Zukunft der Sozialstationen und Tagespflegen der insolventen DRK Goslar Pflege und Service gesichert
15.05.2023 Zukunft der Sozialstationen und Tagespflegen der insolventen DRK Goslar Pflege und Service gesichert Weitergeführt werden sollen die Sozialstationen und Tagespflegen der insolventen DRK Goslar Plfege und Service GmbH von den Diakoniestationen Harz Heide. Peter Steuerwald als Insolvenzverwalter sowie die Diakoniestationen Harz-Heide gGmbH (DHH), eine Tochtergesellschaft der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), haben sich gemeinsam dafür eingesetzt, dass die Zukunft der DRK-Einrichtungen in Vienenburg sowie Langelsheim (jeweils eine Sozialstation für ambulante Pflege und eine Tagespflege) neun Monate nach Beginn des Insolvenzverfahrens der DRK Goslar Pflege und Service GmbH gesichert ist. Dieses Verfahren wurde am 1. September 2022 eröffnet und Peter Steuerwald wurde zum Insolvenzverwalter über das Vermögen der Gesellschaft bestellt. Gemeinsam mit der CONFER-SI GmbH aus Köln hat Steuerwald den Betrieb der Einrichtungen fortgeführt und stabilisiert. Nach einem umfangreichen Investorenprozess konnte ein Investor gefunden werden. Eine Absichtserklärung für die Sicherung ist zwischen der esn, der DHH und dem Insolvenzverwalter am 11. Mai 2023 unterzeichnet worden. Die Gläubigerversammlung muss dem Vorhaben noch zustimmen – insbesondere, weil die Betriebsgebäude mit veräußert werden sollen. Es herrscht aber Zuversicht darüber, dass die Parteien bis Ende Mai zu einem Abschluss kommen. Ziel ist es, die Betriebsteile einschließlich der Mitarbeitenden sowie der zu betreuenden Menschen zum 1. Juli 2023 auf die DHH als zukünftigen Betreiber zu übertragen. In der Region Nordharz ist die DHH mit ambulanten Pflegediensten in Goslar, Kissenbrück und Othfresen/Liebenburg präsent. Eine Tagespflege gibt es bereits am Standort Goslar. Die Standorte Vienenburg und Langelsheim können optimal in das bestehende Hilfenetzwerk integriert werden.
Zu der SeiteNeuerkerode blickt auf erfolgreiche Teilnahme zurück
12.05.2023 Bürger:innen und Mitarbeitende mit vollem Einsatz bei den Special Olympics dabei Sportlich, musikalisch und informativ präsentierten sich die Neuerkeröder Athlet:innen und Musiker:innen sowie Mitarbeitende der Wohnen und Betreuen GmbH rund um die Landesmeisterschaften der Special Olympics in Braunschweig. Die Wettkämpfe bei den Landesmeisterschaften der Special Olympics in Braunschweig sind vorbei und die Judoka des SC Neuerkerode ziehen eine erfolgreiche Bilanz: Ob Gold, Silber oder Bronze – jede Menge Edelmetall landete um den Hals der Neuerkeröder Athlet:innen. Leonie Witsack holte den Sieg in ihrer Wettbewerbsklasse und war überglücklich: „Toll, dass ich an den Spielen teilnehmen konnte. Ich freue mich riesig über meine Goldmedaille.“ Es ist der Lohn einer intensiven Vorbereitung und auch persönlicher Opfer. So haben die Judoka für die Teilnahme an den Landesmeisterschaften extra Urlaub genommen. Musikalisches Gold lieferten die Neuerkeröder Bands „Hand in Hand“ und „Underrock“, die bei der Athletendisco im Braunschweiger Westand vor 300 tanzwütigen Athlet:innen und zur Abschlussfeier auf der großen Schlossplatzbühne auftraten. Parallel versorgten Führungskräfte der Wohnen und Betreuen (WuB) interessierte Besucher:innen des Festival-Dorfs auf dem Schlossplatz mit Informationen rund um die Neuerkeröder Eingliederungshilfe. Fragen zu weiteren Angeboten des esn-Netzwerks konnten in netten Gesprächen ebenfalls beantwortet und die Interessierten an die entsprechenden Gesellschaften weitervermittelt werden. Ein Highlight für die Kinder war das Glücksrad. Die richtigen Farben versprachen tolle Gewinne aus der Neuerkeröder Tagesförderung – sicherlich war auch das eine oder andere Muttertagsgeschenk dabei.
