Sonne, Häppchen und ein offener Austausch
22.09.2023 Sonne, Häppchen und ein offener Austausch Fachambulanz hat zu After-Summer-Party in neuen Räumlichkeiten am Exer in Wolfenbüttel eingeladen. Einrichtungsleiterin Jessica Konik zog ein positives Fazit nach der After-Summer-Party in der Fachambulanz Wolfenbüttel der Lukas-Werk Gesundheitsdienste. „Schön, dass die Gäste unserer Einladung gefolgt sind!" Die Fachambulanz hatte die kleine After-Summer-Party veranstaltet, weil hinter ihr herausfordernde Zeiten lagen. Neben Corona und steigenden Kosten in Folge des Ukraine-Krieges gab es im vergangenen Sommer ein verheerendes Feuer im früheren Gebäude der Fachambulanz. „Inzwischen haben wir neue wunderschöne Räume auf dem Bildungscampus am Exer in Wolfenbüttel bezogen, die wir nun Kooperationspartnern sowie allen Interessierten vorstellen konnten." Und so begüßte Jessica Konik ihre Gäste bei bestem Sommerwetter vor dem neuen Eingang, Kolleg:innen der Fachambulanz Wolfenbüttel stellten die Bereiche betriebliche Suchtprävention, ABW (Assistenz beim Wohnen), Ambulante Reha, Beratung und Prävention, sowie das Café Clara, vor. Auch Freundeskreis stellte sich vor Während der After-Summer-Party informierten neben den Fachleuten des Lukas-Werkes auch Vertreter:innen des Freundeskreises über ihre Angebote der Selbsthilfe, die sie in den Räumlichkeiten der Fachambulanz Wolfenbüttel machen. „Das Lukas-Werk arbeitet eng mit dem Freundeskreis zusammen. Deren Gesprächsgruppen sowie Freizeitangebote sind für Betroffene besonders wichtig, um nach der Therapie im Austausch zu bleiben – ein Baustein, damit die Abstinenz aufrechterhalten werden kann“, erläutert Jessica Konik. Infos zu betrieblicher Suchtprävention, ABW, Café Clara u.v.m. Alls das und einen offenen Austausch gab es unter anderem bei einem kleinen Rundgang durch die neuen Räumlichkeiten, bei Häppchen, Schorle und Kaffee. Überall hatten die Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Die Themen: Selbsthilfe, betriebliche Suchtprävention, ABW, Café Clara, Ambulante Reha, Beratung und Prävention. "Es war ein gelungener Nachmittag in guter Atmosphäre und mit guten Gesprächen“, so Konik.
Zu der SeiteNeuerkerode feierte Familiengottesdienst
21.09.2023 Gottesdienst und geselliges Beisammensein Anlässlich des 155-jährigen Stiftungsgeburtstags wurde ein Familiengottesdienst gefeiert. Pastorin Marita Bleich lud Bürger:innen, Angehörige und Freunde der Stiftung in die Peter-und-Paul-Kirche ein. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde mit Kaffee und Snacks weitergefeiert. So empfingen Mitglieder der anderen Gemeinden die Gottesdienstbesucher:innen mit 155 liebevoll gebackenen und verzierten Muffins auf dem Kastanienhof. Vielen Dank an alle Unterstützer:innen.
