Mehr als 150 Jahre abstinent
07.06.2023 Mehr als 150 Jahre abstinent Beim Ehemaligentreffen der Reha-Fachklinik Erlengrund kamen am vergangenen Wochenende rund 130 ehemaligen Patient:innen zusammen. Eine Gruppe aus ehemaligen Patienten steht auf dem Gelände der Reha-Fachklinik Erlengrund. Die Männer tauschen sich darüber aus, wie lange sie schon abstinent leben. Toni zum Beispiel hat seit 27 Jahren keinen Alkohol getrunken. "Zusammen kommen wir auf mehr als 150 Jahre Abstinenz", rechnet schließlich einer von ihnen zusammen. Eine Zahl, auf die die Männer durchaus stolz sein können. Sie alle leben mit der Suchterfahrung und sind am vergangenen Wochenende extra für das traditionelle Ehemaligentreffen, das seit 1986 immer am ersten Samstag nach Pfingsten stattfindet, aus ihren unterschiedlichsten Heimatorten nach Salzgitter-Ringelheim gereist. „Für viele Betroffene in der Suchthilfe sind solche Treffen ein wichtiger Termin, um sich auszutauschen und sich mit der eigenen Suchtproblematik auseinander zu setzen“, sagt der Ärztliche Direktor des Lukas-Werks und Leiter der Fachklinik Erlengrund Dr. Jürgen Seifert. Die bewusste Auseinandersetzung fand an diesem Tag durch viele Gespräche, aber auch durch eine Erinnerungscollage statt, die Jürgen Seifert und seine Mitarbeitenden auf der Terrasse der Cafeteria in Form einer Staffelei mit Leinwand platziert haben. Viele der ehemaligen Patient:innen haben sich darauf verewigt. Am Ende sind darauf Zeichnungen zu finden, etwa von einer Faust, die eine Alkoholflasche durchschlägt, Herzen und Botschaften wie "Zwei Jahre clean! Vielen Dank für Alles!". Zeit für Begegnungen bei Kaffee, Kuchen, kalten Getränken sowie Speisen vom Grill gab es auf dem weitläufigen Gelände der Fachklinik Erlengrund viele an diesem sonnigen Tag. Eine Stunde lang konnten die ehemaligen Patient:innen außerdem ein Gruppentherapieangebot in Anspruch nehmen. „Auch für mich und meine Mitarbeitenden ist es immer wieder bereichernd, durch das Jahrestreffen von den Klienten und deren weiteren Lebensläufen nach der Therapie zu erfahren", sagt Jürgen Seifert. Am Ende des Tages freute sich die Fachklinik Erlengrund auch über Spenden in Höhe von 170 Euro. "Davon möchten wir eine Nichtraucher-Lounge installieren", berichtet Ulrich Niem, Verwaltungsleiter der Fachklinik. Geplant sei ein Pavillon mit Sitzmöbeln speziell für Nichtraucher, um ein Gegenangebot zum vorhandenen Raucher-Pavillon zu schaffen. Patient:innenstimmen zum Ehemaligentreffen "Seit 25. Oktober 2012 nicht verdurstet, dafür aber konsequent trocken. Ringelheim und das dortige Team ist der Ort meiner Reinkarnation! Ich genieße das LEBEN, und dass ich jedes Jahr zum Ehemaligentreffen kommen darf." "Bis heute bin ich immer noch standhaft. Das habe ich Ihnen zu verdanken." "Ich gehe zum Ehemaligentreffen, weil es hier eine gute Zeit war, die mir den Weg in ein besonders Leben - in mein Leben - gezeigt hat." "Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich hier meine Entlassung hatte: Es war der 16.03.2023. Nun bin ich heute gespannt, wen ich hier alles wiedersehe und was meine ehemaligen Mitpatienten zu erzählen haben." "Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt, es war meine wichtigste Zeit und ich fühle mich dem Erlengrund sehr verbunden." "Hier hat mein Leben eine gute Wende genommen. Danke."
