Die esn beim Tag der Niedersachsen
11.06.2026 Die esn beim Tag der Niedersachsen An mehreren Ständen stellen sich Gesellschaften der esn vor. Außerdem tritt die inklusive Band Rockmix auf. Der Tag der Niedersachsen wird an diesem Wochenende zahlreiche Menschen nach Braunschweig locken. Da darf die esn (Evangelische Stiftung Neuerkerode) als großer sozialer Unternehmensverbund natürlich nicht fehlen. Gleich mit mehreren Ständen und einem Auftritt der inklusiven Band Rockmix wird die esn vertreten sein. Das Event findet von Freitag, 12. Juni 2026, bis Sonntag, 14. Juni 2026, in Braunschweig statt. Neben zahlreichen Ständen wird auf vielen Bühnen ein buntes Programm geboten. Die inklusive Band Rockmix aus Neuerkerode wird direkt am ersten Tag die Stimmung anheizen: Sie treten am Freitag von 17 bis 17.45 Uhr auf der Stage of Lions im Steinweg auf. Der Unternehmensverbund der esn Der esn-Unternehmensverbund ist an diesem Wochenende auf der Meile der Kirchen und Religionsgemeinschaften vertreten. Der Stand befindet sich direkt vor der Magnikirche. Unter dem Motto „Bunt. Bunter. Feelfalt.“ werden die Angebote der esn vorgestellt. Auf einem großen Banner können die Standorte von Besucher:innen entdeckt werden. Zudem wird Beratung rund um die Themen der esn angeboten und zu Gesprächen eingeladen – hier unterstützen unter anderem Ehrenamtliche und Mitarbeitende aus dem diakonischen Dienst der esn. Außerdem sind Mitmachaktionen geplant: Für Kinder gibt es unter anderem die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen – beispielsweise beim Bemalen von Muscheln und Steinen. Ein Gewinnspiel, bei dem Beachballspiele und Gutscheine gewonnen werden können, ist ebenfalls Teil des Programms. Die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen Auch die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen ist Teil des Tags der Niedersachsen: Ihr Stand befindet sich auf der Braunschweig-Meile hinter dem Dom. Der Bereich Arbeit und Beschäftigung stellt sich hier vor, unter anderem das NABU-Projekt der Tagesförderung Natur und Umwelt, den Second-Hand-Kleiderladen Zweite Liebe und die Hühnerbande. Der Berufsbildungsbereich informiert außerdem über sein Angebot. Hier gibt es ebenfalls eine Mitmachaktion: Kleine Holzplättchen in Post-it-Größe können mit verschiedenen nicht mehr benötigten Materialien gestaltet werden. Die kleinen Bilder werden anschließend zu einem großen Bild zusammengesetzt. Dies wird nach dem Tag der Niedersachsen im Café Kreuzgang ausgestellt. Ein schönes Zeichen für mehr Nachhaltigkeit! Wer ein Holzplättchen gestaltet hat, erhält einen Kaffee-Gutschein für das Café Kreuzgang. Lukas-Werk Gesundheitsdienste Die Landesmeile befindet sich auf der Kurt-Schumacher-Straße. Hier gibt es einen gemeinsamen Stand der Lukas-Werk Gesundheitsdienste und des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung sowie der Jugend- und Drogenberatung DROBS Braunschweig. Im Rahmen der Aktionswoche Alkohol erwartet die Besucher:innen ein interaktiver Präventionsparcours mit Promillebrillen und Basketballkorb. Menschen aller Altersgruppen haben dort die Möglichkeit, die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Koordination praxisnah zu erfahren. Ziel der Aktion ist es, einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu fördern, insbesondere junge Menschen für die Folgen riskanten Konsums zu sensibilisieren und niedrigschwellige Gespräche über Gesundheit, Suchtprävention und Unterstützungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Die esn ist also mit vielen verschiedenen Angeboten auf dem Tag der Niedersachsen vertreten. Schauen Sie bei den Ständen vorbei und lernen Sie die Vielfältigkeit des Unternehmensverbundes kennen.
Zu der SeiteGeplante Reformen: esn warnt vor Auswirkungen
10.06.2026 Stimmen aus dem esn-Verbund zu den Auswirkungen der geplanten Reformpläne im Sozial- und Gesundheitswesen Anlässlich der Kundgebung in Hannover am 10. Juni 2026 weist der Unternehmensverbund der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn) auf die Auswirkungen geplanter Reformen und Sparmaßnahmen im Sozial- und Gesundheitswesen auf seine Versorgungsbereiche hin. Im Mittelpunkt der Proteste stehen unter anderem der Entwurf des GKV‑Beitragssatzstabilisierungs-gesetzes sowie diskutierte Änderungen in der Eingliederungshilfe und anderen Bereichen der sozialen Versorgung. Beschäftigte, Betroffene und Verbände warnen vor zusätzlichen Belastungen für Einrichtungen und Leistungserbringer. Der esn-Unternehmensverbund unterstützt die Anliegen der Kundgebung. „Viele Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen stehen bereits heute unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Personal- und Sachkosten treffen auf begrenzte Refinanzierungsmöglichkeiten. Diese Entwicklung betrifft zahlreiche unserer Versorgungsbereiche und stellt unsere Gesellschaften, Beschäftigte und Betroffene vor große Herausforderungen“, sagt der esn Vorstandsvorsitzende Tobias Henkel. Der esn Verbund begleitet und versorgt täglich rund 4.500 Menschen in Südostniedersachsen sowie an der niedersächsischen Nordsee und macht Angebote in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, im Krankenhaus Marienstift, in der Eingliederungshilfe, in der Psychosomatik, in der Suchthilfe sowie in der Vorsorge für Frauen, Mütter und Kinder. „Die aktuellen Reformvorhaben würden zu zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen vieler Einrichtungen führen. Gleichzeitig steigen der Versorgungsbedarf und die Anforderungen an Personal und Infrastruktur“, sagt Jessica Gümmer-Postall, esn-Personalvorstand. Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen & Betreuen GmbH: „Menschen mit Behinderung brauchen verlässliche und bedarfsgerechte Unterstützungsangebote. Reformen in der Eingliederungshilfe sollten daher sorgfältig darauf geprüft werden, welche Auswirkungen sie auf Teilhabe, Inklusion und die Qualität der Unterstützung haben. Gerade für Einrichtungen und Fachkräfte sind langfristig stabile Rahmenbedingungen wichtig, um individuelle Hilfen weiterhin zuverlässig anbieten zu können.“ Volker Wagner, Geschäftsführer der Diakoniestationen Harz-Heide gGmbH: „Die geplanten Änderungen bei der Tarifrefinanzierung stellen viele ambulante Pflegedienste vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Wenn steigende Personalkosten nur noch teilweise ausgeglichen werden, hat dies langfristig Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und Versorgungsangebote. Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ würde konterkariert.“ Simone Wieczorek, Geschäftsführung Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH: „Suchtberatung und Suchtrehabilitation sind wichtige Bestandteile der gesundheitlichen und sozialen Versorgung. Werden Angebote reduziert, hat das häufig Auswirkungen auf andere Bereiche des Gesundheits- und Sozialsystems. Notwendig sind verlässliche Rahmenbedingungen für Beratung und Rehabilitation sowie eine langfristig tragfähige Finanzierung. Das Lukas-Werk und seine Einrichtungen stehen für niedrigschwellige und zugängliche Hilfen für Betroffene und Angehörige.“ Tobias Henkel in Funktion als Geschäftsführer der stationären Pflege und Betreuung: „Die steigenden Kosten stellen sowohl Pflegebedürftige und ihre Angehörigen als auch die Einrichtungen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig braucht die stationäre Pflege verlässliche Rahmenbedingungen, um eine qualitativ gute Versorgung dauerhaft sicherstellen zu können. Reformen sollten daher sorgfältig abgewogen werden, insbesondere mit Blick auf ihre Auswirkungen für pflegebedürftige Menschen.“ Dr. Jan Wolff, Geschäftsführung Krankenhaus Marienstift Braunschweig: „Fast alle Krankenhäuser verzeichnen bereits jetzt negative Betriebsergebnisse. Das nun diskutierte Gesetz gefährdet konkret die Versorgung. Sollte es in der aktuellen Fassung beschlossen werden, führt dies dazu, dass die Patienten wesentlich länger auf dringende Behandlungen warten müssen oder sie überhaupt nicht mehr erhalten werden.“ Simone Wieczorek, Geschäftsführung Regenesa gGmbH: „Mütter und Väter, die erschöpft oder gesundheitlich belastet sind, brauchen verlässliche Unterstützung. Stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter sind gesetzliche Pflichtleistungen der Krankenkassen. Dennoch stehen viele Einrichtungen seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Notwendig ist eine Finanzierung, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientiert.“ Wie ist die Lage? Welche Auswirkungen haben die Reformpläne? Eingliederungshilfe: Sorge vor Einschränkungen individueller Teilhabe Die Eingliederungshilfe steht zunehmend unter finanziellem und strukturellem Druck. Fachverbände und Träger wie die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH aus dem esn-Verbund sehen die im Abschlussbericht der Sozialstaatskommission diskutierten Vorschläge zur Begrenzung der Ausgaben kritisch. Insbesondere mögliche Verlagerungen von Leistungen in die Pflegeversicherung sowie Veränderungen bei der Finanzierung und Vergütung könnten nach Einschätzung vieler Einrichtungen Auswirkungen auf Umfang und Qualität der Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderung haben. Auch geplante Änderungen im Vertragsrecht und beim Umgang mit Tarifsteigerungen werden von Trägern mit Sorge betrachtet. Zusätzliche wirtschaftliche Belastungen könnten die bereits angespannte Fachkräftesituation in der Eingliederungshilfe weiter verschärfen. Diskutiert werden zudem stärker gebündelte Modelle bei Integrationshilfen und Schulassistenzleistungen (sog. Pooling). Entscheidend ist aber, dass bei allen Reformansätzen die individuellen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen sowie die Teilhabechancen der Betroffenen berücksichtigt werden. Krankenhausversorgung: Verlässliche Finanzierung gefordert Die Krankenhausreform verfolgt das Ziel, die Versorgungsqualität und Spezialisierung der Krankenhäuser weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sehen viele Kliniken die im Rahmen des GKV‑Sparpakets vorgesehenen Einsparungen kritisch. Geplant sind Kürzungen im Klinikvergütungssystem in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro. Besonders kleinere und mittelgroße Krankenhäuser wie das Braunschweiger Krankenhaus Marienstift im esn-Verbund verweisen auf zusätzliche wirtschaftliche Belastungen, unter anderem durch steigende Kosten und den zunehmenden Verlagerungsdruck in den ambulanten Bereich. Auch die Einführung des Leistungsgruppensystems könnte in einzelnen Fachbereichen zu einer stärkeren Konzentration von Leistungen führen könnte, was regionale Klinikstandorte vor weitere wirtschaftliche Belastungen stellen würde. Stationäre Altenhilfe: Belastung für Pflegebedürftige nimmt weiter zu Mit Blick auf steigende Bedarfe und Kosten bleibt die stationäre Altenhilfe weiterhin unter erheblichem Druck. Die Eigenanteile für Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen sind erneut gestiegen: Nach aktuellen Auswertungen zahlen Bewohnerinnen und Bewohner im ersten Aufenthaltsjahr bundesweit durchschnittlich 3.245 Euro pro Monat selbst – 261 Euro mehr als Anfang 2025. Ursachen sind insbesondere steigende Personal-, Investitions- und Betriebskosten. Zugleich wird im Rahmen der aktuellen Reformdiskussion über Änderungen bei den Leistungszuschlägen in Pflegeeinrichtungen