Zu der SeiteFachtag zu Thema Glücksspielsucht in der Fachambulanz
22.09.2023 Fachtag zu Thema Glücksspielsucht in der Fachambulanz Goslar Welche Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Menschen mit einem pathologischen Glücksspielverhalten? Welche Begleiterscheinungen- und –Erkrankungen treten häufig in Zusammenhang mit einer Glücksspielsucht auf? Warum ist der Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen so wichtig? Fragen wie diese werden auf dem Fachtag Glücksspielsucht erläutert, den die Fachambulanz Goslar der Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH am 11. Oktober 2023 veranstaltet. „Die Relevanz des Themas ist groß. Laut Bundesgesundheitsministerium weisen gut 500.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren ein problematisches oder sogar pathologisches Glücksspielverhalten auf“, sagt Holger Baumann, Leiter der Fachambulanz Goslar. Der Fachtag richtet sich insbesondere an Fachpublikum sowie auch Ärztinnen und Ärzte. Unter anderem wird es einen Vortrag von Dr. med Heike Hinz, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Suchtmedizinerin, Diplom-Psychologin sowie Chefärztin der Median Klinik Richelsdorf geben. „Im weiteren Verlauf des Fachtags stehen verschiedene Workshops auf dem Programm“, so Holger Baumann. Für die Teilnahme an dem Fachtag erhalten Ärzte sechs Fortbildungspunkte bei der Ärztekammer Niedersachsen. Programm und Anmeldung Fachtag Glücksspielsucht Eine Anmeldung für den Fachtag Glücksspielsucht ist noch bis zum 03. Oktober 2023 möglich. Bitte nutzen Sie dafür dieses Anmeldeformular und senden es an folgende E-Mailadresse: anmeldungfachtag.gluecksspiel@lukas-werk.de Für weitere Informationen steht Ihnen die Fachambulanz Goslar gern telefonisch (05321 358 85- 00) oder per E-Mail ( fa-goslar@lukas-werk.de ) zur Verfügung. PROGRAMM 10:00 - 10:30 Uhr Ankunft und Stehcafé mit Snacks und Gesprächen 10:30 - 10:45 Uhr Offizieller Beginn mit Begrüßung durch Frau Bosse und Frau Gunder, kurze Einführung durch Herrn Baumann {Einrichtungsleiter) 10:45 - 13:00 Uhr Vortrag von Frau Dr. med. Heike Hinz, Dipl. Psych., Chefärztin der MEDIAN Klinik Richelsdorf, Fachärz tin für Psychosomatik und Psychotherapie, Fachärz tin für Allgemeinmedizin, Zusatztitel Sozialmedizin und Suchtmedizin, Diplom-Psychologin) mit einer kleinen Pause zwischendurch. 13:00 - 14:00 Uhr Mittagspause mit Imbiss 14:00 - 15:30 Uhr Workshops 1. Beratung von Menschen mit einem pathologischen Glücksspielverhalten // Referentin: Katja Bosse, Dipl. Soz.päd./Sozialarbeiterin des Lukas-Wer kes in Goslar (im Team des Projektes Prävention und Beratung Glücks spielsucht des Landes Niedersachsen) 2. Austausch mit Betroffenen/Erfahrungen aus der Selbsthilfe // Referent: Marc Kröter 3. Komorbidität bei Spieler:innen // Referentin: Dr. Heike Hinz, Chefärztin der MEDIAN Klinik Richelsdorf 4. Attributionsstile // Referent: Christian Horn, Sozialarbeiter des Lukas-Werkes Braun schweig (im Team des Projektes Prävention und Beratung Glücksspiel sucht des Landes Niedersachsen) Austausch und Abschlussrunde
Zu der SeiteAktionswoche: Bürger:innen gehen auf Zeitreisen
19.09.2023 Buntes Programm zusammengestellt Wie lebte es sich in der Vergangenheit? Was wünsche ich mir für die Zukunft? Wie nehme ich Neuerkerode aktuell wahr? Antworten auf diese und viele weitere Fragen soll die Aktionswoche der Bürgervertretung geben. Dabei geht es um Reflexion, Austausch, Mitbestimmung, Informationen, Ideen und natürlich auch um eine Menge Spaß – rund um das inklusive Dorf und seine Bürger:innen. Zur Auftaktveranstaltung, an der unter anderem WuB-Geschäftsführung Marcus Eckhoff und esn-Vorsitzender Tobias Henkel teilnahmen, lud die Musikpädagogik zu einer musikalischen Zeitreise in die 1970er-Jahre ein. In den kommenden Tagen stehen ein Zukunfts-Workshop auf dem Programm, eine Fotosafari, eine historische Dorfführung, Karaoke, Mitmach-Parcours und viele weitere Aktionen. Die am gestrigen Montag gestartete Woche erfolgt in Kooperation mit der Wohnen und Betreuen GmbH (WuB) Unterstützt wird die Aktionswoche unter anderem von der Freizeitpädagogik, dem kirchlichen Dienst sowie dem Bereich Bildung und Beratung.