Zu der SeiteSenioren-WG in Gifhorn-Gamsen sucht Mitbewohner
07.06.2023 Senioren-WG in Gifhorn-Gamsen sucht Mitbewohner Die Wohngemeinschaft für Senioren in Gifhorn-Gamsen bietet Gemeinschaft bei gleichzeitiger Selbstständigkeit. Die meisten würden mit einer WG wahrscheinlich erst einmal junge Menschen in Verbindung bringen, die gerade erst von zu Hause ausgezogen sind. Doch es geht auch anders: Gerade im Alter kann das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft viele Vorteile mit sich bringen: Sie ist die optimale Mischung aus Selbstständigkeit und Gemeinschaft. Und die neugegründete Senioren-WG in Gifhorn-Gamsen, die derzeit noch Mitbewohner sucht, hat durch ihre Einbettung ins Haus Lebensglück einiges zu bieten. Das Haus Lebensglück wurde erst vor wenigen Wochen eröffnet. Alles ist neu und selbstverständlich barrierefrei. Die selbstbestimmte Senioren-Wohngemeinschaft wird bei der Gründung von der Diakoniestation Gifhorn als Tochter der Diakoniestationen Harz-Heide betreut. Sie befindet sich unter einem Dach mit dem ambulanten Pflegedienst und der Tagespflege der Diakoniestation, einer Kindertagesstätte der Stadt Gifhorn sowie sechs Seniorenwohnungen. Die WG hat zwölf Zimmer zwischen 21 und 33 Quadratmetern mit eigenem Bad und Platz für die eigenen Möbel. Neben einem großen Bereich, in dem sich Esszimmer, Küche und Wohnzimmer befinden, gibt es eine Bibliothek zur gemeinsamen Nutzung. Einige Zimmer haben Zugang zu einem großen Balkon, der über die Bibliothek auch von allen genutzt werden kann. Die Warmmiete beträgt je nach Größe zwischen 651 und 966 Euro. Hinzu kommt noch der Betrag für eine Präsenzkraft. Wie hoch dieser ausfallen wird, steht noch nicht fest. „Das hängt davon ab, wie viel Unterstützung die Mitbewohner brauchen“, erklärt Projektleiterin Bianca Pütsch. „Und das wird bei der Gründung gemeinsam vereinbart.“ Denn Selbstbestimmung ist einer der großen Vorteile, die eine Senioren-WG bietet. Janna Schoon, Pflegedienstleitung der Tagespflege, sagt: „Man ist in einer Senioren-WG wesentlich flexibler als in einem Pflegeheim, bestimmt seinen Rhythmus selbst.“ Die Diakoniestation ist bei Bedarf 24 Stunden am Tag für die Bewohner erreichbar – und gleichzeitig bleibt die Privatsphäre gewährleistet. „Man ist in einer Senioren-WG wesentlich flexibler als in einem Pflegeheim, bestimmt seinen Rhythmus selbst.“ Janna Schoon, Pflegedienstleitung der Tagespflege Wünscht man sich zusätzliche Pflege, kann diese nach einem Antrag durch den ambulanten Dienst hinzugebucht werden, ebenso ein Platz in der Tagespflege, die sich im Erdgeschoss befindet. Merkt man, dass man mehr Unterstützung benötigt, ist dies einfach möglich, ohne dass man noch einmal umziehen muss. Ebenso flexibel ist man in seiner Ernährung: Man kann Essen bei einem Kooperationspartner bestellen – oder kocht selbst in der geräumigen WG-Küche. Und auch die Anbindung ist optimal: Mitten in Gamsen befindet sie sich im unmittelbaren Umfeld von Supermärkten, Apotheke und Hausarzt. „Das Beste an einer Senioren-WG ist neben der Selbstständigkeit die gesellschaftliche Teilhabe“, betont Sven Priebe, Pflegedienstleitung der DHH-Filiale in Gamsen. „Ist man den ganzen Tag alleine zu Hause, beginnen sich die Gedanken im Kreis zu drehen. Hier hat man immer Ansprechpartner. Aus Einsamkeit wird Gemeinschaft – immer mit der Möglichkeit, sich zurückziehen zu können.“ Ob gemeinsame Spielenachmittage, Spaziergänge oder Theaterbesuche – vieles ist möglich. Wenn die Tagespflege geschlossen ist, könnten diese Räume beispielsweise für Kinoabende oder den Geburtstagskaffee mit der Familie genutzt werden. Auch künftige Angebote wie Andachten oder die Besuche einer Fußpflegerin in der Tagespflege ließen sich leicht von den WG-Bewohnern nutzen. „Und das sind nur einige unserer Ideen –die Bewohner werden mit Sicherheit noch viele weitere haben“, sagt Priebe. Ein paar Menschen wohnen mittlerweile schon in der WG, fühlen sich hier „pudelwohl“. Allerdings brauchen sie für die Umsetzung ihrer vielen Ideen noch Mitstreiter. „Hier zu wohnen, lohnt sich. Die Gemeinschaft in einer WG macht vital“, weiß Janna Schoon. Besichtigungstermine und weitere Informationen Kommen Sie gerne vorbei! Sie können sich die Zimmer unverbindlich von Montag bis Donnerstag, zwischen 10 und 12 Uhr, oder nach Vereinbarung anschauen. Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: Sven Priebe Hamburger Straße 5 38518 Gifhorn t 05371.937 65 80 gamsen@diakoniestation38.de