sowie über Anpassungen der Zugangsvoraussetzungen zu Pflegegraden beraten. Daraus würden sich zusätzliche finanzielle Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ergeben. . Ambulante Pflege: Tarifentwicklung muss refinanziert bleiben Die Bundesregierung plant im Rahmen des GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, die bisherige vollständige Refinanzierung von Tariflohnsteigerungen in der häuslichen Krankenpflege zu beenden. Künftig sollen Vergütungssteigerungen für ambulante Pflegedienste an die sogenannte Grundlohnrate gekoppelt werden. Für die Jahre bis 2029 ist zusätzlich eine abgesenkte Obergrenze vorgesehen. Ziel der Reform ist es, die Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung zu begrenzen und die langfristige Finanzstabilität der GKV zu stärken. Dadurch können Tariflohnsteigerungen künftig nicht mehr vollständig ausgeglichen werden. Die zum esn‑Verbund gehörende Diakoniestationen Harz‑Heide GmbH sieht daher zusätzlichen wirtschaftlichen Druck auf Pflegedienste und Beschäftigte. Suchthilfe: Präventive und Reha-Angebote sichern Die Finanzierung der Suchtberatung bleibt in vielen Kommunen unsicher. Da kommunal finanzierte Suchtberatung überwiegend als freiwillige Leistung organisiert ist, hängt ihr Umfang häufig von der jeweiligen Haushaltslage ab. Fachverbände und Träger verweisen seit Jahren auf eine angespannte Finanzierungssituation vieler Beratungsstellen und Einrichtungen der Suchtrehabilitation. Auch im Bereich der stationären Suchtrehabilitation stehen zahlreiche Einrichtungen unter wirtschaftlichem Druck. Sollten Finanzierung und Vergütung nicht langfristig abgesichert werden, führt dies zu Einschränkungen des Angebots und möglichen Standortschließungen. Regenesa gGmbH: Chronisch unterfinanziert – Versorgung weiter unter Druck Stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter stehen weiterhin unter erheblichem finanziellem Druck. Nach Angaben des Müttergenesungswerks haben rund 24 Prozent aller Mütter in Deutschland einen medizinischen Bedarf an einer entsprechenden Maßnahme. Gleichzeitig machen diese Leistungen nur einen sehr kleinen Anteil der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Der allgemeine Kostendruck im Gesundheitswesen könnte die bereits bestehenden Versorgungsengpässe weiter verstärken. Bereits heute führen begrenzte Kapazitäten in vielen Einrichtungen zu längeren Wartezeiten und eingeschränkten Angeboten. Fotos: esn, Bernhard Janitschke, Nina Stiller, Andreas Rodemann
Zu der SeiteUnd … Action!
22.06.2026 Und … Action! – Filmreif – Was macht die Arbeit in der Eingliederungshilfe besonders und wertvoll? Jonas, Pia, Henrik, Marie, Jasmin und viele weitere haben bereits darüber berichtet und weitere sollen folgen – in kurzen Videos. Die Mitarbeitenden aus der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen haben unter dem Titel „Miteinander arbeiten“ authentische Einblicke in ihre Arbeit gegeben. In den Clips sprechen sie mal über besondere Momente und Erlebnisse mit Bürger:innen und Kolleg:innen, mal über ihre Motivation und Sinnhaftigkeit, die der Beruf mit sich bringt oder darüber, wie sie ihren Weg nach Neuerkerode gefunden haben. In den Clips sprechen sie mal über besondere Momente und Erlebnisse mit Bürger:innen und Kolleg:innen, mal über ihre Motivation und Sinnhaftigkeit, die der Beruf mit sich bringt oder darüber, wie sie ihren Weg nach Neuerkerode gefunden haben. Die Videos sind Teil einer Recruitingkampagne. Seit Jahresbeginn und zunächst für ein ganzes Jahr angelegt, werden diese Videos regelmäßig ausgespielt. Authentische Einblicke geben Die kurzen Videos, sogenannte Reels, die monatlich auf dem Social-Media-Kanal der esn veröffentlicht werden, geben – neben authentischen Einblicken – Informationen über Benefits, Verdienstmöglichkeiten sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in unserem Unternehmensverbund, insbesondere für Hilfs- und Fachkräfte sowie Quereinsteiger:innen in der Eingliederungshilfe. Wer mehr erfahren möchte, bekommt dafür Blog-Stories auf der Homepage, in denen die Mitarbeitenden weitere Einblicke und Erfahrungen mit den Leser:innen teilen. Was uns besonders freut: Die Videos treffen offenbar einen Nerv und sprechen die Menschen auf vielen Ebenen an. Und so schafften es einige der Videos sogar ins Kino als Werbespot oder liefen auch in überregionalen Social- Media-Kampagnen der Diakonie. Ferner schaffen die Videos Identifikation – mit dem Beruf, mit den Kolleg:innen, den Bürger:innen und unserem Unternehmensverbund esn – das zeigen die Kommentare zu den Reels immer wieder. Auch Marie Gruß, ausgebildete Heilerziehungspflegerin, die in einem der Videos über ihre Arbeit in der Wohngruppe Kastanienhof gesprochen hat, bestätigt das: „Ich habe viel positives Feedback erhalten, zum Beispiel durch Rückmeldungen auf meiner persönlichen Instagram-Seite, von Kolleg:innen oder Bürger:innen, die mich angesprochen oder sogar angerufen haben und denen das Video gefallen hat .“ Für Heilerziehungspflegerin Jasmin Kynast, die in der Wohngruppe Burschenhof arbeitet, gab es noch einen positiven, persönlichen Effekt: „Die Videos waren eine gute Übung für mich, um zu lernen, wie man sich vor der Kamera präsentiert. Natürlich ist es am Anfang nicht einfach, einfach draufloszusprechen, aber das war eine sehr interessante Erfahrung.“ Jasmin Kynast Im Burschenhof engagiert sich Jasmin Kynast auf viele verschiedene Arten für die Bürger:innen. Die gelernte Heilerziehungspflegerin unternimmt viel mit den Bürger:innen und bringt eigene Impulse in die Arbeit ein. Zum Artikel Jonas Boos Jonas Boos hat in Neuerkerode seine Ausbildung als Heilerziehungspfleger absolviert - und er ist dem inklusiven Dorf treu geblieben. Als Mitarbeiter in einer Wohngruppe schätzt er die Arbeit mit den Bewohner:innen, mit den Kolleg:innen, das familiäre Umfeld und die Freiheiten, seine Arbeit kreativ und abwechslungsreich zu gestalten. Zum Artikel Marie Gruß Arbeit mit Herz und Köpfchen: Marie Gruß fördert im Kastanienweg das Thema "Mentale Gesundheit". Im Kastanienweg, ihrer aktuellen Wohngruppe, gibt es immer mal wieder Redebedarf, müssen Situationen und Erlebtes besprochen und verarbeitet werden. Zum Artikel Arbeiten in Neuerkerode: „Feiern wir!“ Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Andreas Rodemann Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteMehr als perfekt