Zu der SeiteNachruf
17.05.2023 Nachruf In Erinnerung an unsere Diakonisse und Mitschwester Christa Vasterling, die am 12. Dezember 2022 verstorben ist. Christa Vasterling wurde am 1. Dezember 1940 als Tochter des Portiers Ernst Vasterling und dessen Ehefrau Martha Helene, geb. Bosse, in Braunschweig geboren. Von Juni 1943 bis November 1945 war die Familie in Gifhorn evakuiert. Nachdem der Vater aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, zogen sie wieder nach Braunschweig. In ihrem Lebenslauf schreibt Schwester Christa: „Schon sehr früh als Kind hatte ich den innigsten Wunsch, Diakonisse zu werden. Es war für mich immer etwas besonders Schönes, sonntags zum Kindergottesdienst zu gehen.“ 1955 wurde Christa Vasterling konfirmiert. In dieser Zeit fasste sie als Konfirmandin den Entschluss, Diakonisse zu werden. Von ihrer Tante in Hannover, die dort als Diakonisse lebte, erfuhr sie von den Aufgaben und dem Leben einer Diakonisse und ließ sich für diese Lebensentscheidung begeistern. Bereits mit 16 Jahren kam sie als Haustochter in das Mutterhaus der Ev.-luth. Diakonissenanstalt Marienstift in Braunschweig und vermerkte kurz danach: „Nach drei Monaten fragte Frau Oberin Grüning, ob ich für 14 Tage auf der Jordanshöhe aushelfen wolle … aus den 14 Tagen sind drei wunderschöne Jahre geworden.“ So fasste sie mit 18 Jahren den Entschluss und trat zusammen mit drei Probeschwestern am 30. April 1959 in das Diakonissen-Mutterhaus ein und erlernte den Beruf der Krankenschwester. Sie durchlief im Anschluss an die Ausbildung verschiedene Bereiche im Krankenhaus Marienstift. Bis 1980 arbeitete sie im chirurgischen OP. Dieser Aufgabenbereich machte ihr besonders große Freude. Am 8. Mai, dem Gründungstag der Ev.-luth. Diakonissenanstalt Marienstift, im Jahr 1966 wurde Schwester Christa Vasterling als Diakonisse eingesegnet. Ihr Einsegnungsspruch „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ begleitete sie ihr Leben lang, auch in den letzten Stunden ihres irdischen Lebens. Schwester Christa Vasterling war vielen Menschen im Marienstift unter anderem gut bekannt als Pforten- und Kirchenschwester. Sehr motiviert, akkurat und sorgsam füllte sie diese Aufgabenbereiche aus und bleibt mit ihrem besonderen Profil unvergessen. Die letzten Lebensjahre verbrachte sie in unserem Senioren- und Pflegezentrum Bethanien. "Ich blicke zurück auf 56 Jahre Diakonissenleben. Für meinen Lebensweg waren folgende Worte der Heiligen Schrift Richtschnur, Ziel und Wegweisung: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Matth. 28, Vers 20 // Christa Vasterling Am 12. Dezember ist sie im Alter von 82 Jahren verstorben. Wir danken ihr für ihren wertvollen Dienst, und dass wir mit ihr in Gemeinschaft leben durften. Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteUnterwegs mit... Brigitte Hube
16.05.2023 Brigitte Hube hilft psychisch kranken Menschen in ihren Alltag zurück Für unsere Serie "Unterwegs mit..." haben wir diesmal Brigitte Hube vom diakonischen ambulanten Psychiatrischen Pflegedienst begleitet. Dinge wie morgens aufstehen, Bus fahren, einkaufen gehen oder Briefe beantworten, machen vielleicht nicht jedem Spaß, aber sie gehören zum Alltag dazu. Doch für Menschen mit einer psychischen Erkrankung wie beispielsweise einer Depression oder einer Angststörung können diese Tätigkeiten zu gefühlt unüberbrückbaren Hürden werden, die sie davon abhalten, ihren Alltag wie gewollt leben zu können. Die Seele ist in einem Tief, aus dem sie nicht mehr alleine herauskommt. Doch alleine muss man das auch nicht schaffen: Es gibt fachliche Unterstützung – beispielsweise in Form einer Begleitung durch die Mitarbeitenden des diakonischen ambulanten psychiatrischen Pflegedienstes (DIAPP) der Diakoniestationen Harz-Heide, die zu der Evangelischen Stiftung Neuerkerode gehören. So kam Brigitte Hube zum DIAPP Eine dieser Mitarbeitenden ist Brigitte Hube, die seit 2019 bei dem DIAPP arbeitet. Von dem Angebot des psychiatrischen Pflegedienstes erfuhr sie, weil er einst einer Person aus ihrem Umfeld wieder auf die Beine half. „Davor wusste ich gar nicht, dass es diesen Beruf gibt“, sagt die 48-Jährige. Sie hat viele Jahre als Krankenschwester gearbeitet, bevor sie die Zusatzausbildung zur Psychiatriefachkraft macht und bei der DIAPP anfängt. „Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut“, berichtet sie. „Es gab noch keinen Tag, an dem ich nicht gerne zur Arbeit gegangen bin.