Zu der SeiteSo. Schön. Sommerfest gefeiert
06.06.2023 So schön war das Sommerfest 2023 Tausende Besucher:innen kamen zum Sommerfest in das inklusive Dorf Neuerkerode am vergangenen Sonntag. Erst eine Bratwurst oder erst am Glücksrad drehen? Direkt eine große Kiste wunderschöner Pflanzen kaufen oder lieber Alpakas streicheln, auf die Hüpfburg oder vor den verschiedenen Bühnen der Live-Musik lauschen? Mit den Rikschas an der Wabe entlang zur neuen Krippe fahren lassen oder dem bunten Treiben aller Menschen von Jung bis Alt und mit oder ohne Rollstuhl aus einem Liegestuhl in Ruhe zusehen? Diese und viele weitere Entscheidungen mussten die erneut tausende von Besucher:innen beim Sommerfest im inklusiven Dorf Neuerkerode am vergangenen Sonntag immer wieder treffen. Das Gute dabei: Eigentlich war jede Entscheidung die Richtige – dies zeigte ein Blick in die fröhlichen und glücklichen Gesichter der Bürger:innen, Schausteller:innen und Besucher:innen den ganzen Tag. Erneut hatte die Evangelische Stiftung Neuerkerode zum etwas anderen, inklusiven und kostenlosen Sommerfest nach Neuerkerode eingeladen. Von Musik, Kunst, Theater und Akrobatik über individuell gestaltetes Kunsthandwerk, die beliebten Alpakas, einen Flohmarkt bis hin zum Verkauf von regionalen und nachhaltigen Bio-Produkten aus der Tagesförderung Natur und Umwelt, einer vielfältigen Gastronomie und einem großen Bereich extra für Kinder und Familie – es war für jeden etwas dabei! Viele Stände wurden von Mitarbeitenden der Stiftung oder ganzen Wohngruppen aus Neuerkerode unter aktiver Beteiligung von Bürgern mit geistiger Behinderung gestaltet, viele weitere Stände von externen Schaustellern betrieben. Auf den Bühnen und über das Dorf verteilt rockten die inklusiven Bands der Musikpädagogik und musikalische Highlights wie Meike Koester, Mel Germain, „If a bird“ von Billy Ray Schlag, Gizem und Andy, ein folkloristischer ukrainischer Frauenchor und der Neuerkeröder Posaunenchor. Mit dabei waren außerdem das „Theater Feuer und Flamme“ mit dem Stück „Polarsafari“ und „Gerd der Gaukler“ mit zahlreichen Tricks zum Staunen, der auch in den Wohngruppen für Menschen mit Behinderung zauberte, die nicht mobil sind. Großen Anklang fand auch der Tag der offenen Tür der neuen Krippe neben der bestehenden Kindertagesstätte Peter und Paul, in der nun auf 400 Quadratmetern auch die Kleinsten in zwei integrativen Gruppen betreut werden. Rückblick in Bildern
Zu der SeiteWie ein ehemaliger Klempner in der Altenpflege seine Erfüllung findet
05.06.2023 Wie ein ehemaliger Klempner in der Altenpflege seine Erfüllung findet Die neue Folge des Podcasts „Dream-Team – Mein Job und ich“ der Braunschweiger Zeitung beleuchtet die abwechslungsreiche Arbeit eines Pflegehelfers in Bethanien. Im dem mehrteiligen Podcast „Dream-Team – Mein Job und ich“ beleuchtet die Braunschweigier Zeitung die Arbeit in vier verschiedenen Einrichtung der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn). In den ersten drei Folgen war Redakteur Lukas Mauri schon im Krankenhaus Marienstift, im Lukas-Werk und unter anderem in Neuerkerode unterwegs. In der aktuellen Folge schaut er Christoph Gödecke, Pflegehelfer im Senioren- und Pflegezentrum Braunschweig über die Schulter. Der 30-Jährige aus Querum ist Quereinsteiger, arbeitete zuvor in einem Lager und als Klempner. Doch diese Arbeit erfüllte ihn nicht, er suchte etwas Anderes – und kam wurde Pflegehelfer. Die Arbeit empfindet er als sinnstiftend. Zwar sei er nach der Arbeit oft müde, aber dafür überaus zufrieden. Seine Arbeitszeiten werden so abgesprochen, dass er Beruf und Familie gut unter einen Hut bekommen kann. Außerdem genießt er die Abwechslung, die jeder Tag bietet. Was ihm noch an seinem Job gefällt und warum im Seniorenzentrum auch mal ein Krimidinner stattfindet, hören Sie in der Folge „Wenn der Klempner zum Altenpfleger wird“.