22.06.2026 Mehr als perfekt – Miteinander verbunden – Monika Wichmanns und Alfred Schlatters Gesichter stahlen, wenn sie durch das Album ihrer Hochzeit am 7. Juni 2024 blättern. „Ich muss jetzt mal die Hand von meinem Mann halten“, sagt Wichmann ganz berührt und drückt seine Hand. Hände, die von ihren Eheringen geschmückt werden. „Die Ringe habe ich ausgesucht und extra für sie gespart“, berichtet Schlatter stolz. Auf einem Foto stehen sie auf der Treppe vor der Neuerkeröder Kirche, als sei sie eine Bühne: er im Anzug mit roter Fliege – ganz Gentleman –, sie in weißer Bluse mit dunkler Weste, dunklem Rock und einem Hut schräg auf dem Kopf, die Hand mit dem Blumenstrauß in die Luft gestreckt – wie ein Rockstar, der sich bejubeln lässt. Beide lernen sich auf dem Neuerkeröder Sommerfest kennen. Aus ihrer Freundschaft wird eine Beziehung. An seinen Antrag erinnert Wichmann sich noch gut: „Alfred ist in die Knie gegangen und hat um meine Hand angehalten. Ich musste gar nicht überlegen und habe direkt Ja gesagt.“ Die Botschaft ist in Neuerkerode umso deutlicher Wenn in Neuerkerode geheiratet wird, ist es Pfarrerin Marita Bleich, die den Segen gibt. Ungefähr zwei Hochzeiten gibt es hier im Jahr, mal sind es mehr, mal weniger. „Bei der Gestaltung des Gottesdienstes mache ich keinen Unterschied zu anderen Hochzeiten. Ich schaue mit dem Paar, was es sich wünscht“, sagt Bleich. Wenn möglich, formuliert sie die Traufrage mit den Paaren gemeinsam. Und statt Ringe werden sich auch mal Ketten getauscht, wenn ein Ringtausch motorisch nicht möglich ist. Und doch sieht Marita Bleich klare Unterschiede zu Hochzeiten an anderen Orten. Dort seien sie heute oft riesige Events, mit mehreren Fotograf:innen, von Drohnen gefilmt und für Social Media aufbereitet, immer größer und größer. „Der Rahmen ist in Neuerkerode einfacher, aber die Botschaft umso deutlicher: Es geht um zwei Menschen, die zusammen ihr Leben gestalten wollen“, sagt Bleich. „Das finde ich ehrlicher als die Überlagerung durch andere Dinge.“ In Neuerkerode bedeutet eine gemeinsame Lebensgestaltung nicht unbedingt gemeinsames Wohnen. Je nach Bedürfnissen leben Ehepartner:innen auch in verschiedenen Wohngruppen – und sind sich trotzdem nah. So auch Monika Wichmann und Alfred Schlatter: Wichmann wohnte im Kastanienhof, ist nun aber in Sarona eingezogen. Im gleichen Gebäude lebt auch Schlatter – aber in einer anderen Wohngruppe. „Trotzdem sehen wir uns regelmäßig. Wir gehen zum Beispiel gerne Kaffee trinken“, erzählt Monika Wichmann. Auch wenn sie etwas getrennt machen, denken sie aneinander. „Er hat mir letztens ein Kuscheltier aus der Stadt mitgebracht und ich ihm ein Herz vom Weihnachtsmarkt“, erzählt sie. „Und als ich vor Kurzem krank war, hat Alfred mir eine Bratwurst und eine Cola vorbeigebracht.“ Außerdem hat Schlatter für Wichmann, die Asthma hat, mit dem Rauchen aufgehört. „Wir kümmern uns gut umeinander“, erzählt Schlatter. Während Monika Wichmann und Alfred Schlatter in getrennten Wohngruppen leben, haben Kristina Huse und Erik Grothstück einen anderen Weg für sich gefunden: Sie haben ihre eigene Wohnung über einer Wohngruppe, in der Grothstück sein eigenes Zimmer hat, falls beide mal Zeit für sich brauchen. Das Paar hat sich im Neuerkeröder Ü30-Club kennengelernt. „Zuerst hatte ich zwei andere Favoriten als Partner und habe eine Pro-und-Contra-Liste gemacht, wer besser zu mir passt“, erzählt Huse. „Doch bei Erik habe ich keine Liste gebraucht. Da wusste ich: Der ist es!“ Den Antrag macht sie ihm in der Disco im Dorf. Sie erzählt: „Als wir dann auf einer Familienfeier unsere Verlobung verkündet haben, hatten alle Tränen in den Augen.“ Abbildung vergrößern „Der Tag war allererste Sahnebombe!“ Die Hochzeit findet im April 2024 statt. „Es waren so viele Leute da, über 60“, erinnert sich Erik Grothstück. „Und auf der Feier gab es einen großen Kuchen mit unseren Namen darauf.“ Und Kristina Huse fügt hinzu: „Der ganze Tag war allererste Sahnebombe!“ Sie verbringen viel Zeit miteinander, doch manchmal kommt es zu Streitigkeiten. Eifersucht, unterschiedliche Tagesabläufe, externe Einflüsse. Doch jede Unstimmigkeit ließ sich bisher klären, auch mithilfe des Teams Bildung und Beratung in Neuerkerode oder ihren Bezugsbetreuer:innen. „Auf und Abs gehören eben auch mal dazu“, weiß Huse. „Und am Ende können wir uns immer aufeinander verlassen. Das ist das Wichtigste.“ Eine Wertschätzung ihrer Beziehung Für beide Paare ist ihre Hochzeit ein Tag, den sie in wunderschöner Erinnerung behalten, an den sie oft und gerne denken. Aber vor allem ist sie eine Wertschätzung ihrer Beziehung in einem offiziellen Rahmen – und der Beginn des Lebens als Ehepaar. „Wir haben uns das Versprechen gegeben, für immer zusammenzubleiben“, sagt Monika Wichmann strahlend. „Und ich bin mir sicher: Das werden wir.“ Text: Lukas Dörfler // Fotos: Andreas Rodemann und Unternehmenskommunikation esn Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteKono. Kita. Kunterbunt.
