Es gibt im Leben immer wieder Momente, in denen sich schlagartig Gegebenheiten ändern und es einen beherzten Schritt und Schnitt braucht. Dennis Klauk erlebte auf familiärer Ebene einen solchen Moment, der Auswirkungen auf viele Bereiche seines Lebens hatte – auch auf seinen beruflichen Werdegang. Schließlich hat ihn sein Weg nach Neuerkerode geführt – einen Ort, der ihn nicht losgelassen hat.
„Nahezu unverhofft musste ich meinen alten Job an den Nagel hängen“, blickt der 48-Jährige auf die herausfordernde Zeit zurück. Damals hatte er einen Sport- und Freizeitbetrieb gegründet, war dort als Trainer und Kursleiter tätig. Von jetzt auf gleich musste er sich umorientieren, weil die vielen Spätdienste nicht mit der Kinderbetreuung vereinbar waren. In dieser Zeit wird er auf das inklusive Dorf Neuerkerode und die Wohnen und Betreuen aufmerksam. In der Behindertenhilfe arbeiten? Für Dennis Klauk war das eine Option, auch weil er bereits im Zivildienst in der Pflege arbeitete. „Ich hatte damit schon etwas Erfahrung, habe mir das zugetraut und mich in Neuerkerode beworben. So bin ich im Weidenweg gelandet“, erinnert er sich. Als Quereinsteiger und Hilfskraft ist er hier vier Jahre tätig, macht wertvolle Erfahrungen und eine sinnvolle Arbeit aus Überzeugung und im privaten Umfeld stabilisiert sich wieder vieles.
Im Miteinander liegt das Glück
Während der Corona-Pandemie überlegt er, doch noch einmal etwas anderes zu versuchen. So startet Dennis Klauk eine Ausbildung als Personaldienstleistungskaufmann, die er auch erfolgreich abschließt. Und, die sicherlich in Zeiten des Fachkräftemangels gefragt ist. Aber das Herz hängt weiter an Neuerkerode und so kehrt er schnell wieder zurück. „Ich hatte noch Kontakt zu meiner früheren Leitungskraft und wir haben uns regelmäßig ausgetauscht. Schließlich gab es sowohl die Frage von dieser Seite, als auch den Wunsch von meiner, nach Neuerkerode zurückzukehren“, so Klauk. Es habe viele Dinge gegeben, die ihn an Neuerkerode so gefesselt hätten. Das Verhältnis zu den Kolleg:innen sei super, das Miteinander in den Wohnbereichen und im Dorf – „einfach das sprichwörtlich unkomplizierte über den Gartenzaun“, erzählt er. Erfüllend sei zudem die Arbeit mit den Bürger:innen. „Man muss viel Herz mitbringen für diese Arbeit, Antennen haben für Krisen und Bedürfnisse. Aber dann sind es diese kostbaren Momente, diese kleinen Erfolge, die so viel Bedeutung haben und großartig sind. Zum Beispiel wenn ein Bürger, der motorisch nicht in der Lage ist, einen Deckel aufzudrehen, das aus eigener Kraft schafft“, so Klauk. Wichtig sei dabei ein gutes und verlässliches Team um sich zu haben. „Wir ergänzen uns gut, weil jeder eine andere Vorgehensweise hat.“


Das Miteinander im Team, die Arbeit mit den Bürger:innen – all das motiviert ihn bei seiner Arbeit und im Bestreben danach, mehr darin zu investieren. „Ich bin jemand, der gerne mehr macht und Verantwortung übernimmt. Deshalb möchte ich unheimlich gerne meinen Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen machen, um später als Fachkraft mit organisatorischer Verantwortung zu arbeiten“, hat er einen Plan gefasst. Die Möglichkeiten beruflicher Weiterbildung und -entwicklung sind in der Wohnen und Betreuen gegeben. Dass die Arbeit in Neuerkerode kein normaler Job ist und die Kolleg:innen wie eine kleine Familie geworden sind, zeigt sich an den Besuchen von Dennis Klauk – auch außerhalb der Arbeitszeiten. „Natürlich ist Erholung wichtig, weil die Arbeit schon anstrengend sein kann. Aber ich komme auch gern mal in meiner Freizeit vorbei, sage den Kolleg:innen Hallo oder gehe im Dorf spazieren“, berichtet er. Schließlich haben ihn viele kleine und große Schritte nach Neuerkerode geführt und man kann im wahrsten Sinne davon sprechen, dass es für ihn bewegend war, ist und bleiben wird.
„Man muss viel Herz mitbringen für diese Arbeit, Antennen haben für Krisen und Bedürfnisse. Aber dann sind es diese kostbaren Momente, diese kleinen Erfolge, die so viel Bedeutung haben…”
Dennis Klauk, Hilfskraft im Weidenweg