Zu der SeitePerschmann-Stiftung ermöglicht Kund:innen der Filiale Schwarzer Berg ein buntes Fest
01.06.2023 Perschmann-Stiftung ermöglicht Kund:innen der Filiale Schwarzer Berg ein buntes Fest In der Christuskirche in Braunschweig wurde mit viel Musik, Theater sowie Kaffee und Kuchen gefeiert. Gemeinschaft ist etwas, das in den vergangenen Corona-Jahren oft zu kurz kam. Doch nun ist vieles wieder möglich – unter anderem das gemeinsame Feiern. „Unser heutiges Fest ist auch ein Neustart nach Corona“, sagte Angelika Löwe, Sozialarbeiterin der Diakonie im Braunschweiger Land und der Filiale Schwarzer Berg der Diakoniestationen Harz-Heide, die für die Kund:innen eben dieser Filiale ein Fest mit buntem Programm organisierte. Möglich gemacht wurde das Ganze durch eine Spende der Ulrich-Perschmann-Stiftung. Dabei war das Fest nur der zweite Teil von Aktionen, die durch die Spende finanziert wurden. Schon im März besuchte das Team der Filiale Schwarzer Berg gemeinsam einen Escape-Room in Braunschweig. Beim gemeinsamen Lösen von Rätseln hatten die Mitarbeitenden viel Spaß – und stärken so spielerisch und ganz nebenbei den Zusammenhalt des Teams. Aber natürlich sollten auch die Kund:innen der Filiale Schwarzer Berg nicht zu kurz kommen – und so wurde von dem zweiten Teil des Geldes ein Fest in der Christuskirche organisiert. Direkt nach der Begrüßung durch Angelika Löwe ging es mit dem ersten Programmpunkt los: Die Flötengruppe Daki (Dankeskirche) spielten zunächst das Lied „Zauberflöte“ und daraufhin – lautstark durch die Stimmen der Gäste unterstützt – das Mitsinglied „Der Mai ist gekommen“. Es folgte eine Kurzandacht von Sebastian Fitzke, Pfarrer der Braunschweiger Kirchengemeinde „Die Brücke“, bei der er über das gerade erst vergangene Pfingstfest sprach. „Es ist das christliche Fest, das sich vielleicht am schwersten, und doch eigentlich ganz leicht, erschließt“, sagte er. Es sei dieses Gefühl, wenn einem die Worte fehlten, das Gefühl von „Da muss man dabei gewesen sein!“. Auch das Fest in der Christuskirche sollten die Leute mit ebendiesem Gefühl verlassen. Nach der Andacht folgte erneut Musik: Der Brückenchor Unisono überzeugte mit einem stimmungsvollen Lied. Dafür gab es einigen Applaus von den Gästen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Kaffee sowie unzählige Kuchen und Torten standen bereit. Von Schwarzwälder Kirschtorte über Apfelkuchen und Käsekuchen bis hin zu russischem Zupfkuchen und vielen weiteren Leckereien – für jeden Geschmack war etwas dabei. Man konnte selbst am Buffet entlangschlendern oder sich von den freundlichen Mitarbeitenden am Platz bedienen lassen. Nachdem alle versorgt waren, ging es voller Witz weiter: Das Seniorentheater „Wundertüte“ sorgte mit zwei Sketchen für viele Lacher. Auch der übrige Nachmittag war mit weiteren Liedern der Flötengruppe Daki und dem Chor Unisono alles andere als langweilig. Zum Dank gab es am Ende Blumensträuße für die Organisator:innen der Feier. Es war ein Fest, das für viel Freude sorgte und allen Beteiligten in Erinnerung bleiben wird. Da muss man einfach dabei gewesen sein!