22.06.2026 Kono. Kita. Kunterbunt. – Tierisch begleitet – Es ist ein warmer, sonniger Frühlingstag in der Neuerkeröder Kindertagesstätte Peter und Paul. Der Morgenkreis ist abgeschlossen und die Kinder flitzen in den Garten – Spielzeit! Mittendrin und genauso glücklich, aufgeregt und voller Tatendrang ist Kono, ein Golden-Retriever-Rüde, Begleithund und das neueste Highlight in der Kita. „Kono ist unser jüngstes Teammitglied und eine echte Bereicherung für unsere Kita“, freut sich Leitung Julia Lobe. Zusammen streift er mit den Kindern durch die Büsche, spielt beim Fußball mit oder jagt dem Stöckchen hinterher, das ihm die Kinder zuwerfen. Auch, wenn Kono mit seinen anderthalb Hundejahren eher schon einem Teenager entspricht, ist er noch ein richtiges Spielkind. Integratives Wesen Seine liebevolle, verspielte Art steckt an: „Kono hilft damit, bei den Kindern Ängste und Vorbehalte abzubauen und unterstützt mit seiner integrativen Art. Selbst Mitarbeitende, die Hunden gegenüber sehr vorsichtig waren, haben ihre Zurückhaltung abgelegt”, so Lobe. Dabei sei es mittlerweile sogar so, dass sie den Hund beim kurzen Gassi-Gang begleiten, um zur Ruhe zu kommen, berichtet sie. Aber auch Konos Integration sei wichtig gewesen. Julia Lobe absolvierte vorab mit ihm eine Ausbildung, damit er auf mögliche Situationen mit den Kindern vorbereitet ist. Im Anschluss folgte eine längere Eingewöhnungszeit in der Kita. Zunächst war Kono immer mal wieder im Leitungsbüro zu Gast, sodass sich alle an ihn gewöhnen konnten – und er sich auch an die neue Umgebung. „Anfangs war er in kurzen Abschnitten im Frühdienst im Einsatz. Die Kinder durften ins Büro kommen und ihn streicheln, wenn er geschlafen hat“, berichtet sie. Nach und nach wurden der Radius und die Möglichkeiten ausgedehnt, sodass Kono nun mit seinem Revier vertraut ist. „Er darf jetzt auch mal in Begleitung durch die Gruppenräume streifen, aber es gibt natürlich Regeln im Umgang“, so Lobe. Die Kinder wüssten ebenfalls Bescheid, was etwa beim Spielen mit dem Golden Retriever zu beachten ist. Regeln aufgestellt Im Vorfeld sprach Lobe bereits mit den Eltern über die Anwesenheit von Kono und seine Rolle in der Kita. Das sei für alle in Ordnung gewesen. „Weil die Kinder zuhause so viel von Kono berichten, sind die Eltern beim Vorbeibringen oder beim Abholen besonders interessiert und wollen ihn kennenlernen“, sagt Lobe. Selbst im inklusiven Dorf Neuerkerode ist der junge Hund mittlerweile bekannt und beliebt. „Fast jeden Morgen wartet ein Bürger vor der Kita auf Kono, um ihn zu begrüßen“, weiß die Kita-Leitung zu berichten. Nach der ganzen Toberei zwischen den Kindern ist auch beim Golden Retriever für heute der Akku erst einmal leer. Da kommt die Mittagspause wie gerufen. Während sich die Kinder zum Essen und nachfolgendem Mittagsschlaf in ihre Gruppenräume begeben, ruht sich Kono in seinem Körbchen im Büro aus. Es warten noch viele weitere Abenteuer in der Kindertagesstätte auf ihn. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Andreas Rodemann Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteSommerfest für alle
22.06.2026 Sommerfest für alle – Sommerfest – Noch ist das Gelände, auf dem gleich das Neuerkeröder Sommerfest stattfindet, verhältnisweise ruhig. Aussteller:innen bestücken ihre Stände, letzte Vorbereitungen werden getroffen. Auch bei Gerd Mielke geht es gleich los. Sein Outfit trägt er schon: Ein buntes Hemd, eine dunkle Weste und eine Schiebermütze machen aus Gerd Mielke Gerd den Gaukler. Gerade belädt er seinen alten Holzwagen mit allem, was er heute so braucht: zwei volle Koffer, Besen, Jonglierkegel, ein goldenes Metallmegafon und vieles mehr. Nachdem alles verstaut und befestigt ist, macht er sich auf den Weg zu seinem ersten Auftritt. Auftritt in Wohngruppen Doch anstatt sich in Richtung Dorfplatz oder Kastanienhof aufzumachen, wo gerade die ersten Gäste eintreffen, geht er zielstrebig in die entgegengesetzte Richtung. Er ist auf dem Weg in den Lindenplatz. Denn von seinen vier Auftritten ist heute nur einer auf dem Festgelände, die anderen drei finden in Wohngruppen statt. Mielke studiert ursprünglich Diplom-Pädagogik. „Durch einen Zufall bin ich aber in den 80ern mit Jonglage in Berührung gekommen – und war sofort fasziniert“, erzählt er. Er übt verschiedene Nummern ein und tritt auf privaten Feiern auf. Sein erster Solo-Straßenauftritt ist 1984 im Münsterland. Als er auf einem Gauklerfestival im Finale auf der Bühne steht, bekommt er von den Profis viel Zuspruch. „Sie haben mir gesagt, ich jongliere zwar nicht wie ein junger Gott, sei aber charmant – und solle unbedingt dranbleiben.