Zu der SeiteTagespflege Langelsheim
15.09.2023 Das macht die Tagespflege Langelsheim so besonders Die neue Tagespflege der Diakoniestation Nordharz stellt sich in einem Video vor. Nachdem die DRK Goslar Pflege und Senioren GmbH insolvent ging, sprangen die Diakoniestationen Harz-Heide ein, übernahmen die Tagespflege Langelsheim und Vienenburg sowie die ambulanten Dienste. Sie gehören nun zu der Diakoniestation Nordharz. So konnte nicht nur die Pflege der zu versorgenden Menschen gewährleistet, sondern auch die Arbeitsplätze der knapp 70 Mitarbeitenden gerettet werden. Vergangene Woche hat sich bereits die Tagespflege Vienenburg vorgestellt. Nun lädt Pflegedienstleitung Sandra Mochmann virtuell in die Tagespflege Langelsheim ein. Informationen und Kontaktmöglichkeiten Unsere Tagespflege ist ein Angebot für Menschen, die tagsüber Betreuung und Pflege benötigen, bei denen eine stationäre Versorgung jedoch noch nicht notwendig ist. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Tagespflege-Einrichtungen und die jeweiligen Kontaktdaten. Mehr Infos zur Tagespflege
Zu der SeiteSo. schön. Apfelfest.
14.09.2023 So. schön. Apfelfest. Anlässlich des 155-jährigen Bestehens der esn haben Bürger:innen, Mitarbeitende und Besucher:innen im Dorf Neuerkerode gefeiert, gemeinsam Äpfel gepflückt und einen schönen Nachmittag mit vielen Leckereien verbracht. „Viel Glück und viel Segen...“ schallte es am Mittwoch vor der Kirche in Neuerkerode. Mit einem Kanon hatten dort am Nachmittag Bürger:innen, Mitarbeitende und Besucher:innen das Apfelfest begonnen und der Stiftung damit zum 155. Geburtstag gratuliert. „Wenn sich damals nicht drei Menschen dafür engagiert hätten, einen Ort zum Leben für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, hätte es dieses schöne Dorf und die inzwischen sehr groß gewordene Unternehmensgruppe nicht gegeben“, sagte der Geschäftsführer der Wohnen und Betreuen Marcus Eckhoff und erinnerte an Neuerkerodes Gründungsmitglieder Gustav Stutzer, Luise Löbbecke und Dr. Oswald Berkhan. Gemeinsam Äpfel plücken Nach dem Kanon und kurzen Ansprachen ging es dann für alle, die wollten, an die Apfelernte. Bis 16 Uhr bestand die Möglichkeit, an diversen Standorten im inklusiven Dorf Neuerkerode Äpfel zu pflücken. Schnell purzelte das Obst in die Eimer und Handwagen, so dass im Rahmen der Tagesförderung schon bald wieder der leckere Apfelsaft aus Neuerkerode abgefüllt werden kann. Gemeinsam feiern Wer bei der Apfelernte half, erhielt neben der Einladung zu Kaffee und Apfelkuchen einen Gutschein für Kartoffelpuffer mit Apfelmus sowie Apfel-Limonade und für ein Glas Apfelchutney oder Apfelgelee – Produkte, die extra für das Fest von mit Menschen mit Behinderung hergestellt wurden. Darüber hinaus konnten Interessierte an Dorfführungen teilnehmen, Kinder tobten sich auf der Hüpfburg aus, Besucher:innen folgten der Einladung auf ein Heißgetränk oder ein Stück Kuchen und lauschten dabei den Tönen der Neuerkeröder Musikpädagogik, die extra für das Fest bekannte Schlager und Volkslieder umgedichtet haben und somit Lieder wie „Es gibt kein Saft auf Hawai“ oder "Mein kleiner grüner Apfel" zum Besten gaben . Gedenk-Andacht für Rüdiger Becker „Das das war gestern ein schönes Fest zum 155. Geburtstag“, sagte auch Neuerkerode Pastorin Marita Bleich. Ein Fest, auf dem sich viele fröhliche Bürgerinnen, Bürger und Mitarbeitende begegnet seien. So viel Freude und Lachen. Da störte auch das bisschen Regen nicht. „Ich habe gestern immer wieder gedacht: Das hätte Rüdiger Becker so richtig gut gefallen“, so Bleich weiter. Heute denke sie daran, dass sich am 14. September der Tag zum zweiten Mal jährt, an dem der ehemalige Vorstandsvorsitzende und Direktor der esn Rüdiger Becker gestorben ist. „Vielen von uns, mich eingeschlossen, fehlt Pastor Becker immer noch sehr. Das haben mir in den letzten Tagen Bürgerinnen und Bürger immer wieder erzählt.“ Gemeinsam mit Beckers Nachfolge Tobias Henkel lädt Marita Bleich heute um 17 Uhr zu einer Gedenk- Andacht in die Peter und Paul Kirche ein. „Wir wollen uns erinnern. Wir wollen erzählen. Wir wollen miteinander singen und beten.“