Zu der SeiteUnterwegs mit Heilerziehungspfleger:innen in Neuerkerode und Braunschweig
29.05.2023 Podcast-Serie gibt Einblicke in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung BZ-Redakteur Lukas Mauri begleitete Mitarbeitende der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen bei ihrer Arbeit im inklusiven Dorf und der Goeppert-Mayer-Straße in Braunschweig. In der Podcastreihe “Dream-Team - Mein Job und ich” stellt die Braunschweiger Zeitung derzeit die Arbeit in vier Einrichtungen der esn vor: Zu Besuch war die Braunschweiger Zeitung unter anderem im inklusiven Dorf Neuerkerode und der Goeppert-Mayer-Straße in Braunschweig: An den Standorten berichten Fach- und Leitungskräfte über Eindrücke und Erlebnisse ihrer täglichen Arbeit mit Menschen mit Behinderung sowie über die Ausbildung in der Heilerziehungspflege. Viel Spaß beim Hören! Kommen Sie mit uns auf die Reise durch die verschiedenen Einrichtungen – und lernen Sie die Menschen kennen, die die esn zu dem machen, was sie ist. Hören Sie die dritte Folge jetzt auf Spotify , Apple Podcasts , bei der Braunschweiger Zeitung oder direkt hier. In der nächsten Folge stellt sich die Altenhilfe in der Unternehmensgruppe Neuerkerode vor.
Zu der SeiteVortragsreihe im Pflegezentrum Theresienhof in Goslar
30.05.2023 Spannende Vorträge im Theresienhof in Goslar In der Vortragsreihe geht es um unterschiedliche Themen rund um die Pflege. Am 7. Juni stehen die Arbeit der spezialisierten ambulanten palliativen Versorgung und die Hospizarbeit im Vordergrund. Das Pflegezentrum Theresienhof in Goslar vietet in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe an: Im Multifunktionsraum finden Vorträge zu unterschiedlichen Themen statt, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr. Um eine telefonische Anmeldung unter 05321.787 0 wird gebeten. Los ging es am 3. Mai mit einem Vortrag über Cannabis in der Medizin. Der nächste Vortrag ist am Mittwoch, 7. Juni, und beschäftigt sich unter dem Titel "Lebensqualität und Selbstbestimmung für Menschen mit begrenzter Lebensdauer" mit der spezialisierten ambulanten palliativen Versogung (SAPV) und der Hospizarbeit. Hierzu werden Christine Schmidt vom SAPV-Team der Diakoniestationen Harz-Heide und Anka Trumpfheller aus dem Christophorus Haus referieren. Weitere Themen in diesem Jahr sind die Arbeit des diakonischen ambulanten psychiatrischen Pflegedienstes (DIAPP) am 6. September, Demenz am 4. Oktober und Sucht am 1. November. Zusätzlich zu der Vortragsreihe wird seit dem 8. Mai an jedem zweiten Montag von 15 bis 17 Uhr im Eingangsbereich des Hauses Buche über die pflegerischen Angebote aus dem gelände informiert. Hier berichten die Diakoniestation (Frau Bremer), die Tagespflege (Frau Fuhrmann) und die stationäre Pflege (Frau Ballin) im Wechsel. Hier wird ebenfalls um eine telefonische Anmeldung unter 05321.787 0 gebeten. Die nächsten Termine sind der 5. und 19. Juni, der 3., 17. und 31. Juli, der 14. und 28. August und der 11. und 25. September.