“ Diesen Rat befolgt er gerne: Er geht nach Brüssel, besucht hier jeweils ein Jahr eine Theater- und eine Zirkusschule. Aus Gerd Mielke wird immer öfter Gerd der Gaukler. Mielke lebt mittlerweile in der Nähe von Kassel. Über die Jahre hat er sein Programm immer wieder weiterentwickelt und verändert. Auch neue Charaktere hat er in sein Repertoire aufgenommen. So tritt er beispielsweise gemeinsam mit seiner Frau als Kluntje und Matjes in Senioreneinrichtungen und auf Kinderstationen von Kliniken auf. Doch neben all den Auftritten in Einrichtungen oder auf Festen sticht Neuerkerode für ihn immer besonders hervor. „Ich trete seit 1999 – abgesehen von Unterbrechungen durch Corona oder einmal wegen des Wetters – hier auf. Deshalb verbinde ich sehr viel mit diesem Ort“, erzählt Mielke. „Viele Leute treffe ich immer wieder, und das schon seit über 20 Jahren.“ „Dich kenne ich doch!“ Die Wohngruppen besucht Gerd der Gaukler erst seit einigen Jahren. Das Projekt wird unter dem Motto „Ein Stück Sommerfest für alle“ durch die von der Bürgerstiftung verwaltete Stiftung Monika Perschmann gesponsert. Es soll die Atmosphäre des Festes auch dahin bringen, wo nicht alle in der Lage sind, das Fest selbst zu besuchen. Mielke sagt: „Ich freue mich sehr darüber. Die Menschen in den Wohngruppen sind sehr unbefangen und geben oft alles. Manchmal brauchen sie aber auch einen Moment, um aufzutauen.“ An diesem Morgen führt ihn sein erster Auftritt in einen Innenhof, den sich mehrere Wohngruppen teilen. Während Gerd der Gaukler alles vorbereitet, suchen sich die ersten Bewohnenden schon die besten Plätze. „Dich kenne ich doch!“, ruft eine Bürgerin freudestrahlend, als sie ihn sieht. Dann geht es los: Gerd zeigt verschiedene Tricks mit Diabolo, Jonglage und einem „fliegenden Besen“. Die Bewohnenden feiern jeden Trick. „Wow! Einfach wow!“, jubelt eine der Jüngeren. Dann können alle, die Lust haben, selbst mitmachen: Gerd der Gaukler balanciert drehende Teller auf Stäben und lässt sie auf Stäbe wandern, die die Bewohnenden halten. Manche halten sie alleine, andere bekommen Unterstützung – aber stolz sind sie alle. „Sebastian hat sich erst nicht getraut, den Teller zu balancieren“, berichtet Gerd. „Als es dann geklappt hat, hat er sich gefreut wie ein Schneekönig. Das sind Momente, die mir lange in Erinnerung bleiben.“ Immer, wenn Gerd der Gaukler fragt, ob noch ein Trick aufgeführt werden soll, ist ein lautes „Ja!“ zu hören. Aus seinem eigentlich für 30 Minuten angesetzten Auftritt wird fast eine Stunde – dann muss er weiter zu seinem Auftritt auf dem Kastanienhof. Eine Bürgerin hat die ganze Show im Lindenplatz mitgefilmt. „Das schicke ich meiner Mama!“, sagt sie strahlend. Der Auftritt wird ihr wohl lange in Erinnerung bleiben. Und Gerd dem Gaukler auch. "Ich feiere, … so lange schon Teil des Neuerkeröder Sommerfestes zu sein. Das ist meine längste Serie an Auftritten und das finde ich ganz großartig." Das Projekt wird unter dem Motto „Ein Stück Sommerfest für alle“ durch die von der Bürgerstiftung verwaltete Stiftung Monika Perschmann gesponsert. Text: Lukas Dörfler // Fotos: Andreas Rodemann Zur Inhaltsübersicht
Zu der Seite"Wabeblick" liegt weiter gut im Zeitplan
11.06.2026 Zufrieden mit Baufortschritt und Vorfreude auf die Fertigstellung Auf der Baustelle „Wabeblick“ geht es weiter in großen Schritten voran. Nach rund sieben Wochen sind Erdgeschoss und erste Deckenplatte errichtet. Zur Grundsteinlegung trafen sich alle beteiligten Firmen und Gesellschaften. Pastorin a.D. Marita Bleich segnete den Grundstein, so wie es in Neuerkerode üblich ist. Von Grundplatte zur Geschossdecke: Zu sehen sind hier der Spatenstich im April... ... und die Grundsteinlegung mit befüllter Zeitkapsel im Juni... ...und mit Fertigstellung. Visualisierung: Goldbeck „Vor sieben Wochen haben wir uns zum Spatenstich getroffen, da lag gerade erst die Grundplatte. Und heute ist schon die erste Geschossdecke fertig. Es geht voran, wir liegen gut im Zeitplan“, begrüßte Hauke Franke, Leitung des esn-Bau- und Liegenschaftsmanagements, mit einem Bauupdate die Gäste. „Das Bauprojekt ist weiterhin sehr ambitioniert und wir hoffen, dass wir Ende des Jahres die Fertigstellung feiern können“, so Stephan Bahr von Bauträger Goldbeck Nord. Für die künftige Wohnbereichsleitung Monique Pelkner von der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen ist bereits klar: „Wir freuen uns auf die Fertigstellung. Der Wabeblick wird viel mehr sein, als ein Haus aus Stein und Beton. Es wird eine gelebte Gemeinschaft von Bürgern, Mitarbeitenden und Gästen“. Zukunft und Hoffnung sollen im Wabeblick wachsen und den Menschen ein gutes Zuhause sein, wünschte sich Pastorin Marita Bleich, die zur Grundsteinlegung ein Gebet sprach und wünschte, dass das Haus als ein Ort der Vielfalt gelebt werde. Wie es bei einer Grundsteinlegung üblich ist, wurde eine Zeitkapsel für die Nachwelt befüllt, die traditionell hinter dem Grundstein einbetoniert wird. Hauke Franke und Marita Bleich befüllten die Kapsel unter anderem mit zahlreichen, zeitgenössischen Mitgaben – etwa einer Tageszeitung, den Neuerkeröder Blättern, Bauplänen- und auch ein Sticker der bevorstehenden Fußball-WM fand Platz in der Kapsel.
