videos: Petra Neu Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteDankbarkeit und Freude statt Stolz
24.11.2023 Dankbarkeit und Freude statt Stolz – Glauben – Bei einem Gespräch zwischen Marita Bleich und Heike Heckmann zeigt sich: Stolz sein fällt den beiden schwer. Doch warum eigentlich? Es ist ein sonniger, schwüler Nachmittag, als Marita Bleich und Heike Heckmann sich zum Gespräch treffen. Ihre Begrüßung ist herzlich. Sie verstehen sich gut, vertreten die gleichen Werte, sind in ihrem Glauben verbunden – und sehen sich eigentlich viel zu selten. Bleich ist Pfarrerin in Neuerkerode, Heckmann Seelsorgerin und Leitung des Kirchlichen Dienstes am Marienstift. Arbeitstitel des Gespräches ist – passend zum Thema dieser Neuerkeröder Blätter – „Stolz sein auf die kleinen Dinge“. Eigentlich können beide lange über Themen aus dem Stand predigen. Doch sobald das Wort „Stolz“ fällt, zeigt sich: Diesmal ist es anders. Mit dem Wort fühlen sich beide nicht so ganz wohl. Und das hat seinen Grund. Bleich: Wenn ich über Stolz nachdenke, verspüre ich eine Blockade. Warum das so ist? Nun ja, ich bin Theologin und verbinde mit dem Begriff Stolz zunächst einmal eine der sieben Todsünden der christlichen Glaubenslehre, also eines der sieben Hauptlaster, die man meiden sollte. Heckmann: Auch bei der Frage nach „Stolz sein auf die kleinen Dinge“ sieht das bei mir ähnlich aus. Da kommt bei mir gleich die Frage auf: Bin ich selbst zuständig dafür, dass ich auf etwas stolz sein kann? Ersetze ich das Wort Stolz jedoch mit Dankbarkeit und Freude, fällt mir das wesentlich leichter. Bleich: Mit diesen Begriffen kann ich auch besser umgehen. Stolz kann auch egoistisch sein, Freude und Dankbarkeit beziehen sich hingegen oft eher auf andere. Was Gott uns gegeben hat Heckmann: Stolz hört sich so wertig an. Doch das, was ich kann, kommt nicht aus mir selbst, sondern ist in Gott begründet. Ich bin also nicht stolz auf mich, sondern eher auf Gott. Darauf, dass er jedem von uns gewisse Gaben gegeben hat – und das sind nicht nur die großen, offensichtlichen Dinge. Es sind oft die kleinen Dinge, die Gott geschaffen hat, die uns glücklich machen: ein Ausflug in die Natur oder ein freundliches Lachen. Bleich: Das stimmt absolut und doch vergisst man es so schnell. In Neuerkerode haben mich die Menschen gelehrt, achtsamer auf diese kleinen Dinge zu blicken. Hier freut man sich beispielsweise schon drei Wochen im Voraus auf seinen Geburtstag – und nicht wegen der Geschenke, sondern über die Liebe und Aufmerksamkeit, die man an diesem Tag noch einmal offensichtlicher erleben kann. Auch eine Portion Pommes, eine Currywurst oder ein nettes Gespräch sind hier Grund zur Freude. Größer als wir selbst Heckmann: Ich mache in meiner Arbeit ähnliche Erfahrungen. Sich als Mensch gesehen zu fühlen, ist unglaublich wichtig. Komme ich an das Bett eines Kranken, freut er sich darüber – über die Zuneigung oder auch einfach meinen schönen, bunten Schal oder über eine kleine mitgebrachte Blume. Und das erfüllt mich wiederum mit Freude. Da zu sein, ist eben einfach manchmal schon genug. Kleine Dinge, die aber letztlich größer sind als wir selbst. Bleich: Genau solche Dinge kommen bei den Menschen an und machen den Unterschied. Auch bei schwerstmehrfachbehinderten Menschen, bei denen manchmal nicht klar ist, wie viel sie mitbekommen, merkt man, dass Zuneigung und menschliche Wärme