Zu der SeiteEin Gottesdienst für alle Sinne
25.05.2023 Ein Gottesdienst für alle Sinne Die Hausgottesdienste sind ein wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens in Neuerkerode. Hier und da haben Gottesdienste den Ruf, ein wenig angestaubt, gar langweilig zu sein. Wer jedoch einmal einen Gottesdienst in Neuerkerode miterlebt hat, weiß, dass das nicht stimmt. Dabei sind die Gottesdienste in der Peter-und-Paul-Kirche nicht die einzigen, die in dem inklusiven Dorf stattfinden. Denn auch wenn nicht alle Neuerkeröder Bürger:innen die Möglichkeit haben, die Gottesdienste in der Kirche zu besuchen, müssen sie dank Pfarrerin Marita Bleich nicht darauf verzichten. Können die Menschen nicht zu den Gottesdiensten kommen, bringt Marita Bleich die Gottesdienste eben zu ihnen. Religionspädagogik lag der Pfarrerin schon immer. Nachdem sie in Braunlage ihr Viktariat machte und viele Jahre in Goslar und Wolfenbüttel-Linden arbeitete, gab sie auch Konfirmandenunterricht an einer Förderschule. „So wurde die Landeskirche auf mich aufmerksam, und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, in Neuerkerode zu arbeiten.“ Das konnte sie – und ist nun bereits seit November 2008 im Einsatz. An diesem Mittag ist sie auf dem Weg zu einem Hausgottesdienst in der Tagesförderung (TGF) Sonnenschein. Mit dabei hat sie eine Kiste aus Metall, in der sich alles befindet, was sie für einen gelungenen Gottesdienst benötigt. In der TGF wird sie schon freudig erwartet: Die Bürger:innen sitzen bereits voller Erwartung zusammen. Vorne steht ein Tisch. Ein Kreuz, Blumenstrauß, Kerze, Bibel sowie eine Klangschale – und schon hat er sich in einen Altar verwandelt. Zu Beginn kommt die Klangschale zum Einsatz. Eine Mitarbeiterin der TGF geht mit ihr zu den einzelnen Bürger:innen. Jede:r von ihnen darf mit ihr den Gottesdienst einläuten. Dann holt Bleich ihre Gitarre hervor und ein Willkommenslied, in das die Namen der anwesenden Bürger:innen eingebaut werden, wird gesungen. „Auch den Menschen hier ist es wichtig, gesehen zu werden“, erklärt die Pfarrerin. „Ganz nach unserer Jahreslosung: ,Du bist ein Gott, der mich sieht‘.“ Gemeinsam richtet die Gruppe den Blick auf den Altar. Was ist heute auf ihm zu finden? Was ist bekannt? Was neu? Marita Bleich nimmt das Kreuz in die Hand. „Das Kreuz erinnert uns an Jesus“, sagt eine Bürgerin. Das stimmt. Bleich fügt hinzu: „Außerdem erinnert es uns an all die Abschiede, die man irgendwann machen muss – aber auch an neues Leben. Schließlich ist Jesus auferstanden.“ Dann deutet sie auf den Blumenstrauß: „Dieser erinnert uns daran, dass Gott unsere Welt schön macht.“ Anschließend erzählt sie eine biblische Geschichte. Bleich erzählt sie frei und leicht verständlich. Die Bibel verwendet sie nur dazu, um auf die passenden Bilder zu zeigen. Es ist eine Bibel des Malers, Designers und Illustrators Kees de Kort. Die Personen, die in Kinderbibeln abgebildet sind, wirkten oft sehr kindlich. „Die Menschen hier sind aber keine Kinder“, sagt Bleich. Das sei anders bei de Kort. Er habe biblische Geschichten extra für Menschen mit Behinderung gestaltet. „Sie sind nicht kindlich, sondern so, wie das Leben ist. Ich fände es gut, wenn es noch mehr Materialien wie dieses geben würde“, wünscht sich die Pfarrerin. Passend zu der Geschichte von Petrus, der Jesus dreimal verleugnet, bevor der Hahn kräht, hat Bleich einen Plüschhahn mitgebracht, den sie durch die Reihen gibt. Das ist Kirche zum Anfassen. Das nächste Lied handelt von Emotionen. Unterstrichen wird die jeweilige Emotion von dem passenden Emoji, das Bleich als Bild emporhält. Es ist nur eines von vielen weiteren Liedern, die in dem Gottesdienst angestimmt werden. Neben kirchlichen Liedern sind auch immer wieder Volkstümliche dabei. Vor allem das Willkommenslied ist mittlerweile fester Bestandteil der Hausgottesdienste. Die Pfarrerin erklärt: „Ich wollte es auch schon einmal austauschen, aber dann habe ich gemerkt, wie sehr sich alle freuen, wenn sie etwas wiedererkennen.