“ "Es gab noch keinen Tag, an dem ich nicht gerne zur Arbeit gegangen bin." Brigitte Hube Jeder Mensch ist anders Die Aufgaben, die sie dabei erfüllt, sind vielseitig: Sie unterstützt unter anderem bei der Organisation von Alltag und Freizeit, erstellt mit ihren Klient:innen individuelle, alltagstaugliche Hilfepläne, unterstützt beim Aufbau und der Pflege von sozialen Kontakten, führt entlastende Gespräche und begleitet auch bei Ämter- und Behördenangelegenheiten. Die Cremlingerin richtet sich – ebenso wie ihre rund 30 Kolleg:innen – nach den Bedürfnissen ihrer individuellen Klient:innen. Denn jemand mit einer Angststörung habe ganz andere Themen, die er oder sie in der Begleitung angehen wolle, als jemand mit einer Depression. „Und auch die Bedürfnisse eines Menschen mit Depression unterscheidet sich enorm von anderen Menschen mit der gleichen Erkrankung. Wir sind nun einmal alle unterschiedlich – ob mit oder ohne psychische Erkrankung“, sagt Brigitte Hube. Tagesstruktur ist ein großes Thema So beginnt auch jeder Arbeitstag ein wenig anders. Warum das so ist, wird klar, als sie an diesem Tag Walter Johann (Name von der Redaktion geändert) trifft. Er leidet unter Depressionen, hat Probleme, morgens aus dem Bett zu kommen und eine Tagesstruktur zu finden. Die Cremlingerin weiß: „Das ist bei vielen Klient:innen ein großes Thema.“ Derzeit treffen sie sich zweimal in der Woche. „Eine Uhrzeit bestimmt dabei mein Klient, die andere ich“, sagt Hube. Um ein früheres Aufstehen zu fördern, wählt sie meist frühe Termine. Alpakas und Regenwürmer Auch wo die Treffen stattfinden, ist je nach Klient:in unterschiedlich. Mal trifft Brigitte Hube sie in der Natur, auf der Pferdekoppel oder im Einkaufszentrum. Auch eine Alpakawanderung hat sie schon gemacht. Orte, die nicht fußläufig zu erreichen sind, eignen sich gut, damit beispielsweise jemand mit einer Sozialphobie versucht, mit dem Bus zu fahren. Bei den Spaziergängen draußen hat Hube bestimmte Herangehensweisen, um Menschen aus ihren Gedankenstrudeln ins Hier und Jetzt zu holen. „Ich führe bei den Spaziergängen spielerisch an das Thema Achtsamkeit heran: Wer sieht zuerst etwas Gelbes? Wer einen Vogel? Oder einen Regenwurm?“, erklärt Brigitte Hube.Doch sie trifft ihre Klient:innen auch oft bei ihnen zu Hause. Es wird darüber gesprochen, was ihnen helfen könnte und gemeinsam werden Pläne erstellt, wie die vereinbarten Ziele erreicht werden können. Mit viel Gefühl Im Gespräch mit Johann merkt man schnell, wie feinfühlig die Cremlingerin vorgeht. Sie fragt nach Dingen, die ihren Gesprächspartner interessieren – in diesem Fall sind das Gesellschaftsspiele. Ganz locker und wie spontan lässt sie Fragen, die für ihre Arbeit wichtig sind, in das Gespräch einfließen: Wie ist das Wohlbefinden? Wie hast du geschlafen? Hast du schon etwas gegessen? Wie sieht es mit der Ordnung aus? "Wie hast du geschlafen? Hast du schon etwas gegessen?" Brigitte Hube Gemeinsam einen Anfang finden Denn gerade in der Küche fällt es Johann schwer, Ordnung zu halten. „Da habe ich auch kein Problem damit, mal mit anzupacken – was jedoch nicht bedeutet, dass ich für die Klient:innen putze“, sagt Hube. Es gehe eher darum, gemeinsam einen Anfang zu finden. Das helfe sehr, bestätigt Johann: „Ich brauche da manchmal einfach einen kleinen Schubs. Den Rest schaffe ich dann auch ohne Brigitte.“ Hilfepläne für die Zeit danach Gemeinsam werden Hilfepläne erstellt, auch für die Zeit nach der Begleitung. Für vier Monate am Stück übernimmt die Krankenkasse bei Zuspruch die Kosten. Jedes halbe Jahr oder nach Klinikaufenthalten kann die Unterstützung beantragt werden. Die Intensität der Begleitung ändert sich mit der Zeit. Zu Beginn trifft man sich öfter, dann wird es weniger, bis man sich nur noch einmal in der Woche sieht. So wird versucht, die Klient:innen auf den Abschied vorzubereiten. Denn Brigitte Hube und ihre Kolleg:innen sollen ja nicht den Alltag ihrer Klient:innen stemmen, sondern sie dazu ermächtigen, es auch ohne die DIAPP zu schaffen. Es geht immer jemand ans Telefon Von den 30 DIAPP-Mitarbeitenden ist immer jemand erreichbar. Brigitte Hube ist meist im Bereich Braunschweig/Wolfenbüttel unterwegs. Im Schnitt begleitet sie acht Klient:innen parallel, trifft sich mit drei bis vier Klient:innen pro Tag – und ist dabei ziemlich flexibel. „Die Termine können auch mal länger dauern“, berichtet die 48-Jährige. „Gibt es eine akute Krise bei einer Person, rufe ich bei meinem nächsten Termin an und sage, dass es später werden könnte.