Zu der SeiteUnterwegs mit… Ilka Schindler
19.09.2023 Wir wollen gemeinsam unsere Klient:innen für den Alltag wappnen Unterwegs mit… Ilka Schindler, die seit mehr als 18 Jahren im Lukas-Werk arbeitet und seit zwei Jahren die Fachambulanz in Braunschweig leitet. Ilka Schindler weiß sehr genau, was sie an ihrem Job liebt: „Es ist großartig, Menschen begleiten, ihre Situation verbessern und ihr Leben in eine positive Richtung lenken zu können.“ Seit mehr als 18 Jahren ist sie inzwischen Teil des Lukas-Werks und arbeitet dort mit suchtkranken Menschen. Seit rund zweieinhalb Jahren leitet sie die Fachambulanz im neu entstandenen inklusiven Quartier St. Leonhard in Braunschweig. „Die Arbeit in der Fachambulanz ist sehr vielfältig“, sagt Schindler. Die Suchtexpert:innen dort behandeln in Einzel- und Gruppentherapien Betroffene, beraten auch Angehörige, führen Präventionsangebote für Schulen, Betriebe und andere Einrichtungen durch und informieren zu den Themen Alkohol, Medikamente, Nikotin, illegale Drogen, aber auch Glücksspiel und Medienabhängigkeit. Im Rahmen der Assistenzleistungen (Ambulant betreutes Wohnen) stehen darüber hinaus regelmäßig Hausbesuche bei Klient:innen an. „Ich sage immer, das ist ein Blick einmal quer durch die Bevölkerung. Denn Sucht kann wirklich jeden und jede treffen. Jeder kennt jemanden, der zu viel trinkt. Nicht nur Alkohol wird inzwischen häufig in Kombination mit anderen Suchtmitteln mindestens missbräuchlich konsumiert.“ Start als Sozialarbeiterin In der Fachambulanz in Braunschweig führt Ilka Schindler insgesamt zwölf Mitarbeitende. „Wir sind eine bunte Mischung aus Sozialarbeiter:innen, Suchttherapeut:innen, Ärzten und Psycholog:innen sowie Verwaltungsfachangestellten.“ Die gemeinsame Herausforderung in der täglichen Arbeit: „Wir wollen unsere Klient:innen wappnen, damit sie sämtlichen Triggern im Alltag widerstehen.“ Und davon gebe es unendlich viele, so Schindler. Ihre Laufbahn im Lukas-Werk startete die 42-Jährige in der Fachambulanz in Goslar als ausgebildete Sozialarbeiterin. „Dort hatte ich eine halbe Stelle im Bereich Suchtprävention.“ Mit einem Lächeln im Gesicht erinnert sie sich an ihre erste Veranstaltung in einer Schule damals. „Ich war gerade zwei Wochen im Dienst und ging davon aus, dass ich im kleinen Kreis mit ein paar Lehrkräften spreche. Und dann war der Raum gefüllt mit 90 Pädagog:innen, die einen Vortrag zum Thema Cannabis erwarteten. Da war ich dann doch etwas nervös.“ Offenbar machte Schindler ihre Sache gut. Zehn Jahre blieb sie in der Fachambulanz in Goslar, machte währenddessen bereits viele Fortbildungen im Bereich Suchthilfe. Ausbildung zur Systemischen Therapeutin (VdR) Das Lukas-Werk bietet in Südostniedersachsen ein flächendeckendes Netzwerk spezialisierter Gesundheitsdienstleistungen und individuelle Leistungen im Bereich Suchthilfe, Psychosomatik und Inklusive Medizin. Und so ergab sich für Ilka Schindler, nachdem sie Kinder bekam, die Möglichkeit, nach Braunschweig zu wechseln. „Dort habe ich im Sozialdienst für die Reha-Tagesklinik für Abhängigkeitserkrankungen und die Fachambulanz im Bereich Beratung gearbeitet.