Zu der SeiteVideo gibt Impuls zu Social Day
05.06.2026 "Wir wollten die Menschen unbedingt unterstützen" Ein Video gibt den Impuls: Im vergangenen Jahr gewann das esn-Spendenprojekt „Herzenswünsche“ beim Marketing Löwen den Sonderpreis Engagement. Wie bei jedem anderen Nominierten auch, wurden damals auch die Herzenswünsche dem Publikum in einem kurzen Film vorgestellt. Unter den Zuschauern saß damals auch Dennis Dunkel, Regionaldirektor der Öffentlichen Versicherung, dem die Botschaft des Films sofort Nahe ging. „Das Video hat uns direkt angesprochen, berührt und abgeholt. Schon bei der Veranstaltung haben wir uns vorgenommen, die Herzenswünsche und die esn zu unterstützen und kennenzulernen“, erinnert er sich. Knapp ein Jahr später ist das Vorhaben eingelöst: Dennis Dunkel und sein Team stehen mit Michael Bonsack, Projektleiter Herzenswünsche, sowie Künstler:innen und Mitarbeitenden im Garten der Villa Luise in Neuerkerode. Das Team der Öffentlichen Versicherung engagiert sich bei seinem Social Day für das Projekt „Kunst und Sinnesgarten“. Engagement mit Social Day Nach einem ersten Kennenlernen in den Räumen der Villa Luise ging es für die Teilnehmenden direkt in den Garten. Mitarbeitende der Regionaldirektion, Schüler:innen der Fachschule für Heilerziehungspflege in Neuerkerode, Künstler:innen der Villa Luise und weitere Unterstützende packten gemeinsam an. Mit Kreativität und Kraft ging es an die Aufgaben: Sträucher erhielten Pflegeschnitte, eine Kräuterspirale wurde erneuert und bepflanzt, eine Garage für Gartengeräte aufgebaut und eine Sitzecke aus Palettenmöbeln geschaffen. Doch ebenso wichtig wie die sichtbaren Ergebnisse waren die Begegnungen, die während der Arbeiten entstanden. Immer wieder kamen die Beteiligten miteinander ins Gespräch. Künstler:innen unterstützten die Arbeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten oder nutzten die Gelegenheit zum Gespräch und Kennenlernen – und auch so mancher Tipp wurde gegeben. So entstand eine ganz offene Atmosphäre, in der Berührungsängste kaum eine Rolle spielten. „Es war uns sehr wichtig, dass die Bürger hier dabei sind und im Rahmen ihrer Fähigkeiten mitmachen können. Wir haben bereits viele wundervolle Begegnungen erleben dürfen“, schilderten Angela Kahlcke (Projektleiterin Kunst- und Sinnesgarten) und Sidney Köhler (Koordinator Villa Luise) ihre Eindrücke. Es war ein sehr ereignisreicher und schöner Tag. Vor allem sieht jeder, was heute gemeinsam geschafft wurde Dennis Dunkel, Regionaldirektor Öffentliche Versicherung Braunschweig Den offiziellen Projektstart „Kunst und Sinnesgarten“ hat die Öffentliche Versicherung tatkräftig unterstützt. Der Anfang ist gemacht. Ziel des Projekts ist es, auf dem Areal der Kunstwerkstatt Villa Luise einen Ort der Begegnung, Kreativität und Teilhabe zu schaffen. Nach und nach soll der Garten zu einem natürlichen Atelier und zu einer Erlebnisstätte für die Region entwickelt werden. Besonders wichtig dabei: Die Gestaltung erfolgt nicht hinter verschlossenen Türen, sondern gemeinsam mit Bürger:innen, Mitarbeitenden, Unternehmen, Einrichtungen und Verbänden. Gemeinschaftliches Engagement Am Ende des Social Days waren nicht nur zahlreiche Projekte im Garten umgesetzt. Es wurde auch deutlich, welches Potenzial in gemeinschaftlichem Engagement steckt. Das Team der Öffentliche Versicherung spendete nicht nur viel Zeit und Kraft, sondern auch ein Gerätehaus, Arbeitsmaterialen, Pflanzen und Gartengeräte. „Es war ein sehr ereignisreicher und schöner Tag. Vor allem sieht jeder, was heute gemeinsam geschafft wurde“, fasste es Dennis Dunkel zusammen. Beim abschließenden, gemeinsamen Grillen wurde das Tageswerk bestaunt, darüber gesprochen und Pläne für weitere Teilprojekte geschmiedet – und damit der Kerngedanke dieses Projekts automatisch zum Leben erweckt. Für den Abschluss des Tages war der Bereich Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich: Michael Bonsack führte das Team durch das inklusive Dorf und erfüllte damit auch den Wunsch, die esn näher kennenzulernen. „Es war ein gelungener Abschluss und wir verbleiben hier im Dorf mit einem großen Dankeschön für großartiges Engagement.“ Informationen und Kontakt Sie wollen sich auch für das Projekt Herzenswünsche engagieren? Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf: Michael Bonsack Projektleiter Herzenswünsche Telefon: 05305 201 251 Mail: herzenswuensche@neuerkerode.de Mehr Infos
Zu der Seite10 Jahre Diakoniestationen Harz-Heide
05.06.2026 10 Jahre Diakoniestationen Harz-Heide Zum zehnjährigen Bestehen erzählen Mitarbeitende, warum sie gerne bei der DHH arbeiten - und wie sie die Zukunft der Pflege sehen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Seit zehn Jahren sind die Diakoniestationen Harz-Heide für die Menschen in unserer Region im Einsatz – mit Herz und viel Engagement. Zu diesem besonderen Anlass haben verschiedene Standorte besucht und ein Video erstellt, in dem die Mitarbeitenden selbst zu Wort kommen. Sie erzählen, was ihre Arbeit für sie bedeutet, was sie antreibt und was sie sich für die Zukunft wünschen.