“ Vertrauen ist Voraussetzung Aber an diesem Tag gibt es keine akuten Krisen. Hube liegt in ihrem Zeitplan und ist schon auf dem Weg zu Arnold Müller (Name von der Redaktion geändert). Schon vor einigen Jahren hat sie ihn begleitet. Als er nach einem Klinikaufenthalt wieder auf die Hilfe des DIAPP angewiesen ist, fragt er gezielt nach Brigitte Hube. „Die Arbeit hat viel mit Vertrauen zu tun. Es ist schließlich nicht leicht, sich einzugestehen, dass man auf Unterstützung angewiesen ist“, so die Begleiterin. Keinen Druck machen Gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen wie einer Sozialphobie, einer Depression oder einer Angststörung kann soziale Interaktion zur echten Herausforderung werden. Hube begegnet ihnen mit Empathie – und macht ihnen keinen Druck: „Wenn sich mir jemand noch nicht öffnen kann, lasse ich dieser Person noch etwas Zeit. Dann ist sie einfach noch nicht so weit.“ „Wenn sich mir jemand noch nicht öffnen kann, lasse ich dieser Person noch etwas Zeit. Dann ist sie einfach noch nicht so weit.“ Brigitte Hube Gegen Frust ankämpfen Müller fällt es ebenfalls schwer, seinen Tag zu strukturieren. Er nehme sich zu viel vor, mache dann gar nichts davon – und sei am Ende des Tages frustriert von sich selbst. Außerdem horte er Dinge. In seinem „Kinderzimmer“ – hier bastelt er an verschiedenen Sachen wie alten Uhren und bringt sie wieder zum Laufen – haben die beiden schon ordentlich ausgemistet. Der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür Als die psychiatrische Fachkraft Müller das erste Mal traf, fand sie in seiner Wohnung einen ganzen Berg ungeöffneter Briefe vor: Rechnungen, Mahnungen und weitere offizielle Schreiben, die nicht ignoriert werden sollten. Nachdem sie sich einen ersten Überblick verschafften, stießen sie auf eine erschreckende Information: In wenigen Stunden sollte der Gerichtsvollzieher vor Müllers Tür stehen. „Das war wirklich sehr knapp. Wir haben das Geld überwiesen und einen Screenshot der Bestätigung an die Verantwortlichen geschickt – so konnten wir das Ganze gerade noch so abwenden“, erinnert sich Brigitte Hube. "Das war wirklich sehr knapp. Wir haben das Geld überwiesen und einen Screenshot der Bestätigung an die Verantwortlichen geschickt so konnten wir das Ganze gerade noch so abwenden." Brigitte Hube Plötzliche Hürden Auf Müllers Wohnzimmertisch finden sich auch an diesem Tag einige Briefe, die sie gemeinsam durchgehen. „Ich habe kein Problem damit, einen einzigen Brief zu öffnen“, erklärt Müller. „Doch ab einer Zahl X – die ich selbst nicht genau kenne – habe ich da plötzlich eine Sperre und ich öffne gar nichts mehr.“ Sich gemeinsam Dingen stellen Müller ist seit einigen Monaten arbeitslos. Hube hilft ihm dabei, Formulare auszufüllen und einzureichen, damit er Hilfe vom Staat bekommt. Denn gerade diese Flut an Formularen kann auf jemanden wie Müller, der ohnehin ungern Briefe öffnet und Formulare ausfüllt, zum Hindernis werden. „Der Umgang mit Ämtern ist nicht einfach, da musste auch ich mich erst einmal reinfinden. Aber mittlerweile weiß ich, wen ich wo anrufen kann, wenn etwas unklar ist“, sagt die Cremlingerin. So gehen sie die Briefe Schritt für Schritt gemeinsam durch. Erledigtes wird abgeheftet und geplant, wann Müller Antwortschreiben zur Post bringt. Entspannung in der Gruppe Doch die psychiatrische Fachkraft trifft ihre Klient:innen nicht nur einzeln. Seit vergangenem Dezember bietet Brigitte Hube im Quartier St. Leonhard Gruppenstunden unter dem Titel „Bewegung und Entspannung“ an. Viermal im Monat leitet sie hier Yoga, Quigong, Tanzen und Entspannungsübungen mit Bällen an. Abschließend gibt es immer eine kleine Geschichte. Neuerdings bietet sie auch traumasensitives Yoga für traumatisierte Frauen an. Neben dem Raum, in dem das Ganze stattfindet, gibt es noch einen Raum. Wird jemandem etwas zu viel, kann diese Person sich zurückziehen. Mitfühlen statt mitleiden Hube ist im Umgang – ob in den Gruppenstunden oder der Begleitung – freundlich, aber bestimmt, hat außerordentliches Feingefühl. „Wer nicht empathisch ist, ist bei diesem Job falsch“, findet sie. Die Arbeit ist nämlich durchaus nicht immer leicht, bei manchen ist der Leidensdruck enorm. Brigitte Hube sagt: „Ich fühle mit, aber ich leide nicht mit.“ So findet sie einen Weg, sich in ihre Klient:innen hineinzuversetzen, dennoch professionell zu bleiben, Vertrauen zu gewinnen – und ihnen so eine Rückkehr in einen geregelten Alltag zu ermöglichen. Kontakt zum DIAPP DIAPP gGmbH Bechtsbütteler Str. 2b 38110 Braunschweig-Bevenrode t 0531 23866 888 f 0531 23866 889 diapp@diakoniestation38.de Ansprechpartnerin: Andrea Bruns Mehr Infos
Zu der SeiteAchtung, Kinderkonferenz!