“ Darüber hinaus absolviert Schindler zwei therapeutische Zusatzausbildungen, darunter jene zur Suchttherapeutin (VdR), die es ihr ermöglicht, in der ambulanten Suchttherapie tätig zu sein. „Ich wollte das therapeutische Arbeiten und Beratung und Begleitung in dieser Form, weil mich die Themen hinter einer Sucht interessieren und dann natürlich die Mechanismen, die helfen, diese zu bewältigen.“ Als Führungskraft habe sie jetzt immer auch einen nicht unerheblichen Anteil an bürokratischen Tätigkeiten, die in ihren Aufgabenbereich fallen, so Schindler weiter. „Aber mir ist es dennoch wichtig, auch weiterhin mit Menschen zu arbeiten. Und das lässt sich in der Fachambulanz in Braunschweig gut kombinieren.“ Und so leitet Ilka Schindler etwa Gruppentherapien, führt auch Aufnahme- und regelmäßige Einzelgespräche mit Klient:innen. Bei allen Unterschieden hätten diese oft auch etwas gemeinsam, stellt Schindler nach 18 Jahren im Lukas-Werk fest: „Wenn Sie den Weg zu uns gefunden haben, wollen sie etwas ändern. Manchmal werden sie geschickt, von dem Partner, einem Freund oder auch vom Arbeitgeber. Aber wir bemerken, dass fast alle ein Interesse daran haben, etwas zu ändern. Damit sie sich besser fühlen und nicht mehr verkatert aufwachen, damit sie ihren Job behalten, oder ihre Ehe nicht zerbricht.“ Eine Eigenmotivation, die sehr hilft. Der erste schwere Schritt Was es für ihren Job braucht? Schindler muss nicht lange überlegen: „Empathie, aktives Zuhören, Nachfragen, Wertfreiheit. Wir wissen, dass der erste Schritt in unsere Beratungsstelle der schwierigste ist für Betroffene und Angehörige.“ Deshalb stellt Schindler sich auf jede:n Klient:in individuell ein und bietet ihnen immer die Möglichkeit, in ihrem Tempo anzukommen und dann in die Zukunft zu denken. Wo stehe ich? Was soll sich ändern? Welche Träume und Wünsche habe ich? „Daran gemeinsam zu arbeiten. Das motiviert mich immer wieder.“ Über das Lukas-Werk Das Lukas-Werk bietet in Südostniedersachsen ein flächendeckendes Netzwerk spezialisierter Gesundheitsdienstleistungen. In sechs Fachambulanzen, zwei Reha-Tageskliniken und einer stationären Reha-Fachklinik beraten, behandeln und betreuen wir im Bereich Suchthilfe. Mit der Reha-Tagesklinik Psychosomatik im Rehabilitationszentrum St. Leonhard in Braunschweig erweitern wir unser Leistungsspektrum um ein ganzheitliches, wohnortnahes Behandlungsangebot für Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Mehr Infos
Zu der SeiteDorpfplatz-Bühne
Dorfplatz-Bühne in Neuerkerode DACH ÜBER DEM KOPF Bei der Nutzung unserer vorhandenen Bühne sind wir derzeit immer vom Wetter abhängig. Die Vorbereitung der Bühne stellt uns jedes Mal vor größere Herausforderungen, ist kostenaufwendig und sehr zeitintensiv. Aktuell besteht unser Wetter- und Witterungsschutz aus zusätzlich aufgestellten Zelten. Der direkte Zugang zur Bühne ist nur über drei Stufen möglich – für viele Menschen eine Barriere, ein echtes Hindernis. Eine für unsere Dorfbühne im Freien geeignete Dachkonstruktion und eine barrierefreie Zugangsrampe stehen ganz oben auf unserer Wunschliste. Im Zuge dieser notwendigen Baumaßnahmen werden wir zeitgleich die Wünsche „Beleuchtung“ und „Bühnenbodenbelag“ erfüllen. Wir schaffen damit die Voraussetzungen für eine optimale Nutzung der Bühne für Bürger und Gäste. BÜHNE DER BEGEGNUNG Viele Bürger aus Neuerkerode stehen selbst gern im Mittelpunkt des Geschehens − auf der Bühne. Auf dem Dorfplatz treffen sich Tanzgruppen, Musikkreise, Gitarrengruppen, Trommelgruppen, Karaoke-Clubs. Auf der Bühne finden Generalproben statt, werden Musicals aufgeführt, treten Künstler auf, werden Gottesdienste abgehalten, Ansprachen und Klönschnack gehalten. Mit unserem Vorhaben nutzen wir vorhandene Bausubstanz, gestalten das Dorfzentrum um, schaffen einen zusätzlich geschützten Raum und damit einen weiteren Ort der Begegnung. Einen Ort für das inklusive Miteinander, denn im Miteinander liegt das Glück. Bitte Javascript aktivieren Dauerhaft spenden Unser Spendenkonto IBAN: DE55 5206 0410 0100 6003 34 BIC: GENODEF1EK1 Kreditinstitut: Evangelische Bank Verwendungszweck: (Bitte geben Sie den Namen des Projekts oder Bereichs an. Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, tragen Sie hier bitte auch Ihre Anschrift ein. Neben einer persönlichen Beratung und Information über unsere Spendenprojekte, können Sie die Arbeit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode auch schnell und direkt mit einer Geldspende unterstützen. Ob Privatperson oder Unternehmen, jeder Euro hilft: Mit Ihrer Spende in Form einer einmaligen Zahlung, einer Einzugsermächtigung oder eines Dauerauftrages helfen Sie uns, Menschen zu helfen. Spendenanfragen: spenden@neuerkerode.de Kontakt
Zu der SeiteSchüler:innen haben besonderen Auftrag
11.09.2023 Unsere Schüler:innen haben einen besonderen Auftrag Fachschule Heilerziehungspflege hat großen Thementag zu Extremismus und Verschwörung durchgeführt. Beeindruckt zeigte sich Susanne Becker, Lehrkraft an der Fachschule Heilerziehungspflege in Neuerkerode, nach diesem außergewöhnlichen Unterrichtstag: „Demokratie bekommt man nicht geschenkt! Uns allen ist deutlich geworden, dass wir uns bewegen und engagieren müssen: Demokratie strengt nämlich auch ein bisschen an, einfache Lösungen gibt es in dieser komplexen Welt mit ihren massiven Herausforderungen schön längst nicht mehr. Gibt es einen besseren Ort dafür, als gemeinsam in unserer Fachschule damit loszugehen?“ Anlass für dieses Fazit war ein großer Thementag, der sich mit Extremismus und Verschwörung beschäftigte und den die Fachschule in den Räumen des Braunschweiger LOT-Theaters im neuen Quartier St. Leonhard organisiert hatte. Erstmals nach der Corona-Pandemie konnte wieder ein solcher Thementag mit allen drei aktuellen HEP-Jahrgänge veranstaltet werden. „Wir sind sehr dankbar, dass wir diese außerschulische Unterrichtseinheit nun endlich wieder durchführen konnten und uns der Vorstand der esn dabei unterstützt hat, so dass ein qualitativ hochwertiger Fachtag daraus wurde“, so Becker. Über Reichsbewegte und Querdenker Mit Andreas Speit konnte ein kompetenter Referent aus Hamburg gewonnen werden. „Der Journalist stelle zum Start des Tages eine aktuelle Landkarte der neuen Mischszene zwischen AfD, Reichsbewegten und Querdenkenden vor“, berichtet Schulleiterin Annegret Jäkel. Nach erschreckenden Zahlen, von ihm recherchierten Ereignissen und seiner Darstellung der unglaublichen Vernetzung dieser Gruppierungen sei die Dringlichkeit der Thematik sofort deutlich geworden und „ließ uns alle ein bisschen nach Luft schnappen.“ Wie umgehen mit Verschwörungstheoretikern? Mit Kim-Lisa Becker vom Interdisziplinären Zentrum für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung e.V. (IZRD e.V.) wurden Verschwörungserzählungen beleuchtet. In der Beratungsstelle des Berliner Vereins laufen viele Anfragen von Menschen auf, die in ihrem Umfeld Freunde oder Angehörige erleben, die immer mehr den Kontakt zur Realität verlieren. „Im Vortrag ging es etwa darum, was Menschen triggert und warum sie Verschwörungstheorien anheimfallen“, erläutert Susanne Becker. Auch der Unterschied zwischen Verschwörungstheorien, – Erzählungen und –Ideologien sei verdeutlicht worden. „Spannend waren auch die Tipps der Referentin, wie wir mit diesen Menschen umgehen sollten. Wesentlich ist es nach ihren Angaben, sie nicht abzuwerten, sondern in ein sachliches Gespräch zu kommen, sie also ernst zu nehmen.