Jollen "Sonnenbarsch" und "Zitteraal" bereichern inklusives Segel-Projekt

Durch eine Förderung der Niedersächsischen Sparkassen kann das inklusive Segelprojekt von Special Olympics Niedersachsen, Segler-Verein Braunschweig und Mehrwerk gGmbH weitere Ziele ins Auge fassen.
 

Mit den "Wellenreitern" fing alles an: Beschäftigte der Mehrwerk gGmbH lernen in Kooperation mit dem Segler-Verein Braunschweig e.V. (SVBS) das Segeln. In Theorie und Praxis, und mit dem Katamaran "Luise", geht es für sechs Menschen mit geistiger Behinderung seit zwei Jahren regelmäßig auf den Südsee bei Braunschweig. Darauf baut nun das Pilotprojekt „Inklusives Segeln“ von Special Olympics Niedersachsen (SO NDS) und dem Segler-Verein Braunschweig e.V. (SVBS) auf. Es richtet sich an Athlet:innen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Eine Finanzierung der niedersächsischen Sparkassen macht das Projekt möglich. Am vergangenen Freitag wurden auf dem Vereinsgelände des SVBS in Braunschweig zwei Segeljollen auf die Namen „Sonnenbarsch“ und „Zitteraal“ getauft. Ziel des neuen Segelprojektes ist die Schaffung flächendeckender Angebote sowie nachhaltiger Strukturen für den inklusiven Segelsport in Niedersachsen. Um weitere niedersächsische Athlet:innen ins Boot zu holen, werden Netzwerke zwischen lokalen Akteuren, Segel-Vereinen und Einrichtungen der Behindertenhilfe geknüpft. Darüber hinaus werden niedersachsenweit Schnupper- und Aktionstage in Segel-Vereinen angeboten. Trotz regnerischem Start blickt das Projekt in eine sonnige Zukunft. „Niedersächsische Seglerinnen und Segler bei den Special Olympics World Games 2023 in Berlin auf dem Wannsee – darauf freuen wir uns“, so SO NDS Präsidentin Vera Neugebauer. Möglich geworden ist die Realisierung des Projektes durch eine Förderung der niedersächsischen Sparkassen mithilfe finanzieller Mittel aus der Lotterie „Sparen+Gewinnen“. Jan-Peter Linde, Abteilungsdirektor des Sparkassenverbandes Niedersachsen, in seiner Rede vor der Bootstaufe dazu treffend: „Gemeinsam schafft man mehr“.

Mit großer Begeisterung engagieren sich die sechs Teilnehmenden unter dem Teamnamen die „Wellenreiter“ in der Theorie, aber auch auf dem Wasser für das inklusive Segelprojekt. Nach einer langen Corona-Pause, die unter anderem mit „Indoorsegeln“ – Kursen und Manövern mit Modellbooten, Knotenübungen sowie Memoryspielen zum Erlernen der Fachbegriffe – genutzt wurde, freuen sich nun alle darauf, wieder in See stechen zu können. „Herzlichen Dank an Special Olympics für die großartige Gesamtunterstützung sowie die zwei neuen Jollen“, so Hans Henning Müller, Geschäftsführer der Mehrwerk gGmbH. „Unsere Beschäftigten fiebern den Trainingseinheiten entgegen, sind zu einem tollen Team zusammengewachsen und unterstützen sich gegenseitig. Das Segeln gibt ihnen die Möglichkeit, sich zu für diesen Sport unverzichtbaren Spezialisten zu entwickeln – das stärkt ihr Selbstvertrauen ungemein.“

Die Teilnehmenden Kamil Loeper, Christian Könnemann, Jürgen Martan, Florian Patzenhauer, Tobias Steffens und Gerrit Hahn sind Beschäftigte der Mehrwerk gGmbH, einer Tochtergesellschaft der Evangelischen Stiftung Neuerkerode.

Fotos: Bernhard Janitschke
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