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Mehr als 52 Millionen Minuten Leben – Alles Gute – Als Franz Rydel an diesem Morgen in der Tagespflege in Schwülper ankommt, klebt noch Konfetti an seiner Jacke – geworfen am frühen Morgen von seinem Urenkel. Später wird es noch einmal bunt: Auch hier, mitten in der Tagespflege, fliegen die kleinen Papierschnipsel durch den Raum. Denn Franz Rydel feiert seinen 100. Geburtstag. „Ich fühle mich wohl dabei.“ Als er im Rollstuhl hereingebracht wird, erklingt „Zum Geburtstag viel Glück“ aus den Lautsprechern. Gäste, Betreuungs- und Pflegekräfte stimmen ein, manche haben Tränen in den Augen. Und auch Rydel selbst wischt sich Tränen der Rührung aus dem Gesicht. Betreuungskraft Maren Santelmann liest die liebevoll gestalteten Plakate vor, die an der Wand hängen: „Heute ist ein toller Tag, denn du bist 100 Jahre alt.“ Das sind genau 52.594.920 Minuten Leben, haben die Mitarbeitenden ausgerechnet. Und er selbst? Bleibt bescheiden: „Ich fühle mich wohl dabei.“ So viel Leben Geboren wird Franz Rydel in Altfelde in Westpreußen, heute Polen. 1940 verlässt er die Schule, arbeitet zunächst in der Landwirtschaft und träumt davon, Reit- und Fahrlehrer für Pferdegespanne zu werden. Doch der Krieg durchkreuzt diese Pläne. 1944 wird er zur Wehrmacht eingezogen, zur Infanterie ausgebildet und gerät später in Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung steht er vor dem Nichts. Familie und Heimat – verschwunden, geflohen, unauffindbar. „Ich wusste nicht, wohin.“ Also ging er seinen eigenen Weg, Richtung Westen. „Da war nur ein Stacheldraht – und dann hatte ich es geschafft.“ Im Wendland beginnt er ein neues Leben. Er lernt seine Frau kennen, 1951 heiraten sie, ihr Sohn wird geboren. Der Anfang ist bescheiden: „Wir hatten einen Tisch aus Apfelsinenkisten“, erzählt er. Auch das Bett besteht nur aus einem Gestell mit Matratze. Er arbeitet als Maurer, jahrelang, körperlich schwer. Der Rücken leidet – so sehr, dass er zeitweise ein Korsett tragen muss. Heute ist er auf Hilfe angewiesen, wird mit einem Lifter ins Bett gehoben. Er nennt ihn schmunzelnd seinen „Kran“. 1962 zieht die Familie nach Lagesbüttel, in ein Haus – eine ehemalige Bäckerei –, das der Schwiegervater gekauft hat. Neben der Arbeit bleiben viele Erinnerungen: an gemeinsame Reisen an die Nord- und Ostsee. Auch daran, wie er seinen Sohn, einen talentierten Radrennfahrer, quer durch Deutschland zu Wettkämpfen begleitet. Bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter war Franz Rydel vieles: Sohn und Vater, Soldat und Gefangener, Maurer, Jäger, Hauswirtschafter, Koch – und schließlich auch Pfleger, als seine Frau ihn in ihrer letzten Lebenszeit brauchte. Ein Ort, an dem etwas passiert Nach dem Tod seiner Frau wird es stiller und einsamer zuhause. Seit drei Jahren kommt Franz Rydel in die Tagespflege. Dreimal pro Woche ist er hier. „Hier passiert was“, sagt er – und das ist ihm wichtig. Am liebsten macht er Gymnastik. Wenn er dabei die Schultern bewegt, sieht man ihm die Freude an. Auch Gedächtnisspiele gehören dazu: „Das hält den Kopf wach.“ Vor allem aber schätzt er die Gemeinschaft: Gespräche, Spiele, gemeinsames Lachen und Freundschaften, die entstanden sind. Menschen, die an diesem Tag ebenfalls an ihn denken, ihn umarmen und beschenken. Nach einer Menge Zeit allein zu Hause bedeutet ihm das viel. „Ein Tag hier, ein Tag zu Hause – das ist gut.“ Für ihn ist die Tagespflege mehr als Betreuung. Es ist ein Ort, an dem Miteinander gelebt wird. Was wirklich zählt 100 Jahre leben ist ein Schatz an Erfahrungen und Erkenntnissen. Doch den einen großen Rat für junge Menschen möchte er nicht geben. „Jeder muss seinen eigenen Weg finden“, sagt er. Dann ergänzt er doch noch schmunzelnd: „Nicht zu viel rauchen und trinken.“ Und was war das Wichtigste in seinem Leben? Franz Rydel überlegt nicht lange: „die Familie.“ Eine Familie, die er – auf gewisse Weise – auch in der Tagespflege in Schwülper gefunden hat. Hier, wo er heute seinen 100. Geburtstag feiert. Text: Petra Neu // Fotos: Andreas Rodemann, esn Zur Inhaltsübersicht
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