17.05.2023 Achtung, Kinderkonferenz! Über Selbstbestimmung, Teilhabe und Demokratie in der Kita Peter und Paul in Neuerkerode. Die Freude bei den Mitarbeitenden, Eltern und in der gesamten Evangelischen Stiftung Neuerkerode ist groß. Für Leitung Julia Lobe und Mitarbeiterin Jennifer Polo hat das neue Angebot darüber hinaus eine hohe Bedeutung. Parallel zu den baulichen Maßnahmen haben beide am konzeptionellen Fundament der integrativ-inklusiven Kita mitgewirkt und dieses um ein großes Stück erweitert: Es sieht noch mehr Beteiligung für die Kinder vor. „Anfangs haben wir überlegt, in welchem Rahmen die Kinder aktiv in Entscheidungen eingebunden werden können und wie Abstimmungsmöglichkeiten anzulegen sind, damit alle daran teilhaben können“, erinnert sich Polo. Deshalb sind für die Kinder, die kognitiv noch nicht in der Lage dazu sind, Kommunikationsmittel in Leichter Sprache/Symbolik erstellt worden. Dafür habe man zum Beispiel Metacom- Symbole (leichtverständliche Piktogramme, Anm. d. Red.) auf Karten gedruckt oder kleine Steine gebastelt, auf denen die Gemütslagen in Form von Smileys abgebildet sind. Wunschspielzeug & leckeres Essen Kern der Mitbestimmungsrunden ist eine Kinderkonferenz, in der Themen vorgeschlagen werden, die in den darauffolgenden Tagen mit den Kindern aufgearbeitet werden sollen. Die Vorschläge werden gesammelt, barrierefrei verbildlicht und zur Abstimmung freigegeben – jedes Kind darf mit einer Karte seine Stimme geben. Zudem bietet Leitung Julia Lobe Sprechzeiten an. „Wir haben ein Symbol eingeführt, das zu bestimmten Zeiten an meiner Tür hängt und signalisiert, dass ich jetzt für Gespräche bereitstehe“, sagt Lobe. Die Kinder hätten dieses Angebot sofort genutzt, um mit ihr zum Beispiel über neue Anschaffungen von Spielzeugen zu sprechen oder ein Feedback zum Essen zu geben. „Die Mitbestimmung für Kinder gelingt, wenn man ihnen einen geregelten Rahmen vorgibt, in dem sie sich frei bewegen können“, sagt die Kita-Leitung. Und was machst du in der Mittagszeit? Die neueste Abstimmungsmöglichkeit befindet sich im Flur: Dort ist eine Tafel angelegt worden, an der die Kinder festlegen, wie sie die Mittagszeit verbringen: Jedes Kind besitzt ein Passfoto mit Magnet und ordnet sich unter Rot (Mittagspause), Gelb (Stillarbeit) oder Grün (Bewegung) ein. „Das fördert die Selbstbestimmungskompetenzen sowie Teilhabe und Demokratiegefühl und funktioniert wunderbar“, freuen sich Polo und Lobe. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht Über die Kita Peter und Paul Die evangelische Kindertagesstätte Peter und Paul in Neuerkerode bietet 34 Kindern mit und ohne Behinderung in zwei Gruppen eine wohnortnahe Betreuung und Förderung in der Samtgemeinde Sickte an. Mehr Infos
Zu der Seiteesn-Podcast startet bei der Braunschweiger Zeitung
12.05.2023 esn-Podcast startet bei der Braunschweiger Zeitung "Dream-Team" schaut Mitarbeitenden der Evangelischen Stiftung Neuerkerode über die Schulter. Bei der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn) gibt es eine Vielzahl von Berufsfeldern. So unterschiedlich sie auch sein mögen, verbindet die Menschen, die hier arbeiten, jedoch eine Sache: Sie machen ihren Job mit ganz viel Leidenschaft. In dem neuen Podcast „Dream-Team – Mein Job und ich“ wirft die Braunschweiger Zeitung einen Blick hinter die Kulissen und stellt die Arbeit in vier Einrichtungen der esn vor. In der ersten Folge, die heute – am Tag der Pflege – erscheint, wird Mitarbeitenden des Krankenhauses Marienstift in Braunschweig über die Schulter geschaut. Was treibt sie an? Welche Hürden meistern sie jeden Tag? Und warum können sie sich keinen anderen Beruf vorstellen? In der nächsten Episode begleitet die Braunschweiger Zeitung Mitarbeitende des Lukas-Werks, die Suchtkranken zur Seite stehen. Außerdem waren die Podcaster mit Menschen aus der Wohnen und Betreuen, der Behindertenhilfe der esn, und im Senioren- und Pflegezentrum Bethanien in Braunschweig unterwegs. Kommen Sie mit uns auf die Reise durch die verschiedenen Einrichtungen – und lernen Sie die Menschen kennen, die die esn zu dem machen, was sie ist. Hören Sie die erste Folge jetzt auf Spotify , Apple Podcasts und bei der Braunschweiger Zeitung . Den Trailer können Sie auch bei uns anhören:
Zu der SeiteBereit, eine neue Welt zu entdecken?