“ Bilder kommen nicht nur bei den Liedern zum Einsatz. Beim Ratespiel hält sie – zur aktuellen Jahreszeit passende – Tierbilder hoch. Die Bürger:innen haben sichtlich Freude daran, sie zu erkennen. Die Stimmung wird noch einmal aufgelockert, bevor es wieder feierlich wird. Alle werden gemeinsam still, bevor das Vaterunser gebetet wird. „Ohne das Vaterunser geht es einfach nicht. Darauf warten die Bürger:innen richtig“, weiß Marita Bleich. Den Segen verteilt sie während eines weiteren Liedes. Es ist an das Willkommenslied angelehnt und wieder sind die Namen der Bürger:innen eingebaut. Während jeder Strophe geht die Pfarrerin zu einer anderen Person, singt ihren Namen und legt die Hand auf. Jede Person in dem Raum soll sich gesehen und gewertschätzt fühlen, nicht nur von Marita Bleich, sondern auch von Gott. Nach ungefähr 45 Minuten ist der Gottesdienst beendet. Manche haben sich aktiver beteiligt, andere haben nur zugehört. Jede:r kann so viel geben wie er oder sie möchte oder kann. Jeden Monat bereitet Marita Bleich einen Gottesdienst vor, mit dem sie durch Neuerkerode zieht. Rund 15 Gottesdienste im Monat feiert sie so mit den verschiedenen Bürger:innen, im Sommer gerne auch mal unter freiem Himmel. „Da nicht alle Menschen den Sonntagsgottesdienst besuchen können, ist dieses Angebot unglaublich wichtig“, betont Marita Bleich. Denn der Mensch sei mehr als nur ein Köper. Die Pfarrerin sagt. „Essen, Trinken und Hygiene sind nicht alles. Menschen sehnen sich nach Spiritualität. Und da sind die Hausgottesdienste ein wichtiger Bestandteil, um allen einen religiösen Austausch zu ermöglichen.“
Zu der SeiteWuB-Burger für das Sommerfest
24.05.2023 WuB-Burger zum Neuerkeröder Sommerfest Marcus Eckhoff, Geschäftsführer der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH, lädt zum WuB-Burger-Essen auf dem Sommerfest am 4. Juni 2023 ein. Er freut sich auf zahlreiche Besucher:innen und bestes Sommer-Wetter.
Zu der SeiteUnterwegs mit... Dr. Tuna Ucgun
16.06.2023 Von der Akutklinik in die ganztägig ambulante Reha Für unsere Serie "Unterwegs mit..." haben wir Dr. Tuna Ucgun begleitet. Er ist Chefarzt und Leiter des Reha-Zentrums St. Leonhard in Braunschweig und begleitet und behandelt dort gemeinsam mit seinem Team Menschen mit psychosomatischen oder Abhängigkeitserkrankungen. „Ich habe das Haus neun Monate lang nicht verlassen“, berichtet ihm eine Patientin bei der Aufnahme. Sie sitzt Dr. Tuna Ucgun gegenüber. „Wie macht sich Ihre Angst im Alltag bemerkbar?“, fragt er und die junge Frau berichtet von Herzrasen, Schwindelattacken, einem Rauschen in den Ohren und davon, dass alles ganz verschwommen wird, „wenn ich durch die Gänge im Supermarkt gehe.“ Ab heute will sie ihre Agoraphobie, eine Angststörung, bekämpfen. Heute wird die Patientin in der Tagesklinik für Psychosomatik aufgenommen. Sie wird sich in den nächsten Wochen mit sich selbst, ihrer Angst und den Ursachen dafür auseinandersetzen. Ganztägig ambulante Reha – das bedeutet, dass sie von Montag bis Freitag jeden Tag in die Tagesklinik kommen und Gruppen-, Einzeltherapien wahrnehmen wird. Die Abende und Wochenenden verbringt sie in ihrem gewohnten Umfeld und kann Erlerntes in kleine Schritten sofort anwenden. Burnout, Phobien, Alkohol- oder Kokainabhängigkeit, Spielsucht und vielen anderen Erkrankungen Das medizinische Aufnahmegespräch ist nur eine von vielen Aufgaben, die Dr. Tuna Ucgun als Chefarzt und Leitung hat. Er ist zuständig für zwei ambulante Reha-Tageskliniken, die das Lukas-Werk im Reha-Zentrum St. Leonhard in Braunschweig betreibt: die eine richtet sich an Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen, die andere an Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. „So unterschiedlich wie die Menschen sind, die bei uns Hilfe suchen, sind auch die Behandlungspläne. Jeder und jede bekommt einen individuellen Therapieplan“, berichtet Tuna Ucgun. In den Tageskliniken werden unter anderem leitende Angestellte betreut, die weit über ihre Grenzen hinaus gearbeitet haben, Frauen, die jahrelang nur an andere, nie aber an sich gedacht haben, Menschen, die massiv gemobbt wurden oder viele Jahre arbeitslos