Corona verschärft Isolation unserer Klient:innen

Der Weltdrogentag wurde im Dezember 1987 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegt. Er findet jedes Jahr am 26. Juni statt und ist ein Aktionstag gegen den Missbrauch von Drogen. Julia Martin ist Sozialarbeiterin in der Lukas-Werk Fachambulanz Peine, wo Mitte Juli die „PSB Beratungs- und Kontaktstelle“ eröffnet wird, ein Tagestreffpunkt, durch den sie zusammen mit dem Sozialpädagogen Jan Steinmetz ein Hilfe- und Kontaktangebot für substituierte Drogenabhänge in der Region Peine schafft. Sie freuen sich sehr, endlich wieder eine niedrigschwellige Kontaktstelle anbieten zu können! Im Interview berichtet die 24-jährige Sozialarbeiterin, warum ein solches Angebot so wichtig ist und wie sie Betroffene unterstützen kann.

Jan Steinmetz (links) und Julia Martin von der PSB Peine

Mit der neuen psychosozialen Beratungs- und Kontaktstelle (PSB) schaffen Sie ein niedrigschwelliges Angebot für Drogenabhängige. Warum ist ein solches Angebot so wichtig für die Klientel?
Drogenkonsumenten gehören zu einer Randgruppe der Gesellschaft, es ist schwierig für die meisten von ihnen, soziale Kontakte zu finden und aufrecht zu erhalten. Häufig leben sie sehr isoliert. Unser Angebot soll einen Raum schaffen, in dem informelle Kontakte stattfinden können und gleichzeitig die Hürde, bei Schwierigkeiten Unterstützung zu finden, sehr niedrig ist.

Wie können Sie die Menschen, die die PSB Beratungs- und Kontaktstelle aufsuchen, unterstützen?
Während unserer Öffnungszeiten montags bis freitags 8 – 12 Uhr ist immer eine Fachkraft vor Ort. Bei Bedarf unterstützen wir bei Behördenangelegenheiten, beraten bei Konflikten jeder Art und haben immer ein offenes Ohr.

Wer darf die Angebote in der Beratungs- und Kontaktstelle in Anspruch nehmen?
Männer und Frauen, die Drogen konsumieren oder konsumiert haben. Viele von ihnen werden durch eine niedergelassene Ärztin substituiert, d.h. sie bekommen eine Ersatzdroge quasi als Medikament verordnet. Dadurch soll erreicht werden, dass sie aus der Illegalität herauskommen und Beschaffungskriminalität nicht mehr nötig ist, um die Drogen zu finanzieren. Aber auch suchtkranke Drogenkonsumierende, die nicht substituiert werden, sind herzlich willkommen.

Gemeinsam können wir in vertraulichen Gesprächen klären, ob es eine Veränderungsmotivation gibt und welche Möglichkeiten offenstehen.

Welchen Herausforderungen stehen Sie insbesondere mit Blick auf die Corona-Pandemie kurz vor der Eröffnung gegenüber?
Bis 2018 bestand bereits eine Kontaktstelle hier in Peine, nach dem Verlust dieser Räume haben wir unser Beratungsangebot verstärkt im Rahmen von Streetwork aufrechterhalten, da der Weg in eine Beratungsstelle oft durch große Hemmungen erschwert wird. Diese aufsuchende Arbeit wurde durch die Corona-Beschränkungen natürlich sehr beeinträchtigt. Insbesondere im harten Lockdown waren im Grunde nur Kontakte zu jeweils einer Person möglich. Die sonst üblichen Treffen unserer Kientel in der Nähe der Substitutionspraxis waren nicht möglich – die bereits bestehende Isolation verschärfte sich noch mehr. Genau hier setzt unser Angebot an

Die PSB Beratungs- und Kontaktstelle

Lukas-Werk Gesundheitsdienste Fachambulanz Peine
1. Obergeschoss Zugang über den Hof
Bahnhofstraße 8
31226 Peine
t 05171.5081-24
fa-peine@lukas-werk.de

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