17.05.2023 Bereit, eine neue Welt zu entdecken? VirtuaLounge und TU Braunschweig forschen dazu, ob VR-Brillen Senioren mehr Lebensqualität bescheren könnten. Virtual Reality ist eigentlich etwas, das man wohl eher mit „Digital Natives“, also jungen Menschen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, in Verbindung bringen würde. Dass es auch anders geht, konnte man in den vergangenen Monaten in Senioreneinrichtungen, unter anderem dem St. Vinzenz und Bethanien in Braunschweig, beobachten. Hier waren einige Seniorinnen und Senioren zu finden, die mithilfe der sogenannten VR-Brillen in digitale Welten eintauchten. Das taten sie nicht nur aus Spaß, sondern zu Forschungszwecken. Denn der Einsatz von VR-Brillen könnte positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohnenden von Pflegeheimen haben und ihre kognitiven und physischen Fähigkeiten aktivieren. Inwiefern das wirklich funktioniert, versucht derzeit eine Gruppe der TU Braunschweig in dem Projekt „VRalive“ herauszufinden. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, ein seniorengerechtes VR-System zu entwickeln, das sowohl die passive als auch die aktive Nutzung von VR-Erlebnissen in der Gruppe ermöglicht. Aktivität fördern Vermehrte Unternehmungen können zu weniger Einsamkeit und somit zu mehr Wohlbefinden bei den Seniorinnen und Senioren führen. Doch nicht alle sind körperlich dazu in der Lage, beispielsweise an Ausflügen teilzunehmen. Mithilfe von VR-Brillen könnten sie trotzdem aktiv sein, ohne die jeweilige Einrichtung verlassen zu müssen. Nur eben in der digitalen statt in der realen Welt. „Das ist ja toll, ist das Amerika?“ Die Projektleiterinnen dieses Forschungsprojektes sind die TU-Professorin Dr. Beate Muschalla vom Institut für Psychologie und Irina Shiyanov, Mitgründerin der VirtuaLounge. Im St. Vinzenz ist an diesem Morgen die Projektdurchführende Yijun Li mit einem dreiköpfigen Team und mehreren VR-Brillen vor Ort, um die Heimbewohnerinnen und -bewohner anzuleiten und die Ergebnisse zu protokollieren. Vier Teilnehmende sitzen erwartungsvoll bereit, während David Konschin von der VirtuaLounge die Technik erklärt. Er fragt: „Sind Sie bereit, eine neue Welt zu entdecken?“ Die Seniorinnen und Senioren bekommen die Brillen aufgesetzt. In jeder Hand halten sie einen Controller, mit dem sie ihre virtuellen Hände steuern und sogar mit ihnen greifen können. „Das ist ja toll, ist das Amerika?“, fragt ein Teilnehmer, nachdem er in die simulierte Welt eingetaucht ist. In dieser Welt finden sich die Teilnehmenden vor einem Ferienhaus am Strand wieder, im Hintergrund sind Berge und eine Mühle zu sehen. Roboter-Hilfe Doch sie sind nicht alleine: Ein freundlicher Roboter erklärt ihnen, wie alles funktioniert. Von außen sieht man die Teilnehmenden, wie sie den Kopf wenden, sich umschauen, die Hände mit den Controllern von einer Seite zur anderen bewegen. Auf einem Tablet kann man sehen, was die Heimbewohnenden gerade wirklich wahrnehmen: Sie bauen aus verschiedenen Klötzen einen Turm, danach eine Bank für den Garten des Ferienhauses. Auch Blumen werden gegossen, die gleich darauf beginnen zu wachsen. Manche sind schneller fertig, andere brauchen einen Moment länger. „Das ist kein Wettkampf. Lassen Sie sich Zeit“, sagt Yijun Li. Ein Senior lässt die Brille noch auf, nachdem er die Aufgaben erledigt hat. „Ich schaue mich noch ein wenig um, bis alle so weit sind“, sagt er. Die Reaktionen werden von den Mitarbeitenden der TU Braunschweig genau beobachtet. Nachdem die Brillen abgenommen wurden, erkennt man die strahlenden Gesichter der Pflegeheimbewohnenden. „Das hat richtig Spaß gemacht“, berichtet eine Seniorin. „Wie toll wäre das, wenn Blumen wirklich so schnell sprießen würden!“ Dann werden die Teilnehmenden befragt: Nach ihren Gefühlen während der Intervention, über mögliche Schwindelgefühle, aber auch über ihren Alltag. „Heute hat das alles besonders gut geklappt. Jeder der Teilnehmenden hat sich direkt auf diese neue Welt eingelassen“, sagt Yijun Li. In den kommenden Wochen werden die Bewohnenden des Pflegeheims immer wieder „ihr“ Ferienhaus besuchen, hier beispielsweise kochen oder ihren Garten weiterpflegen. Doch auch an diesem Tag steht noch eine letzte Aktion auf dem Programm, bei dem die Seniorinnen und Senioren sich einfach zurücklehnen und genießen können: eine virtuelle Reise. „Juhu, es geht in den Urlaub!“, freuen sich die Teilnehmenden. Ohne die Brille hätten sie nicht die Möglichkeit, solch eine weite Reise auf sich zu nehmen. Text: Lukas Dörfler // Fotos: Bernhard Janitschke Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteInfoveranstaltung Tagesklinik Psychosomatik muss entfallen.