waren. Sie kommen mit Burnout, Phobien, Alkohol- oder Kokainabhängigkeit, Spielsucht und vielen anderen Erkrankungen. Ganzheitlicher Ansatz Dr. Tuna Ucgun macht sich von jedem und jeder ein ganzheitliches Bild. Dafür kommt er morgens in einer Besprechung mit seinem Team zusammen. „Kurz-Team heißt das bei uns“, erläutert der 37-Jährige. Dort bespricht er mit Physio-, Ergo- und Sporttherapeut:innen, mit Ernährungsberater:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, Sucht- und Sozialtherapeut:innen die Fortschritte von Patient:innen, gemeinsam analysieren sie auch Misserfolge und zwanghaftes Verhalten, Dr. Tuna Ucgun gibt Empfehlungen zum Umgang mit einzelnen Patient:innen und bespricht Einzelheiten für bevorstehende Entlassungen. Als Chefarzt und Leitung ist Ucgun zu etwa 50 Prozent praktisch im Einsatz. „Das sind Erstgespräche mit neuen Patient:innen, einmal die Woche steht eine regelmäßige Visite an, ich mache körperliche und neurologische Untersuchungen, Blutabnahmen, EKG und ähnliches.“ Darüber hinaus steht er als erster Ansprechpartner im medizinischen Bereich mit einer ärztlichen Sprechstunde zur Verfügung. „Da kläre ich beispielsweise, ob die Medikamente die gewünschte Wirkung erzielen, ob Nebenwirkungen auftreten oder körperliche Beschwerden vorhanden sind.“ Beruflicher Wechsel nach zehn Jahren Die übrigen 50 Prozent seiner Arbeitszeit machen organisatorische und Verwaltungstätigkeiten aus. Dokumentations-, Entwicklungs- und Entlassberichte, Leistungs- und Kostenabrechnungen, Personalplanung, Indikationspläne, kurzfristige Ausfälle und Ähnliches. Ucgun kam im Juli 2022 als Leitender Oberarzt in die beiden Braunschweiger Reha-Tageskliniken des Lukas-Werkes und wechselte nun in die Chefarzt und Leitungsposition. „Davor habe ich zehn Jahre in einer psychiatrischen Akutklinik gearbeitet“, berichtet er. Ausschlaggebend für den beruflichen Wechsel war eine familiäre Veränderung. „Im vergangenen Jahr bin ich Vater geworden.“ In der Akutklinik schob er viele Überstunden, musste Nacht- und Bereitschaftsdienste übernehmen. „Dazu oft unvorhersehbare Krisensituationen von Patient:innen. Das alles ist wenig planbar und schwer vereinbar mit einer Familie.“ Den Wechsel zum Lukas-Werk hat Ucgun nicht bereut. Im Gegenteil: er sei beeindruckt wie gut in den Tageskliniken des Reha-Zentrums St. Leonhard verschiedene Fachdisziplinen Hand in Hand miteinander agieren und den Patient:innen dadurch eine ganzheitliche Behandlung zugutekomme. Im Mittelpunkt stehe, dass „wir gemeinsam mit den Rehabilitand:innen daran arbeiten, erlernte Techniken dauerhaft umzusetzen. Es geht darum, die Rückkehr in das Berufsleben zu schaffen und sich privat gut aufzustellen.“ Im Rahmen der Therapie beleuchten Ucgun und sein Team gemeinsam, mit den Patient:innen, ob aktuelle Lebens- und Arbeitsbedingungen passen, sie begleiten auch Gespräche mit Angehörigen oder Arbeitgebern. „Wir bieten hier nicht ausschließlich eine medizinische Betreuung, sondern berücksichtigen immer auch soziale Aspekte.“ Bei dem einen Patienten kann das bedeuten, dass er eine Umschulung machen wird, bei der nächsten, dass sie sich von einem Partner trennt, bei noch anderen machen schon kleine erlernte Verhaltensänderungen den großen Unterschied. Was ihm an seinem neuen Job besonders gefällt? „Wenn ein Patient nach der Reha bei uns gestärkt in den beruflichen und privaten Alltag entlassen wird, wenn neuer Lebensmut gefasst wurde“, so Ucgun. Das sei ein besonders schönes Gefühl. Über das Lukas-Werk Das Lukas-Werk bietet in Südostniedersachsen ein flächendeckendes Netzwerk spezialisierter Gesundheitsdienstleistungen. In sechs Fachambulanzen, zwei Reha-Tageskliniken und einer stationären Reha-Fachklinik beraten, behandeln und betreuen wir im Bereich Suchthilfe. Mit der Reha-Tagesklinik Psychosomatik im Rehabilitationszentrum St. Leonhard in Braunschweig erweitern wir unser Leistungsspektrum um ein ganzheitliches, wohnortnahes Behandlungsangebot für Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Mehr Infos
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