Lim steht beim Sommerfest in Neuerkerode mit Hand in Hand auf der Bühne

Musik kennt keine Grenzen

Durch einen Zufall landet der fünfjährige Lim zufällig bei einer Probe der Neuerkeröder Band „Hand in Hand“ – und steht mittlerweile selbst mit ihr auf der Bühne.

Es ist schönstes Frühlingswetter und Lim und sein Vater Robert sind in Neuerkerode unterwegs, um den Metalldetektor auszuprobieren, den der Fünfjährige gerade geschenkt bekommen hat. Eigentlich sollte es ein ganz normaler Spaziergang werden, wie sie ihn schon so oft in dem inklusiven Dorf gemacht haben. Doch statt auf Schatzsuche zu gehen, weckt etwas anderes ihre Aufmerksamkeit: Musik. Neugierig folgen sie den Klängen, die aus dem Okalhaus in der Nähe des Sportplatzes kommen – und stehen plötzlich mitten in einer Probe der inklusiven Band „Hand in Hand“.

Sofort werden die beiden liebevoll von Bandmitglied Imke empfangen. Sie umarmt sie und kümmert sich liebevoll um die beiden – ohne sie vorher gekannt zu haben. Und damit nicht genug: Nach der Probe folgt eine herzliche Einladung aus der Band: „Kommt gerne nächstes Mal wieder vorbei. Wir würden uns freuen!“ Für Lim ist in diesem Moment noch nicht abzusehen, dass er nur wenige Monate später selbst Teil dieser Band sein wird.

Ein Kind zwischen Musik und Bewegung

Lim ist fünf Jahre alt, kommt aus Wolfenbüttel und hat viele Interessen: Er spielt gern Basketball, geht schwimmen, liebt Breakdance und fährt begeistert Schlittschuh. Doch vor allem hat er ein Gespür für Rhythmus und Bühne. „Schon als kleines Kind hat er gern gesungen und getanzt und im Garten den Wasserschlauch als Mikro benutzt“, erzählt seine Mutter Benjaphan.

Lim steht beim Sommerfest in Neuerkerode mit der inklusiven Band Hand in Hand auf der Bühne.

Die Musik liegt ihm im Blut: Der Vater spielt selbst Schlagzeug, zu Hause hört sich die Familie viel gemeinsam an. Seit einiger Zeit haben es Lim vor allem die Songs von Boybands aus den 90er-Jahren angetan. Er sagt:

 „Wenn ich Teenager bin, möchte ich selbst eine Boyband gründen.“

Auch dass Lim ohne Scheu in die Probe hineinschnuppert, kommt nicht von ungefähr. Neuerkerode begleitet ihn schon lange. „Lim ist praktisch mit Neuerkerode aufgewachsen“, sagt Robert. „Meine Mutter hat hier 25 Jahre gearbeitet, und ich selbst war im Neuerkeröder Kindergarten. Wir sind in unserer freien Zeit oft im Dorf unterwegs.“ Besuche bei Festen, Spaziergänge durchs Dorf – all das gehört für Lim einfach dazu. Berührungsängste? Fehlanzeige!

Vom Zuhörer zum Bandmitglied

Nach dem ersten zufälligen Besuch ist Lim begeistert. Zuhause hört sich die Familie die Lieder, die sie finden können, immer wieder an. Klar, dass sie auch bei der nächsten Probe dabei sind. Und diesmal greift Lim selbst zum Mikrofon und singt mit. So geht es weiter, Woche um Woche, Probe für Probe. Susanne Hesse, Mitarbeiterin der Neuerkeröder Musikpädagogik und ebenfalls Mitglied der Band, sagt:

„Wir freuen uns total, dass Lim Teil der Band geworden ist. Das macht alles noch inklusiver. Denn genau darum geht es uns: Jeder ist bei uns willkommen.“

Schließlich steht das Sommerfest in Neuerkerode vor der Tür – und mit ihm Lims erster großer Auftritt. „Ich habe mich total darauf gefreut, war aber auch aufgeregt“, erzählt der Fünfjährige. Es ist ein Moment, der für viele Musiker:innen besonders ist – und für Lim ist es genauso. Auf der Bühne zu stehen, vor Publikum zu performen, Teil von etwas Größerem zu sein. Sein Vater sieht ihn dabei ganz klar in seinem Element: „Er ist ein Entertainer.“

Lim steht bei dem Sommerfest in Neuerkerode mit der inklusiven Band Hand in Hand auf der Bühne.

Musik verbindet

Die Band „Hand in Hand“ steht für gelebte Inklusion. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Fähigkeiten – verbunden durch die Freude an Musik. Lim fügt sich genau in dieses Bild ein. Seine Geschichte zeigt, wie unkompliziert Inklusion sein kann, wenn man sie lebt: Ein Spaziergang, ein offenes „Kommt doch wieder vorbei“ – und plötzlich entsteht etwas Neues, von dem alle profitieren.

Was als zufällige Entdeckung im Frühling begann, ist für Lim heute ein fester Bestandteil seines Lebens. Lim sagt: „Ich freue mich schon auf die nächste Probe – und vor allem auf den nächsten Auftritt!“

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