11.05.2023 Infoveranstaltung zur Tagesklinik Psychosomatik fällt aus Termin am 16. Mai 2023 aus organisatorischen Gründen abgesagt. Wie läuft eine ganztägig ambulante Rehabilitation in der Reha-Tagesklinik für Psychosomatik des Lukas-Werks in Braunschwieg ab? Welche Behandlungsangebot für Menschen, die durch eine psychische oder psychosomatische Erkrankung sowohl beruflich als auch privat in ihrer Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit beeinträchtigt sind, werden gemacht? Welche Therapieschwerpunkte werden dort gemacht und wie beantrage ich einen Platz in der Reha-Tagesklinik? Um Fragen wie diese gehet es bei den regelmäßigen Infoveranstaltungen, die das Lukas-Werk jeden Dienstag um 16.30 Uhr im Rahmen einer Infogruppe gibt und so ein gegenseitiges unverbildiches Kennenlernen ermöglicht. >> Aus organisatorischen Gründen muss der Termin am 16. Mai 2023 leider entfallen. << Danach finden die Veranstaltungen wieder wie gewohnt jeden Dienstag statt. Der nächste Termin ist der 23. Mai 2023. Mehr Infos
Zu der SeiteGeplantes Ambulantes Haus in Kissenbrück ist "wie ein Sechser im Lotto"
11.05.2023 Geplantes Ambulantes Haus in Kissenbrück ist "wie ein Sechser im Lotto" Das Ambulante Haus wird eine Tagespflege, die Leitung des ambulanten Pflegedienstes sowie mehrere Service-Wohnungen unter einem Dach vereinen. Die Dreifaltigkeitsgemeinde Kissenbrück-Biewende bemüht sich schon seit geraumer Zeit, einen Investor für eine Tagespflege An der Streuobstwiese in Kissenbrück zu gewinnen und hielt hierfür extra ein Grundstück zurück. Nun kommt sogar mehr als eine Tagespflege: In Zusammenarbeit der Diakoniestationen Harz-Heide mit Investor Heiko Mennenga entsteht hier nun ein Ambulantes Haus. Kissenbrücks Bürgermeister Gerhard Wiche brachte die Stimmung auf den Punkt: „Das ist wie ein Sechser im Lotto – nicht nur für Kissenbrück, sondern auch für die umliegenden Gemeinden.“ Mit diesen Worten verlieh er seiner Freude Ausdruck, als das geplante Ambulante Haus in Kissenbrück ihm, dem Kirchenvorstand und der Pfarrerin der Dreifaltigkeitsgemeinde Kissenbrück-Biewende sowie der Presse am vergangenen Dienstag vorgestellt wurde. Die Diakoniestation Nordharz, Teil der Diakoniestationen Harz-Heide (DHH) und somit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, betreibt bereits eine Filiale in Kissenbrück, von der aus Patienten in ihrem häuslichen Umfeld versorgt werden. „Derzeit betreuen wir 108 Kunden mit 21 Mitarbeitenden“, verriet Pflegedienstleitung Yvonne Lubba. Nun entsteht in der Straße „An der Streuobstwiese“ in Kissenbrück in Zusammenarbeit der DHH und Investor Heiko Mennenga ein Ambulantes Haus, welches mehrere Dienstleistungen unter einem Dach vereinen wird. Das Projekt soll im Optimalfall noch im Jahr 2023 begonnen und Ende 2024 abgeschlossen werden. „Der genaue Zeitplan hängt natürlich von den Baugenehmigungen ab“, so Mennenga. Der Bedarf nach den Angeboten eines Ambulanten Hauses ist in Kissenbrück und in der Umgebung groß. „Für Familien wird hier viel getan, aber Senioren mussten meist nach Wolfenbüttel ziehen, wenn sie Pflege benötigt haben“, sagte Pfarrerin Melanie Schwerdtfeger. „Den Wunsch nach einem solchen Projekt gibt es seit Jahren.“ Kirche und Gemeinde stellen jeweils einen Teil des Grundstücks zur Verfügung, sodass das Ambulante Haus größer werden kann als ursprünglich geplant. Doch was genau sind die Angebote des Ambulanten Hauses, von denen nicht nur Kissenbrück profitieren wird? "Für Familien wird hier viel getan, aber Senioren mussten meist nach Wolfenbüttel ziehen, wenn sie Pflege benötigt haben. Den Wunsch nach einem solchen Projekt gibt es seit Jahren." Pfarrerin Melanie Schwerdtfeger Im Erdgeschoss wird eine Tagespflege und die Leitung des ambulanten Pflegedienstes ihren Platz finden. Ein Wohn- und Gemeinschaftsbereich mit einer Größe von über 75 Quadratmetern sowie ein Koch- und Essbereich mit einer Größe von knapp 80 Quadratmetern bilden das Herz der Tagespflege – und können durch eine Faltwand je nach Bedarf zusammengelegt werden. Draußen lädt eine fast 130 Quadratmeter große Terrasse zum Verweilen ein. Neben einem Therapiezimmer wird es unter anderem auch zwei Ruheräume geben. „Die Tagespflege wird rund 20 Plätze haben, was bedeutet, dass hier pro Woche 60 bis 80 Senioren zu Gästen werden können“, erklärte DHH-Geschäftsführer Volker Wagner. Neben der Tagespflege wird auch neuer Wohnraum geschaffen. Acht Service-Wohnungen – alle mit Balkon – zwischen 50 und 75 Quadratmetern entstehen im Obergeschoss. Die