“ Nach einer Mittagspause mit leckerem Büffet in den schönen neuen Räumen des LOT- Theaters bildete der Vortrag von Daniel Rutten und Thorben Lehners von der Beratungsstelle beRATen e. V. aus Hannover den Abschluss. Sie gaben einen Überblick über ihre Präventionsarbeit mit Blick auf neo-salafistische Radikalisierung. Sprachfähig werden, sprachfähig bleiben Im Nachgang habe es aus der Schülerschaft heraus den Wunsch gegeben, solche außerschulischen Thementage häufiger zu veranstalten, so Lehrkraft Becker. „Viele sind schon sehr gut informiert, zeigen aber auch ein tiefergehendes Interesse. Das freut uns sehr.“ Zum einen, weil die Fachschule Heilerziehungspflege ihren Titel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ sehr ernst nehme. „Aber auch, weil wir glauben, dass unsere Schülerinnen und Schüler einen besonderen Auftrag haben. Sie arbeiten mit Menschen mit Beeinträchtigung. Und wir glauben – auch mit Blick auf die Geschichte des Dorfes Neuerkerode – dass für die Arbeit hier ein gewisses politisches Grundverständnis da sein muss. Denn nur wenn unsere Schülerinnen und Schüler auch Argumente haben, sprachfähig werden und bleiben, können Sie Flagge zeigen und sich dort, wo es nötig ist einsetzen.“ HEP-Stimmen zum Thementag „Der Vortrag über die AfD und die Reichsbürger war sehr spannend. Beeindruckend wie die Vernetzung solcher Organisationen ist und aus wie vielen Bereichen Menschen dort involviert sind.“ Tim, HEP 46 „Es war ein sehr informativer Austausch mit interessanten Themen. Die Referenten strahlten mit viel fachlicher und didaktischer Kompetenz. Auch sehr schön, fand ich die Stimmung unter den verschiedenen Klassen und das gemeinsame leckere Mittagessen.“ Mika, HEP 46 „Fundamentale und extremistische Ansichten und Bestrebungen haben oft einen gemeinsamen Ursprung in unerfüllten Bedürfnissen. Das war meine Erkenntnis.“ Keno, HEP 46 „Beim Thema Verschwörungserzählungen fand ich sehr gut, dass die Dozentin so differenziert war und das Thema psychologisch erklärt hat. Auch ein guter Bezug zu unserer Arbeit.“ Tarik, HEP 46 „Ich habe bei dem Salafismus-Vortrag viel gelernt und von Sachen erfahren, die ich noch nicht wusste.“ Daniel, HEP 46 „Einzelne Aspekte wie der Unterschied zwischen Verschwörungstheorien und Verschwörungserzählungen wurden verständlich rübergebracht. Informativ war vor allem der Vortrag zur Vernetzung der AfD und Rechtsextremisten und wie viele Gruppen es doch gibt.“ Malin, HEP 46 Mit Veranstaltungen, Aktionen und Thementagen wie diesem im Quartier St. Leonhard in Braunschweig möchte die Fachschule Heilerziehungspflege ein aktives Zeichen gegen Hass und Hetze setzen. Die Fachschule ist darüber hinaus Mitglied im Netzwerk „Schulen ohne Rassismus - Schule mit Courage“ Mehr Infos zur Ausbildung
Zu der SeiteIn Liebe losgelassen
06.09.2023 In Liebe losgelassen Inka Schlaak, Tochter einer alkoholkranken Mutter, leitet seit 15 Jahren ehrenamtlich eine Angehörigengruppe in der Lukas-Werk Fachambulanz Braunschweig. „Glücklicherweise habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter.“ Inka Schlaak sagt diesen Satz über ihre Mutter, die nur wenige Kilometer entfernt von ihr lebt, entschlossen und lächelt dabei. „Ich habe gelernt, in Liebe loszulassen“, erklärt die 55-Jährige. Das war vor gut zwölf Jahren. Lange sehnte sie sich nach der Anerkennung der Mutter. Stattdessen hörte sie schon als 5- Jährige: Du bist an allem Schuld. Schlaaks Mutter ist damals bereits alkoholabhängig, geht mit Fahne zu Elternabenden, macht alles und jeden schlecht. Später, als es schlimmer wird, rennt sie „völlig zugeschossen“, fast nackt durchs Dorf. Die kleine Inka will am liebsten unsichtbar sein. Schulfreunde lädt sie nicht zu sich ein. „Ich wusste ja nie, in welchem Zustand meine Mutter ist.