plötzlich ein Lächeln über das Gesicht huschen lassen. Gott wirkt da, wo ich ihn nicht vermute – wo es auch mal nur auf ein Wort ankommt. Stolz sein auf andere Geht es um Dankbarkeit und Freude, fällt Heckmann und Bleich das Reden leicht. Doch diese Begriffe bedeuten letztlich etwas anderes als Stolz. Wollen sie es nicht doch noch einmal mit diesem Begriff probieren? Und zwar nicht in Bezug auf die Todsünde, den Hochmut, sondern über den Stolz im Kleinen? Bleich: Stolz begegnet einem in Neuerkerode überall. Die Neuerkeröder sind oft stolz, gerade auch auf die kleinen Dinge. Heckmann: Auch Pflegekräfte können stolz auf sich sein, wenn sie selbst in stressigen Situationen liebevoll und wertschätzend mit den ihnen anvertrauten Menschen umgehen. In unseren beiden Seniorenzentren Bethanien und St. Vinzenz begegnen mir auch immer wieder Bewohner, die stolz darauf sind, was sie alles doch noch tun können. Bleich: Zudem kann man ja auch stolz darauf sein, was andere können – oder gerade neu gelernt haben. Stolz auf mich selbst sein, fällt mir wirklich schwer. Leichter fällt es mir jedoch zu sagen, dass ich stolz auf andere bin – oder stolz auf uns. Beispielsweise haben wir es in Neuerkerode gemeinsam hinbekommen, nach Corona die Präsenzgottesdienste wieder schnell stattfinden zu lassen. In Neuerkerode bin ich außerdem stolz auf unsere Trauerkultur. Wir haben hier noch Aussegnungen, nehmen in Ruhe und Würde Abschied und für verstorbene Bürger gibt es einen Nachruf. Das Würdevolle betrifft hier nicht nur das Leben, sondern auch den Tod. Solche Dinge dürfen uns nicht verloren gehen. Heckmann: Das kann ich für das Marienstift nur bestätigen. Hier wird ja gerade die Friedenskapelle – unser Zentrum Würde – saniert. Bei dessen Angeboten steht die Würde des Menschen im Mittelpunkt der Begegnung. An unserem eigenen Standort sowie auch an weiteren können Menschen, die in der Begleitung Kranker, Sterbender und Trauernder sind, Hilfe erfahren. Ebenso richten sich die Angebote auch an diejenigen, die Kraft tanken oder kreativ für andere unterwegs sein möchten. Die Grundlage für die christlich diakonische Arbeit in Würde baut nicht zuletzt auch auf der Arbeit unserer Diakonissen hier am Marienstift auf. Ein würdevoller und christlicher Umgang mit Menschen ist etwas ganz Besonderes und heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Darauf, dass die christlichen Werte in unserem Unternehmen auch heute noch ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit sind, können wir wirklich stolz sein. Text: Lukas Dörfler // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
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24.11.2023 Stolz? Da kommt bei mir gleich die Frage auf: Bin ich selbst zuständig dafür, dass ich auf etwas stolz sein kann? Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen. Editorial Liebe Leserin und lieber Leser, am 12. Oktober 2023 ist Schwester Dorothea, die letzte unserer Diakonissen am Marienstift, im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit Leidenschaft,... ...Disziplin und wunderbar feinem Humor hat sie unglaubliche 67 Jahre ihren Dienst versehen. Und mit Liebe. Eben diese Liebe hat sie uns in ihren letzten Lebenstagen dringlich ans Herz gelegt. Wir danken Schwester Dorothea für ihre Hingabe, ihren unermüdlichen Einsatz und für die Freude, die sie in das Leben der Menschen brachte, die sie kannten. Wie