Schlafzimmer sind großzügig geschnitten, sodass hier auch Zwei-Personen-Haushalte komfortabel leben können. Den Bewohnern stehen Angebote und Wahlleistungen zur Verfügung, die den Alltag erleichtern und Sicherheit bieten. Das sogenannte Service-Wohnen bedeutet, dass außer dem Mietvertrag auch ein Servicevertrag mit der Diakoniestation abgeschlossen wird. Leistungen sind zum Beispiel Beratung zur Pflege, Hausnotruf, ambulante Pflege und individuelle Betreuungsangebote. Photovoltaikanlagen auf dem Dach, eine Luftwärmepumpe und Ladesäulen auf den Parkplätzen für die elektrisch betriebenen Fahrzeuge des ambulanten Pflegedienstes dienen nicht nur dazu, den steigenden Energiekosten etwas entgegenzusetzen, sondern vor allem dazu, die Umwelt zu schonen. Nachhaltigkeit ist eine der Leitlinien der Evangelischen Stiftung Neuerkerode. Oder mit den Worten von Elke Oberg, Vorsitzende des Kirchenvorstandes: „Hier wird Wert darauf gelegt, die Schöpfung zu wahren.“ Kontaktdaten Diakoniestation Nordharz – Filiale Kissenbrück t 05337.88 22 960 kissenbrück@diakoniestation38.de Ansprechpartnerin: Yvonne Lubba
Zu der SeiteDen Dickhäutern auf der Spur
17.05.2023 Den Dickhäutern auf der Spur Wenn Susanne Ihlau von ihren Erlebnissen in Thailand spricht, ist es so, als wenn ihre Gedanken und Erinnerungen sich noch einmal an den Ort nach Südostasien aufmachen, den sie im Herbst/Winter 2022 für vier Monate gegen ihren Arbeitsplatz eintauschte. In dem Stiftungsprojekt „Coffee for Elephants“ begleitete sie zum Teil aufwendige mehrtägige Elefantentouren durch den Dschungel. „Ich wollte erneut aus meiner Routine ausbrechen und gerne an einem neuen Projekt teilnehmen. 2019 arbeitete ich bereits in einer Schildkrötenauffangstation auf Bali. Größer hätte der Gegensatz nun fast nicht sein können, aber ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.“ Für Ihlau, die normalerweise für den Gastronomie- und Eventbereich der Mehrwerk zuständig ist, war das eine ganz besondere Erfahrung. „Ein Teil von mir ist irgendwie dageblieben“, schwärmt Ihlau noch Monate danach. Mit insgesamt dreizehn Elefanten und ihren dazugehörigen Mahuts, den Betreuern der Tiere, machten sich Ihlau und weitere Freiwillige zu Etappen durch Wald und Flüsse auf – meist war sie zu Fuß unterwegs. „Das war insbesondere in der Regenzeit sehr anstrengend, wenn es unaufhörlich regnet, die Flüsse anschwellen und irgendwie alles nass-matschig ist. Dazu kommen dann noch Hitze, huckelige Pisten und Co. Am Anfang habe ich gedacht, dass ich das körperlich nicht lange durchhalte. Aber die tolle, familiäre Gemeinschaft und auch der eigene Wille haben mir geholfen“, erinnert sich Ihlau. Doch wieso nimmt sie diese Strapazen auf sich? „Ich liebe Asien, die dortige Kultur und wollte einfach etwas Gutes tun, ohne in der Verantwortung zu stehen“, erklärt sie. Sprössling und Mehrwerk ermöglichen Auszeit Dass sie überhaupt vier Monate Auszeit nehmen konnte, verdankt sie ihrem Arbeitgeber und den Vorgesetzten: Daniel Schwerdtfeger (Sprössling-Geschäftsführer und Abteilungsleiter Gastronomie in der Mehrwerk) habe sie sofort bestärkt und unterstützt. Gemeinsam haben sie Gespräche mit der Personalabteilung geführt, um eine Vereinbarkeit zu finden. Schließlich konnten sich alle auf ein passendes Modell verständigen. „Das war die perfekte Lösung und ich bin total dankbar, dass mein Arbeitgeber mich in meinem Vorhaben unterstützt hat.“ Neben den Touren durch den asiatischen Wald brachte Ihlau sich bei organisatorischen Fragen ein, etwa bei Buchungen oder Rechnungen, sowie bei einem größeren Event. Dabei hielt sich die gelernte Eventmanagerin mit Erfahrungen aus Deutschland bewusst zurück, um sich möglichst viel von einheimischen Herangehensweisen abzuschauen. „Es war toll zu sehen, wie dort die Organisation für eine große Feier angegangen wird. Jeder hat seine Aufgabe bekommen und erledigt. Und für mich waren das mit Blick auf meine Arbeit hier ganz neue Sichtweisen, dort einfach mal los- und sich auf bestimmte Dinge einzulassen und diese auch einmal anders zu sehen“, resümiert Ihlau. Was will ich vom Leben? Was ist mir wichtig? Was brauche ich, um glücklich zu sein? Viele Antworten habe sie auf ihre Fragen gefunden – auch in beruflicher Hinsicht. Und so wie sich Elefanten an bestimmte Ereignisse und Erlebnisse noch jahrzehntelang erinnern, werden diese Zeit und die gewonnenen Erkenntnisse auch Susanne Ihlau für immer im Gedächtnis bleiben. Text: Thomas Pöllmann // Fotos: privat Zur Inhaltsübersicht
Zu der SeiteSuchbereich eingrenzen