“ Einziger Zufluchtsort ist das Haus der Großmutter, in dem sie Liebe und Geborgenheit findet. Schlaaks Mutter lässt sich jahrelang nicht helfen, lehnt jegliche Therapie ab. Als Inka Schlaak mit 18 Jahren auszieht, beginnt der Telefonterror der Mutter. Zu jeder Tages- und Nachtzeit: Gezeter, Degradierungen, Vorwürfe. Schlaak bekommt Angstzustände. Mama, Du brauchst Hilfe. Tochter Michelle sagt mit neun Jahren: „Mama, du brauchst Hilfe.“ So kommt Schlaak zum Lukas-Werk. „Das war mein großes Glück“. In der Angehörigengruppe in der Fachambulanz Braunschweig des Lukas-Werks merkt sie: sie ist nicht allein. In vielen mühevollen Etappen lernt sie, mit ihrer Mutter umzugehen. „Für mich war der richtige Weg die vollkommene Loslösung. Ohne Vorwürfe, sondern in Liebe. “ Keinen Kontakt – das bedeutete vor allem, keinen Telefonterror mehr. „Ich wollte diese Anrufe nicht, fand aber nie die passenden Worte, um meiner Mutter das zu sagen.“ Gemeinsam mit ihrer Therapeutin schreibt sie im Lukas-Werk Sätze auf, findet schließlich den Tonfall. „Als ich die Worte endlich am Telefon aussprach, fiel ein ganz großer Berg von mir ab.“ Bei jedem Anruf ihrer betrunkenen Mutter wiederholt Schlaak das eingeübte Wortkonstrukt und legt danach auf. Irgendwann klingelt das Telefon nicht mehr. Brücke in die Vergangenheit Irgendwann klingelt das Telefon nicht mehr. Seitdem empfindet sie ihr Leben als „glückliches Gesamtpaket“ und meint damit ihren Mann, mit dem sie gemeinsam im Verein tanzt, ihre Aufgabe als Schießsportleiterin, ihre mittlerweile 29-jährige Tochter, „die ganz großartig ist“, ihr Engagement als Heimatpflegerin in Rüningen, den Sitz im Bezirksrat Südwest, den Vorsitze in der Bürgergemeinschaft Rüningen (BGR), und sowie die Leitung der Angehörigengruppe, einer Selbsthilfegruppe des Braunschweiger Freundeskreises, die in den Räumlichkeiten der Lukas-Werk Fachambulanz in Braunschweig Angebote macht. „Die Schulfreunde, die ich als Kind nicht hatte, habe ich genau in dem Moment wiedergefunden, als ich meine Mutter losließ.“ Drei ehemalige Mitschülerinnen aus der Grundschule gehen nun mit ihr schon viel länger – 20 Jahre lang – durch das Leben, als es die Schulzeit je hergegeben hätte. Unscheinbar, fast versteckt stand viele Jahre lang in einer Ecke ihres Wohnzimmers eine 3-Liter-Weinbrand-Flasche, die einst ihre Mutter auf dem heimischen Sofa liegend geleert hat. Schlaak trug sie seit ihrem Auszug zunächst mit sich. Eine Brücke in die Vergangenheit. „Die brauch ich schon lange nicht mehr“, sagt sie. Das darin gesammelte Kleingeld schenkte sie irgendwann ihrer Tochter. Die Flasche ist entsorgt. „Weil ich gelernt habe, in Liebe loszulassen. Denn nur wenn ich mich ändere, ändert sich was.“ Freundeskreise im Lukas-Werk: ein offenes Forum für alle Die 20 Freundeskreise an allen Standorten des Lukas-Werks sind Selbsthilfegruppen mit mehr als 1.000 Mitgliedern. Darunter Betroffene, die sich entschlossen haben, suchtmittelfrei zu leben sowie Angehörigenselbsthilfegruppen, die dem Umfeld von Betroffenen unterstützend zur Seite stehen. Schritt für Schritt begleiten sie mit ihren eigenen Erfahrungen andere Suchtgefährdete und -kranke auf dem Weg in ein Leben frei von Suchtmitteln und bieten Angehörigen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch und Gespräch. Dabei freuen sich die Freundeskreise über neue Mitglieder. Kontakt
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