die Tradition der Diakonissen am Marienstift nun fortgeführt werden kann, wird für uns alle eine große Herausforderung sein. Und das in einer Zeit, in der die von Schwester Dorothea so hochgeschätzte Liebe unter den Menschen und in der Welt so leidvoll vermisst wird. Ihre Lebensleistung muss und wird uns Maßstab und Verpflichtung sein. „Stolz“ – das ist Titelthema dieser aktuellen Ausgabe unserer Neuerkeröder Blätter. Ich muss zugeben, dass es mir schwergefallen ist, in diesen Tagen die richtigen Worte für mein Editorial zu finden. In einer Zeit, in der Unsicherheit, Ungewissheit und Sorge unsere Wahrnehmungen bestimmen. Unlösbar erscheinen die Probleme in Deutschland, Europa und der Welt. Gleichzeitig fällt es zunehmend schwer, Haltung auch im Handeln zu zeigen. Dabei ist es nicht zuletzt mit Blick auf die politischen Herausforderungen auch in unserem Land so dringend angezeigt wie schon lange nicht mehr. Wir müssen jeder Form von menschenverachtendem Extremismus, von Antisemitismus, von Terror eine klare Absage erteilen. Unmissverständlich. Und wir müssen uns – ganz im Sinne von Schwester Dorothea – mit Liebe für eine Zukunft einsetzen, in der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit und nicht zuletzt Solidarität die bestimmenden Ideen sind. Es sind die Geschichten über und von Menschen, die sich im Sinne des zuvor Gesagten für eine bessere Welt, eine bessere Zukunft, ein besseres Miteinander stolz einsetzen. Und das macht mir dieses Thema auch und gerade in dieser Zeit hochsympathisch. Lesen Sie diese Neuerkeröder Blätter also bitte als eine Aufforderung, sich inspirieren zu lassen von dem Guten, Wertvollen und Nachhaltigen, das Ihnen begegnen wird. Und lassen Sie es in Liebe geschehen. Im Miteinander liegt das Glück! Ich wünsche Ihnen im Namen des Vorstands sowie unseres Verwaltungs- und Stiftungsrats unter der Leitung von Prof. Dr. jur. Wilhelm-Albrecht Achilles von Herzen bereits jetzt ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für ein hoffentlich friedlicheres 2024! Ihr Tobias Henkel, Vorstandsvorsitzender Neues zum Blättern Selfmade Eine Fotostrecke über Teilhabe, Weiterentwicklung und Produzentenstolz. Zur Fotostrecke Dankbarkeit und Freude statt Stolz Bei einem Gespräch zwischen Marita Bleich und Heike Heckmann zeigt sich: Stolz sein fällt den beiden schwer. Doch warum eigentlich? Zum Text Die Zeit war einfach reif Über die Arbeit der Klostergärtnerei Riddagshausen als zertifizierter Bioland-Betrieb. Zum Text Wir können uns aufeinander verlassen Dr. med. Ekkehard Möbius ist seit knapp neun Jahren Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Krankenhaus Marienstift. Zum Text Seid nicht zu stolz, Hilfe anzunehmen Sucht kann jeden treffen. Bei Anton Erhart folgte sie auf einen privaten Schicksalsschlag. Inzwischen ist er seit 27 Jahren trocken. Zum Text Ein Chor wie kein anderer Der Posaunenchor Neuerkerode ist der älteste der Landeskirche Braunschweig. Und vielleicht auch der einzigartigste. Zum Text Von der Kita zur Krippe Wie Malte Dirwehlis Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Peter und Paul vereint. Zum Text Gemeinsam mehr erreichen Die Spender der esn bleiben auch in Krisenzeiten treu. Ihre Zuwendungen ermöglichen noch mehr gesellschaftliche Teilhabe. Zum Text Reinen Tisch gemacht Über Mirko Meyer, der als Produktionshelfer auf dem Kuba Bildungscampus neue berufliche Motivation gefunden hat. Zum Text Willkommen im Mittendrin Mit der neuen Tagesförderstätte „Leo“ ist das inklusive Quartier St. Leonhard in Braunschweig komplett. Zum Text Man kann schlecht meckern Die Senioren-WG in Gamsen bietet Platz für zwölf Senioren. Hier genießen sie die optimale Mischung zwischen Selbstbestimmung, Pflege und Gemeinschaft. Zum Text So! Schön! Bürgerinnen und Bürger präsentieren ihre Lieblingsmode aus der Zweiten Liebe. Zum Text In einer Weltklasse die Welt kennenlernen Worauf bist du stolz? Diese Frage haben wir jungen Auszubildenden gestellt. Zum Text Queer Care Neue Fortbildung der esn sensibilisiert für eine passende Pflege für alle Menschen. Zum Text Nachruf In Erinnerung an unsere Diakonisse und Schwester Dorothea Wolff. Zum Text So. Schön. Nachgezählt. In dieser Ausgabe finden Sie in manchen Artikeln spannende, kuriose und bemerkenswerte Zahlen aus unserer Stiftung. Nicht gezählt wurden allerdings die Pfauen, dessen Federn unser Titelblatt schmücken. Der Redaktion sind mindestens drei Exemplare bekannt, die durch das inklusive Dorf Neuerkerode stolzieren. Kommen Sie gern vorbei und schauen, ob es vielleicht sogar vier oder fünf Pfauen sind. Die Redaktion freut sich über verifizierte Angaben :) Spendenprojekt Wünsche erfüllen Ein flauschiger Winterschal, eine Schachtel Pralinen, ein Schmusekissen, Kniestrümpfe – oft sind es ganz bescheidene Wünsche, deren Erfüllung für leuchtende Augen und ab und an sogar für Freudentränen sorgen. Es sind Wünsche, die die uns anvertrauten Menschen äußern und die wir im Rahmen unseres Projektes „Herzenswünsche“ seit Dezember 2021 in allen Einrichtungen unserer Unternehmensgruppe abfragen. Seit dem Start des Projektes konnten wir etwa 500 Herzenswünsche erfüllen. „Uns erreichen ununterbrochen neue Wünsche. Immer wieder bin ich sehr gerührt, wie bescheiden diese sind“, sagt Michael Bonsack aus der Abteilung Unternehmenskommunikation/ Fundraising, der das Spendenprojekt koordiniert und verantwortet. Vielfältige Wünsche Da sei beispielsweise die 95-jährige Bewohnerin aus Neuerkerode gewesen, die niemandem finanziell zur Last fallen und deshalb auf ihren jährlichen Ausflug nach Bad Bevensen verzichten wollte, um Geld für die eigene Beerdigung zu sparen. Dank einer Geldspende konnte sie ihren Ausflug trotzdem machen. Oder der Wunsch eines jungen Mannes aus einer Wohngruppe in Neuerkerode, dessen Herzenswunsch eine Ausfahrt mit einem Cabriolet war. Bonsack fand eine Spenderin, die ihre Zeit und ihr Cabrio zur Verfügung stellte. „Tragisch war, dass der junge Mann kurz nach der Ausfahrt stürzte und kurzzeitig im Koma lag. Herzergreifend für mich war dann der Satz, den er kurz nach dem Aufwachen zu seiner Mutter sagte: War das nicht toll in diesem Cabriolet?“ „Überwiegend Geldspenden, aber auch Zeit- und Sachspenden ermöglichen uns die Wunscherfüllungen und sorgen immer wieder für große Freude“, erklärt Michael Bonsack. Etwa dann, wenn der Wunsch nach einem Hundebesuch, einem Rucksack mit Eisenbahnmotiv, einer Trinkflasche fürs Fahrrad oder einem Filzstiftkasten aufkommt. Hoch im Kurs seien auch Ausflüge in die Natur, ins Museum oder in den Zoo, Konzert-, Stadion- und Restaurantbesuche. „Wir haben auch schon den Wunsch einer Seniorin erfüllt, die sich unbedingt einmal wieder auf Türkisch unterhalten wollte, wir haben ein Dreirad für mobilitätseingeschränkte Patienten beschafft, eine Tierarztrechnung für eine notwendige Zahnoperation für die Hauskatze einer Wohngruppe übernommen oder ein Treffen mit bekannten Fußballspielern organisiert. Die Herzenswünsche sind so vielfältig wie die uns anvertrauten Menschen.“ Jede Spende kommt an Für das Projekt Herzenswünsche sammeln wir Geld-, Sach- und Zeitspenden. Mit Einzelspenden in Höhe von 30 bis 50 Euro können wir die meisten Wünsche erfüllen. Unsere Motivation und unser Antrieb sind die strahlenden und überraschten Gesichter unserer Bürger, Bewohner, Patienten und Klienten. Schon jetzt bedanken wir uns von ganzem Herzen für Ihre Unterstützung. Wir versprechen Ihnen, dass jede Spende schnell und direkt bei den Wünschenden ankommt und dass wir deren Herzenswünsche zeitnah erfüllen. Wenn Sie möchten, können Sie Ihr Geschenk auch persönlich übergeben, sofern Sie sich für die Erfüllung eines Sachwunsches entschieden haben. Jetzt spenden Mehr News aus der esn News & Stories Events Zu den Veranstaltungen Sie möchten die Neuerkeröder Blätter und weitere Informationen aus der Unternehmensgruppe regelmäßig digital erhalten? Dann schreiben Sie uns gern eine E-Mail an: oeffentlichkeitsarbeit@neuerkerode.de
Zu der SeiteNeuerkeröder Blätter Ausgabe 118: Stolz?
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31.10.2023 Infoabend zum Thema Diagnostik und Therapie von Bauchwandbrüchen Um einen Überblick über das große Gebiet der Hernienchirurgie und die unterschiedlichen Operationstechniken zu geben, organisiert das zertifizierte Hernienzentrum im Krankenhaus Marienstift anlässlich des „Tages der Hernie“ am 9. November 2023 von 18 bis 20 Uhr eine Informationsveranstaltung Eingeweidebrüche (Hernien) sind derzeit die häufigsten chirurgischen Erkrankungen. Alleine in Deutschland werden jährlich etwa 300.000 an Bauchwandbrüchen operiert. Dr. med. Ekkehard Möbius, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie , sowie die Oberärzte Feras Salem, Dr. Magda Herrmann und Jareer Ahmad informieren über das gesamte Leistungsspektrum des Hernienzentrums und beantworten gerne alle Fragen der Teilnehmenden. „Man unterscheidet zwischen äußeren Hernien wie beispielsweise Leisten-, Schenkel- sowie Nabelbrüchen und inneren Eingeweidebrüchen wie Zwerchfellbrüchen“, erläutert Dr. med. Ekkehard Möbius. „In beiden Fällen können körperliche Beschwerden auftreten, die mitunter eine schnelle Diagnose und Operation erfordern. Bei äußeren Hernien können aber auch nur Vorwölbungen der Bauchwand sichtbar werden. Bei der operativen Versorgung von Hernien hat in vielen Bereichen das minimalinvasive Vorgehen, auch Schlüssellochtechnik genannt, die offenen Operationstechniken verdrängt. Der wesentliche Vorteil dieser Technik liegt in einem postoperativ niedrigeren Schmerzniveau sowie in einer schnelleren Genesung. Um bei der operativen Therapie ein hohes Niveau sicherzustellen, beteiligen wir uns an einer Studie, die OP-Verfahren nach fundierten wissenschaftlichen Standards festlegt und eine Qualitätserfassung durchführt.“ Organisatorische Hinweise für die Infoveranstaltung: Die Veranstaltung findet am 9. November 2023 von 18 bis 20 Uhr im Großen Saal im Marienstift statt Die Teilnahme ist kostenlos . Aufgrund der Kapazitäten wird um Anmeldung bis zum 8. November 2023 gebeten (Telefon: 0531.7011 245, E-Mail: chirurgie@marienstift-braunschweig.de ).
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